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Was ist Psychosynthese?

Die Psychosynthese ist ein therapeutischer Ansatz, eine therapeutische Richtung von Roberto Assagioli. Wie die Psychoanalyse von Siegmund Freud und die analytische, archetypische Psychotherapie von C. G. Jung umfasst sie als tiefenpsychologischer Ansatz nicht nur die unbewussten Anteile des Menschen, sondern stellt diese sogar ins Zentrum der therapeutischen Arbeit und der persönlichen Entwicklung.

Dazu kommt, dass sie auch transpersonale / spirituelle Aspekte als Teile des („höheren“) Unbewussten des Menschen integriert. Nur dann kann, so Assagioli der ganze Mensch verstanden und bei der Entwicklung seines ‚höchsten Potenzials‚ unterstützt werden.1

„Es kann und es muss sich eine „Psychologie des Höheren“ konstituieren, die beides ist: wissenschaftlich und spirituell. Nur auf diese Weise wird es gelingen, den menschlichen Geist in all seinen Aspekten zu verstehen. Wir müssen die niederen Aspekte ohne Angst und Heuchelei anerkennen, dürfen dabei aber nicht jene höheren vernachlässigen, die „mindestens“ ebenso wirklich sind und uns den leuchtenden Weg zeigen, auf dem der Mensch zur freudigen Verwirklichung seines höchsten Potentials gelangen kann.“ Roberto Assagioli2

Zwei Dimensionen: personale und transpersonale Entwicklung

Dementsprechend umfasst der (Selbst-)Entwicklungsprozess (Prozess der Selbstverwirklichung – self-realization) in der Psychosynthese zwei Dimensionen:3

  • Die persönliche, personale Entwicklung (persönliche Psychosynthese) als zunehmende Fähigkeit, eine einmalige, gutartikulierte Individualität zum Ausdruck zu bringen und
  • die transpersonale Entwicklung (transpersonale, spirituelle Psychosynthese), die einen zunehmenden Kontakt zu Erlebnissen des ‚Einheitsbewusstseins4

Synthese als Ziel: Der integrierte Mensch

Vereinfacht gesagt ist das Ziel der Psychosynthese, alle Anteile und Bewusstseins-Ebenen der Person zu erforschen (zu kennen, zu benennen, zu akzeptieren) und sie in einer Synthese zu einer neuen Ganzheit, den ‚integrierten Menschen5  zusammenzuführen.

„Wir können davon ausgehen, dass alles was wir brauchen, in uns veranlagt ist. Doch kommen unsere „Gaben“ nicht zur Entfaltung, solange wir sie als einzelne Teile betrachten. Unsere Aufgabe ist es, diese „Gaben“ zusammenzuführen und auf nutzbringende Weise zu verwenden. Nichts hat Bedeutung, das wir getrennt betrachten. Doch wenn die Fragmente in einer Synthese zusammenfinden, erwacht eine neue Ganzheit.“
Piero Ferrucci6

Durch diese Synthese kann es gelingen, die Energie des Selbst zu befreien und zum Fließen zu bringen – Selbstentwicklung pur. In diesem Sinne ist Psychosynthese auch Selbst-Fürsorge.7

In einem ’späten‘ Vortrag 19678 auf einer psychosomatischen Konferenz nennt Assagioli 2 konkretere Ziele der Psychosynthese: Die Beseitigung innerer Konflikte und Entwicklung-Hindernisse sowie die Stimulierung der psychischen Funktionen:

„Psychosynthesis has evolved naturally, and I would say spontaneously, from the ground, or out of the main stem, of psychoanalysis, as a method of psychotherapy — or, more precisely, as a body of techniques and methods coordinated and directed towards the achievement of a complete and harmonious development of the human personality. Its principal aims and tasks are:

  1.  The elimination of the conflicts and obstacles, conscious and unconscious, that block this development.
  2. The use of active techniques to stimulate the psychic functions still weak and immature.“9

