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„Die Normalität ist eine gepflasterte Straße; man kann gut darauf gehen – doch es wachsen keine Blumen auf ihr.“1 Víncent Van Gogh: Selbstportrait mit Bandage und Pfeife, 18889 – keine Gefahr für Normopathie

Was ist Normopathie?

Normopathie ist die Krankheit zu normal zu sein. Gewöhnlich spricht man von Krankheit  (egal ob körperlich oder psychisch), wenn man vom normalen (= gesunden ) Zustand zu weit abweicht. Man sagt dann: „Der ist ja nicht normal.“ oder „Sie ist krank.“ Oder „Er ist gestört.“ oder „Sie ist verrückt“ und das bedeutet immer Negatives. Dass es auch krank oder gestört sein kann, zu normal zu sein, ist für Viele neu. Schließlich bemühen wir uns doch oft, uns anzupassen, nicht aufzufallen, nicht abzuweichen, normal zu erscheinen. Aber dieses Bemühen, diese Anpassung kann krankhaft werden, wenn sie in gewisses Maß übersteigt.

Wann sind wir krankhaft normal?

Es ist nicht einfach, festzustellen, ab wann dieses Streben nach Anpassung, nach Konformität und (gesellschaftlicher) Akzeptanz pathologisch wird.2

Diese krankhafte Überangepasstheit an Normen der Gesellschaft, der Familie oder anderen Autoritäten steht im polaren Gegensatz zur Individualität3. Völlige Unangepasstheit an gesellschaftliche Normen wäre das andere Extrem.  Wir stehen also im Spannungsfeld zwischen Über- und Unter-Anpassung. Unsere Unterschiedlichkeit besteht auch darin, inwieweit die Wagschale sich mehr in die eine oder andere Richtung dieser beiden Extreme neigt. Geht diese Balance völlig verloren, so kann man diesen Zustand als krankhaft bezeichnen – als normopathisch. So viel Anpassung wie (zum Gelingen des gesellschaftlichen Zusammenlebens) nötig und soviel Individualität wie möglich, wäre aus meiner Sicht anzustreben.

Der Prozess, der zur Herausbildung der eigenen Individualität wird in der Analytischen Psychologie von C. G. Jung als Individuation bezeichnet.4, 5.  die Entwicklung zur eigenen Individualität beinhaltet das Streben, die eigenen Anlagen, Potenziale, Begabungen, Archetypen usw. zu entwickeln und zum Ausdruck zu bringen.

Ist dieser Prozess gestoppt oder stark beeinträchtigt, so kann das als Hinweis auf einen pathologischen Zustand, den Zustand  der Normopathie, angesehen werden.

Arno Gruen bezeichnet die Normopathie als ‚Wahnsinn der Normalität‚ und weist darauf hin, dass durch die Unfähigkeit der Normopathen das eigene Innere, die eigenen Gefühle wahrzunehmen („Alexithymia„) destruktive Tendenzen entstehen. Wenn die eignen Gefühle und Emotionen abhanden kommen, so tritt häufig an deren Stelle Selbsthass und die Fähigkeit zur Empathie und echtem Mitgefühl gehen verloren.6 Die Unfähigkeit, die inneren Impulse und Gefühle wahrzunehmen könnte also ein weiterer Indikator für die Normopathie sein.

Zusammengefasst sind die Kriterien für Normopathie

  • Wenn die Balance verloren geht und die Waagschale von Individualität auf der einen Seite und Anpassung auf der anderen Seite zugunsten letzterer ausschlägt
  • Wenn der Prozess der Individuation, zur Entwicklung zu einem einmaligen Wesen zum Stillstand kommt.
  • Wenn einer Person die eigenen Gefühle und Emotionen abhanden kommen.

Wahnsinnig normal – beängstigend Normal

„Beängstigend Normal“ nennt Michael Horowitz das „Nachspiel“ im Buch „Das weite Land der Seele. Über die Psyche in einer verrückten Welt.“, das er mit Georg Psota geschrieben hat. Beängstigend normal schildert er einen seiner normopathischen Lehrer, den Oberstudienrat K.:

„Knarrende Schuhe. Brauner Klothmantel. Jedes der dünnen Haupthaare exakt an seinem Platz. Das mächtige hölzerne Geodreieck stets unter den linken Arm geklemmt. Seine Schritte wirken wie abgezirkelt. Oberstudienrat K., Darstellend Geometrie. Einer meiner Lehrer-Persönlichkeiten im Gymnasium. Friedrich Torbergs sadistischem Professor Kupfer in ‚Der Schüler Gerber‘ nicht unähnlich. Während der kleinen Pause verzehrt Oberstudienrat K. Tag für Tag, seit vielen Jahren – fas wie einem Ritual folgend – ein gevierteltes Butter-Käse-Brot. In der großen Pause ein halbes. Die Pausenbrote befinden sich in einem praktischen Plastikgefäß mit braunem Deckel. Danach die Zeremonie des Händewaschens, damit das Allerheiligste, das Klassenbuch, in welches mit Genugtuung Strafen und Nachsitzen im Karzer eingetragen werden, nicht fettig wird.

