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Was ist das wahre und und das falsche Selbst? Und wie entsteht es?

Kinder mit unterschiedlichem Temperament: Die Hülsenbeckschen Kinder. Philipp Otto Runge, 1805–1806. Hamburger Kunsthalle

Mit Bezug auf das Thema Anpassung, versus Individualisierung gibt es ein interessantes (pädagogisches Entwicklungs-) Konzept: Das Konzept des wahren und falschen Selbst“ von  Donald Winnicott.1, einem englischen Psychoanalytiker und Entwicklungspsychologen.2

Das falsche Selbst ist ein defensiver innerer Anteil, der als Reaktion (als Antwort) auf starke (An-)Forderungen  von außen gebildet wird. Die Umwelt, vor allem die Eltern verlangen zu viel vom Kind. Sie verlangen vor allem Anpassung an ihre Vorstellungen („Du musst …“, „Du darfst nicht …“, „Sei brav …“ – und Forderungen aus anderen Eltern-Botschaften.). Sie erkennen dabei nicht, dass sie die Impulse des Kindes – die Impulse aus dem wahren Selbst – ignorieren und so die Entwicklung des wahren Selbst erschweren oder sogar verhindern.

Winnicott fand heraus, dass schon Babys und Kleinkinder mitbekommen, was erwünscht und unerwünscht ist. Sind die Forderungen zu stark, so hören sie auf, ihren inneren Impulsen zu folgen, da sie spüren, dass dies unerwünscht ist – und bauen im Laufe ihrer Entwicklung immer mehr ein falsches Selbst auf.

Laut Winnicott entstehen schon frühe Stadien des falschen Selbst im Säuglings-Alter, vor allem, wenn es der Mutter nicht gelingt, die Bedürfnisse ihres Kinder zu erkennen, zu erspüren.3 4  Dann entstehen frühe Formen der Anpassungs-Bereitschaft, die häufig in der weiteren Entwicklung noch verstärkt werden:5  6

Die Äußerungsformen der Spontaneität und des Lebendigen («spontane Geste», «persönliche Idee»; Kreativität und das Gefühl, sich real zu fühlen), verschwinden; stattdessen herrscht Anpassung vor.

Diese frühe Anpassungs-Bereitschaft verstärkt sich häufig in der weiteren Entwicklung, wenn nicht korrigierende Einflüsse erfolgen. Es entwickelt sich, das brave Kind – häufig freuen sich die Eltern darüber, ein ‚unkompliziertes‘ Kind zu haben. Daraus entstehen  anpassungs-bereite unglückliche Erwachsene, Menschen mit dem falschen Selbst. Gelingt es ihnen nicht, durch Selbst-Reflexion, Selbsterfahrung, entwicklungs-fördernde Gespräche und therapeutischen Erfahrungen sich diesen Prägungen bewusst zu werden, so ist es schwierig den Weg zu einer gelingenden inneren Entwicklung („Individuation“) und zu einem authentischen Leben einzuschlagen.

Annährungen an das wahre Selbst

Die Erkenntnis des Lebens „im falschen Selbst“ führt noch nicht automatisch zum wahren Selbst. Da entsteht häufig die Frage: „Was ist das überhaupt, das wahre Selbst.

Einige therapeutischen Traditionen kennzeichnet das wahre Selbst könnte man als den Persönlichkeitskern. Das liefert noch keine klare Definition, bestenfalls eine Annäherung und manche versuchen es mit Umschreibungen:  Es umfasst die Summe unserer Ressourcen, Anlagen, Einzigartigkeiten. Thea Bauriedl bezieht sich auf Winnicott und meint, während das falsche Selbst der psychische Anteil ist, der sich nach außen kehrt, ist das wahre Selbst der Teil, der die Innenseite des Menschen ist.7 Die Forderung oder Einladung „Werde, der/die Du bist“ bezieht sich auf diesen inneren Kern. Sind wir mit ihm verbunden, dann trauen wir unseren Wahrnehmungen, Gefühlen, Wünschen und Bedürfnissen und bildet die Quelle für unser authentisches Verhalten.

