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Entwicklung der eigenen Person – unterschiedliche Zugänge

Untertitel: Wodurch unterscheiden sich Persönlichkeits-Entwicklung, Selbst-Entwicklung, Selbst-Verwirklichung, Selbst-Management, Selbst-Differenzierung, Selbst-Findung, persönliches Wachstum und ähnliche Begriffe?

„Entwicklung – Ent-Wicklung

Mein ganzes Leben ist von Entwicklung bestimmt.
Das ist nötig.
Ent-Wicklung – das heißt ich wickle mich aus;
denn ich habe mich oft einwickeln lassen.

In dem Maße, wie ich mich nicht mehr von anderen einwickeln lasse,
und mich selbst nicht mehr einwickle,
kann ich mich entwickeln.

Anderen Menschen zur höchstmöglichen Entwicklung zu verhelfen,
heißt, sie nicht einzuwickeln,
sondern sie sich entwickeln zu lassen.“

Marianne Kawohl1

 

Vogel Selbsterkenntnis („Nimm Dich selbst bei der Nase“): Gemälde aus dem letzten Drittel des 17. Jhd. n. Chr. im Tiroler Volksmuseum.

Selbst- und Persönlichkeitsentwicklung und ähnliche Termini werden oft synonym gebraucht. Auch Nachbarbegriffe wie Selbst-Management,  Individuation, Selbst-Differenzierung, Selbstverwirklichung sind in einer Grauzone zur Persönlichkeitsentwicklung.

Vergleicht man die dahinterstehenden Konzepte, z. B. Persönlichkeitsmodelle, Ansätze der (Persönlichkeits-)Psychologie, so werden die Unterschiede klarer.

Selbstentwicklung

Selbstentwicklung ist der umfassendste Begriff. Es geht darum sich selbst und das „Selbst“ zu entwickeln.

„Self-development is personal development, with the person taking primary responsitbility for their own learning and for choosing the means to achieve this.
Ultimately, it is about increasing your capacity and willingness to take control over, and be responsible for, events.

Self-development can mean many things:

  • developing specific qualities and skills
  • improving your performance in your existing job
  • advancing your career … or
  • achieving your full potential as a person.2

Es ist vor allem der letzte Punkt, der Selbstentwicklung im engeren Sinn  kennzeichnet: „Entwickle dein volles Potenzial!“ Meine Therapie-Lehrerin Gerda Boysen wies uns in ihren Ausbildungs-Modulen darauf hin, das es wichtig ist, die in uns schlummernden Potenziale und Talente zu entdecken, zu aktivieren und zu kultivieren. Nicht beachtete und liegen gelassene Potenziale sind wie nicht beachtete Kinder, sie werden schlimm, sie machen uns Probleme. Selbstentwicklung ist eine ‚unverzweckte‘ Aufgabe: nicht, um im Beruf besser zu werden, nicht, um mehr Erfolg zu haben, nicht, um eine bessere Partnerschaft führen zu können – das sind alles Nebenergebnisse. Selbsteinwicklung ist ein Ziel für sich. Ich sollte am Ende des Lebens die Überzeugung haben, die ich, das, was in mir drinsteckt, auch entwickelt habe.

Im Zentrum der Selbstentwicklung stehen Vorstellungen des Selbst, des Kerns unserer Persönlichkeit. Die Psychosynthese hat dazu ein nützliches Modell entwickelt („Ei-Modell der Persönlichkeit„)

Persönlichkeitsentwicklung

Persönliches Wachstum ist
Zugewinn an Bewusstheit,
Zugewinn an Verhaltens-Optionen,
Zugewinn an Ich-Stärke,
Zugewinn an Durchlässigkeit,
letzten Endes ein Mysterium.“
C. G. Jung

Persönlichkeits-Entwicklung hat sowohl einen

  • äußeren Aspekt, die Planung und Gestaltung des persönlichen Lebenswegs und der Lebens-Situation als auch einen
  • inneren Aspekt, die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit, persönliches Wachstum.

Der äußere Aspekt hat Bezugs-Punkte zum Selbst-Management, dem Management der aktuellen Lebens-Situation mit all ihren Herausforderungen (Stress-Management, Zeit-Management, Rollen-Management, …).

