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SELBSTLIEBE – Als ich begann, mich selbst zu lieben

ein Gedicht von Charlie Chaplin (oder Kim McMillan12

Chaplin in der Rolle des Tramps (1915)

„Als ich begann mich selbst zu lieben,
erkannte ich, dass Schmerz und emotionales Leid
nur Warnzeichen dafür sind,
dass ich dabei war gegen meine eigene Wahrheit zu leben.
Heute weiß ich, das ist AUTHENTIZITÄT.

 

Als ich begann mich selbst zu lieben,
habe ich verstanden, wie sehr es jemanden verletzen kann,
wenn ich versuche ihm meine Wünsche aufzuzwingen,
obwohl ich wusste, dass es nicht der richtige Zeitpunkt war
und die Person nicht bereit dafür war,
obgleich ich selbst diese Person war.
Heute nenne ich es SELBSTACHTUNG.

 

Als ich begann mich selbst zu lieben,
habe ich aufgehört, nach einem anderen Leben zu verlangen,
und konnte sehen, dass alles, was mich umgab,
mich einlud zu wachsen.
Heute nenne ich es REIFE.

 

Als ich begann mich selbst zu lieben,
habe ich verstanden, dass ich in jeder Lebenslage,
zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin
und alles geschieht im absolut richtigen Moment.
Also konnte ich ruhig sein.
Heute nenne ich es SELBSTVERTRAUEN.

 

Als ich begann mich selbst zu lieben,
hörte ich auf, mir meine eigene Zeit zu stehlen
und ich hörte auf, riesige Projekte für die Zukunft zu entwerfen.
Heute mache ich nur das, was mir Wonne und Freude bereitet;
Dinge, die ich liebe und die mein Herz zum Lachen bringen.
Und ich tue sie auf meine eigene Art und Weise und in meinem eigenen Rhythmus.
Heute nenne ich es EINFACHHEIT.

 

Als ich begann mich selbst zu lieben,
befreite ich mich von allem, was nicht gut für meine Gesundheit ist,
von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen
und von allem, das mich hinunter zog und weg von mir selbst.
Anfangs nannte ich diese Haltung gesunden Egoismus.
Heute weiß ich, es ist SELBSTLIEBE.

 

Als ich begann mich selbst zu lieben,
hörte ich auf, zu versuchen immer recht zu haben,
und seit dem habe ich mich weniger geirrt.
Heute habe ich entdeckt, das ist BESCHEIDENHEIT.

 

Als ich begann mich selbst zu lieben,
weigerte ich mich weiter in der Vergangenheit zu leben
und mich um die Zukunft zu sorgen.
Jetzt lebe ich nur für den gegenwärtigen Moment, in dem alles geschieht.
Heute lebe ich jeden einzelnen Tag, Tag um Tag,
und ich nenne es ERFÜLLUNG.

 

Als ich begann mich selbst zu lieben,
da erkannte ich, dass mich mein Verstand
durcheinanderbringen und krank machen kann.
Aber als ich ihn mit meinem Herzen verband,
wurde mein Verstand zu einem wertvollen Verbündeten.
Heute nenne ich diese Verbindung WEISHEIT DES HERZENS.

 

Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen, Konflikten
oder irgendwelcher Art Probleme mit uns selbst oder anderen zu fürchten.
Sogar Sterne kollidieren
und aus ihrem Zusammenprall werden neue Welten geboren.
Heute weiß ich: DAS IST LEBEN!“

Hinweise / Interpretationen / Anmerkungen

Dieses Gedicht hat Charlie Chaplin an seinem 70. Geburtstag am 16. April 1959 vorgetragen 3 und wird ihm häufig auch als Autor zugeschrieben. Wahrscheinlich ist dies ein Pseudepigraph (Falschzuschreibung) und stammt von Kim McMillen4 5und von seiner Tochter Allison veröffentlicht.