Oberstudienrat K., ein totaler Durschnittsmensch. Beängstigend normal. Mittelgroß, mittleren Alters, mittleres Einkommen, Mittelklasseauto, mittelattraktive Gattin. Ein ewiger Spießer, der nie aus der Rolle fällt – dessen Freude, dessen Lebenslust sich sogar beim Abprüfen der Schüler in Grenzen hält. Wenn er seine kleine Macht ausspielt. Und süffisant, seelenruhig ‚Fünfer!‘ oder gar ‚Nachprüfung!‘ über seine schmalen Lippen gleiten lässt. Der Herr Professor ist das Sinnbild eines wahnsinnig Normalen, eines Mitläufers aus Überzeugung, eines ständig zwängelnden Angepassten. Tief verwurzelt in einer Gesellschaft, die Normen huldigt.“7

Nicht die „Ver-rückten“ sind das Problem unserer Gesellschaft, meint Horowitz, sondern die ‚langweiligen Normopathen‘, die „so normal sind, dass es wehr tut“. Und er bezieht sich dabei auf Manfred Lütz und seinem Werk „Irre“, der meint, dass wir die Falschen behandeln. Unser Problem sind die Normalen und unsere Gesellschaft sollte lernen, mehr Toleranz gegenüber Abweichungen, Exzentrikern, Außergewöhnlichen entwickeln, sonst wird sie an ihrer Normalität zugrunde gehen.8 Georg Psota fasst das zusammen:

„Die Verrückheit großer Teile der Gesellschaft, die sich selbst als ’normal‘ – also als Norm – definieren, war und ist für die Menschheit gefährlich. Weit gefährlicher, als es psychisch Kranke jemals sein können. die großen Katastrophen des 20. Jahrhunderts waren davon gezeichnet.“9

Normopathie und Sozialisation. Oder:
Wie entsteht Normopathie?

Sozialisation als Anpassung an die (Trink-)Gewohnheiten der Gesellschaft. „Der erste Schluck“, Gemälde von Hugo Oehmichen, Düsseldorf, spätestens 1932

Individuation als Entwicklungsprozess zur eigenen Individualität steht im Einfluss und im Gegensatz zur Sozialisation und Konformität, zur Anpassung an die Normen eines sozialen Systems, an die Normen der Gesellschaft, einer Organisation, einer Gruppe oder einer Familie.

Von Sozialisation spricht man (in der Sozial- und Entwicklungs-Psychologie) in erster Linie im Zusammenhang mit der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen und meint damit die Anpassung dieser Personen an die ‚üblichen‘, ’normalen Werte und Normen aber auch Handlungs-Muster, Wahrnehmungs-, Denk- und Gefühls-Muster durch das Elternhaus, durch die Schule und anderer Institutionen. Es soll erreicht werden, dass (absichtlich, z. B. durch Erziehungs-Maßnahmen aber auch unabsichtlich in der sozialen Interaktion) die sozialen Normen internalisiert, d. h. verinnerlicht werden.10 11

12 Dadurch entsteht die Tendenz, die Realität so zu interpretieren / konstruieren, wie es üblich ist und sich entsprechend den Normen, Gewohnheiten und Werten der Gesellschaft bzw. des sozialen Systems zu verhalten und deren Werthaltungen zu teilen.  Man spricht dann auch von einem „gesellschaftlich handlungsfähigen Subjekt13  Sozialisations-Instanzen sind vor allem die Eltern und Autoritäten in Schulen, Sport- und Kultur-Institutionen.

Man kann die Normopathie als Ausdruck einer übermäßig starken, missglückten Sozialisation betrachten. Der Mensch hat sich nicht als autonome und in die Gesellschaft integrierte Persönlichkeit entwickelt sondern als ein an die Gesellschaft völlig angepasstes Wesen, das seine Individualität geopfert hat.

Erfolgreiche Erziehungs- und Entwicklungs-Prozesse erfordern aus meiner Sicht eine Balance von Individuation und Sozialisation . Wird eine Seite stark betont, so kommt es zu Störungen, ist die Betonung extrem, so kommt es zur pathologischen Zuständen, zur Soziopathie bzw. zur dissozialen / antisozialen (auch psychopathischen) Persönlichkeitsstörung14 auf der einen und zur Normopathie oder auch zur abhängigen / dependenten Persönlichkeits-Störung.15 auf der anderen Seite (völlige Anpassung an äußere Normen oder andere Menschen).

Der psychologische Hintergrund: Ursprung des Normopathie-Konzepts in der Psychoanalyse

Gemälde von Sebastian Osterhaus, zeitgenössischer Maler: „Die Kunst ist der natürliche Feind der Normalität“16
Mit der Normopathie hat sich ursprünglich die post-freudianische Psychoanlayse befasst: Den Begriff „Normopath“ hat Joyce McDougall17 eingeführt. Sie spricht von einer ‚Furcht vor Individualität18 und plädiert für eine gewisse (gesunde) Anormalität. „Die Autorin hält ein Plädoyer für die Freiheit des Subjekts, das nur dann Individualität entwickeln kann, wenn es sich von den anderen unterscheidet und gesellschaftliche Normen ein wenig verletzt. Es geht der Autorin nicht nur um die Toleranz gegenüber der Anormalität der anderen, sondern vor allem darum, mit den eigenen unreifen, infantilen, irrationalen und unbewußten Anteilen im eigenen Ich toleranter umzugehen.“19