 

Das Selbst: Das ‚Ei-Modell‘ – eine Landschaft der Psyche

Das „Ei-Modell“ –  Persönlichkeitsmodell der Psychosynthese 1. das tiefere Unbewusste 2. das mittlere Unbewusste 3. das höhere Unbewusste 4. Bewusstseinsfeld 5. das personale Selbst (= Ich) 6. das transpersonale Selbst (= Seele) 7. das kollektive Unbewusste

Kristallisationspunkt des Synthese-Prozesses ist das Selbst, das sich bei Assagioli auf zweifache Weise zeigt. Er konkretisiert es im Kontext seines Ei-Modells, einer Landkarte der Psyche bzw. Landkarte des Bewusstseins. Das Ei stellt die Gesamtheit unsere Psyche dar dar. Die horizontalen Linien sind Zeitgrenzen: von unten nach oben: Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft. Alle drei Ebenen sind in unterschiedlicher Art und Weise in uns aktiv:

 

(1) Das tiefere / untere Unbewusste beinhaltet die Inhalte unserer Vergangenheit – all das, was wir erlebt, erlitten, erfahren haben, aber jetzt nicht mehr im Bewusstsein ist, weil wir es vergessen, verdrängt, unterdrückt haben. Aber natürlich wirkt es noch, kann uns Schwierigkeiten bereiten, kann uns angenehme Erfahrungen, schöne Zeiten bereiten, ohne dass wir uns der Gründe bewusst sind. Die Erforschung dieses Teils unserer Psyche ist besonders wichtig.

(2) (4) (5) Die mittleren Bereiche betreffen unsere Gegenwart. Es ist das mittlere Unbewusste (2), und enthält alles, das wir problemlos und willentlich ins Bewusstsein (5 – Bewusstseinsfeld) holen  können: Unser Wissen, unsere Fähigkeiten, unsere Erinnerungen (incl. aller emotionalen Färbungen). Z. B.: Ich suche die Schlüssel, mit denen ich gestern die Wohnung aufgesperrt habe. Ich rufe mir in Erinnerung (bringe es ins Bewusstseinsfeld), was ich gestern unmittelbar nach dem Aufsperren gemacht habe und such dort den Schlüssel. Die folgenden Elemente sind etwas schwieriger zu fassen:

(3) Unsere Psyche enthält auch Elemente, deren Realisierung erst in der Zukunft liegen und die dem höheren Unbewussten zugeschrieben werden.

„Es ist der psychische Bereich, von dem ‚wir unser höheren Intuitionen und Inspirationen erhalten – künstlerischer, philosophischer oder wissenschaftlicher Art, ethische ‚Imperative‘ und den Antrieb zu humanitären und heroischen Handlungen. Es ist die Quelle höherer Gefühle, wie der altruistischen Liebe, des Genies und des Zustands der Kontemplation, der Erleuchtung und Ekstase.‘ Die Erforschung des höheren Unbewussten stellt eine unserer wichtigsten und schönsten Aufgaben dar.“10

Vereinfacht könnte man diese Elemente als unsere Potenziale bezeichnen, unsere Talente, kreativen Inspirationen, nicht aktualisierten Archetypen, Entwicklungs-Möglichkeiten usw., oder auch Ziele und Pläne, die mit Sinn / einem „Why„, einer Lebensaufgabe verbunden sind. Dieses ‚höhere‘ Unbewusste enthält alle Möglichkeiten, die wir in Zukunft realisieren oder in uns entwickeln können.

