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Wir aber wollen Die werden, die wir sind, —
die Neuen, die Einmaligen,
die Unvergleichbaren,
die Sich-selber-Gesetzgebenden,
die Sich-selber-Schaffenden!“

Friedrich Nietzsche 1

Einstimmung: „Wer bin ich eigentlich?“

Zur Einstimmung ein Lied von André Heller2

Wer bin ich eigentlich?

Wer bin ich eigentlich?
Meines Jüdischen Vaters Europäisches Kind,
dessen Exil die Buchstaben sind
Oder bin ich an Eurem Spiegel aus Wien
Zurzeit an die Nutzlosigkeit verlieh’n

 

Bin ich einer, der Lieder singt
Oder bin ich ein Lied, das sich selber bringt
Der Fluss fließt, das ist sein Geschäft,
Ich schwöre, ich habe nie mit der Meute gekläfft.

 

Wer bin ich eigentlich?
Aus meinem Leben wächst langsam mein Tod
Ich teile mit ihm den Wein und das Brot
Wach hat die Schlaflosigkeit mich gemacht
Oft hab ich zuletzt und als Erster gelacht.

 

Bin ich einer, der Lieder singt
Oder bin ich ein Lied, das sich selber bringt
Der Fluss fließt, das ist sein Geschäft,
Ich schwöre, ich habe nie mit der Meute gekläfft.“

Selbst-Reflexion

Versuche selbst einen Text zu schreiben mit der Überschrift: „Wer bin ich eigentlich?“ (in Prosa oder in Versen, vielleicht als Lied, oder als Ergebnis eines assoziativen Prozessen (einfach 10 Minuten drauflos scheiben) oder …

Unsere zentrale (Entwicklungs-)Aufgabe

„Sei du selbst!
Alle anderen sind bereits vergeben.!
Oscar Wilde

Der Individuations-Prozess durchläuft mehrere Stadien – auch die Auseinandersetzung mit dem eigenen Schatten. Medusa – im Bild – ist ein Schatten-Symbol. Nur  bei Betrachtung durch den Spiegel kann man sie objektiv erkennen und schützt vor Versteinerung. Botschaft: Halte dir einen Spiegel vor. Erkenne dich selbst, vor allem deine Schatten-Anteile. Medusa, Gemälde von Caravaggio. 1597. Uffizi Museum. Florenz.

Wenn es eine zentrale Aufgabe für uns gibt, dann ist es aus meiner Sicht, das zu entwickeln, was in uns angelegt ist und unser Leben so zu gestalten, dass es zu uns passt – so weit wie möglich.

Den ersten Prozess – die Selbstfindung und Selbstverwirklichung – nennt die Analytische Psychologie von C. G. Jung „Individuation„. Der Individuationsprozess bedeutet im wesentlichen, am Weg des Lebens, am Weg zum Individuum, das zur Geltung zu bringen, was in uns angelegt ist. „Werde, was  du bist“, entwickle und nutze deine Potenziale, nütze und entwickle das, was dir mitgegeben wurde, werde die authentische Persönlichkeit, das einzigartige Individuum das in dir steckt. In der Philosophie wird dieser Tatbestand seit Aristoteles „Entelechie“ genannt: Der Mensch als ein Wesen, das sein Ziel (telos) in sich selbst hat.

Ursprünglich hat C. G. Jung den Ganzwerdungs-Prozess der Individuation auf die 2. Lebenshälfte (ca. ab 42 Jahre) zentriert, später jedoch erweitert.

„Jung hat als erster einen Entwicklungsprozess der zweiten Lebenshälfte postuliert. Dieser wurde definiert als Individuationsprozess, den man heute nicht mehr nur auf die zweite Lebenshälfte beschränkt sieht: als Prozess, der dazu führen soll,

  • dass der Mensch im Laufe des Lebens immer mehr der wird, der er eigentlich ist.
  • Das heißt, immer authentischer zu werden,
  • immer mehr sich selbst,
  • immer mehr „ganz“ (Ganzheit).
  • Der Individuationsprozess ist aber auch ein Prozess, der zu mehr Abgrenzung,
  • zu mehr Autonomieerleben führt,
  • durch eine bewusste Auseinandersetzung mit dem kollektiven Bewusstsein,
  • mit Rollen und Normen,
  • durch eine altersgemäße Ablösung von den Elternkomplexen (Mutterkomplex; Vaterkomplex)
  • und durch eine Auseinandersetzung mit Komplexen überhaupt.“

„Ecce homo“
„Seht der Mensch.“
Johannesevangelium.3

„Werde, der du bist.“
„Werde, die du bist“

„Ecce homo“ – hier ist der Mensch. Gemälde von Gioacchino Assereto. ca. 1640. Privatsammlung.