Auch in der (psychoanalytischen) Selbst-Theorie wird die begriffliche Eingrenzung des (wahren) Selbst diskutiert und relativiert:

„Auch wenn niemand recht weiß, was das Selbst eigentlich ist, haben wir doch als Erwachsene ein sehr reales Selbstempfinden.“
Daniel N. Stern8

Möglicherweise ist es Assagioli’s  „Transpersonales Selbst„, das dem wahren Selbst sehr nahe kommt. Auch Assagionli umschreibt es in einer sehr bekannt gewordenen und oft zitierten Form als „Zentrum aus reinem Bewusstsein“.9

„Ich habe einen Körper, aber ich bin nicht mein Körper.
Ich habe Gefühle, aber ich bin nicht meine Gefühle.
Ich habe Wünsche, aber ich bin nicht meine Wünsche.
Ich habe einen Geist, aber ich bin nicht mein Geist.
Ich bin ein Zentrum aus reinem Bewusstsein.“

Rolle und Entwicklungs-Stand der Eltern

Das „Ei-Modell“ –  Persönlichkeitsmodell der Psychosynthese 1. das tiefere Unbewusste 2. das mittlere Unbewusste 3. das höhere Unbewusste 4. Bewusstseinsfeld 5. das personale Selbst (= Ich) 6. das transpersonale Selbst (= Seele) 7. das kollektive Unbewusste10
Winnicott bezieht dies auf den auf den Entwicklungs-Stand der Eltern. Wenn der persönliche Entwicklungs-Stand der Eltern gering ist, weil sie z. B. ihre Vergangenheit und ihre inneren Verletzungen wenig aufgearbeitet haben, so ist es sehr schwer für sie, die Bedürfnisse und Potenziale ihrer Kinder zu erkennen. Nach Winnicott erziehen sie dann die Kinder zur Anpassung an ihre (unreflektierten) Erwartungen und Anforderungen. Angemessener wäre es hingegen,  den Impulsen des Kindes zu folgen, damit diese ihre wahres Selbst entwickeln können.

Ein guter Indikator für die Art der Erziehung der Eltern zum wahren oder falschen Selbst ist, wie diese ihrer Eltern-Rolle sehen. Sehen sie sich als Begleiter, die – innerhalb sinnvoller Grenzen – dem Kind helfen seine authentische Persönlichkeit zu entwickeln? Oder sehen sie ihre Rolle als Erzieher („Er-Zieher“, „Her-Zieher, Hin-Zieher“), die das Kind in die Richtung der eigenen Erwartungen und Vorstellungen und Normen (er-)ziehen, hin-ziehen.

Ein Beispiel, an dem diese Entwicklungs-Einstellung der Eltern erkennbar wird, sind ihre Reaktionen auf spontane Äußerungen des Kindes. Freuen sie sich, wenn das Kind seine spontanen Impulse äußert: Wenn es lebendig ist, sich bewegt, laut ist, lacht, seine Vitalität zeigt, vielleicht sogar ausgelassen ist? Oder freuen sie sich, wenn das Kind  dasitzt, etwas ‚Vernünftiges‘ macht, ruhig ist, ‚brav ist‘, das Essen aufisst, zusammenräumt …? Natürlich ist auch ein gewisses Maß an Disziplin notwendig, aber die Frage ist, was im Vordergrund steht. Und natürlich gibt es auch Kinder, die aus sich heraus ruhiger und zurückgezogener / introvertierter sind. Die Frage ist, ob die ‚Natur‘ des Kindes, seine Persönlichkeit, seine Impulse, „sein wahres Selbst“  … der Orientierungsrahmen ist oder die Erwartungen und Vorstellungen der Eltern – ihr Selbst. Meine Vermutung ist, sie können das wahre Selbst des Kindes nur akzeptieren, wenn sie ihr eigenes wahres Selbst gefunden haben.

Wenn Eltern ihre Kinder nicht aushalten

Es gibt Eltern, die halten ihr Kind nicht aus, halten seine spontanen Impulse nicht aus, weil es vielleicht zu laut ist oder zu lebendig oder auch das Gegenteil, zu ruhig und zu passiv. („Ich halte dein Geschrei nicht aus.“, „Ich kann dir nicht zusehen, wenn du nur dasitzt und in die Gegend schaust.“ …) Meist halten sie das Kind nicht aus, weil es etwas in ihnen ‚antriggert‘, etwas, das sie selbst noch nicht verarbeitet haben. Dann verlangen sie ein zu hohes Maß an Anpassung – wird oft mit „brav sein“ bezeichnet. Die Kinder tun dann, was die Eltern wollen, nicht das, was den eigenen Impulsen entspricht.