(7) Nach Assagioli ist unsere Psyche nicht isoliert, sie ist in das ‚Meer des kollektiven Unbewussten‚ (7) eingebettet. Das dockt an das Persönlichkeitsmodell von C. G. Jung an. Ihm zufolge ist das kollektive Unbewusste „die Vorhausbedingung jeder einzelnen Seele, so wie das Meer Träger jeder einzelnen Welle ist.“

(5) (8) Die  letzten Elemente betreffen das Selbst. Bei Assagioli ist es in zwei Formen wahrnehmbar, als personales und als transpersonales Selbst. Das Selbst erschließt sich als Antwort auf die Frage: Wer (welcher Anteil in uns) kennt all diese Ebenen und Elemente, die bisher beschrieben wurden? Wer nimmt sie wahr? Wer kann sie beobachten und damit auch steuern. Es ist unser (personales) Selbst (5), unser inneres Zentrum.  Es ist der Teil in uns, der vielen unklar ist, den manche nur erahnen. Manche sind bewusst auf der Suche nach diesem Zentrum, z. B. durch Meditation, Kontemplation und ähnlichen Praktiken. Mit der Erweiterung des Bewusstseins, einer weiteren persönlichen Entwicklung wird dieses Selbst klarer und gipfelt im transpersonalen Selbst (6) – in der Darstellung oben an der Spitze des Eis.

Das Selbst wird von Assagioli auch als integrierendes Prinzip beschrieben, ein Prinzip, das auf die 3 Bereiche des Unbewussten einwirkt, es durchdringt, dabei aber stabil und unbeweglich bleibt, während die Inhalte des Unbewussten eine Dynamik entfalten, sich verändern. Entwicklung bzw. Wachstum findet statt, wenn es dem Selbst gelingt, immer mehr Bereiche des Unbewussten zu erschließen. Die Grenzen sind durchlässig – deswegen die strichlierten Linien im Ei. Das Selbst wächst, wenn es Bereiche des Unbewussten in sich aufnimmt. Dieser Gedanke passt auch zu den Vorstellungen der Individuation von C. G. Jung. Die Impulse des höheren (oberen) und tieferen (unteren) Bewusstsein werden in einem ‚gesunden‘ Entwicklungsprozess integriert. Werden diese Impulse abgeblockt, so hemmt dies nicht nur die Entwicklung, sondern können sogar psychische Schäden anrichten. Die Blockaden von unten entsprechen dabei den Freud’schen Abwehrmechanismen.

Der Wille

Zur inneren Landkarte des Menschen11 aus der Perspektive der Psychosynthese gehört auch das Stern-Modell (Stern-Diagramm) von Roberto Assagioli. Es beschreibt die psychischen Funktionen und ihre Beziehung zum Selbst und zum Willen. Der Wille hat hier einen zentrale Stellenwert, eine Art ‚Meta-Funktion‘. Er  stellt die Verbindung vom Ich (personalen Selbst) zu den einzelnen Funktionen her und ermöglicht so das Ziel der Psychosynthese, den „integrierten Menschen„.

„Durch den Prozess der Psychosynthese geht ein Mensch vom Durcheinander kollidierender und konfliktgeladener Tendenzen zu einem harmonischen Ganzen seiner verschiedenen Teile um ein Zentrum herum über. Dieses Zentrum ist das ‚Ich‘ – das personale Selbst. In einem integrierten Menschen ist das personale Selbst durch seinen Willen befähigt, die verschiedenen Funktionen des psychophysischen Organismus zu koordinieren.“5

Beschreibung des Stern-Modells13

Star-diagram in psychosynthesis.

„Die Psychosynthese erachtet den Willen als wesentliche Funktion des Menschen, die unmittelbar mit dem Bewusstseinszentrum, dem Ich, verbunden ist. Folgendes Sterndiagramm veranschaulicht die entsprechende psychologische Konstellation:

Das Zentrum ist das Ich(8) mit dem Willen (7) unmittelbar darum. Die Strahlen stellen die anderen psychologischen Funktionen dar, welche sind: Empfindung (1), Emotion/Gefühl (2), Imagination (3), Impuls/Wunsch (4), Gedanke/Denken (5), Intuition (6).

Eine integrierte und zentrierte Person kann durch ihren Willen alle Funktionen der eigenen psycho-physischen Ganzheit verbinden, aufeinander abstimmen und absichtsvoll nutzen.