Das Gedicht bezieht sich auf einige ‚Selbst-Dimensionen‚ der Persönlichkeit: Selbstliebe, Selbstakzeptanz, Selbstwertschätzung, Selbstachtung, Selbstvertrauen, …6 Dem Gedicht wird die „Impuls-Kraft“ für persönliche Entwicklung und persönliches Wachstum zugeschrieben, vor allem, nicht das eigene ‚echte‘ Leben zu vermeiden und Selbstliebe ins eigene Leben zu integrieren.7

Markus Hofelich: fasst die einzelnen Strophen des Gedichts unter folgende Überschriften zusammen.8

  • Reife: Das eigene Leben annehmen.
  • Ehrlichkeit: Tue was Du liebst.
  • Selbstliebe statt Egoismus.
  • Demut statt Recht haben wollen.
  • Bewusst im Augenblick leben.
  • Die Verbindung von Herz und Verstand.
  • Keine Angst vor Problemen.

Selbstreflexion / Meditation

  • Lies das Gedicht langsam durch (ev. mehrmals),
  • versuche es nicht nur rational sondern ‚ganzheitlich‘ (auch „mit dem Herzen“) aufzunehmen
  • und beziehe dann den Text auf Dich und Dein Leben. Nimm Dir genügend Zeit dafür und mache so eine besondere Form der Standortbestimmung Deines Lebens.

Die folgenden Reflexions-Fragen können Dir dabei helfen.

  • Lebe ich nach meiner eigenen Wahrheit? Lebe ich authentisch? Lebe ich „mein Leben“?
    Wo lebe ich nicht mein Leben und wo verursacht mir dies Schmerz und emotionales Leid?
  • Wo versuche ich anderen Wünsche aufzuzwingen – mit der Gefahr, den anderen dabei zu verletzen? (fehlender Respekt)
    Könnte es sein, dass ich selbst auch dieser Andere bin? (fehlende Selbstachtung)
  • Wo verlange ich nach einem anderen Leben anstatt zu erkennen, dass auch alle Schwierigkeiten und Herausforderungen in meinem Leben mich zum Wachstum anregen. Welche Herausforderungen sind besonders geeignet, mein Wachstum und meine Entwicklung anzuregen? Wenn es keine oder nur wenige Herausforderungen in meinem Leben gibt, kann ich mir die Fragen stellen: Lebe ich mein Leben zu sehr in der Komfort-Zone? Wo könnte / sollte ich die Komfort-Zone verlassen und mich echten Herausforderungen des Lebens stellen?
  • Inwieweit kann ich den folgenden Satz akzeptieren? „Ich bin zur richtigen Zeit mit den richtigen Menschen am richtigen Ort
  • Wo stehle ich mir meine eigene Zeit in meinem derzeitigen Leben? Habe ich große Pläne für die Zukunft, bei denen ich jetzt schon weiß, dass ich sie nie realisieren werde? Welche Dinge bereiten mir wirklich Freude und bringen mein Herz zum Lachen?
    Mache ich die Dinge auf meine eigene Art und Weise oder so, wie die Anderen es für ’normal‘ und richtig finden?
    Lebe ich in meinem eigenen Rhythmus oder hetze ich von Termin zu Termin, von Aufgabe zu Aufgabe, von Pflichterfüllung zu Pflichterfüllung. Oder treibe ich träge und lahm dahin? Wie kann ich meinen authentischen Rhythmus finden bzw. verstärken?
  • Was mache ich, was nicht gut für mich und meine körperliche und psychische Gesundheit ist?
    Wer oder was zieht mich hinunter oder von mir weg? (Speisen, Menschen, Begegnungen, Dinge, …) Wo brauche ich mehr gesunden Egoismus – eine Form der Selbstliebe?
    Wovon will ich mich befreien?
  • Wo versuche ich oft, recht zu haben? Wo merke ich oft erst im Nachhinein, dass ich mich geirrt habe?
  • Inwieweit lebe ich im „Hier und Jetzt„, im derzeitigen Augenblick, im „gegenwärtigen Moment, in dem alles geschieht? Wo denke ich zu oft an die Vergangenheit oder sorge mich um die Zukunft?
  • Wo lebe ich zu sehr im Kopf? Wo dominiert mich mein Verstand? Inweiweit ist mein Verstand mit meinem Herzen verbunden. Wie sehr nutze ich die Weisheit des Herzens? Wie kann ich das verstärken?
  • Wo fürchte ich mich vor Auseinandersetzungen, Konflikten und Kollisionen? Welchen Konflikten gehe ich aus dem Weg – ohne sie zu klären?