Christopher Bollas hat später von einer „Normotic Illness“ gesprochen. 20, einem abnormen Bedürfnis, normal zu sein bzw. von einer „normotic person“ oder „normotic personality“ als einer Person, die abnormal normal ist.21 Im Gegensatz zur Psychose, bei der die Außenwelt ignoriert wird, wird bei der norotischen (normopathischen) Person die Innenwelt ignoriert. Nur die Außenwelt ist wichtig.22 Bollas weist darauf hin, wie viele Normopathen es derzeit gibt und spricht von einer ‚normopathischen Gesellschaft23 24 Auch Hans-Joachim Maaz spricht von einer normopathischen Gesellschaft und untersucht deren Ursachen und Folgen.25

Der Psychoanalytiker Christophe Dejours 26 betont in seiner Psychodynamik des Arbeitslebens die negativen Aspekte der Normopathie für die Gesellschaft („normopathische Gesellschaft“) und bringt sie in die Nähe der ‚Banalität des Bösen‚ einem sehr umstrittenen  Konzept von Hannah Arendt 27 28

Carlo Strenger spricht bei der Normopathie von „dem krankhaften Versuch, den Hochleistungsnormen unserer Gesellschaft gerecht zu werden.29 Diese gesellschaftskritische Dimension der Normopathie analyiert auch Theodor W. Adorno. in seinen Minima Moralia Er bezeichnet diese kranke Normalität als „Gesundheit zum Tode„.30

Die Normopathie ist auch  Teil eines psychodyanmischen Diagnose-Instrumentes des KAPP (Karolinska Psychodyanmikc Profile), der, wie der OPD (Operationalisierte Psychodyanmische Diagnostik) von psychoanalytisch und tiefenpsychologisch orientierten Psychotherapeuten verwendet wird.31

Hinweise zur Normopathie in weiteren psychologischen Ansätzen

Neuere psychoanalytische Ansätze (Hans-Joachim Maaz)

Aufgrund der Analysen von Hans-Joachim Maaz entsteht Normopathie in der Gesellschaft aus Selbst-Entfremdungen, wenn das Gestörte, das ‚Pathische‘ als normal gilt, weil es von ihr so wahrgenommen wird.  Die Mehrheit sieht das Krankhafte als normal und handelt danach. Andere wollen dazugehören („Mitläufer-Syndrom„) und passen sich an.  Der Psychoanalytiker Hans-Joachim Maaz32 drückt das folgendermaßen aus:

„Massenpsychologisch lassen spezifische Selbst-Entfremdungen eine Normopathie entstehen. Das Gestörte („Pathische“) wird als „normal“ wahrgenommen, weil eine Mehrheit das so sieht, versteht und danach handelt. Dabei ist das sog. Mitläufer-Syndrom hilfreich, d. h. das soziale Grundbedürfnis, unbedingt dazugehören zu wollen, angenommen und bestätigt zu werden und keinesfalls abgelehnt, diskriminiert und als Außenseiter ausgegrenzt zu werden. Je größer die Selbst-Entfremdungen sind, desto stärker ist der Mitläufer-Sog aus Unsicherheit und ungestillter Bedürftigkeit.“

Die Ursache der Selbst-Entfremdung, die zur Normopathie führt, liegt nach Maaz in frühkindlichen Entwicklungen. Sind die frühen prägenden Beziehungsqualitäten zu Mutter und Vater gestört, kommt es zu psychischen Schmerzen. Maaz spricht von den Qualitäten der Mütterlichkeit und Väterlichkeit (kann von beiden Eltern-Teilen und Anderen übernommen werden):

  • Mütterlichkeit: „gebären, ernähren, einfühlen, annehmen, verstehen, bestätigen, trösten und schützen“
  • Väterlichkeit: „unterstützen, fordern und fördern, probieren, riskieren, strukturieren, Verantwortung und Verpflichtung lehren und begrenzen“33

Zu den Störungen zählt Maaz:

  • Mütterlichkeits-Störungen: Mutterbdrohung, Mutterbesetzung (‚Vampir-Mutter‘), Muttermangel, Muttervergiftung
  • Väterlichkeits-Störungen: Vaterterror, Vatererpressung, Vaterflucht, Vatermissbrauch34

Um die Schmerzen der Störungen zu lindern, suchen wir Zuflucht in

  • Kompensation (besondere Anstrengungen, ohne Hoffnung, die frühen Sehnsüchte zu stillen) und/oder
  • Ablenkung (TV, Handy, …) und/oder
  • Betäubung (Alkohol, Nikotin, Drogen, Workoholic, …)

Die daraus entstehende Selbst-Entfremdung führt nach Maaz zur Normopathie.

Normopathie in der Logotherapie

In der Logotherapie sieht man die Normopathie in Zusammenhang mit Selbst-Entfremdung und dem Mitläufertum einerseits und im Gegensatz zum Finden des eigenen Sinns und der Lebensaufgabe andererseits.

Bei der Frage nach Möglichkeiten der Überwindung der Normopathie steht in der Logotherapie die Suche nach dem eigenen Lebens-Sinn und der Lebens-Aufgabe im Vordergrund.35