Diese Darstellung verdeutlicht auch, dass die Erfahrung von „Ich bin“ eng verknüpft ist mit der Kompetenz, Kraft und Dynamik des Wollens. Wo diese Kraft dysfunktional ist oder gar fehlt, machen sich allerhand psychische Probleme breit wie Depression, Antriebslosigkeit, Selbstzweifel, Ängste, Minderwertigkeitsgefühle usw. “

In den neueren Entwicklungen wird der Wille als Dirigent mit 4 Aspekten gesehen:

Der Wille als Dirigent

„Der Wille steht gelegentlich im Verruf diktatorisch, rücksichtslos oder hart zu sein. Dies ist jedoch nur eine Verzerrung seiner wahren Qualität. Für Assagioli ist er eine lenkende und integrierende Kraft. Mehr als andere Faktoren ist er der Schlüssel zur menschlichen Freiheit und Selbstbestimmung.

Wie äussert sich der wahre und gesunde Willen im praktischen Leben? Ein erstes Merkmal ist Bewusstheit. Als enger „Verbündeter“ des Ich, dem Bewusstseinszentrum, ist sein Wirken von Gewahrsein und Intention begleitet. Sodann erkennt man ihn an seinen koordinierenden Fähigkeiten. Er kann Optionen abwägen, Entscheidungen treffen, Absichten verfolgen, Interesse lenken, Aufmerksamkeit mobilisieren, Hindernisse überwinden, Impulse bestärken oder hemmen, Geduld aufbringen und Hingabe pflegen.

Ein solch meisterlicher Einsatz des Willens ist wohl erstrebenswert, jedoch keinem einfach in die Wiege gelegt. Daher lehrt die Psychosynthese den Willen durch gezielte Schulung zu entwickeln, und bietet eine Auswahl an Übungen, durch die man seine Wirkkraft erweitern und differenzieren kann.“14

Die vier Aspekte des Willens

Das, was in der Alltagssprache „Wille“ genannt wird ist in der Psychosynthese der starke Wille. In der Jung’schen Archetypen-Lehre beinhaltet er vor allem die Archetypen des Ares / Mars (Energie) und des Kronos / Saturn (Ausdauer)15. In der Positiven Psychologie sind sie in den emotionalen Stärken der ‚Courage‘, vor allem in Tapferkeit, Beharrlichkeit und Vitalität ausgedrückt.

„Der starke Wille steht für die Energie, die wir in eine Aktion fließen lassen, die Ausdauer, mit der wir ein Vorhaben verfolgen, sowie die physische Anstrengung, die wir dabei investieren.“16 17

Der gute Wille umfasst in der positiven Psychologie die Stärken der Menschlichkeit (und der Mäßigung). In der Archetypenlehre sind die Aphrodite-Venus und eventuell Pluto-Qualitäten im guten Willen enthalten. In der Positiven Psychologie sind dies vor allem die Stärken der Menschlichkeit (Liebe, Freundlichkeit)

„Der gute Wille lässt sich von Mitgefühl und Weitblick leiten und überwindet Egozentrik und Egoismen. Er verfolgt Ziele und Absichten, die so weit wie möglich keinen Schaden verursachen. Mit seinem Aspekt des Wohlwollens bildet er die Verbindung des Willens zur archetypischen Qualität der Liebe.“14 17

Der geschickte Wille beinhaltet die „Merkur-Qualitäten“ der Archetypenlehre. C. G. Jung nannte diesen Archetyp den ‚Trickster‚, weil er auch listige (Fuchs-)Qualitäten beinhaltet. In der Positiven Psychologie ist dieser Aspekt in der Stärke der sozialen Intelligenz enthalten.