Ein Hintergrund der Individuation ist der alte Spruch des griechischen Lyrikers Pindar („génoi‘ oíos essí mathón“: „Werde, der du bist.“) wurde auf mehrfache Weise übersetzt und abgewandelt.4 Der vermutlich erste, der ihn ins deutsche übersetzt hat ist Friedrich Nietzsche, der diesen Spruch mehrfach verwendet5 und auch in den Untertitel seines „Ecce homo“ aufgenommen hat. 6 auch (später) Johann Wolfgang Goethe und Schelling nahmen darauf Bezug.  In Ergänzung zur Einladung Apollons in Delphi „Gnothi seauton“ („Erkenne dich selbst.“7) wird dieser Spruch dem dionysischem Denken zugeschrieben.8

Die Selbsterkenntnis wird um die Selbstverwirklichung / Individuation ergänzt.

 „Warum bist du nicht Sussja gewesen?“

Auch die Geschichte „Die Frage der Fragen“ von Rabbi Sussja (in den chassidischen Geschichten von Martin Buber) thematisiert die Individuation:9

„In der kommenden Welt wird man mich nicht fragen:
Warum bist Du nicht Mose gewesen?
Man wird mich fragen:
Warum bist Du nicht Sussja gewesen?“
Martin Buber1011

Von uns wird nicht gefordert jemanden nachzumachen und sei er oder sie noch so berühmt oder hätte noch so große, bewundernswerte Taten begangen (in Geschichte: Moses). Es gilt, die Person zu werden, die wir sind – die Person, die in uns angelegt ist.

Der Individuations-Prozess in der Analytischen Psychologie

Wer ist die Person hinter der Maske? Bild: practical psychology. Smile! (2009). Gemälde von Nesis  Elisheva.

Der Individuations-Prozess als Entwicklungsprozess des Menschen nimmt in der Analytischen Psychologie von C. G. Jung12 einen bedeutenden Platz ein. Jung und seine Schüler beschreiben diesen Vorgang, der sich nicht leicht begrifflich ausdrücken lässt …

  • als psychischer / seelischen Reifungsprozess 13 , der vor allem in der Begegnung mit dem Unbewussten stattfindet.
  • als lebenslanger Prozess, eine fortlaufende Bewusstseinserweiterung ins Unbewusste erfordert14
  • „als Differenzierungsprozess, der die Entwicklung der individuellen Persönlichkeit zum Ziel hat“15
  • als lebenslangen Prozess, der nie vollendet wird und sich stetig an ein ‚fernes Ziel‘ annähert und den Tod als letzte Grenze hat. 16
  • als Verwirklichung des Selbst17
  • als Prozess, der bewirkt, dass wir „zum Einzelwesen werden, und, insofern wir unter Individualität unsere innerste, letzte und unvergleichbare Einzigartigkeit verstehen, zum eignen Selbst werden. Man könnte ‚Individuation‘ darum auch als ‚Verselbstung‚  oder als ‚Selbstverwirklichung‘ bezeichnen.“18
  • als Prozess des Antwort-Gebens: Im Laufe unseres Lebens erfahren wir Individuation indem wir Antwort geben auf die Herausforderungen des Lebens. Wir müssen Probleme lösen, Krisen bewältigen, Entscheidungen treffen oder Entscheidungen vermeiden, uns Konflikten stellen usw.19

Jung betont auch die Notwendigkeit der Individuation, um aus Zuständen herauszukommen, in denen man mit sich selbst uneins ist, falsche Handlungen setzt, für seine Handlungen keine Verantwortung übernimmt, usw. 20

Individuation in anderen theoretischen Systemen

Auch in anderen psychologischen und philosophischen Ansätzen, vor allem in Konzepten der Entwicklungspsychologie findet der Begriff „Individuation“ Verwendung. Dabei steht häufig der Prozess der Ablösung (von den Eltern bzw. Elternfiguren) im Vordergrund und oder die Entwicklung zur Individualität, was dem Konzept von C.G. Jung sehr nahe kommt, . 21

Individuation als Prozess von der Persona zum Selbst

Die Individuation kann in Phasen der Entwicklung von der Persona bis zum Selbst strukturiert werden, wobei die ersten beiden Phasen vor, die letzten beiden typischerweise nach der Lebenswende in der Mitte des Lebens liegen. 22. Diese Phasen sind nur als Grundstrukturen zu sehen, die individuell unterschiedlich gestaltet werden.