In Summe:

  • Welche Strophe des Gedichts enthält am ehesten Impulse für meine persönlich Entwicklung?
    • Was nehme ich mir vor, um diesen Impuls in einen Entwicklungs-Schritt umzusetzen?
  • Welche Bedeutung haben für mich folgende Qualitäten?
    • authentisch leben
    • mich selbst achten
    • mich entwickeln (der  zu werden, der ich bin – die zu werden, die ich bin) und zu reifen
    • einfach leben, im ‚Hier und Jetzt‘ leben, das zu tun, was mir Freude macht
    • mich selbst zu lieben und zu akzeptieren, so wie ich bin
    • bescheiden zu leben, andere nicht ändern wollen
    • erfüllt zu leben
    • Herzens-Weisheit zu entwickeln

Selbsterfahrungs-Übung

Selbsterfahrung: William Schutz, ein führender Vertreter der „Encounter-Bewegung“ erklärt im Esalen Institute auf einer Tafel sein Modell. (1987)

Die folgende Selbterfahrungs-Übung (aus der Encounter-Tradition9 10 11) kann helfen den Entwicklungs-Impuls zu mehr Selbstliebe und Selbstakzeptanz aus dem Gedicht zu verstärken.

Phase 1

  • Such Dir einen Ort, wo du ungestört bist.
  • Nimm einen Spiegel, setz Dich bequem hin und schau einige Minuten in Dein Spiegelbild.
  • Stelle Deine Wahrnehmungs-Antennen nach innen und achte darauf, was in Dir vorgeht: Welche Gedanken kommen? Welche Stimmung entsteht in Dir? Vielleicht kommen auch innere Bilder und Erinnerungen.
    Nimm einfach nur wahr und bewerte nicht.
    Bleib achtsam und spüre auch Deinen Körper. Vielleicht kommen auch von dort Antworten, Reaktionen.

Phase 2

  • Dann sieh Dir / Deinem Spiegelbild in die Augen und sage ganze bewusst zu Dir
    • „(Vorname), ich liebe Dich“ oder
    • „(Vorname), ich akzeptiere und liebe Dich, so wie Du bist“
    • oder eine ähnliche Formulierung, die für Dich passt
  • Mach das ein paar Mal und achte darauf, was dabei in Dir vorgeht (emotional, körperlich, gedanklich, …)
    • Welche Stimmungen, Gefühle, … entstehen dabei
    • Spürst du körperliche Reaktionen („Embodiment12)
    • Welche Gedanken kommen hoch, welche Erinnerungen? Welche Bilder entstehen innerlich? ..

Phase 3

  • Nimm einen Zettel, einen Block oder besser Dein Tagebuch / Entwicklungstagebuch und dokumentiere Deine Erfahrung.
  • Dann überlege Dir, welche Konsequenzen Du für Dich, Deine Entwicklung und Dein Leben ziehen willst: Was willst Du tun? Was willst Du ändern? … Wie kannst Du mehr Selbstakzeptanz und Selbstliebe in Deinem Leben und in Dir verankern?

Hintergrund

Wenn Du Dich bei der Selbstreflexion oder Selbsterfahrung zu egoistisch finden solltest, dann bedenke: „Nur wer sich selbst liebt, kann auch andere wirklich lieben.“

Das sagt schon ein biblisches Gebot: „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“ (Lukas 10,27). Es beschreibt, dass für die Nächstenliebe die Selbstliebe eine Voraussetzung darstellt.