Der innere Aspekt hat Bezug zur den unterschiedlichen Ansätzen der Persönlichkeits-Psychologie und hat im Kern

  • einerseits die Diagnose der eigenen Persönlichkeit aus der Sicht eines Persönlichkeits-Modells (Entwicklung eines realistischen Selbst-Bildes) und
  • andererseits Impulse zur Entwicklung der Persönlichkeit in eine positive Richtung.

Entwicklungs-Impulse entstehen oft als Antwort auf wesentliche existenzielle Fragen:

  • Standortbestimmung: Wo stehe ich?(äußerlich, innerlich, Lebens-Phase, …)
  • Vorschau: Wo will ich hin? / Was will ich in mir entwickeln?
  • Sinnvoll ist auch eine Rückschau: Wo komme ich her? Was habe ich schon erlebt? Was hat mich geprägt. Nur wer seine Vergangenheit versteht, kann seine Zukunft gut gestalten.

Selbstdifferenzierung

Der Teil der Persönlichkeit / des Selbst, der in kommunikativen Situationen in Kontakt mit Anderen tritt. Im Zentrum: Wie gut (offen, freundlich, gelassen, …) kann mein Selbst – ohne allzugroßen Projektionen und Übertragungen – in Kontakt treten. Der Begriff stammt von Bowen. Weitere Hinweise finden sich im Beitrag: „Wenn ein Kind zum Partner seiner Eltern wird„]

Individuation

Konzept von C. G. Jung: Werde, der/die Du bist. Siehe den eigenen Beitrag zur Individuation.

Im Vordergrund steht die Entdeckung des Unbewussten und seine Integration ins Bewusstsein.

Selbstmanagement

Konstruktive/r Umgang mit und Gestaltung der Lebenssituation.

incl. Individuelle Laufbahnplanung / individual carrier planning – positiver Umgang Planung und Gestaltung der eigenen Arbeitssituation.

Referenzbegriffe

Charkakter, Identität, Temperament sind ähnliche Begriffe – vgl. dazu den Beitrag: Persönlichkeit – Charakter – Temperament.

Ergebnisse der Selbst-Entwicklung

Das globale Ergebnis der Selbst-Entwicklung ist der psychisch gesunde Mensch. In jeder persönlichkeits-psychologischen bzw. therapeutischen Richtung wird dieser anders beschrieben. Es lassen sich jedoch Ähnlichkeiten finden. Ein Beispiel dafür ist der ‚voll entfaltete Mensch‘ („fully functioning person“) bei Carl Rogers3

Gelingt ein therapeutischer Prozess, dann spricht Rogers von der ‚fully functioning person‘, der voll sich entfaltete Mensch.

„Ein Mensch,

  • der gegenüber allen Elementen seines organischen Erlebens offener ist,
  • der Vertrauen zum eignen Organismus als einem empfänglichen Instrument entwickelt,
  • der Bewertungen aus sich heraus vornimmt,
  • ein Mensch, der lernt, sein Leben als fließenden, fortwährenden Prozess zu sehen,
  • in dem er ständig neue Aspekte seines Wesens im Strom seiner Erfahrung entdeckt.“
    Carl Rogers 1973, S. 129 zitiert aus: Beatrix Teichmann-Wirth: Fully functioning person.

Exkurs: Psychological Mindedness (PM) und Theory of Mind (ToM)

Psychological Mindedness (PM)

Voraussetzung für Selbst-Entwicklung bzw. der Entwicklung eines adäquaten Selbst-Bildes / Selbst-Konzepts ist ein Minimum an Bewusstsein  für psychische Prozesse, für psychisches Erleben. In der psychologischen und psychotherapeutischen Forschungen hat sich für diese Qualität der Begriff der ‚psychologischen Mindedness‘ herausgebildet, für das es keine passende alltags-sprachliche Übersetzung gibt. Psychologische Sensibilität passt vielleicht am ehesten.