Die Individuation in der ersten Lebenshälfte

In der ersten Lebenshältfte ist es wichtig, dass das Ich eine Festigkeit erlangt, die gleichzeitig elastisch und widerstandsfähig ist 23. Dazu gehört die Herausbildung einer geeigneten ‚Persona‘.

Die Persona

Ähnliches Foto
Die Persona als Maske

Ausgangspunkt ist das ‚Ich‚ als Träger des Bewusstseins und der eigenen Identität. 24. Das Ich orientiert sich in der Welt mithilfe ihrer Grundfunktionen: Sinneswahrnehmung, Denken, Fühlen, Intuieren. Menschen unterscheiden sich durch ihre Ausprägungen dieser Funktionen. Meist sind ein oder 2 Funktionen besonders herausgebildet. Im Volksmund werden sie z. B. als Kopfmensch oder Bauchmensch bezeichnet oder auch als ‚erdiger‘ Mensch oder als Kreativer (kreativer Chaot). 25

Bildergebnis für persona jung
Nur selten zeigen wir ‚unser wahres Gesicht‘ – hinter der Maske

Der Teil des Ichs, der nach außen gezeigt wird, wird „Persona“ genannt, auch „Maske“. Vielleicht zeigt der Mensch auch Verhaltensweisen, die gar nicht zu seinem Ich gehören, weil er sich den Erwartungen und Normen der Umwelt anpasst. Die Anpassung geht zu Lasten der Individualität, aber sorgt dafür, dass der Mensch ein relativ ’normales‘, sozialverträgliches Verhalten zeigt. Die Ausbildung der Persona ist also ein Balanceprozess, einerseits seine Individualität zu zeigen, sich authentisch zu verhalten und andererseits den Normen der Sozietät bzw. der Gesellschaft zu entsprechen. Es besteht hier auch die Gefahr einer Überanpassung, sodass Verhalten und Kommunikation nur mehr sozial erwünschte Vorstellungen entspricht26, auf Kosten der Individualität. Jung spricht hier vom „falschen Ich„. 27 28

Die Maske ist ein Ausdrucksorgan der Gesamtpersönlichkeit  und daher wichtig für die eigene Identität. Die Entwicklung einer passenden Maske ist daher eine wichtige Aufgabe des Menschen. Mit einer passenden Maske ist es einfach mit anderen Menschen zu kommunizieren und dabei einerseits authentisch zu sein und sich nicht selbst zu ‚verraten‘ und andererseits nicht ständig anzuecken, weil man ständig mit Normen und Erwartungen in Konflikt gerät. Der Vorteil einer passenden Maske ist es, auch in schwierigen Situationen ‚gut über die Runden zu kommen‘, der Nachteil ist, dass man keine oder weniger Entwicklungsnotwendigkeiten verspürt.

Der Schatten

„Wer zugleich seinen Schatten
und sein Licht wahrnimmt,
sieht sich von zwei Seiten,
und damit kommt er in die Mitte.“
C. G. Jung.

Während die Persona der (helle) Teil meines Ichs ist, mit dem ich mit der Umwelt in Kontakt trete, und somit bewusst zeige,  ist der andere Teil, der Teil, den ich nicht oder nicht bewusst zeige, den ich bewusst oder unbewusst vermeiden will.

Besonders in der ersten Lebenshälfte wird von uns häufig eine einseitige Entwicklung gefordert bzw. gefördert. Dementsprechend werden bestimmte Eigenschaften in unserm Ich-Aufbau vernachlässigt bzw. abgelehnt. Somit entsteht in uns parallel zur Ich-Entwicklung als Spiegelbild der  Schatten. Das sind innere Anteile, die zum Teil ins Unbewusste verdrängt29 wurden, zum Teil einfach nicht oder nur wenig gelebt werden – z. B. aus ethischen oder moralischen oder auch aus sozialen Gründen. 30

Der Schatten ist Teil unseres persönlichen Unbewussten, als persönliche, verdrängte lebensgeschichtliche Inhalte. In Träumen treten Schattenelemente häufig als Personen auf. Ihren Ausdruck finden sie auch in Projektionen. Wir nehmen dann die verdrängten Inhalte besonders stark als Eigenschaften bei Anderen wahr und reagieren darauf häufig mit negativen  Emotionen und Verhaltensweisen (Ärger, Wut, Gewalt, …). Viele Konflikte und Streitigkeiten entstehen daraus. Das zeigt, dass die Bewusst-Werdung des Schattens und seine Integration ein wichtiger Teil unserer Entwicklung / Individuation ist. Nur wenn sie uns bewusst werden, können wir auch die positiven Seiten, die häufig in Schatten-Anteilen liegen, entwickeln und nutzen.