Selbstliebe ist eine andere Qualität als die Selbstverliebtheit und Selbstbewunderung / Narzissmus eines Menschen, der – alltagssprachlich beschrieben – anderen wenig Beachtung schenkt und sich selbst für wertvoller und wichtiger hält als das die Menschen in seiner Umgebung tun. Sein Hauptanliegen ist: bewundert werden. Psychologisch bzw. psychiatrisch gesehen, stellt Narzissmus 13 eine Persönlichkeitsstörung, die bereits von Sigmund Freud14 beschrieben wurde, dar.

Selbstliebe ist in mehreren psychologischen bzw. psychotherapeutischen  Schulen ein wichtiges Konzept, z. B. bei Erich Fromm15 oder in der Traumatherapie von Luise Reddemann. 16

Gedicht von Friedrich Halm: „Mein Herz, ich will dich fragen“

Friedrich Halm: Gedichte

Mein Herz, ich will dich fragen.

 

Mein Herz, ich will dich fragen:
Was ist denn Liebe, sag‘? –
Zwei Seelen und ein Gedanke,
zwei Herzen und ein Schlag!

 

Und sprich, woher kommt Liebe? –
Sie kommt und sie ist da!
Und sprich: Wie schwindet Liebe? –
Die war’s nicht, der’s geschah!

 

Und was ist reine Liebe? –
Die ihrer selbst vergisst.

Und wann ist Lieb am tiefsten? –
Wann sie am stillsten ist.

 

Und wann ist Lieb‘ am reichsten? –
Das ist sie, wenn sie gibt.
Und sprich: Wie redet Liebe? –

Gedicht: Mein Herz, ich will dich fragen.

Sie redet nicht, sie liebt!“

 

Friedrich Halm17

Hintergrund

Friedrich Halm hieß eigentlich: Eligius Franz Joseph Freiherr von Münch-Bellinghausen und war ein österreichischer Dichter und Dramatiker des 19. Jhd. (1806 – 1871). Er war zu Lebzeiten als Bühnenautor bekannt, seine Stücke sind jedoch heute weitgehend in Vergessenheit geraten.18

Was von Friedrich Halm noch bekannt geblieben ist, ist ein Aphorismus aus der ersten Strophe.

„Zwei Seelen und ein Gedanke,
zwei Herzen und ein Schlag.“

Das Gedicht wurde auch vertont: Zum Anhören:

 

Selbstreflexion

Das Gedicht trägt romantische aber auch symbiotische Elemente einer Liebesbeziehung in sich („zwei Herzen und ein Schlag“). Symbiose mit der Mutter kennzeichnet ein frühkindliches Stadium der persönlichen Entwicklung. Bei Erwachsenen kennzeichnet sie eher krankhafte Formen der Abhängigkeit beider Partner. Sie entsteht unter anderem, wenn die Ablösung von den Eltern nicht erfolgt bzw. überfällig ist und auf den Partner übertragen wird. Ehepartner nennen sich dann auch „Mama“ und „Papa“. Diese Symbiose verhindert Autonomie / Selbständigkeit und Individuation („Werde, was du bist“).

Das Gedicht ist auch geeignet, über Selbstliebe und Selbstakzeptanz zu reflektieren. Die „2 Seelen“ sind dann innere Anteile („2 Seelen wohnen ach in meiner Brust“), die in Beziehung zueinander stehen. Das kann man auf mehrere Anteile ausweiten (könnte man „innere Polyamorie“). Schulz von Thun nennt diese Anteile „inneres Team„, in der Psychosynthese nennt man sie „Teilpersönlichkeiten„, innere Anteile, die wie autonome Persönlichkeiten in uns vorhanden sind und je nach Situation aktiviert werden (können). Die Ego-State-Therapie unterscheidet gesunde Ich-Anteile und (ungesunde) abgespaltene Anteile. Im Übergangsbereich befinden sich auch ungesunde aber integrierte Anteile.19

Sammelt man die eigenen inneren Anteile und reflektiert mit dem Gedicht ihre Beziehungen untereinander, so kann man ungesunde / abgespaltene Anteile einer Integration annähern.