Und so entwickelt das Kind nicht sein eigenes (wahres) sondern stattdessen ein ‚falsches Selbst‚, ein Selbst, das den Erwartungen der Eltern entspricht Und glaubt, damit die Liebe der Eltern zu gewinnen. Es verhält sich nicht nach seinem inneren wahren Selbst, nach seinen inneren Gefühlen und spontanen Impulsen, Ressourcen und Talenten. Das Kind ist sich dessen meist nicht bewusst. Es wird ein braves, angepasstes Kind und tut nach Kräften, was die Eltern von ihm erwarten, wobei diese Erwartungen oft auch den Eltern gar nicht explizit bewusst sind. Das Kind lebt nach den Eltern-Botschaften: Es verhält sich ruhiger oder auch aktiver, als es für es passen würde. Es macht die Sportarten der Eltern, spielt die den Eltern passenden Instrumente ergreift den Beruf eines Elternteils oder übernimmt später einmal ungefragt und selbstverständlich deren Unternehmen.

Die Erkenntnis, das falsche Selbst zu leben

Die Erkenntnis, dass dies nicht das eigene, authentische Leben ist, dass das Leben dem falschen Selbst entspringt,  kommt bei vielen erst viel später: erst im Erwachsenen-Alter, wenn psychische Störungen sichtbar bzw. stärker werden.

  • Bei ’normalen‘ Verläufen zeigt sich die Erkenntnis häufig in der Mitte des Lebens. Bisherige Lebens-Entscheidungen werden hinterfragt und die Weichen neu stellt. Die Erkenntnis des falschen Selbst hilft bei der Bewältigung der Krise.
  • Bei stärkeren Konstellationen kann es zu psychischen Störungen (Winnicott: „Charakterstörungen“) kommen, z. B. einer übermäßigen Gefügigkeit, wie es Winnicott nennt bzw. zur Normopathie oder auch zum negativen Gegenpol, zur dissozialen Störungen. 11

Aber: Das falsche Selbst schützt auch das wahre Selbst

Das Zusammenwirken von falschem und wahren Selbst und die positive Seite des falschen Selbst bringt das folgende Zitat von Hetzel deutlich zum Ausdruck:12

„Charakterstörungen sind nicht denkbar ohne Anteile dessen, was Winnicott „falsches Selbst“ nannte. Darunter verstand er eine Abwehrreaktion gegen Übergriffe aus der unmittelbaren Umgebung, also eine Ansammlung von Reaktionen auf die Umwelt. Das falsche Selbst wird also auf der Grundlage von Gefügigkeit aufgebaut und ist damit nicht mehr als verinnerlichte Umwelt …, ein Abklatsch von Außeneinflüssen, d. h. nichts wirklich Eigenes. Sich-Fügen ist das Hauptmerkmal dieser Beeinträchtigung, mit Nachahmung als spezieller Ausprägung …. Was in meiner Zusammenstellung wie eine Summe von Defiziten erscheinen mag, hat eine große, von Winnicott detailliert beschriebene und therapeutisch berücksichtigte positive Bedeutung: Das falsche Selbst hat die wichtige Funktion, das wahre Selbst zu verbergen und zu schützen, was es dadurch tut, dass es sich den Umweltforderungen fügt … Das Individuum existiert dann dadurch, dass es nicht gefunden wird …, oder wie Winnicott an einer Stelle meisterhaft formuliert: „Es handelt sich um ein hochdifferenziertes Such- und Versteckspiel, in dem es ein Vergnügen ist, verborgen zu bleiben, jedoch ein Desaster, nicht gefunden zu werden“ . Winnicott legt also den Akzent nicht auf die Pathologie, sondern auf das Gesunde, das Positive in jeder Störung. Dadurch arbeitet er die kreative Lösung heraus, die die Symptombildung für den Patienten bedeutet: Die antisoziale Tendenz stellt den Ausdruck von Hoffnung dar sowie den Versuch, die Umwelt zur Mitwirkung an der ersehnten Heilung zu gewinnen; die Charakterstörung ist Reaktion auf erlittenen Verlust, Versuch der Reparation dieser Deprivation und Schutz vor psychotischer Dekompensation; das falsche Selbst stellt einen Schutz vor Übergriffen dar und bewahrt das (verborgene) wahre Selbst, das nicht kommuniziert und dadurch gerettet wird …“