Mit diesem Konzept wurde untersucht, ob jemand überhaupt in der Lage ist, von psychotherapeutischen Verfahren Nutzen zu ziehen. Dies zu diagnostizieren ist besonders in der Gruppen-Psychotherapie wichtig, da jemand, der überhaupt kein Bewusstsein für psychische Dynamiken hat, die Gruppenprozesse sehr stören kann. Studien mit Messinstrumenten zur PM liefern Hinweise, inwieweit man mit dieser Variablen Therapieprozesse und -ergebnisse vorhersagen kann.4

Referenzbegriffe für  ‚psychological mindedness‘ (PM) sind z. B. ,

  • psychische Sensibilität,
  • Bewusstsein und Wahrnehmungsfähigkeit für emotionaler Zustände, …

Auch die Begriffe

  • der Empathie5
  • der emotionalen Intelligenz6
  • der (psychologische) Einsicht, Introspektion, Selbst-Bewusstheit, Fähigkeit der Selbst-Beobachtung, auf das Selbst gerichtete Aufmerksamkeit 7
  • der Ambiguitäts-Toleranz 8

sind in der Nachbarschaft dieser menschlichen Qualität PM. Es wurden mehrere Instrumente zur Messung dieser Qualtiät entwickelt, z. B. der PMAP – Psychological mindedness Assessment Procedure (PMAP)9

Entwicklungspsychologen  haben herausgefunden, dass diese Fähigkeit zur PM bereits frühe Wurzeln hat und in der Kindheit hat. Die psychoanalytische Bindungstheorie liefert Erklärungsansätze dafür – sie verwenden die Bezeichnung „Mind-minded“. Als „mind-minded“ bezeichnet man Eltern, die ihre Kinder als vollwertig ansehen, als Wesen mit Bewusstsein „Mind“ und nicht nur als bedürftiges Wesen, dessen Äußerungen, Meinungen weitgehend irrelevant sind. Ein Erziehungsstil, der  das Kind in dieser Weise beachtet wird als „mind-minded parenting“ bezeichnet und hat weitreichende Auswirkungen auf Bindungs-Fähigkeit und Lern- und Entwicklungspotenziale des Kindes bzw. des späteren Erwachsenen.10

 

Alexithymie

Ein polarer, gegensätzlicher Begriff zur (emotionalen) PM ist die Alexithymie (Alexithymia, Gefühls-Legasthenie, Gefühls-Blindheit, Emotionslosigkeit, Gefühls-Kälte, …) Wörtlich bedeutet Alexithymie „keine Worte für Gefühle“ bzw. „Gefühle nicht lesen können“11. Personen mit alexithymen Merkmalen können ihre eigenen Gefühle nicht wahrnehmen und sie nicht verbalisieren und sie auch nicht bei anderen erkennen und sich daher auch nicht empathisch einfühlen.

Die Gefühls-Legasthenie liegt häufig in extremer Ausprägung bei Personen mit autistischer Persönlichkeitsstörung vor.12 , auch bei der Borderline-Störung.13 Thorsten Gems hat die Ausprägung bei Autismus sehr plastisch beschrieben:

„Die Alexithymie oder die Gefühlslegasthenie beschreibt die Unfähigkeit eigene Gefühle valide deuten zu können oder bezeichnet sogar die Unfähigkeit diese auch nur im Ansatz zu erkennen.
Da ein Gefühl häufig mit einem körperlichen Empfinden (Psychosomatose) einhergeht, fällt es schwer die eigene Gefühlswelt richtig zu deuten und man gerät stärker und stärker in eine Unsicherheit. Die These, dass man die Alexithymie dem Bereich des Autismus zuordnen kann, ist stark umstritten.

‚Ich kann sehr oft nicht sagen, ob ich niedergeschlagen bin, traurig oder unglücklich bin. Ich fühle mich dann so unsicher, so als könne ich gar nichts schaffen.‘

Diese Aussage einer autistischen Patientin bringt es auf den Punkt.

‚Wie kann jemand sich in seiner Umwelt sicher fühlen, wenn er sich nicht deuten kann?‘  (Torsten GemsGoodBye Autismus, S. 19.)