Normopathie in der Potenzialorientierte Psychotherapie

Wolf Büntig, ein bekannter deutscher Psychotherpeut der Potenzialorientierte Psychotherapie und Psychosomatiknennt Viktor von Weizsäcker, ein Begründer der psychosomatischen Medizin, als Begründer des Begriffs der Normopathie. Büntig definiert Normopathie als „das Leiden an der Gewohnheit, nach den Normen zu leben“36. Er nannte die Normopathen auch „konditionierte Persönlichkeit„, weil sie nicht gelernt haben, ihr eigenes Leben zu leben, das zu tun, was von ihr erwartet wird. Dieses Übermaß an Anpassung und Ausrichtung auf die äußere Welt und ihren Erwartungen führt in die mit der Normopathie einhergehend „normale Depression“. Büntig kritisiert besonders das häufige Praxis einer überstarken Affektkontrolle und Aggressionshemmung in der Erziehung, die dazu führt, dass wir unfähig werden in uns hineinzuspüren und zu -fühlen und damit auch zur Unfähigkeit, unser eigenes Leben zu führen. Wir werden entfremdet von der eigenen Natur – unter dem Gebot der Anpassung an die Normen. Gesteuert wird das häufig durch unser Bedürfnis nach Zugehörigkeit: Wir gehören nur dazu, wenn … (wir uns angepasst verhalten, leisten und konsumieren, …) 37

Normopathie ist für Büntig der polare Gegensatz zur Selbstverwirklichung, ein Leiden an der Stagnation der in der Normerfüllung Befangenen. Büntig nimmt als Beispiel eines Normopathen die Figur des Salieri im Film Amadeus von Milos Forman.

Weitere Hinweise in den Sozialwissenschaften

In der Analytischen Psychologie von C. G. Jung und dessen Nachfolger_innen38 bedient man sich einer Analogie in der griechischen Mythologie und spricht von einem Prokrustres-Bett-Phänomen, wenn sich die Persönlichkeit an die Erwartungen der Umwelt zu sehr anpasst, besonders wenn die Erwartungen ganz anders gestaltet sind als es der Persönlichkeit des Betreffenden entsprechen würde.39

In der Sozialpsychologie spricht man von Konformität und Konformismus, wenn es darum geht, das Phänomen der Anpassung an soziale Normen zu beschreiben und zu erklären. Dort gibt es zahlreiche Experimente, die dieses Phänomen untersuchen 40

Donald Winnicott hat ein Konzept des falschen Selbst entwickelt, um zu erklären wie und warum Eltern ihre Kinder zur Normopathie bzw. zur Anpassung an ihre eigenen unreflektierten Normen erziehen statt sie zu unterstützen, ihr wahres Selbst zu finden. 41

Im Modell des Werte-Quadrats von Paul Helbig bzw. seinem Lehrvater Nicolai Harmann42 kann man im Zusammenhang mit Normoapthie von einer positiven und negativen Polarität sprechen:

  • Die positive Polarität: Zugehörigkeit / Beziehungskompetenz  versus Autonomie / Individualität
  • Die negative Polarität: Mitläufertum versus  Außenseitertum.

Normopathie bedeutet hier die Betonung des Mitläufertums (übertriebene Anpassung) kombiniert mit der Furcht vor Außenseitertum. Der Entwicklungsweg geht einerseits zur positiven Wertschätzung der Zugehörigkeit, vor allem aber zum positiven Gegenüber, der Individualität.

Lösungsansätze: Wie kommen wir aus der Normopathie-Falle heraus?

Selbst-Entwicklung

Was kann die Lösung für das Problem der Normopathie sein? Meines Erachtens führt der Weg über die aktive Auseinandersetzung mit sich selbst,  seinem eigenen Inneren, incl. seiner Vergangenheit und seinen verdrängten Inhalten. Vor allem gilt das auch für Führungskräfte und Unternehmer_innen, deren Handeln multiplikative Wirkung auf andere Mitarbeiter_innen hat. 43 Denn sie haben einen Multipliktor-Effekt und können damit viel Gutes ermöglichen, aber auch viel Leid anrichten.44

Hin zur Individualität

Betrachten wir Normalität und Individualität, so ist zu vermuten, dass bei vielen die Balance nicht gegeben ist, die ‚Normalität‘ überweigt in unserer Gesellschaft. Wir brauchen mehr  Individualität, um

  • beruflich / geschäftlich Erfolg zu haben (in immer mehr Berufsfeldern)
  • ein authentisches Leben führen zu können
  • unsere persönliche Entwicklung fördern und uns zu dem zu entwickeln, der wir sind.

Ähnlich sieht das auch die ‚Gedankenwelt‘: „Unsere Individualität macht uns einzigartig und wertvoll, doch heute sind wir Zeugen – und in vielen Fällen Opfer – einer sehr ausgeprägten Normopathie. So macht uns dieses fast zwanghafte Bedürfnis, wie der Rest zu sein, zu Objekten innerhalb einer klar materiell orientierten Gesellschaft.“45

Think different

Ein Gegenkonzept zur Normopathie, das nicht aus der Psychologie stammt ist das von Apple propagierten“Think different„. Auch hier wird betont, dass nicht die Normalität sondern die Individualität den beruflichen und unternehmerischen Erfolg, aber auch Lebens-Erfolg ermöglicht.