Wir erkennen: Wir brauchen auch unser falsches Selbst. Wir müssen uns auch anpassen, können nicht nur unser wahres Selbst leben, vor allem, wenn die Normen und Erwartungen unserer Mitmenschen stark von den Impulsen unseres wahren Selbst abweichen. Wir können nur selbst erkennen, was wahres und falsches Selbst ist. Aus diesem wahren Selbst heraus können wir wahrnehmen: Was will ich? Was will ich nicht?  Und was wird von mir gefordert? Ich kann die Dinge abwägen und dann bewusst entscheiden, was ich tue, wie ich vorgehe …

Wenn das falsche Selbst zu groß wird oder ich es mit dem wahren Selbst verwechsle, dann hat das negative Folgen. Mangelndes Selbst-Bewusstsein, sinn-entleerte Gefühle, depressive Stimmungen, Persönlichkeits-Störungen (z. B. Narzisstische Störung) können die Folgen sein.13,14

Das Drama des begabten Kindes

Auch das Konzept von Alice Miller: „Das Drama des begabten Kindes“ hat Parallelen zu Winicotts Studien.

Im Klappentext wird ihr Buch zusammengefasst.15

„Das Drama des begabten, das heißt sensiblen, wachen Kindes besteht darin, dass es schon früh Bedürfnisse seiner Eltern spürt und sich ihnen anpasst, indem es lernt, seine intensivsten, aber unerwünschten Gefühle nicht zu fühlen. Obwohl diese „verpönten“ Gefühle später nicht immer vermieden werden können, bleiben sie doch abgespalten, das heißt: der vitalste Teil des wahren Selbst wird nicht in die Persönlichkeit integriert. Das führt zu emotionaler Verunsicherung und Verarmung (Selbstverlust), die sich in der Depression ausdrücken oder aber in der Grandiosität abgewehrt werden. Die angeführten Beispiele sensibilisieren für das nicht artikulierte, hinter Idealisierungen verborgene Leiden des Kindes wie auch für die Tragik der nicht verfügbaren Eltern, die einst selbst verfügbare Kinder gewesen sind.“

Alice Miller versucht das verletzte Kind zu erkennen und auch sie begibt sich auf die Suche nach dem wahren Selbst. 16 Man spricht bei solchen Menschen auch von narzisstischer Besetzung oder narzisstischer Störung. 17 18

„Viele Mütter brauchen gefügige Kinder, an denen das eigene innere Chaos gerade noch in Schach gehalten werden kann. Oder sie brauchen sie, um überhaupt ein Echo auf ihr sonst leeres Leben zu haben. Oder sie brauchen sie, um ihre geheime Selbstverachtung durch grandiose Zukunftsphantasien für das Kind zu heilen. Das Gefühlsleben des Kindes kippt dann um wie ein überdüngter See, der sich nicht mehr selbst regenerieren kann. …  Was dabei zustande kommt, nannte Winnicott ein ‚falsches Selbst‘, das die oft unbewussten Erwartungen der Eltern zu seiner eigenen Substanz gemacht hat. Was das Kind wirklich ist, weiß dann niemand mehr.“
(Tilmann Moser: Suche nach dem verlorenen Selbst.  )

Vier Abspaltungen, die zum falschen Selbst führen

Auch Richard Rohr spricht vom wahren und vom falschen Selbst. In seiner Sicht sind es vier Abspaltungen, die zum falschen Selbst führen:19

„Es gibt vier hauptsächliche Spaltungen von der Wirklichkeit, die wir alle in verschiedenem Maße vollzogen haben, um unser mentales Ego und unser Falsches Selbst zu schaffen:

  • Wir spalten uns von unserem Schatten ab und zeigen ein idealisiertes Selbst.
  • Wir spalten unsere Gedanken von Körper und Seele ab und leben nur noch in Gedanken.
  • Wir spalten Leben und Tod voneinander ab und versuchen, ohne Tod zu leben.20
  • Wir spalten uns von anderen ab und versuchen allein, überlegen und abgetrennt zu leben.