Die Lebenswende

In der Lebenswende erfolgt ein Wechsel in der Orientierung  der Lebenspriortäten und häufig eine verstärkte Hinwendung zur Individuation. Das steht nach C. G. Jung in Konkurrenz zur Wahrnehmung des biologischen Alterns. . 31

„Der Konflikt der Lebenswende ist eine ,Inkongruenz‘ zwischen den Anfängen des biologischen Alterns, das sich auch in den psychischen Funktionen äußert, und dem Drang und der Möglichkeit weiterer seelisch-geistiger Entfaltung. Er stellt jene kritische Situation dar, in der man auf der Lebenshöhe angelangt ist und plötzlich oder allmählich mit der Realität des Endes, des Todes, konfrontiert wird“ (Jacobi 1971, S. 31). „Wir können den Nachmittag des Lebens nicht nach dem selben Programm leben wie den Morgen, denn was am Morgen viel ist, wird am Abend wenig sein, und was am Morgen wahr ist, wird am Abend unwahr sein“ (Jung 1931, S. 455). „Je mehr man sich der Lebensmitte nähert und so mehr es einem gelungen ist, sich in seiner persönlichen Einstellung und sozialen Lage zu festigen, desto mehr will es einem scheinen, daß man den richtigen Lauf des Lebens und die richtigen Ideale und Prinzipien des Verhaltens entdeckt habe. Darum setzt man dann ihre ewige Gültigkeit voraus und macht sich eine Tugend daraus, an ihnen auf immer hängen zu bleiben. Man übersieht dabei die eine wesentliche Tatsache, dass die Errichtung des sozialen Zieles auf Kosten der Totalität der Persönlichkeit erfolgt“

Die Individuation in der zweiten Lebenshälfte

Es gibt sehr viel mehr Menschen,
die Angst vor dem Unbewussten haben,
als man erwarten würde.
Sie haben schon Angst vor dem eigenen Schatten.
Kommt man gar zu Anima und Animus,
so steigert sie sich zur Panik.“
C. G. Jung

Nachdem man im Individuations-Prozess das persönliche Unbewusste integriert bzw. assimiliert hat, folgt (in der 2. Lebenshälfte) die Auseinandersetzung mit dem kollektiven Unbewussten, vor allem mit Animus und Anima sowie (später) mit dem Alten Weisen und der Großen Mutter.

Die Integration dieser Archetypen ermöglicht Impulse auf dem Weg zum Selbst, der eigentlichen Ziel der Individuation, ein Ziel, an das man sich nur annähern, aber nie erreichen kann.

Das Selbst

Der Individuationsprozess mündet in eine Annährung an unser inneres psychisches Zentrum, unser ‚Selbst‘, das sehr schwierig erfassbar ist.

„Es übersteigt unser Vorstellungsvermögen, uns klarzumachen, was wir als Selbst sind, denn zu dieser Operation müsste der Teil das Ganze begreifen können. Es besteht auch keine Hoffnung, dass wir je auch nur eine annähernde Bewusstheit des Selbst erreichen, denn, soviel wir auch bewusst machen mögen, immer wird noch eine unbestimmte und unbestimmbare Menge von Unbewusstem vorhanden sein, welches mit zur Totalität des Selbst gehört. Und so wird das Selbst stets eine uns übergeordnete Größe bleiben“32

Symbole der Individuation

Datei:LabyrinthSelbst.jpg
Das Labyrinth als Individuationssymbol (alchemistische Darstellung)

Als Symbol für die Individuation wird häufig der Baum gewählt. Jeder Baum ist einzigartig, keine zwei Bäume sind gleich und es gilt, diese Einzigartigkeit auch bei sich selbst zu entwickeln. 33 34 35

Ein Symbol für den Prozess der Individuation ist auch das Labyrinth. Es symbolisiert, dass der Entwicklungsprozess nicht linear und geradlinig ist, sondern oft eine Irrfahrt und eine allmähliche Annäherung an die eigene Mitte, das eigene Zentrum, das Selbst (oft dargestellt als Mandala).