Der Begriff  „alexithymia“ wurde von Sifneos in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts eingeführt.14. Er untersuchte psychosomatische Krankheiten und beschrieb die alexithymen Merkmale als 15

  • emotionale Enge („relative constriction in emotional functioning“),
  • Armut an Fantasie („poverty of fantasy life“) und
  • Unfähigkeit, Emotionen angemessen zu beschreiben („inability to find appropriate words to describe emotions“)

Man kann sich das so vorstellen:[Aus: Sylvia Berthoz: Wenn Männer keine Gefühle haben. ]

„Wie soll ich das beschreiben? Es fühlte sich an, als hätte ich einen Stein im Magen. Meine Kehle war wie zugeschnürt … und der Kopf tat weh“, erklärt Peter, als er sich an eine heftige Auseinandersetzung mit seinem Vater erinnert. „Denken Sie, dass er Sie absichtlich verletzen wollte? Sind Sie vielleicht wütend auf ihn?“, fragt ihn die Therapeutin. Der junge Mann runzelt die Stirn: „Ich weiß nicht. Was genau verstehen Sie unter wütend?
Seit einigen Wochen ist Peter in psychologischer Behandlung. Er muss etwas lernen, was für andere Menschen selbstverständlich ist: zu wissen, was man fühlt. Als Peter vom frühen Tod seiner Mutter erzählt, kommen ihm Worte wie „traurig“ nicht über die Lippen.

Es wurden auch Mess-Instrumente entwickelt, die die Stärke der Alexothymie messen16 und Studien zeigen, dass ca. 10 % der Bevölkerung gefühlsarme Merkmale aufzeigen, Männer häufiger als Frauen, wobei die eigentlich Leidenden die (Ehe-)Partner dieser Personen sind.17 Ein Beispiel einer Diagnosefrage lässt die Alexothymie noch deutlicher werden. Dabei wird die Person mit einer Alltags-Situation konfrontiert:

„Sie fahren über eine Brücke und sehen jemanden außerhalb des Schutzgitters stehen. Er schaut ins Wasser. Wie würden Sie sich fühlen, wie würde sich diese Person fühlen?“ Die Testperson darf frei antworten. Bewertet wird anhand eines Katalogs von Auswertungsbeispielen. Für eine niedrige Stufe stünde: „Ich wäre irritiert. Was der andere empfindet, weiß ich nicht.“ Für eine hohe dagegen: „Ich wäre ziemlich erschrocken und würde überlegen, was ich für die Person am Gitter tun kann. Sie ist hoffnungslos und verängstigt.“

Die Alexothymie hat einen engen Bezug zur Anhedonie („Nicht-Lust), der Unfähigkeit, Lust und Freude zu empfinden, das Leben zu genießen, Vergnügen zu erleben.18 Anhedonie zeigt sich einerseits in der Wahrnehmung (nicht genussvoll wahrnehmen können) anderseits in der Handlung (wenig genussvolle Aktivitäten). Anhedonie wiederum ist stark mit depressiven Zuständen verbunden.19.

Es besteht  empirische Evidenz, dass Alexothymie20

  • ein stabiles Persönlichkeits-Merkmal und nicht ein vorübergehender Stress-Zustand ist und dass
  • einen starken negativen Bezug zur emotionalen Intelligenz und vor allem auch zur oben beschriebenen PM (psychological mindedness) aufweist.

Man könnte vereinfacht sagen: Alexothymie ist das Gegenteil, der polare Gegensatz zu PM. Aber das Ganze ist noch in wissenschaftlicher Diskussion21

Auch die Studien zur Entstehung von Alexothymie gehen in die frühe Kindheit zurück:

„Die Ursache für die Alexithymie liegt wahrscheinlich in der frühesten Kindheit verborgen. Auch ein Baby assoziiert seine Emotionen noch nicht mit Konzepten wie Angst oder Freude: Zunächst einmal nimmt es diese nur körperlich wahr – etwa wenn sich ihm vor Angst die Kehle zuschnürt oder ihm Tränen in die Augen treten. Erst später lernt das Kind, seine Körperreaktionen in größere Zusammenhänge einzuordnen, und erkennt, dass andere Menschen Ähnliches erfahren: Es wächst heran zu einem sozialen und selbstbewussten Wesen.

Gefühlen einen Namen geben

In dieser Entwicklungsphase spielen die Bezugspersonen die entscheidende Rolle. Die Mutter fragt „Freust du dich?„, tröstet „Nicht traurig sein …“ oder schimpft vielleicht „Sei nicht so zornig!“. So gibt sie den Emotionen einen Namen, und das Kind kann sie später leichter bei sich selbst identifizieren und anderen mitteilen. Dabei wandert die Information in seinem Gehirn vom Ursprung der Emotionen – dem limbischen System – in Bereiche des Frontalcortex, die für Kategorisierung, Überlegung und Sprache zuständig sind.