Jede der vier Illusionen muss überwunden werden.“

Viele Therapie-Richtungen bieten Entwicklungs-Impulse zur Überwindung der Abspaltungen und zu den Lebens-Aufgaben (oder Forderungen) aus der Erkenntnis der Abspaltungen. Was ist zu tun, wenn man dies alles ernst nimmt?

  • Nimm Dir Zeit, dein wahres Selbst zu finden. Du wirst es wahrscheinlich nie finden, aber wichtig ist, sich aufzumachen, sich auf den dorthin zu begeben. Viele von uns brauchen Unterstützung dabei, z. B. durch die Psychosynthese.
  • Finde deine Abspaltungen, werde dir deiner psychischen Wunden, deiner Abwehrmechanismen, deiner Inrojektionen, deiner negativen, z. B. abwertenden Verhaltens-Muster,(z. B. „die vier apokalyptischen Reiter„) … – Teile des falschen Selbst… bewusst. Wo bist du falsch programmiert?
  • Finde deinen Schatten und integriere ihn. Die Analytische Psychologie liefert Hilfestellung dafür. Im Prozess der Selbst-Findung („Individuation„) ist die Integration des Schattens ein wesentlicher Teil-Schritt.
  • Kümmere dich um deinen Körper, um Gesundheit, Fitness, … Der Körper ist das Haus deiner Seele.21
  • Kümmere dich um dein soziales Leben, deine Familie, deine Freunde, … Fördere gute Beziehungen. Dein soziales Umfeld ist wichtig.
  • „Integriere den Tod„: Das ist für viele eine etwas eigenartige Forderung. Sie bedeutet: Sei dir bewusst, deine Zeit endlich ist. Nütze diese Zeit für das, was für dich wichtig und sinnvoll ist. Den Tod im Bewusstsein zu haben erleichtert dir, dich auf die Sinnsuche zu machen: „Wer oder was ist dir wirklich wichtig in deinem Leben?“ Die Logotherapie von Viktor Frankl liefert wertvolle Unterstützung bei der Suche nach dem Sinn.

Querverweise

Literatur und Links

Das wahre und das falsche Selbst – Donald W. Winicott

Donald Woods Winnicott: Ichverzerrung in Form des wahren und des falschen Selbst. In: Donald Woods Winnicott: Reifungsprozesse und fördernde Umwelt. Psychosozial Verlag 2006 (S. 182-199 – Kap. 12: Ich-Verzerrung in Form des wahren und des falschen Selbst.)

Dunja Voos: Falsches Selbst. aus www.mediin-im text.de

kritischeperspektive: „Liebe“ und Narzissmus II

Ralph Butzer: Selbst, falsches. Aus Friederich Karl Georg Dorsch (Hrsg.). Lexikon der Psychologie

Eckhard Frick: Der Kampf um die Anerkennung des ‚falschen‘ Selbst und die Suche nach der authentischen psychotherapeutischen Beziehung (ppt-Präsentation an der Hochschule für Phliosophie, München)

Melanie Klein: Das Seelenleben des Kleinkindes und andere Beiträge zur Psychoanalyse. Klett-Cotta, 1994

Rudolf Heltzel: Von der Psychiatrie zur Psychoanalyse oder: die Wiederentdeckung Winnicotts. https://www.rudolf-heltzel.de/resources/winnicott.pdf

Eckhard Frick. Der Kampf um die Anerkennung des ‚falschen‘ Selbst und die Suche nach der authentischen psychotherapeutischen Beziehung. Präsentation. https://www.hfph.de/forschung/stiftungslehrstuehle/stiftungslehrstuhl-phil-motivation/forschung/tagung-authentizitaet/frick_authentizitaet.pdf

Thea Bauriedl: Das ‚wahre‘ und das ‚falsche‘ Selbst. https://de.scribd.com/document/281855402/Das-Wahre-Und-Das-Falsche-Selbst-2

Ero Langlotz: Störungen des Selbst. Phänomene und Lösungsstrategien im setting des initiatischen Familienstellens. Aus systemische SELBST-Integration langlotz. https://www.e-r-langlotz.de/systemische_familientherapie/dok.php?id=314.

o. A.: Selbstbsychologie. Aus: de.wikedia.org. https://de.wikipedia.org/wiki/Selbstpsychologie.