Unsere Einzigartigkeit und (künstlerische) Kreativität führt uns dorthin. In den Worten eines Strategen:46

„Es ist eine künstlerische Form von Kreativität, die dafür sorgt, dass sich Kunden, auch wenn sie ‚Zuschauer‘ heißen, begeistern lassen. Es ist dieselbe Kreativität, die das Internet zum erfolgreichsten Massenmedium aller Zeiten macht – eine einzigartige Kombination aus Fantasie und Einfallsreichtum, die auch Disney World, Las Vegas und den Braodwas möglich gemacht hat. Und vielleicht sogar die Wall Street.  Ich spreche von der Fähigkeit, bewusst anders denken zu wollen und auch zu können. Von Querdenkern und Regelbrechern, die wir brauchen, wenn wir neue Strategien entwickeln.“

Der Text der Werbe-Kampagne von Apples lautet:47

THINK DIFFERENT
„An alle, die anders denken:
Die Rebellen,
die Idealisten,
die Visionäre,
die Querdenker,
die, die sich in kein Schema pressen lassen,
die, die Dinge anders sehen.
Sie beugen sich keinen Regeln,
und sie haben keinen Respekt vor dem Status Quo.
Wir können sie zitieren, ihnen widersprechen, sie bewundern oder ablehnen.
Das einzige, was wir nicht können, ist sie zu ignorieren,
weil sie Dinge verändern,
weil sie die Menschheit weiterbringen.
Und während einige sie für verrückt halten,
sehen wir in ihnen Genies.
Denn die, die verrückt genug sind zu denken,
sie könnten die Welt verändern,
sind die, die es tun.“

Lebensaufgabe, Sinn und Berufung

Meine persönliche Auffassung ist es,  unsere primäre Aufgabe, unser Inneres zum Ausdruck zu bringen, authentisch zu leben, uns authentisch zu verhalten, unser authentisches Leben zu führen und und unser wahres lebendiges Selbst zum Ausdruck zu bringen. In der Sprache der Logotherapie bedeutet das, Sinn in unserem Leben zu finden und zu unserer Lebensaufgabe zu kommen. Dies kommt auch auch im Menschenbild von Viktor Frankl zum Ausdruck:48

(Der Mensch) „… gedacht als einmalig, einzigartig, unwiederholbar; als körperlich-seelisch-geistige Einheit, ausgerichtet auf die Ent­deckung des Sinns der eigenen Existenz und auf die Verwirklichung der je eigenen Lebensaufgabe.“

An anderer Stelle beschreibt Viktor Frankl Sinn und Lebensaufgabe49

„Das Wissen um eine Lebensaufgabe hat einen eminent psychotherapeutischen und psychohygienischen Wert. Wer um einen Sinn seines Lebens weiß, dem verhilft dieses Bewusstsein mehr als alles andere dazu, äußere Schwierigkeiten und innere Beschwerden zu überwinden.“

In seinem Kapitel „To find the meaning of life in a chaotic world“ / „Redirecting your life in acordance with your life values“ beschreibt Jo Jacobson den Prozess der Suche nach der Lebensaufgabe. Er bezieht sich dabei auf das von Viktor Frankl beschriebene existenzielle Vakuum, dem Gefühl der inneren Leere, dem Gefühl, das Leben hätte keinen Sinn und keine Bedeutung, es gibt nichts, was das Leben wirklich lebenswert macht. Ein Konzept, das helfen kann, dieses Gefühl der Leere zu überwinden ist,  ist Frankl’s Konzept der Lebensaufgabe, verbunden mit einem Wechsel der Sichtweise („rotation of viewpoint“). 50

„Every person is seen as having such a life task at any particular point in time, whether or not they are aware of it. With this concept, Frankl helps the other person to restructure their conscionsness. … This rotation of viewpoint consists in saying to one’s conversational partner: You cannot ask what the meaning of life is. For you, that is a poinless question, not to raise it.Life itself aks this question of your. Your task is to answer the question, not to raise it. You answer it by taking responsibility for your own life. And you do not answer it in words, but indeeds.“

Es gilt also nicht Fragen zu stellen, sondern Antworten zu liefern: Die richtigen Antworten auf die Herausforderungen des Lebens.51

Es ist  nicht unsere primäre Aufgabe, uns anzupassen: anzupassen an die Vorstellungen de Eltern, der (Ehe-)Partner, der Gesellschaft. Es ist nicht unsere Aufgabe, ein ’normales Leben zu führen. Es ist unsere Aufgabe, unsere authentische Persönlichkeit zu entwickeln52 und ein authentisches Leben zu führen und das heißt: Authentische Anworten auf unser Leben zu geben.

Schließlich werden wir am Ende des Lebens nicht gefragt und fragen uns auch nicht selbst:

  • „Warum bist du nicht ein großer Mann oder eine berühmte Frau gewesen?“ und
  • „Warum hast du nicht gehandelt wie andere berühmte Frauen und Männer?

Die Frage lautet vielmehr:

  • „Warum bist du nicht du selbst gewesen?“ und
  • „Warum hast Du nicht die richtigen Antworten für die Herausforderungen Deines Lebens gegeben?“ 53,

Querverweise

Literatur und Links

Klassiker der Normopathie

Joyce McDougall, Plaidoyer pour une certaine anormalité, Revue française de psychanalyse, n°3,‎ ASPECTS PATHOLOGIQUES ET PATHOGÈNES DE LA « NORMALITÉ ». COLLOQUE DE LA SOCIÉTÉ PSYCHANALYTIQUE DE PARIS 

Joyce McDougal: Plea for a Measure of Abnormality. Psychology Press, 1992, New York : International Universities Press, 1980   (franz. Original: Plaidoyer pour une certaine anormalité.  dt.:  Plädoyer für eine gewisse Anormalität. Psychosozial-Verlag, 2001)

Joyce McDougall: Plädoyer für eine gewisse Anormalität. Aus: psychosozial-verlag

Christopher Bollas: Normotic Illness in: Christopher Bollas: The Christopher Bollas Reader, Routledge 2011, S. 22 – 36

Christopher Bollas, The Shadow of the Object: Psychoanalysis of the Unthought Known, Routledge, , Kap. 8: Normotic Illness

Christopher Bollas: Meaning and Melancholia: Life in the Age of Bewilderment. Routledge 2018, Kap. 8: Normopathy and the copound syndrome (dt: Bedeutung und Melancholie: Leben im Zeitalter der Verwunderung – noch nicht verfügbar)

 

Normopathie und das weite Land der Seele

Georg Psota, Michael Horowitz: Das weite Land der Seele. Über die Psyche in einer verrückten Welt. Residenz Verlag, 2016, (mit Textproben).