„Der geschickte Wille weiß, wie man mit dem geringsten Aufwand das bestmögliche Resultat erzielt. Dazu ist es unerlässlich, die Gesetzmäßigkeiten der menschlichen Psyche gut zu kennen. Assagioli hat diese als die zehn psychischen Gesetze formuliert.“14 17

Der transpersonale Wille zeigt sich in der Suche nach der Lebens-Aufgabe und hat Parallelen zu Zeus-Jupiter-, Uranus und vor allem Hades- / Pluto-Qualitäten der Archetypen-Lehre. In der Positiven Psychologie werden sie in den Stären zur Transzendenz ausgedrückt.

„Der transpersonale Wille ist der Antrieb, die eigene Lebensabsicht zu verwirklichen. Er zeigt sich als Sehnsucht nach einer tieferen Erfüllung, jenseits der personalen Ziele wie Karriere, Familie und Eigenheim. Man vernimmt ihn als „Ruf“ oder „Drängen“ und als innere Führung. Wenn der personale Wille mit dem transpersonalen Willen in Resonanz steht, ist das Leben auch in schwierigen Situationen begleitet von einem Gefühl der Richtigkeit und Leichtigkeit.“14 17

Die Arbeit mit Psychosynthese

Die Arbeit mit Psychosynthese, der Weg zur Selbstverwirklichung durch Synthese aller Anteile auf allen Ebenen hat, da auch spirituelle und transzendente Ebenen angesprochen werden einen breiteren Fokus als die meisten anderen therapeutischen Ansätze. Das ist für viele attraktiv, für andere auch abschreckend. 24

  • Die Psychosynthese setzt ein spirituelles Zentrum in jedem Menschen voraus – das Selbst. Es zu suchen, zu erfahren und auszudrücken ist ein wichtiger Teil der Entwicklung und Entfaltung des Menschen.
  • Erforschung und Entwicklung menschlicher Potenziale erfolgt auch im ‚Überbewusstsein‘ und auf transzendenten Ebenen („Kreativität, intuitive Einsichten, überbewusste Enthüllungen, mythische und archetypische Bereiche und altruistische Verpflichtungen“)
  • Bedürfnisse, Wünsche und Sehnsüchte werden sowohl auf der Persönlichkeitsebene als auch im höheren Bewusstsein – mit Methodenvielfalt – erforscht.
  • Wenn das Leben Sinn und Bedeutung bekommt, fördert das das persönliche Wachstum und Selbstverwirklichung.
  • Auch Krisen, Schwierigkeiten und Krankheiten bieten Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung.

Die psychischen Gesetze der Psychosynthese

Assagioli formuliert Gesetze, die die Arbeit mit Psychosynthese leiten sollen – auch wenn er sie speziell für die Arbeit mit dem Willen formuliert. Sie lauten:25 26

  1. Vorstellungen, innere Bilder und Ideen haben die Tendenz, den Körper und Handlungstendenzen zu beeinflussen und entsprechende Gefühle zu wecken.
  2.  Einstellungen und Verhaltensweisen haben die Tendenz, Vorstellungen, innere Bilder und Ideen hervorzurufen, die wiederum Emotionen und Empfindungen beeinflussen können.
  3. Emotionen und Eindrücke haben die Tendenz, Ideen und innere Bilder entstehen zu lassen oder zu verstärken, die mit ihnen verknüpft sind.
  4. Triebe und Bedürfnisse haben die Tendenz, entsprechende Bilder, Emotionen und Ideen zu bilden, die nach Punkt a. entsprechende Handlungen begünstigen.
  5. Aufmerksamkeitsfoki und Wiederholungen verstärken alle psychischen Inhalte, auf die sie sich beziehen.
  6. Wiederholte Verhaltensweisen verstärken sich selbst bis hin zum Automatismus.
  7. Verschiedene Funktionen, Teilpersönlichkeiten und Komplexe sowie deren Kombinationen können unbewusst auf die Erreichung ihrer Bedürfnisse hinwirken, selbst gegen den bewussten Willen.
  8. Triebe, Begierden und Gefühle verlangen nach Ausdruck.
  9. Psychische Energien haben drei mögliche Wege des Ausdrucks:
    1. Direkte Entladung (Katharsis)
    2. indirekt durch symbolische Handlungen und
    3. durch Transformationsprozesse