Für Maurice Corcos, Psychiater am Institut Mutualiste Montsouris in Paris, ist der frühe Austausch zwischen Mutter und Kind ausschlaggebend für das Erstellen einer Art „Gefühlsdatenbank„. Hier wird jede Empfindung mit einer entsprechenden Gefühlsbeschreibung hinterlegt. Leiden die Eltern jedoch selbst an Alexithymie, an Depressionen oder einer labilen Persönlichkeit, besteht die Gefahr, dass sie ihrem Kind zu spärliche Erklärungen für seine Emotionen liefern. Später mangelt es ihm dann an den notwendigen Vokabeln, um Gefühle für sich und andere zu benennen. Selbst als Erwachsene müssen sich Betroffene noch wie Kleinkinder ganz an ihre Körperempfindungen halten – unfähig, diese mental zu verarbeiten und zu artikulieren.“
(Sylvia Berthoz: Wenn Männer keine Gefühle haben.   )

Theory of Mind (ToM)

Ein weiterer und ähnlich ‚unübersetzbarer‘ Begriff   in der Nachbarschaft zur PM (aus der kognitiven Psychologie) ist die ‚Theory of Mind‚ (ToM). Es ist die Fähigkeit. Es ist Fähigkeit, mentale / kognitive und emotionale Zustände in anderen Personen und bei sich selbst zu erkennen bzw. zu vermuten oder zu verstehen. ToM besitzt eine emotionale / affektive Komponente (Gefühle, Emotionen, Bedürfnisse, …  erkennen) und eine kognitive (Ziele, Absichten, Erwartungen, Meinungen von Personen (auch die eigene) zu ergründen22.

Verständlich wird das, wenn ich mir selbst die Frage stelle: Wie leicht fällt es mir zu verstehen bzw. zu erahnen, warum sich andere Personen so und nicht anders verhalten? Warum handeln Andere anders als ich bzw. der ‚Durchschnitt‘, anders als es die Normen der ‚Normalität‘ erlauben würden.  Habe ich eine Erklärung, eine ‚Theorie‘ dazu (Theory of Mind), eine Erklärung

  • … warum sich andere ganz anders verhalten als ich?
  • … warum andere die Welt ganz anders wahrnehmen und interpretieren?
  • … warum andere ganz anders fühlen und erleben als ich?
  • … warum andere ganz andere Erwartungen (an mich und andere) haben?
  • … warum sie ganz andere Bedürfnisse haben?

Mit anderen Worten, es ist die Fähigkeit, mir vorzustellen, ich könnte die Perspektive wechseln und in eine andere Person hineinschlüpfen, und die Welt mit ihren Augen zu sehen, mit ihren Gefühlen zu erleben, mit ihren Hirn zu interpretieren.

 

Querverweise

Cluster: Ansätze der Persönlichkeitsentwicklung

Das Gehirn prägt unsere Persönlichkeit

Ambiguitätstoleranz in der Führung – mit Mehrdeutigkeit und Widersprüchen besser umgehen

Zusätzliche Literatur und Links

Persönlichkeits- / Selbst-Entwicklung

Mike Pedler, John Burgoyne, Tom Boydell (2013), A Manager’s Guide to Self-development. New York : McGraw-Hill.

Otmar Pichler: Selbstentwicklung. In: Eduard Gaugler , Wolfgang Weber (Hrsg.):Handwörterbuch des Personalwesens. Schäffer-Poeschel Verlag. 2002. Sp. 2011 – 2024. (Inhaltsverzeichnis) (docplayer).

Ursula M. Staudinger: Selbst und Persönlichkeit aus der Sicht der Lebensspannen-Psychologie. Aus: W. Greve (Hrsg.) Psychologie des Selbst. Weinheim. Psychologie VerlagsUnivion, S. 133 – 147. Aus: findings. http://144.92.62.126/findings/pdfs/88.pdf.

Christiane Strasse: Selbstentwicklung von Führungsnachwuchskräften. Wiesbaden. Gabler 1998. (Zitat Pichler 1992)

o. A.: Entwicklung der Persönlichkeit und des Selbstkonzepts. Aus: de.wikipedia.org. https://de.wikipedia.org/wiki/Entwicklung_der_Pers%C3%B6nlichkeit_und_des_Selbstkonzepts.