Manfred Lütz: Irre! – Wir behandeln die Falschen. Unser Problem sind die Normalen. Eine heitere Seelenkunde. 2018.

Manfred Lütz im Interview zu: „Neue Irre – wir behandeln die Falschen„. youtube 6. 8. 2020. https://www.youtube.com/watch?v=jhnOgJLK27s.

Manfred Lütz: Irre – Wir behandeln die Falschen. GVH. youtube 27. 1. 2010. https://www.youtube.com/watch?v=GQbVb_ltG78.

Clara Maria Bagus: Vom Mann, der auszog, um den Frühling zu suchen. Eine Reise zur Leichtigkeit. Ullstein Ebooks, 2016.

 

Normopathie und Persönlichkeits-Störungen

Carlo Strenger: Superwomen und Normopathie. In: Abenteuer Freiheit. Ein Wegweiser für Unsichere Zeiten. edition suhrkamp

o. A.: Normopathie. In wikipedia-fr

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Peter Fiedler: Persönlichkeitsstörungen. Beltz. 5. Auflage

Arno Gruen: Der Wahnsinn der Normalität. Realismus als Krankheit: eine Theorie zur menschlichen Destruktivität. dtv, 1992 (Kösel 1987)

Arno Gruen: Der Fremde in uns. dtv 2001

o. A.: Normopathie: der ungesunde Wunsch, wie die anderen zu sein. Aus: Gedankenwelt, 9. 3. 1919.

Hans-Joachim Maaz: Das falsche Leben. Ursachen und Folgen unserer normopathischen Gesellschaft. Beck 2017.

Hans-Joachim Maaz: Hoffnung im falschen Leben. Vortrag Kongress HOFFNUNG des Tiroler Instituts für Logotherapie. 30. September 2017. Aus: https://www.logotherapie-tirol.at/download/

Georgios Chatzoudis: Anpassung an kranke gesellschaftliche Verhältnisse. Interview mit Hans-Joachim Maaz über das Phänomen der Normopathie. Aus: sisa.gerda-henkel-stiftung. 15. 8. 2017. https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/anpassung_an_kranke_gesellschaftliche_verhaeltnisse?nav_id=7095.

David Ensikat: Interview mit Hans-Joachim Maaz: Wir Deutsche sind Größenwahnsinnige. www.tagesspiegel.de/.  https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/interview-mit-hans-joachim-maaz-wir-deutsche-sind-groessenwahnsinnige/20718852-all.html.

Psychiater Maaz: die deutsche Elite leidet an Normopathie. youtube 2018

Hans-Martin Schönherr-Mann: Kranke Gesellschaft?. Aus: spektrum.de. https://www.spektrum.de/rezension/buchkritik-zu-das-falsche-leben/1499075.

Edgar K. Geffroy: Das Ende der Geschäftsmodelle. Neue Strategien für eine disruptive Welt. Redline Verlag 2018

Laura Mlina Seiler: Angst vor Ablehnung überwinden. Aus: www-lauraseiler

Tibor Machan: The Fear of Individualism – Foundation for Economic Education. Aus: https://fee.org/articles/the-fear-of-individualism/

Kütemeyer M.: Normopathie − hypersoziale Traumaverarbeitung und somatoforme Dissoziation. In: Psychotherapie im Alter 4, 2007, 1, 39-53, zitiert in: biblio VvW – Viktor-von-Weizsäcker-Gesellschaft

Yaakov Siegel: Normopathie. (Practical Psychology). Aus: nefesh.org. https://nefesh.org/drsiegel/normopathy/read.

Molly S. Castelloe: Normopathy, the Abnormal Push for Normalcy. When the desire to fit in becomes deadening. Aus: www.psychologytoday.com. Posted Nov 10, 2018. https://www.psychologytoday.com/gb/blog/the-me-in-we/201811/normopathy-the-abnormal-push-normalcy.

Hans-Joachim Maaz: Social Normopathy. Narcissism and Body Psychotherapy. Keynote presented at 14th European and 10th International Congress of Body Psychotherapy,
Lisbon, September 14, 2014. International Body Psychotherapy Journal. The Art and Science of Somatic Praxis. Volume 15, Number 1 spring 2016 Lisbon Congress Supplement pp 70 – 74. Aus: www.ibpj.org. https://www.ibpj.org/issues/articles/Maaz%20-%20Narcissism%20and%20Body%20Psychotherapy.pdf.