Voraussetzungen

Voraussetzung für die Selbst-Entwicklung bzw. der Entwicklung eines adäquaten Selbst-Bildes, ob mit Psychosynthese oder einem anderen Ansatz, ist ein Minimum an Bewusstsein bzw. Sensibilität für psychische Prozesse, für psychisches Erleben. Diese Qualität wird oft ‚psychologisches Mindedness‚ genannt.27

 

Querverweise

 

Zusätzliche Literatur und Links

Selbstentwicklung – Persönlichkeitsentwicklung

Otmar Pichler: Selbstentwicklung. In: Eduard Gaugler , Wolfgang Weber (Hrsg.):Handwörterbuch des Personalwesens. Schäffer-Poeschel Verlag. 2002. Sp. 2011 – 2024. (Inhaltsverzeichnis) (docplayer).

o. A.: Entwicklung der Persönlichkeit und des Selbstkonzepts. Aus: de.wikipedia.org. https://de.wikipedia.org/wiki/Entwicklung_der_Pers%C3%B6nlichkeit_und_des_Selbstkonzepts.

Urs Fuhrer: Selbst, Identität und Raumbezug. Aus: uni-kassel.de. http://www.uni-kassel.de/fb4/psychologie/personal/lantermann/umwelt/fuhrer.pdf.

Werner Stangl: Selbst. Aus: lexikon.stangl.eu. https://lexikon.stangl.eu/5531/selbst/.

 

Psychosynthese

Roberto Assagioli: Handbuch der Psychosynthese: Grundlagen, Methoden und Techniken. Nawo, 2004.

Roberto Assagioli: Schulung des Willens. Methoden der Psychotherapie und der Selbsttherapie. Paderborn. Junfermann Verlag. 1982.

Evarts G. Loomis: Interview on Psychosynthesis with Roberto Assagioli. Florence 1973. Aus: youtube 27. 2. 2011. https://www.youtube.com/watch?v=e9rVWAxE2hQ.

Piero Ferrucci : Werde was du bist: Selbstverwirklichung durch Psychosynthese. Rowohlt 1986, Frankfurt a. M.

Eike Joachim Stut: Wirkungen der Psychosynthese. Dissertation. Universität Oldenburg. 2015. Aus: oops.uni-oldenburg.de. http://oops.uni-oldenburg.de/2558/1/stuwir15.pdf.

Harald Piron: Roberto Assagioli. Aus: institut-tipp.de. http://www.institut-tipp.de/die-vierte-kraft/assagioli/

Aron Saltiel: Psychosynthese. In: Wörterbuch der Psychotherapie, S. 567 – 568. Springer. Wien. 2000. DOI: https://doi.org/10.1007/978-3-211-99131-2_1527. (link springer).  books.google (full text).

o. A.: Forum für Psychosynthese. home. http://www.psychosynthese.at.

Christian Etzer: Persönlichkeitsentwicklung durch Progressive Psychosynthese. Eine Einführung in das bewusste Sein. tao.de. Kamphausen, 2014. (Leseproben).

o. A.: Der Wille. Aus: https://www.psychosynthese.ch. https://www.psychosynthese.ch/der-wille#:~:text=Die%20Psychosynthese%20vermittelt%20den%20Zugang,freie%20Wille%20eine%20Wirklichkeit%20ist.

o. A.: Das Ei-Diagramm. Aus: https://www.psychosynthese.ch. https://www.psychosynthese.ch/ei-diagramm.

 

psychosynthesis

Roberto Assagioli: Psychosomatic Medicine and Bio-Synthesis.  (A lecture given before the Plenary Session of the International Psychosomatic Week, Rome, September J967).  Aus: two.not2.org. http://two.not2.org/psychosynthesis/articles/PsychosomaticMedicine.pdf.