 

Das Drama des begabten Kindes – Alice Miller

Alice Miller: Das Drama des begabten Kindes und die Suche nach dem wahren Selbst. Suhrkamp Verlag, (e-book) 2013 (1-1979)

Alice Miller: Das Drama des begabten Kindes und die Suche nach dem wahren Selbst: Eine Um- und Fortschreibung. Suhrkamp Verlag, 1997 (15 Jahre Erfahrungen seit dem ursprünglichen Erscheinen werden integriert)

Martin Miller: Das wahre ‚Drama des begabten Kindes‘: Die Tragödie Alice Miller. Verlag Herder GmbH, 2013

Steffi Eberle: Analyse zu „Alice Miller: Das Drama des begabten Kindes“

Tilmann Moser: Suche nach dem verlorenen Selbst. (Tilmann Moser über Alice Miller: „Das Drama des begabten Kindes“. In: Der Spiegel, Nr. 29, 1979, S. 143 ff. Aus: www.spiegel.de. https://magazin.spiegel.de/EpubDelivery/spiegel/pdf/40349792.

 

Richard Rohr: Das wahre und das falsche Selbst

Richard Rohr: Werde, wer du wirklich bist. Verlag Herder. 2017

Richard Rohr: Das Wahre Selbst. Werden, wer wir wirklich sind. Verlag Herder. 2017

 

Psychosynthese

Roberto Assagioli: Handbuch der Psychosynthese: Grundlagen, Methoden und Techniken. Nawo, 2004.

Piero Ferrucci : Werde was du bist: Selbstverwirklichung durch Psychosynthese. Rowohlt 1986, Frankfurt a. M.

Harald Piron: Roberto Assagioli. Aus: institut-tipp.de. http://www.institut-tipp.de/die-vierte-kraft/assagioli/

 

(psychoanalytische) Selbst-Psychologie

Heinz Kohut: Die Heilung des Selbst. Suhrkamp, Frankfurt 1981.

Daniel N. Stern: Die Lebenserfahrungen des Säuglings. Klett-Cotta, Stuttgart 2010. (1-1992)