 

Individualität und Individuation (C. G. Jung)

Gertrud Nunner-Winkler: Identität und Individualität. In: Soziale Welt, 36. Jahrg., H. 4 (1985), pp. 466-482

Tewes Wischmann:  Der Individuationsprozessin der analytischen Psychologie C. G. Jungs – eine Einführung. Aus: www.dr-wischmann

Martin Schmidt, Ursula Schmid, Wolfgang Sierwald: Systemische Familienrekonstruktion und Individuation bei Erwachsenen.  In: Sabine Walper, Reinhard Pekrun (Hrsg.): Familie und Entwicklung : aktuelle Perspektiven der Familienpsychologie. Hogrefe, Göttingen  2001

Peter Noller, Gerd Paul: Selbstbilder und Lebensentwürfe jugendlicher Computerfans In: Lutz, B. (Hrsg.). (1989). Technik in Alltag und Arbeit: Beiträge der Tagung des Verbunds Sozialwissenschaftliche Technikforschung (Bonn, 29./30.5.1989). Berlin: Ed. Sigma. https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:0168-ssoar-100492, S. 19 -37

Vince Ebert: Evolutionsbiologisch sind wir alle Holländer. Aus: www.tagesspiegel.de

Eva Pasternak: Analyse von Erich Fromms „Furcht vor der Freiheit“, Hausarbeit 2008

Hans-Peter Erb: Einzig oder artig? Wie Individualität unser Leben bestimmt – und worauf kluge Unernehmer deshalb achten. www.salesforce.com

 

Psychodynamik des Arbeitslebens – Banalität des Bösen – normopathische Gesellschaft

Christophe Dejours, Souffrance en France, Seuil, Paris, 2000 (Entreprise moderne d’édition, 1985)

Christophe Dejours: Situations du travail. PUF 2016

Homepage des Institut de Psychodynamique du Travail von Christophe Dejours

Christophe Dejours et al. (Hrsg.) Psychopathlogien der Arbeit: Klinische Fallstudien. Brandes & Aspel, 2012 (besprochen von Jos Schnurer in socialnet, von Tilmann Moser in tilmannmoser und im aezteblatt  54)

Hannah Arendt: Eichmann in Jerusalem: Ein Bericht von der Banalität des Bösen. Piper Verlag 2013

Klaus-Dietmar Henke: Das Böse – nur banal? Aus: spiegel-online

Thomas Pany: Leiden an der Arbeit. Aus www.heise.de

Alexandra Rau: Suizid und neue Leiden am Arbeitsplatz.

 

Psychodynamische Diagnostik

Robert M. Weinryb, Robert J. Rössel, Henning Schenburg: Eine deutsche Version des „Karolinska Psychodynamic Profile – KAPP“ aus deepdyve

Karolinska psychodynamic profile aus wikiwand (fr.)

R.M. Weinryb & R.J. Rössel: Karolinska Psychodynamic Profile. KAPP In:  Acta Psychiatrica Scandinavica Suppl. 1991, S. 363, 1-23.

B. Haver, P. Svanborg & S. Lindberg: Improving the usefulness of the Karolinska Psychodynamic Profile in research: proposals from a reliability study In:  Acta Psychiatrica Scandinavica 1995, 92(2), S. 132-137.

Cord Benecke: Die Operationalisierte Psychodyanmische Diagnostik (OPD) aus www.opd-online

 

Sozialisation, Konformität, soziale Normen und Stereotype in der Sozialpsychologie

Klaus-Jürgen Tillmann: Sozialisationstheorien – eine Einführung in den Zusammenhang von Gesellschaft, Institution und Subjektwerdung, Reinbek 2000 (10. Aufl.), überarbeiteter Text von Kap. 1 in: Sozialisation – was ist das? was ist das?

o. A. Stanford Prison Experiment. The Story

Stanley Milgram: Das Milgram-Experiment. Zur Gehorsamsbereitschaft gegenüber Autorität. Rowohlt, Reinbek 1982

  • weitere Hinweise zu Konformität, Sozialisation und zum Stanford- und Milgram-Experiment in Konformität

Monika Birkner: Die Angst vor Sichtbarkeit. Aus: monikabirknerfreedombusiness.de,    https://monikabirknerfreedombusiness.de/keine-angst-vor-ablehnung-unternehmer/ (Birkner weist auf die Ängste vor sozialer Ablehnung von Soloprenuren (EPUs) & KMU hin. Mit Hintergrund-Studien)

 

Konformitäts-Studien

 

Soziale Ängste

DSM-IV: 6 Angststörungen , 6.1.2 Soziale Phobien. Aus www.beltz.de (Auszug aus Neale und Hautzinger: Klinische Psychologie. 8. Auflage. Beltz Verlag, Weinheim, Basel 2016)

Rolf Merkle: Woher kommt die Angst vor Ablehnung. Aus: https://www.angst-panik-hilfe.de/angst-vor-ablehnung-ursachen.html

Dieter Bischop, Randolph Moreno Sommer: Angst überwinden und auflösen. Aus: https://www.hanseatisches-institut.de/angst-ueberwinden-und-aufloesen/

MSS Research: Individuality and Social Conformity. What is the driving force behind this phenomenon of social conformity? Aus: https://www.mssresearch.org/?q=node/628

Martina M. Cartwright: The Suppression of Individual Liberty. How restrictions contribute to anxiety and unhappiness. Aus: https://www.psychologytoday.com/us/blog/food-thought/201605/the-suppression-individual-liberty

 

Das falsche Selbst – Winicott

Donald Woods Winnicott: Ichverzerrung in Form des wahren und des falschen Selbst. In: Donald Woods Winnicott: Reifungsprozesse und fördernde Umwelt. Psychosozial Verlag 2006 (S. 182-199 – Kap. 12: Ich-Verzerrung in Form des wahren und des falschen Selbst.)