Will Parfitt: The elements of psychosynthesis. Element books. 1990.
dt.: Will Parfitt: Psychosynthese. Braunschweig, Aurum. 1992.

Will Parfitt: Psychosynthesis. The Elements and Beyond. Psychosynthesis in Theory and Practice. PS Avalon, 2003. (2006)

Diana Whitmore: Psychosynthesis Counselling in Action. SAGE 2913.

John Firman, Ann Gila: The Primal Wound. A Transpersonal View of Trauma, Addiction, and Growth. SUNY Press, 1997.

Kenneth Sorensen: What is Psychosynthesis. Aus: kennethsorensen.dk. https://kennethsorensen.dk/en/psychosynthesis/.

Catherine Ann Lombard: Coping with anxiety and rebuilding identity. A psychosynthesis approach to culture shock. Counselling Psychology Quarterly, 27:2, 174-199, DOI: 10.1080/09515070.2013.875887. Aus: www.tandfonline.com. 17 Jan 2014.  https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/09515070.2013.875887?forwardService=showFullText&tokenAccess=KmPD4Cfz6NhcyXEsdraS&tokenDomain=eprints&doi=10.1080%2F09515070.2013.875887&doi=10.1080%2F09515070.2013.875887&journalCode=ccpq20.

Catherine Ann Lombard, Barbara C. N. Müller: Opening the Door to Creativity. A Psychosynthesis Approach. In Journal of  Humanistic Psychology. https://doi.org/10.1177/0022167816653224. Aus: journals.sagepub.com. 30. 6. 2016. https://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1177/0022167816653224#.

 

Volition

Sumantra Ghoshal and Heike Bruch: Going Beyond Motivation to the Power of Volition. MITSloan Management Review. Spring 2003. Aus: sloanreview.mit.edu. April 15, 2003. https://sloanreview.mit.edu/article/going-beyond-motivation-to-the-power-of-volition/.

Kurt Sokolowski: Wille und Bewusstheit. In: J. Kuhl & H. Heckhausen (Hrsg.), Enzyklopädie der Psychologie, Teilband C/IV/4, Kognition, Motivation und Handlung (S. 485-530). Göttingen. Hogrefe. 1996. pdf aus: www.bildung.uni-siegen.de/. https://www.bildung.uni-siegen.de/mitarbeiter/sokolowski/publikationen/wille_und_wewusstsein_1996.pdf.

Chris Englert, Alex Bertrams: Volition im Sport. Grundlagen und Anwendung. In: Julia Schüler, Mirko Wegner, Henning Plessner (Hrsg.): Sportpsychologie. pp 211-232. DOI: https://doi.org/10.1007/978-3-662-56802-6.  https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-662-56802-6#aboutFirst Online: 05 November 2019.

 

Psychische Funktionen – Dysfunkionen (Störungen)

W. Sch.:  Funktionen, psychische. Aus: spektrum.de. https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/funktionen-psychische/5434#:~:text=%C3%9Cber%20die%20in%20allgemeinpsychologischen%20Taxonomien,Phantasie%2C%20Wahrnehmung%2C%20Wissen.

Lev S. VygotskijGeschichte der höheren psychischen Funktionen. LIT Verlag Münster, 1992

Arnd Petry, Cordula Schulte zu Sodingen, Barbara Kreutzkamp, Swantje Werner, Jutta Heinze: Seele aus der Balance. Erforschung psychischer Störungen. Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Bonn, Berlin 2010. Aus: www.gesundheitsforschung-bmbf.de. https://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/files/BMBF_Seele_aus_der_Balance_barrierefrei_17082010.pdf.

WHO: Mental disorders. Key facts. Aus: www.who.int. 28. 11. 2019. https://www.who.int/en/news-room/fact-sheets/detail/mental-disorders.