Reflexionsfragen zum Gedicht
  • Welche inneren Anteile kann ich in mir erkennen? Liste sie auf und gib ihnen einen Namen (Anregungen kann man sich von den Archetypen holen.)
  • Welche Anteile in mir stehen in
    • Harmonie / Komplementarität (z. B. der innere Zuhörer und der innere Liebhaber)
    • Indifferenz (weder hindernd noch fördernd) (z. B. der innere Krieger und der innere Weise)
    • Konkurrenz / Konflikt (z. B. der innere Harmonisierer und der innere Gestalter / Durchsetzer)
  • Ich versuche mich mit dem Gedicht in eine harmonische, liebevolle innere Stimmung zu bringen.
    In dieser Stimmung überlege ich mir, wie ich konkurrierende / konfliktäre innere Anteile miteinander ‚versöhnen‘ kann,
    um insgesamt zu weniger innerer Zerrissenheit und mehr Selbstliebe und Selbstakzeptanz zu kommen.
  • Konkreter Aktions- / Entwicklungs-Plan: Was möchte ich konkret in diese Richtung tun / ändern? Was nehme ich mir vor?

Querverweise

Selbstliebe und Selbstakzeptanz.

Wenn ein Kind zum Partner seiner Eltern wird.

Es ist was es ist – ein Gedicht mit Weisheit.

Die Frau im Mond – Auf der Suche nach der großen Liebe – Filminterpretation.

So viele Jahre liebe ich dich – Eine Mörderin wird in die Familie integriert – Film-Besprechung.

„Was bleibt“ – Familiendrama: Die Genesung der Mutter deckt Familien-Geheimnisse auf – Film-Interpretation.

 

Literatur und Links

Charles Spencer Chaplin: Als ich mich selbst zu lieben begann. Aus: deutschelyrik.de. (Aufnahme 2016). https://www.deutschelyrik.de/als-ich-mich-selbst-zu-lieben-begann.html.

Charles Spencer Chaplin: As I began to love myself. Aus: deutschelyrik.de.  https://www.deutschelyrik.de/as-i-began-to-love-myself.html.

Kim McMillen, Allison McMillen: When I loved myself enough. Pan Macmillan. 2001. Auch aus de.scribd.com. https://de.scribd.com/book/182544792/When-I-Loved-Myself-Enough.

Wolfram Tichy: Charlie Chaplin. Rowohlt. 2019.

o. A.: Chaplin, Charlie. Aus: der-innere-weg.de. https://www.der-innere-weg.de/der-innere-weg/schatztruhe/charlie-chaplin/.

Andreas Steffen: Weniger Fahrradkette, mehr Akzeptanz. Kapitel im Buch: Andreas Steffen: Impulse zur eigenen Veränderung. Selbstcoching mit dem Prinzip von Weniger und Mehr. Springer 2020. Aus: rd.springer.com. Online 28. 2. 2018. S. 221-226.

Markus Hofelich: Charly Chaplin. Als ich mich selbst zu lieben begann. Aus: sinndeslebens24.de. 14. 6. 2020.  https://www.sinndeslebens24.de/charly-chaplin-als-ich-mich-selbst-zu-lieben-begann.

August Höglinger: Grenzen setzen. Verlag August Höglinger. 2015. (Kap. 4.4 Übungen im Kleinen machen den großen Meister)

 

Encounter / Selbsterfahrung

Leland P. Bradford, Jack R. Gibb, Kenneth D. Benne (Hrsg.): Gruppen-Training. T-Gruppentheorie und Laboratoriumsmethode. 1972.

Carl Rogers: Encounter Gruppen. 1974.