  1.   Das Konzept des falschen Selbst ist ein paralleler Begriff zur Normopathie. Vgl. meinen Beitrag Normopathie. Wie normal sind wir? 
  2.   Winnicott war Anhänger der Objektbeziehungstheorie. Sie wurde vor allem von Melanie Klein, einer österreichisch-britischen Psychoanalytikerin, der Pionierin der Kinder-Psychoanalyse entwickelt. Dieser Ansatz betont die zentrale Bedeutung der Mutter-Kind-Beziehung, die das Kind prägt und bedeutsam für die Persönlichkeitsentwicklung und spätere Beziehungsgestaltung zu anderen Menschen ist.
    Objektbeziehung“ heißt dabei die Beziehung des Kindes zu ‚Objekten‘ im psychoanalytischer Sicht, d. h. zu seiner (sozialen) Umwelt, zu anderen Personen, meist besonders zur Mutter.  Vgl. Melanie Klein: Das Seelenleben des Kleinkindes und andere Beiträge zur Psychoanalyse. 
  3.   Man könnte es als mangelnde Empathie bezeichnen. Es ist jedoch auch möglich, dass der äußere Faktoren, wie aktuelle Stress-Situationen der Mutter es ihr schwer oder unmöglich machen, das Kind in seinem eignen Wesen wahrzunehmen und in der Entwicklung zu verstärken.  Vielleicht wirken aber auch innere Anteile der Mutter, ihre Prägungen, ihre unbewältigte Vergangenheit, ihre nicht verarbeiteten Introjekte, ihre mangelnde eigene Entwicklung in die Richtung, dass ihr die Anpassung des Kindes wichtiger erscheint als dessen authentische Entwicklung.
  4.   Ich habe auch den Fall erlebt, bei der das Trauma der Mutter in der vergangen Beziehung zum alkohol-süchtigen Vater des Kindes die Förderung des Kindes in die Richtung zum wahren Selbst erschwert oder verhindert hat. „Werde nicht wie dein Vater!“, war ihre zentrale Botschaft an das Kind.
  5.   Zitat aus: Ralph Butzer: Selbst, falsches.  
  6.   Auch C. G. Jung spricht vom „falschen Ich“ bei Überanpassung an soziale Normen.  Vgl. den Beitrag zur Individuation
  7.   Thea Bauriedl: Das ‚wahre‘ und das ‚falsche‘ Selbst. S. 1. 
  8.   Daniel N. Stern: Die Lebenserfahrungen des Säuglings. Daniel Stern ist Selbst-Psychologe / Psychoanalytiker und Säuglingsforscher  
  9.   Roberto Assagioli: Handbuch der Psychosynthese. Piero Ferrucci : Werde was du bist: Selbstverwirklichung durch Psychosynthese. Rowohlt 1986, Frankfurt a. M. 
  10.   Vgl. dazu den Beitrag zur Psychosynthese
  11.    Eine gute Beschreibung von dissozialen Störungen, die sich in einer häufigen Missachtung sozialer Normen und der Verletzung von Rechten anderer äußert, findet sich in: therapie.de: Dissoziale Persönlichkeitsstörung.  
  12.   aus: Rudolf Heltzel: Von der Psychiatrie zur Psychoanalyse oder: die Wiederentdeckung Winnicotts. S. 2 f. 
  13.   Vgl. Dunja Voos: Falsches Selbst.
  14.   Ero Langlotz meint, dass sich das falsche Selbst auch in systemischen Familien-Aufstellungen zeigt: Der Betreffende steht am falschen Platz. „Dies ‚falsche Selbst‘ drückt sich im Setting des Familien-Stellens dadurch aus, dass der Klient „am falschen Platz“ steht. Entweder vertritt er für die Eltern fehlende oder früh gestorbene Angehörige oder „er kennt sich am Platz der Eltern besser aus als am eigenen“, so als „stecke“ er buchstäblich in einem Elternteil drin, sei mit ihnen „verschmolzen“. “   Ero Langlotz: Störungen des Selbst.  
  15.   Alice Miller: Das Drama des begabten Kindes und die Suche nach dem wahren Selbst, Klappentext 
  16.   vgl. dazu Steffi Eberle: Analyse zu „Alice Miller: Das Drama des begabten Kindes“ Sie fasst das Anliegen Millers zusammen: „Sie (Alice Miller) tritt in ihren Büchern vehement dafür ein, dass Kinder von Erwachsenen angemessen behandelt werden. Die Verantwortung für schädliche Lebenserfahrungen wird klar beim Namen genannt. Die Betroffenen werden ermuntert, es auszuhalten, wenn Wut, Ärger, Trauer und Enttäuschung über erlebte Misshandlungen und Irreführungen ins Bewusstsein dringen. Diesen Gefühlen muss eine Möglichkeit zur Artikulation und zum Erleben gegeben werden. Dadurch soll verhindert werden, dass sie sich „unbewusst“ an anderen abreagieren. Dies stellt die Möglichkeit wieder her, sich seiner bewusst zu werden, das Gebot aus der Kindheit – „ Du sollst nicht merken, dass wir unsere Konflikte auf deine Kosten, auf deinem Rücken austragen!“ – endlich hinter sich zu lassen.“) 
  17.   Tilmann Moser: Suche nach dem verlorenen Selbst.    
  18.   Hier wird von Mütter und Kindern gesprochen. Das Gleiche gilt natürlich für Väter, Lehrer_innen und andere Autoritätspersonen.
  19.   Aus: Richard Rohr: Das Wahre Selbst. Werden, wer wir wirklich sind. zitiert aus: Richard Rohr: Das Wahre Selbst.  
  20.   „Ohne Tod zu leben“ heißt, so zu tun, als würden wir ewig leben.   
  21. „Der Körper ist das Haus der Seele.
    Sollten wir unser Haus nicht pflegen,
    damit es nicht verfällt?“
    Philon von Alexandria.

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