Gerald C. DavisonJohn M. NealeMartin Hautzinger: Klinische Psychologie. Ein Lehrbuch. 8. Auflage. Beltz 2016 (1-1979). (2007) (pdf, 1 – 62)

 

Einheitsbewusstsein

Sue Busson: Einheitsbewusstsein im Alltag. Aus: beyourbest.at. https://www.beyourbest.at/erleuchtungsspiel-einheitsbewusstsein/.

 

Psychologische Mindedness

final 128

  1.   Roberto Assagioli zitiert aus: o. A.: Forum für Psychosynthese.
  2.   Roberto Assagioli zitiert aus: o. A.Forum für Psychosynthese.
  3.   vgl. dazu John Firman, Ann Gila: The Primal Wound.  
  4.   „a growing contact with unitive states of consciousness, mystical sensibilities, and a sense of univerisality“  John Firman, Ann Gila: The Primal Wound.   S. 183. 
  5.    Piero Ferrucci : Werde was du bist: Selbstverwirklichung durch Psychosynthese, S. 54
  6.   zitiert aus: o. A.: Forum für Psychosynthese
  7.   Psychosynthese als Selbstfürsorge:

    „In vieler Hinsicht ist Psychosynthese Selbst-Fürsorge. 
    Einerseits lernst Du, für dich selbst zu sorgen und andrerseits deinem Selbst zu erlauben, für dich zu sorgen.
    Einerseits lernst Du bewusst die Dinge zu tun, die dein Selbstvertrauen aufbauen, die nährend sind, stärkend und klärend,
    und andrerseits dich der Liebe und Führung eines höheren Selbst zu überlassen sowie den Heilungskräften des Universums.“  Anne Yeomans, zitiert aus: o. A.: Forum für Psychosynthese

  8.   Roberto Assagioli starb 1974
  9.   Roberto Assagioli: Psychosomatic Medicine and Bio-Synthesis.  S. 1)
  10.   Roberto Assagioli und Piero Ferrucci, zitiert aus Piero Ferrucci : Werde was du bist: Selbstverwirklichung durch Psychosynthese, S. 52 f.
  11.   Piero Ferrucci   nennt die innere Landkarte auch „die Anatomie unserer Psyche – wie wir sind und wie wir funktionieren.“ und zählt dazu das Ei-Modell und das Stern-Diagramm. Vgl.  Piero Ferrucci : Werde was du bist: Selbstverwirklichung durch Psychosynthese, S. 51 ff.
  12.    Piero Ferrucci : Werde was du bist: Selbstverwirklichung durch Psychosynthese, S. 54
  13.   zitiert aus: o. A.: Der Wille
  14.   o. A.: Der Wille
  15.   Zu den Archetypen vgl. die Beiträge zu den weiblichen und männlichen Archetypen
  16.   o. A.: Der Wille.
  17.   Vgl. auch Eike Joachim Stut: Wirkungen der Psychosynthese. S. 62 ff.  
  18.   o. A.: Der Wille
  19.   Vgl. auch Eike Joachim Stut: Wirkungen der Psychosynthese. S. 62 ff.  
  20.   o. A.: Der Wille
  21.   Vgl. auch Eike Joachim Stut: Wirkungen der Psychosynthese. S. 62 ff.  
  22.   o. A.: Der Wille
  23.   Vgl. auch Eike Joachim Stut: Wirkungen der Psychosynthese. S. 62 ff.  
  24.   Nach Diana WhitmorePsychosynthesis Counselling in Action, S. 112/113, zitiert aus: o. A.Forum für Psychosynthese.  
  25.   Roberto Assagioli: Schulung des Willens. S. 53.  Entnommen aus Eike Joachim Stut: Wirkungen der Psychosynthese. S. 63 f. 
  26.   Vgl. auch o. A.: Der Wille
  27.   Weitere Ausführungen zu Midedness finden sich im Beitrag zur Selbstentwicklung.
  28.   To do: Ergänze: (Stern-Modell,) Disidentifikation, Schmetterlings-Übung

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