Urs Fuhrer: Selbst, Identität und Raumbezug. Aus: uni-kassel.de. http://www.uni-kassel.de/fb4/psychologie/personal/lantermann/umwelt/fuhrer.pdf.

Werner StanglSelbst. Aus: lexikon.stangl.eu. https://lexikon.stangl.eu/5531/selbst/.

Lydia Heller: Warum unsere Identität sich ständig wandelt. Aus: deutschlandfunkkultur.de. 17. 8. 2015. https://www.deutschlandfunkkultur.de/psychologie-warum-unsere-identitaet-sich-staendig-wandelt.976.de.html?dram:article_id=393688.

Alice Ahlers: „Die Persönlichkeitsentwicklung ist niemals fertig„. Interview mit Jule Specht. Aus: zeit-de. 12. 5. 2018. https://www.zeit.de/wissen/2018-05/psychologie-persoenlichkeit-entwicklung-alter-forschung.

Bernd Schmid, Günter G. Bamberger, Cornelia Klioba: Die Schlüssel zum verlorenen Selbst. Aus: psyche-und-arbeit.de. 5. 1. 2017. https://psyche-und-arbeit.de/?tag=selbstentwicklung. +++

Melanie Neumann: Selbstentwicklung. Aus: portal.hogrefe.com (Dorsch – Lexikon der Psychologie). https://m.portal.hogrefe.com/dorsch/selbstentwicklung-1/.

Anja Rassek: Selbstentwicklung. So fördern Sie sich selbst. Aus: karrierebibel.de. https://karrierebibel.de/selbstentwicklung/. 9. 1. 2018

 

Persönlichkeit – Selbst – Identität

 

Psychosynthese

Roberto Assagioli: Handbuch der Psychosynthese: Grundlagen, Methoden und Techniken. Nawo, 2004.

Piero Ferrucci : Werde was du bist: Selbstverwirklichung durch Psychosynthese. Rowohlt 1986, Frankfurt a. M.

 

Psychologische Mindedness. Mind-minded parenting

Mary McCallum, William E. Piper: Psychological mindedness and emotional intelligence. In R. Bar-On & J. D. A. Parker (Eds.), The handbook of emotional intelligence: Theory, development, assessment, and application at home, school, and in the workplace, S.  118–135. Jossey-Bass .2000. Aus: APA PsycNet. https://psycnet.apa.org/record/2001-00355-006.

Mary McCallum, William E. Piper, John S. Ogrodniczuk, Anthony S Joyce : Relationships among psychological mindedness, alexithymia and outcome in four forms of short-term psychotherapy. Psychol Psychother. 2003;76(Pt 2):133-144. DOI:10.1348/147608303765951177, PMID: 12855060. Aus: PubMed.gov. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12855060/. (Signifikant positive Wirkung von ‚psycholocial mindedness‘ und Alexithymia auf gewünschte Therapie-Ergebnisse)

Lilith Mumpf: Psychologische Sensibilität (Mind-Mindedness). Aus: gestattenmupf.wordpress.com. 5. 2. 2014. https://gestattenmupf.wordpress.com/2014/02/05/psychologische-sensibilitat-mind-mindedness/.

Simon Baron-Cohen, Alan M. Leslie, Uta Frith: Does the autistic child have a „theory of mind“? In: Cognition. Band 21, 1985, S. 37–46, doi: 10.1016/0010-0277(85)90022-8.  Aus: researchgate.net. https://www.researchgate.net/publication/20222469_Does_the_Autistic_Child_Have_a_Theory_of_Mind.  (fulltext. pdf).

Mary McCallum, William E. Piper: Psychological mindedness Assessment Procedure (PMAP). (deutsche Übersetzung). In: Bernhard Strauß, Jochen Eckert, Volker Tschuschke (Hrsg.): Methoden der empirischen Gruppentherapieforschung. Ein Handbuch. Springer-Verlag, 2013.

Jurian Krupp, Svenja Taubner, Dorothea Huber, Andreas Hamburger: Validierung der deutschen Übersetzung der Psychological Mindedness Scale (PMS). Zeitschrift für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. February 2019. 65(1):27-41. DOI: 10.13109/zptm.2019.65.1.27. Aus: researchgate.net.