Individuation in Krisen

Persönliche Krisen, Konflikte und schwierige Situationen sind in besonderem Maße dazu geeignet, individuelle Entwicklungs-Prozesse anzuregen. Darauf hat schon C. G. Jung und andere Vertreter der Jung’schen Psychologie hingewiesen, aber es gibt auch einige Erklärungs-Versuche dazu aus anderen Traditionen.

 

Querverweise

Die Geschichte von der alten Eiche.

Warum bist du nicht Sussja gewesen?

Selbst-Werdung in persönlichen Krisen.

Selbst- und Persönlichkeits-Entwicklung.

Projektion – Übertragung – Spiegelung.

 

Literatur und Links

Individuation (zusätzliche Links)

Carl Gustav Jung: Die Beziehungen zwischen dem Ich und dem Unbewussten. Otto Reichl  Verlag, Zürich 1928. ( 1933, 1938, 2014.)

Carl Gustav JungPsychologie und Alchemie. Rascher 1972. (Walter 1995) (1 – Rascher 1944)
Auch in: Gesammelte Werke, Band 12, Olten/ Freiburg 1984.

Carl Gustav Jung, Marie-Luise von Franz et al.: Der Mensch und seine Symbole.  Walter, 1968. (Melsa Verlag 1979) (Patmos-Verlag 2012). Volltext in issuu.com. https://issuu.com/lereovamp3/docs/cgjungdermenschundseinesymbole.
engl. Man and his symbols. 1964. (Doubleday, 1964, Rehák David, 2013)

Marie-Luise von FranzDer Indivduationsprozess. In: Carl Gustav Jung, Marie-Luise von Franz et al.: Der Mensch und seine Symbole. S. 160 – 229.

Carl Gustav Jung: Erinnerungen, Träume, Gedanken von C. G. Jung. Hrsg.: Aniela Jaffé. 2. Auflage. Rascher 1984. Walter, Olten. (1 – Rascher 1962) (Patmos 2009)

Verena Kast: Individuation. In: Gerhard Stumm, Alfred Pritz (Hrsg.): Wörterbuch der Psychotherapie. Springer 2000, S. 308 f. https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-211-99131-2_836. DOI: https://doi.org/10.1007/978-3-211-99131-2_836.

Verena KastDie Dynamik der Symbole. Grundlagen der Jungschen Psychotherapie. Patmos, 2007. (Leseprobe)

Verena Kast:  Wir sind immer unterwegs. Gedanken zur Individuation. dtv 2000.

Verena KastDie Tiefenpsychologie nach C.G.Jung. Eine praktische Orientierungshilfe. Patmos Verlag 2014.

Ralf T. Vogel: Individuation und Wandlung. Der „Werdensprozess der Seele“ in der Analytischen Psychologie C. G. Jungs. Kohlhammer Verlag, 2017.

Brigitte Dorst: Therapeutisches Arbeiten mit Symbolen. Wege in die innere Bilderwelt. W. Kohlhammer Verlag, 2007.

Christiane Schanz-Heinz: Im Bilderreich des Selbst. Bilder und lebendige Symbole in der Individuation. Oktober 2015. Aus: exist-schule.de. https://www.exist-schule.de/tl_files/Schule%20fuer%20Naturtherapie/Dateien/Aufsaetze%20und%20Vortraege/Christiane_oeffentlichAbschlussarbeit.pdf.

Edda Brehm: Individuation. Ende des Lebens – Gespräche mit dem Unbewussten. BoD – Books on Demand, 2019.

Gert Sauer, Lutz Müller: Individuation. in symbolonline. de. https://www.symbolonline.de/index.php?title=Individuation#:~:text=%22Individuation%20bedeutet%3A%20zum%20Einzelwesen%20werden,7%2C%20%C2%A7266%20f.).

 

Analytische Psychologie und Psychotherapie (incl. Komplexe)

Verena Kast: Mutterkomplex. In: Gerhard Stumm, Alfred Pritz (Hrsg.): Wörterbuch der Psychotherapie. Springer 2000, S. 447. https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-211-99131-2_1206.