Germain Lietaer, Wolfgang W. Keil: Klientenzentrierte Gruppenpsychotherapie. In: Wolfgang W. Keil, Gerhard Stumm: Die vielen Gesichter der Personenzentrieten Psychotherapie. S. 295 – 317. Aus: link.springer.com. DOI: https://doi.org/10.1007/978-3-7091-6733-5_13. https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-7091-6733-5,

Will Schutz:  Encounter, 1977.
engl. Original: Will Schutz: Elements of Encounter. Joy Press. 1973.

Will Schutz:  FIRO: A Three-Dimensional Theory of Interpersonal Behavior. New York, NY: Rinehart. 1960 (1-1958. WSA 1989.)
(Fragebogen dazu20)

o. A.: FIRO. Fundamental Interpersonal Relations Orientation. (Firo-Website). https://www.thehumanelement.com/firo-theory/.

Will Schutz: Element B: Behavior. Evolution of FIRO-B to Element B. Aus: https://www.thehumanelement.com/.  https://www.thehumanelement.com/wp-content/uploads/2019/09/T910US_EvolutionOfFIROB_2012_02.pdf.

The Schutz Company: Element O. Organizational Climate Results.  Aus: https://www.thehumanelement.com/.  https://thehumanelement.com/wp-content/uploads/2019/09/Element-O-Sample-Report.pdf.

Lou Smith: Carl rogers on encounter groups.Educational Action Research 12(2), June 2004. DOI: 10.1080/09650790400200330 Aus: researcgte.net. https://www.researchgate.net/publication/263245643_Carl_rogers_on_encounter_groups.

John Rowan: Ordinary ecstasy. The dialectics of Humanistic Psychology. 3rd ed. Routledge. London, New York. 2001 (1-1976). (Kap. 7.1: The encounter group, S. 110 ff.)

o. A.: Encounter (Psychologie). Aus: de.wikipedia. https://de.wikipedia.org/wiki/Encounter_(Psychologie).

 

Embodiment („Verkörperung“)

Wolfgang Tschacher und Maja Storch: Die Bedeutung von Embodiment für Psychologie und Psychotherapie. In Psychotherapie 17. Jahrg. 2012, Bd. 17, Heft 2. Aus: researchgate.net. (full text). https://www.researchgate.net/publication/232716992_Die_Bedeutung_von_Embodiment_fur_Psychologie_und_Psychotherapie.

Wolfgang Tschacher und Maja Storch: Embodiment  und Körperpsychotherapie. Aus: ismz.ch. https://ismz.ch/daten/artikel_embodiment_und_koerpertherapie_20102808.pdf.

Maja Storch: Wie Emodiment in der Psychologie erforscht wurde. Aus: ismz.ch. https://ismz.ch/?smd_process_download=1&download_id=2114.

Wolfgang Tschacher: Die Bedeutung von Embodiment für Psychologie und Psychotherapie. ppt-Präsentation. Aus ptk-bayern.de. https://www.ptk-bayern.de/ptk/web.nsf/gfx/E5348EB03D9DD7B6C12581E10025CD60/$file/LPT%202017-Tschacher.pdf.

Christine Amrhein: Wie körprliches Empfinden die Gefühle beeinflusst. Aus: welt.de. 25. 2. 2011. https://www.welt.de/gesundheit/psychologie/article12642760/Wie-koerperliches-Empfinden-die-Gefuehle-beeinflusst.html.

 

Mein Herz, ich will dich fragen

Friedrich Halm: Gedichte. Cotta’scher Verlag. Stuttgart und Tübingen 1850.  Aus: reader.digitale-sammlungen.de. https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10125354_00007.html. Vertonung: Mein Herz ich will dich fragen. Aus: weltdeslarp.de. http://www.weltdeslarp.de/download/meinherzfragen_128_040706.mp3.

o. A.: Friedrich Halm. Aus: de.wikipedia.org. https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Halm.