Torsten Gems: GoodBye Autismus. Mögliche Wege aus dem Autismus mit der ILERT Methode. BoD – Books on Demand, 2015.   https://www.researchgate.net/publication/331176757_Validierung_der_deutschen_Ubersetzung_der_Psychological_Mindedness_Scale_PMS. (Kap. 2: Die Blindheit für die eigenen Gefühle, S. 19 ff.)

Gwen Dewar: Mind-minded parenting. Does insightful talk about the mind help children bond and learn? Aus: www.parentingscience.com. 2018. https://www.parentingscience.com/mind-minded-parenting.html. https://www.parentingscience.com/mind-minded-parenting.html.

Ligia-Casiana Rotariu; Einfühlsamkeit, Trennungsängste und Doppelbelastung im Spiegel mütterlicher SB-Scripts. Diplomarbeit. Universität Wien. 2013. Aus othes.univie.ac.at.  http://othes.univie.ac.at/29584/1/2013-09-09_0501581.pdf.

 

Alexithymie Artikel (Emotionsstörungen)

Torsten Gems: GoodBye Autismus. Mögliche Wege aus dem Autismus mit der ILERT Methode. BoD – Books on Demand, 2015.

o. A.: Alexithymia. Aus: en.wikipedia. https://en.wikipedia.org/wiki/Alexithymia.

o. A.: Gefühlsblindheit. Aus. de.wikipedia. https://de.wikipedia.org/wiki/Gef%C3%BChlsblindheit.

Veronika Hackenbroch: Blind für Wut und Freude. Aus: spiegel.de. 1. 12. 2003. https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-29341657.html.

Sylvia Berthoz: Wenn Männer keine Gefühle haben. Aus: spiegel.de. 7. 3. 2005. https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/emotionsstoerungen-wenn-maenner-keine-gefuehle-haben-a-345128.html.

Jens Uehlecke: Kein Gefühl, nirgends. Aus: zeitonline.de. 6. 11. 2009. https://www.zeit.de/zeit-wissen/2006/02/Gefuehllose/komplettansicht.

 

Alexithymie-Studien

Sifneos, P. E. (1973). The prevalence of „alexithymic“ characteristics in psychosomatic patients. Psychotherapy and Psychosomatics, 22(2-6), 255–262. https://doi.org/10.1159/000286529. Aus: APA PsycNet. 2020. https://psycnet.apa.org/record/1974-23257-001. (Basisstudie)

Michael Bagby, Graeme Taylor: Affect disregulation and alexithymia construct. In: Graeme J. Taylor, R. Michael Bagby, James D. A. Parker (Hrsg): Disorders of Affect Regulation. Alexithymia in Medical and Psychiatric Illness. Cambridge. Cambridge University Press, 1999, S. 26 – 45. (Leseproben auch in Taylor 1997)

Matthias FranzVom Affekt zum Mitgefühl. Entwicklungspsychologische und neurowissenschaftliche Aspekte der emotionalen Regulation am Beispiel der Alexithymie. Aus: palme-elterntraining.de. Aus: web.archive.org. https://web.archive.org/web/20131002172230/http://www.palme-elterntraining.de/download/alx_franz_hp.pdf.

Friedemann GerhardsEmotionsaudruck und emotionales Erleben bei psychosomatisch Kranken. Eine Kritik des Alexithymiekonzepts.  Westdeutscher Verlag. Opladen 1988.

Andreas Krüger: Alexithymie und Anhedonie bei psychosomatischen Patienten. Eine klinische Untersuchung. Dissertation, Hamburg 2000. Aus: d-nb.info. https://d-nb.info/968640508/34.

A. Ebert, M.-A. Edel, M. Brüne: Alexithymie bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung. Zusammenhang mit frühen aversiven Erfahrungen. January 2016. Nervenheilkunde 35(07/08):485-491. DOI: 10.1055/s-0037-1616411. Aus: researchgate.net. https://www.researchgate.net/publication/323877965_Alexithymie_bei_der_Borderline-Personlichkeitsstorung_Zusammenhang_mit_fruhen_aversiven_Erfahrungen.

Mary McCallum, William E. Piper, John S. Ogrodniczuk, Anthony S. Joyce: Relationships among psychological mindedness, alexithymia and outcome in four forms of short‐term psychotherapy. 16 December 2010. https://doi.org/10.1348/147608303765951177. Aus: onlinelibrary.wiley.com.