Verena Kast: Vater-Töchter, Mutter-Söhne. Wege zur eigenen Identität aus Vater-und Mutterkomplexen. Stuttgart, Kreuz 2005 (1-1994).

Verena KastFamilienkonflikte im Märchen,

Verena KastWege zur Autonomie,

Verena KastWege aus Angst und Symbiose

Andreas von Heydwolff: (2000) Konstellation / konstellieren. In: Gerhard Stumm, Alfred Pritz (eds): Wörterbuch der Psychotherapie. Springer. S. 362 f. Aus: link.springer.com. https://doi.org/10.1007/978-3-211-99131-2_986.

Isabelle Meier: Komplexe und Schemata. Ein Vergleich von Konzepten der Analytischen Psychologie nach C.G. Jung und der Schematherapie nach Jeffrey Young. Aus: psychotherapie-wissenschaft.info. https://psychotherapie-wissenschaft.info/index.php/psywis/article/view/192/299.

Brigitte Dorst: Therapeutisches Arbeiten mit Symbolen. Wege in die innere Bilderwelt. Kohlhammer 2007. (link mit Lesproben)

Wolfram Frietsch: Die Traumfahrt der Zauberflöte. Selbstwerdung und Archetypus. Mozarts Zauberflöte aus der Sicht der analytischen Psychologie C.G. Jungs. Opus Magnum. 2010.

Andreas GaugerDer ursprünglich positive Mutterkomplex des Mannes – Die Welt hat auf einen wie mich gewartet. Aus: www.andreas-gauger.de. https://www.andreas-gauger.de/der-urspruenglich-positive-mutterkomplex-des-mannes/.

Franz Alt (Hrsg.): Von Vater, Mutter und Kind. Einsichten und Weisheiten. Ausgewählte Texte von C.G.Jung. 2. Auflage. Walter Verlag, Olten 1994. (Mutterarchetyp: S. 48–58)

 

Ergänzende Literatur

Achterberg, Jeanne (1996): Rituale der Heilung

Fromm, Erich (2012): Märchen, Mythen, Träume.

Hüther Gerald (2004): Die Macht der inneren Bilder

Klemm, Ruth Ettienne (2002): Zur Entstehung innerer Bilder.

Müller / Knoll (2012): Ins Innere der Dinge schauen.

Jörg  Starkmuth Die Entstehung der Realität.    2010.

 

Werde, der du bist.

Gerald Krieghofer: „Werde, der du bist.“ Friedrich Nietzsche (angeblich). Aus: falschzitate.blogspot.com. http://falschzitate.blogspot.com/2019/11/werde-der-du-bist-friedrich-nietzsche.html.

Pindar: „Siegeslieder“ Griechisch – Deutsch, Übers.: Dieter Bremer, Walter de Gruyter, Düsseldorf,  Zürich. 2014. (Zweite Pythische Ode, S. 124/72; 125.)

Friedrich  NietzscheEcce homo. Wie man wird, was man ist. Jazzybee Verlag 2012 (1- Kritische Studienausgabe – KSA, Band 6. 1888).

Herbert Csef: Friedrich Nietzsche – „Werde, der du bist“. „Ecce homo“ als Inspiration zur Selbsterkenntnis und Selbstverwirklichung. Aus tabularasamagazin. 10. August 2019. https://www.tabularasamagazin.de/friedrich-nietzsche-werde-der-du-bist-ecce-homo-als-inspiration-zur-selbsterkenntnis-und-selbstverwirklichung/.

Hedwig Dohm:  Werde, die Du bist!. BoD 2015 (1-Schottlaender, Breslau. 1894).

Günther RöschPhilosophie und Geste. Sokrates, Diogenes, Nietzsche. Merve, 2005.

Friedrich Nietzsche: Die fröhliche Wissenschaft. Jazzybee Verlag 2016 (1- Kritische Studienausgabe – KSA, Band 3. 1887).

Gerhard WehrFriedrich Nietzsche. Du sollst der werden, der du bist! Opus Magnum Verlag. 2013.

Joachim Bauer: Wie wir werden, wer wir sind. Die Entstehung des menschlichen Selbst durch Resonanz. Blessing. 2019.

Andreas Mertin: Blickpunkt Mensch. Ecce homo – Vom Christusbild zum Menschenbild. Aus: „forum religion“ Heft 3/88, S. 2-15. Aus: amertin.de. https://www.amertin.de/aufsatz/1988/eccehomo2.htm.