  1.   Es gibt mehrere Versionen des englischen Originals und mehrere Übersetzungen des Gedichts. Das Gedicht wird mindestens zwei Personen zugeschrieben: Charlie Chaplin und Kim McMillan. Diese Version stammt aus:  Charles Spencer Chaplin: Als ich mich selbst zu lieben begann.
  2.   englische ‚Originalversion‘:

    „1
    As I began to love myself I found that anguish and emotional suffering
    are only warning signs that I was living against my own truth.
    Today, I know, this is AUTHENTICITY.

    2
    As I began to love myself I understood how much it can offend somebody
    as I try to force my desires on this person, even though I knew the time was not right and the person was not ready for it, and even though this person was me.
    Today I call it RESPECT.

    3
    As I began to love myself I stopped craving for a different life, and I could see that everything that surrounded me was inviting me to grow.
    Today I call it MATURITY.

    4
    As I began to love myself I understood that at any circumstance, I am in the right place at the right time, and everything happens at the exactly right moment. So I could be calm.
    Today I call it SELF-CONFIDENCE.

    5
    As I began to love myself I quit stealing my own time, and I stopped designing huge projects for the future. Today, I only do what brings me joy and happiness, things I love to do and that make my heart cheer, and I do them in my own way and in my own rhythm.
    Today I call it SIMPLICITY.

    6
    As I began to love myself I freed myself of anything that is no good for my health – food, people, things, situations, and everything that drew me down and away from myself. At first I called this attitude a healthy egoism.
    Today I know it is LOVE OF ONESELF.

    7
    As I began to love myself I quit trying to always be right, and ever since I was wrong less of the time.
    Today I discovered that is MODESTY.

    8
    As I began to love myself I refused to go on living in the past and worry about the future. Now, I only live for the moment, where EVERYTHING is happening. Today I live each day, day by day, and I call it FULFILLMENT.

    9
    As I began to love myself I recognized that my mind can disturb me
    and it can make me sick. But as I connected it to my heart, my mind became a valuable ally.
    Today I call this connection WISDOM OF THE HEART.

    10
    We no longer need to fear arguments, confrontations or any kind of problems with ourselves or others. Even stars collide, and out of their crashing new worlds are born.“ Aus: Charles Spencer Chaplin: As I began to love myself.

  3.   Vgl. z. B.  o. A.: Chaplin, Charlie. Dies wird häufig behauptet, ist stark im Netz verbreitet, ich konnte jedoch keinen wissenschaftlichen Beleg dafür finden.
  4.   Vgl. Kim McMillen, Allison McMillen: When I loved myself enough.
  5.   Vgl. die Hinweise von Stefan Handschlag in Charles Spencer Chaplin: Als ich mich selbst zu lieben begann.  
  6.   Diese Dimensionen überschneiden sich teilweise und betonen doch jeweils eine andere Qualität des eigenen Selbst.
  7.   Das Gedicht von Charlie Chaplin gibt Entwicklungs-Impulse:

    „Wenn, vielleicht und ganz eventuell: Viele Menschen führen ein ständiges Leben im Konjunktiv, das wusste schon Bernd Stromberg. Träume sind wirklich schön, doch wenn wir uns immer nur in ihnen bewegen und daran denken, was eines Tages möglicherweise sein könnte, dann verpassen wir das Jetzt und unser echtes Leben. Um genau dies zu vermeiden und voller Selbstliebe das eigene Leben zu leben, gibt Charlie Chaplin zusätzliche Anregungen.“ Andreas Steffen: Weniger Fahrradkette, mehr Akzeptanz.“

  8.   Markus Hofelich: Charly Chaplin.
  9.   Die Encounter-Tradition umfasst eine Reihe von Selbsterfahrungs-Ansätzen und -Übungen, in denen die Offenheit, Ehrlichkeit und Direktheit von Begegnungen (= „Encounter“) mit anderen und sich selbst im Vordergrund stehen. Diese Methoden sollen vor allem Psychotherapeuten, Coaches, Supervisoren, Mediatoren und Persönlichkeits-Trainer*innen helfen, Erfahrungen und Einsichten in psychische und soziale Dynamiken zu bieten, die über jenen ihrer Klienten hinausgehen.
  10.   Will Schutz, einer der Begründer eines Encounter-Ansatzes definiert Encounter als:

    „eine Methode des menschlichen Umgangs miteinander, basierend auf

    • Offenheit und Ehrlichkeit,
    • Selbst-Bewusstheit,
    • Selbst-Verantwortung,
    • Bewusstmachung des Körpers,
    • Aufmerksamkeit für Gefühle und eine
    • Betonung des Hier-und-Jetzt.