  1.   Marianne Kawohl: Ent-Wicklung
  2. Mike Pedler, John Burgoyne, Tom Boydell (2013), A Manager’s Guide to Self-development. S. 8)
  3.   Weitere Hinweise beim Ansatz von Carl Rogers
  4.   Vgl. Mary McCallum, William E. Piper: Psychological mindedness Assessment Procedure (PMAP), S. 87 ff.

    Dort definiert man “ ‚Pschological Mindedness‘ (PM) als die Fähigkeit einer Person.., dynamische (intrapsychische) Konflikt- und Motivkomponenten zu identifizieren und sie zu Problemen in Beziehung setzen zu können.“ S. 88

  5.   Vgl. dazu den Beitrag zur Personen-zentrierte Kommunikation: Carl Rogers 
  6.   Vgl. Mary McCallum, William E. Piper: Psychological mindedness Assessment Procedure (PMAP), S. 88 
  7.   Vgl. Mary McCallum, William E. Piper: Psychological mindedness Assessment Procedure (PMAP), S. 87 
  8.   Vgl. Mary McCallum, William E. Piper: Psychological mindedness Assessment Procedure (PMAP), S. 87
  9.   Vgl. Mary McCallum, William E. Piper: Psychological mindedness Assessment Procedure (PMAP)  Jurian Krupp, Svenja Taubner, Dorothea Huber, Andreas Hamburger: Validierung der deutschen Übersetzung der Psychological Mindedness Scale (PMS).   
  10.   Vgl. Gwen Dewar: Mind-minded parenting.   
  11.   Vgl. Matthias Franz: Vom Affekt zum Mitgefühl, S. 2.  
  12.  Dieser Zusammenhang ist allerdings umstritten.  Vgl. Torsten GemsGoodBye Autismus, S. 19.   
  13.   Vgl. z. B. A. Ebert, M.-A. Edel, M. Brüne: Alexithymie bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung.  
  14.   Sifneos, P. E.: The prevalence of „alexithymic“ characteristics in psychosomatic patients. Vgl. auch Matthias Franz: Vom Affekt zum Mitgefühl, S. 2  
  15.   Vgl.  Sifneos, P. E.: The prevalence of „alexithymic“ characteristics in psychosomatic patients.    
  16.   Einen Überblick über Mess-Instrumente zur Alexithymie gibt es in   Friedemann GerhardsEmotionsaudruck und emotionales Erleben bei psychosomatisch Kranken.   
  17.   Vgl.  Veronika Hackenbroch: Blind für Wut und Freude.
  18.   Vgl. auch den Hedeonismus, die philosophische Richtung, die Lust und Freude ins Zentrum ihrer Betrachtung richtet.
  19.   Vgl. Andreas Krüger: Alexithymie und Anhedonie bei psychosomatischen Patienten, S. 20 ff.  
  20.   Vgl. Michael Bagby, Graeme Taylor: Affect disregulation and alexithymia construct.:

    Relationships between alexithymia and other constructs: Two psychological constructs with which alexithymia is closely related are psycholgical mindedness and emotional intelligence. Whereas emotional intelligence is a recently formulated construct, the concept of psycholocal mindedness has been employed for several decades to refer to a set of skills that are thought to enhance the prospects of successfull insight-oriented psychotherapies. In contrast to alexithymia, however, there is little empirical research evaluation the validity of these two other constructs. Furthermore, the construct of psychological mindedness has been defined in a variety of ways and is not alwass distinguished from other concepts such as insightfulness, self-awareness, and introspectiveness (Taylor, 1995) …
    Thoug alexithymia is a more narrowly defined construct, concerned exclusively with the processing and regulation of affect, there ist clearly considerabele overlap with the psycholocial minedness construct.  …
    .. we will report some empircal research showing that alexithymia is related srongley and negatively to both psychological mindedness and openness to experience.“ (S. 38f)   

  21.   Vgl. auch Mary McCallum, William E. Piper, John S. Ogrodniczuk, Anthony S. Joyce: Relationships among psychological mindedness, alexithymia and outcome in four forms of short‐term psychotherapy.   
  22. Vgl. z. B. Simon Baron-Cohen, Alan M. Leslie, Uta Frith: Does the autistic child have a „theory of mind“? 

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