 

Entelechie

Winfried Franzen, Konstantin Georgulis, Herbert M. Nobis:
Entelechie. Aus schwabeonline.ch. DOI: 10.24894/HWPh.5110. Aus: Historisches Wörterbuch der Philosophie online. https://www.schwabeonline.ch/schwabe-xaveropp/elibrary/start.xav?start=%2F%2F*%5B%40attr_id%3D%27verw.entelechie%27%20and%20%40outline_id%3D%27hwph_verw.entelechie%27%5D.

o. A.: Entelechie. Aus: anthowiki.at. https://anthrowiki.at/Entelechie.

 

Individuation und Krisen

 

Chassidische Geschichten, „Rabbi Sussja“

  1.   aus: Gerald Krieghofer: „Werde, der du bist.“ 
  2.   „Wer bin ich eigentlich„, ein Lied von André Heller aus dem Album „Neue Lieder“ 1973 aus: lyricstranslate.com. https://lyricstranslate.com/de/andr%C3%A9-heller-wer-bin-ich-eigentlich-lyrics.html.  
  3.   Joh. 19, 4-6
  4. Der Spruch von Pindar in der Zweiten Pythische Ode in mehreren Übersetzungen:

    „γένοι‘ οἷος ἐσσὶ μαθών / génoi‘ oíos essí mathón.
    Werde der, der du bist! Übersetzt von Friedrich Nietzsche.
    Komm zur Kenntnis, von welcher Art du bist! Übersetzt von Dieter Bremer.
    Beginne zu erkennen, wer du bist. Übersetzt von Eugen Dönt.
    Werde welcher du bist erfahren“. Übersetzt von Friedrich Hölderlin.
    Become such as you are, having learned what that is.
    Be what you know you are.
    Become the one thou art.
    Become who you are!
    Be true to thyself now that thou hast learnt what manner of man thou art.
    Having learned, become who you are.
    Deviens celui que tu es!“
    zitiert aus: Gerald Krieghofer: „Werde, der du bist.“

  5. Gerald Krieghofer („Werde, der du bist.“ ) hat diese Stellen  zusammengestellt:
    • „1876: ‚Werde der, der du bist‘: das ist ein Zuruf, welcher immer nur bei wenig Menschen erlaubt, aber bei den allerwenigsten dieser Wenigen überflüssig ist.
    • 1881: Werde fort und fort, der, der du bist — der Lehrer und Bildner deiner selbst! Du bist kein Schriftsteller, du schreibst nur für dich! So erhältst du das Gedächtnis an deine guten Augenblicke und findest ihren Zusammenhang, die goldne Kette deines Selbst!  
    • 1882: Pindar sagt einmal „werde der, der du bist!“ Treulich und ergeben F N. 
    • 1882: Was sagt dein Gewissen? — „Du sollst der werden, der du bist.“  
    • 1885: Der nämlich bin ich von Grund und Anbeginn, ziehend, heranziehend, hinaufziehend, aufziehend, ein Zieher, Züchter und Zuchtmeister, der sich nicht umsonst einstmals zusprach: „Werde, der du bist!“ 
    • 1882: Leben Sie wohl! Wir wollen dem Leben ja nicht gram werden, sondern immer mehr werden, die wir sind — die „fröhlich-Wissenden.“
    • 1882: Wir aber wollen Die werden, die wir sind, — die Neuen, die Einmaligen, die Unvergleichbaren, die Sich-selber-Gesetzgebenden, die Sich-selber-Schaffenden!“

  6.   Hedwig Dohm   hat als Reaktion auf den männlichen Spruch einen Roman mit dem weiblichen Äquivalent geschrieben –  Hedwig Dohm:  Werde, die Du bist!.     
  7.   Vgl. auch den Beitrag zum Enneagramm.
  8. „Die Geste ist eines der Lebenselexiere der antiken Philosophie. Sokrates und Diogenes haben sich darin bewegt wie Fische im Wasser. Nietzsche hat sich davon berauschen lassen und die apollinische Philosophie, die das „Erkenne dich selbst“ forderte, durch Dionysos’ „Werde, der du bist“ ersetzt. Der Untertitel von >Ecce homo< wird so zu einem Imperativ.“
    Günther RöschPhilosophie und Geste.   