    Es findet üblicherweise in Gruppen statt. Encounter ist eine Therapie, insofern als es sich darauf konzentriert Blockaden zu beseitigen, um besser zu funktionieren. Encounter ist Bildung und Erholung, insofern als es versucht, Bedingungen herzustellen, welche die persönlichen Fähigkeiten maximal hervorbringen.“
    Aus: Will SchutzElements of Encounter.  Übersetzung aus: o. A.: Encounter .

  11.   Es gibt mehrere Varianten des Encounter-Ansatzes, die alle ihr Zentrum im Esalen Institute in Kalifornien haben.
    Der „Open Encounter“ basiert auf dem „FIRO-Ansatz“ von Will Schutz (Fundamental Interpersonal Relations Orientation. Dieser Ansatz geht davon aus,  zwischenmenschliche Begegnungen (Interaktionen) anhand von 3 Dimensionen analysieren und gestalten lassen: Inklusion, Kontrolle und Affekt. (Vgl. Will Schutz: Elements of Encounter. Joy Press. 1973. Will Schutz:  FIRO: A Three-Dimensional Theory of Interpersonal Behavior.
    Basis Encounter“ (person centered encounter groups) entstammt dem personenzentrierten Ansatz von Carl Rogers und betont vor allem offene, kongruente (authentische) und wertschätzende Interaktion / Kommunikation.
    Manche zählen auch das Sensitivity Training bzw. die T-Gruppen aus der Gruppendynamik (NTL, Bethel (Maine), die Primär-Therapie (Urschrei-Therapie) von Arthur Janov und Osho’s Ansatz der direkten spirituellen Erfahrung (Poona, Indien) zum Encounter. Vgl. o. A.: Encounter.
  12.   „Embodiment“ ist ein Konzept, das den Zusammenhang zwischen Körper und Psyche beschreibt und erklärt. Psychische Zustände (Denken und Fühlen, Kognition und Affekt) finden einerseits ihren körperlichen Ausdruck. Andererseits beeinflussen körperliche Zustände unser Denken und Fühlen. So wurden beispielsweise in einem Experiment die Probanden aufgefordert, verbale Aufgaben durchzuführen. Dann wurden sie verabschiedet und mussten einen langen Gang zurücklegen, bis zum Ausgang kamen. Die Zeit wurde unbemerkt gemessen. Das war das eigentliche Experiment. Probanden, die mit aktiven, positiven Wörtern in ihren Aufgaben konfrontiert wurden gingen signifikant schneller als Probanden, die mit passiven, negativen Wörtern die Aufgaben zu lösen hatten. Vgl. z. B. Wolfgang Tschacher und Maja Storch: Die Bedeutung von Embodiment für Psychologie und Psychotherapie. Maja Storch: Wie Emodiment in der Psychologie erforscht wurde
  13.   vgl. Faust, Psychiatrie
  14. Vgl. Freud, Zur Einführung des Narzissmus
  15. Erich Fromm: Die Kunst des Liebens. (1956) 60. Auflage, Frankfurt am Main 2003
  16. Website zu Luise Reddemann
  17.   Aus:  Friedrich Halm: Gedichte. S. 165. 
  18.   Vgl. dazu o. A.: Friedrich Halm.  
  19.   Hinweise und Literatur zur Ego-State-Therapie finden sich im Beitrag zur Identifikation mit dem Aggressor
  20.   problematische Übersetzung 

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