  9.   Mehr dazu findet sich in im Beitrag zu dieser Geschichte: Warum bist du nicht Sussja gewesen?   
  10. Marin Buber: Die Erzählungen der Chassidim
  11. vgl. auch Aretz 2015 
  12. Zahlreiche Hinweise und Links zur Analytischen Psychologie und Psychotherapie finden sich in der Website der DGAP – Deutsche Gesellschaft für Analytische Psychologie
  13.   vgl. Marie-Louise von Franz, Der Individuationsprozess, S. 177 ff. in C. G. Jung 2015
  14.   vgl. Wischmann, Individuationsprozess
  15.   C.G. Jung zitiert in Pongratz
  16.   C. G. Jung 1931, S. 114
  17.   C.G. Jung: Psychologie und Alchemie. In Gesammelte Werke, Band 12, S. 259:  „Jedes Leben ist schließlich die Verwirklichung eines Ganzen, das heißt eines Selbst, weshalb man die Verwirklichung auch als Individuation bezeichnen kann. Denn alles Leben ist an individuelle Träger und Verwirklicher gebunden und ist ohne solche schlechthin unvorstellbar. Mit jedem Träger aber ist auch eine individuelle Bestimmtheit und Bestimmung gegeben, und es macht den Sinn lebendiger Existenz aus, dass sie als solche sich verwirkliche.“
  18.   C. G. Jung: Gesammelte Werke, Band 7, Zwei Schriften über Analytische Psychologie, S 104
  19.   Vgl. dazu auch die Hinweise zur Logotherapie im Beitrag zur Normopathie
  20. „Man kann hier die Frage aufwerfen, warum es denn wünschenswert sei, dass ein Mensch sich individuiere. Es ist nicht nur wünschenswert, sondern sogar unerlässlich, weil durch die Vermischung das Individuum in Zustände gerät und Handlungen begeht, die es uneinig mit sich selber machen. Von jeder unbewussten Vermischung und Unabgetrenntheit geht nämlich ein Zwang aus, so zu sein und zu handeln, wie man selber nicht ist. Man kann darum weder einig damit sein, noch kann man dafür Verantwortung übernehmen. Man fühlt sich in einem entwürdigenden, unfreien und unethischen Zustand (…) Eine Erlösung aus diesem Zustand aber ergibt sich erst dann, wenn man so handeln kann, wie man fühlt, daß man ist. Dafür haben die Menschen ein Gefühl, zunächst vielleicht dämmerhaft und unsicher, mit fortschreitender Entwicklung aber immer stärker und deutlicher werdend (…) Es muss allerdings anerkannt werden, dass man nichts schwerer erträgt als sich selbst.“ (C. G. Jung: Die Beziehungen zwischen dem Ich und dem Unbewussten. Zweiter Teil: Die Individuation. 4. Auflage. dtv, München, S. 110), zitiert in o.A. Individuation
  21. vgl. o. A.:   Individuation
  22. vgl. Wischmann, Individuationsprozess
  23. vgl. Jacobi 1971, S. 46
  24. vgl. Stangl, Jung
  25. Weitere Merkmale des Ichs sind z. B. Ich-Stabilität, im Extrem Ich-Starre und Ich-Flexibilität, im Extrem Ich-Desorientierung oder Ich-Auflösung. Sie deinen der Abgrenzung und Unterscheidung bzw. der Offenheit gegenüber neuen Einflüssen. vgl. Stangl, Jung
  26.   Zur Überanpassung vgl. den Beitrag zur Normopathie
  27. Vgl. C.G. Jung, GW 6: §370
  28.   Zum ‚falschen Ich‘ vgl. auch den Beitrag zum falschen Selbst von Winnicott.
  29.   Zur Verdrängung vgl. den Beitrag zu den Abwehr-Mechanismen.
  30.   vgl. Jacobi, zitiert in Wischmann, Individuationsprozess
  31. vgl. o. A.:   Individuation
  32.   Carl Gustav Jung: Die Beziehungen zwischen dem Ich und dem Unbewussten. 1933, S. 70 f., zitiert nach Sylvia Brathuhn: Trauer und Selbstwerdung., S. 101, FN 702 
  33.   Vgl. z. B. Ralf T. Vogel: Individuation und Wandlung.
  34.   Der Baum hat auch einen wichtigen Platz in der Symbol-Reihe des Rosengartens.  Bilder zum Rosarium finden sich im Rosarium philosophorum room.   
  35.   Eine Baummeditation als innere Reise zum Selbst befindet sich in:  Brigitte Dorst: Therapeutisches Arbeiten mit Symbolen.    

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