Dunja Voos: Falsches Selbst. aus www.mediin-im text.de

kritischeperspektive: „Liebe“ und Narzissmus II

Ralph Butzer: Selbst, falsches. Aus Friederich Karl Georg Dorsch (Hrsg.). Lexikon der Psychologie

Eckhard Frick: Der Kampf um die Anerkennung des ‚falschen‘ Selbst und die Suche nach der authentischen psychotherapeutischen Beziehung (ppt-Präsentation an der Hochschule für Phliosophie, München)

Steffi Eberle: Analyse zu „Alice Miller: Das Drama des begabten Kindes“

Tillmann Moser: Suche nach dem verlorenen Selbst. Aus: www.spiegel.de

 

Prokrustres-Mythos

Heinrich Wilhelm StollDamastes. In: Wilhelm Heinrich Roscher (Hrsg.): Ausführliches Lexikon der griechischen und römischen Mythologie. Band 1,1, Leipzig 1886, Sp. 942–942 (Digitalisat).

Johannes IlbergPolypemon. In: Wilhelm Heinrich Roscher (Hrsg.): Ausführliches Lexikon der griechischen und römischen Mythologie. Band 3,2, Leipzig 1909, Sp. 2683–2683 (Digitalisat).

Otto HöferPolypemonides. In: Wilhelm Heinrich Roscher (Hrsg.): Ausführliches Lexikon der griechischen und römischen Mythologie. Band 3,2, Leipzig 1909, Sp. 2683–2689 (Digitalisat)

Sylvia Seelert: Theseus. Die Wanderung nach Athen. In: http://www.mythentor.de/griechen/theseus2.htm

 

Zu Archetypen und Stereotypen

Jean Shinoda Bolen: Göttinnen in jeder Frau: Psychologie einer neuen Weiblichkeit. Ullstein, 2004. Engl.: Goddesses in Everywoman HarperCollins, 2008

Jean Shinoda Bolen: Götter in jedem Mann: besser verstehen, wie Männer leben und lieben. Heyne, 1998. Engl.: Gods in Everyman: Archetypes That Shape Men’s Lives. Harper Collins, 2009.

Jean Shinoda Bolen: Das Tao der Psychologie: Sinnvolle Zufälle- Heyne, 1998.

Jean Shinoda Bolen: Artemis: The Indomitable Spirit in Everywoman. Conari Press, 2014.

Jean Shinoda Bolen: Goddesses in Older Women: The Third Phase of Women’s Lives. Harper Collins, 2009

 

Normopathie in der Potenzialorientierte Psychotherapie und Psychosomatik

Wolf Büntig: Die Seinsdimension in der Potentialorientierten Psychotherapie. zist, 2007. https://www.zist.de/de/veroeffentlichung/die-seinsdimension-der-potentialorientierten-psychotherapie

Wolf Büntig: Normopathie und Autonomie – Potentialorientierte Psychotherapie und Psychosomatik Audio-CD, Auditorium-Netzwerk, 2001

KenFM: Wolf Büntig über menschliche Entfremdung und eine Normopathie-gesteuerte Gesellschaft. youtube, 2017

KenFM: KenFM im Gespräch mit: Wolf Büntig. youtube 2017 aus: https://www.zist.de/de/veroeffentlichung/die-seinsdimension-der-potentialorientierten-psychotherapie

 

Logotherapie und Existenzanalyse, Lebens-Sinn, Lebens-Aufgabe, Berufung

Süddeutsches Institut für Logotherapie & Existenzanlayse: Essenz der Logotherapie und Existenzanalyse. https://logotherapie.de/essenz-logotherapie.html

Dieter Jenz: Das Wissen um eine Lebensaufgabe. 23. 10.2018. https://dieter-jenz.de/lc/das-wissen-um-eine-lebensaufgabe-frankl/

Gophiel: Heilung deiner Lebensaufgabe. https://www.gophiel.eu/veranstaltungen/workshops/lebensaufgabe/

Bo Jacobsen: Invitation to existential psychology. A psychology for the unique human being and its applications in therapy. John Wiley 2007.

Ralf Feix (u. a.): Berufung? Was ist das? https://www.berufe-der-kirche-speyer.de/berufung/

 

Internalisierung – Externalisierung – Selbstobjetivierung – Entwicklungs-Psychologie

Stavros Mentzos: Neurotische Konfliktverarbeitung. Einführung in die psychoanalytische Neurosenlehre unter Berücksichtigung neuerer Perspektiven. © 1982 Kindler, Fischer-Taschenbuch, Frankfurt 1992. (Springer Link)

Ulrike Lehmkuhl, Hellgard Rauh: Die Bedeutung entwicklungspsychologischer Modelle für die Kinder- und Jugendpsychiatrie. Aus http://psydok.psycharchives.de. 1996. http://hdl.handle.net/20.500.11780/2203.

Doris Bischof-KöhlerSelbstobjektivierung und fremdbezogene Emotionen. Identifikation des eigenen Spiegelbildes, Empathie und prosoziales Verhalten. In: Zeitschrift für Psychologie, (1994) Vol. 202: S. 349-377. Aus: epub.ub.uni-muenchen.de. https://epub.ub.uni-muenchen.de/2913/. (Volltext)

 

Weitere Links

Film Amadeus von Milos Forman. Aus Imdb: https://www.imdb.com/title/tt0086879/ (Authentisches Leben – normopathisches Leben)

Wolfgang Schneider, Ulman Lindenberger. Entwicklungspsychologie: Vormals Oerter & Montada. Mit Online-Materialien. Weinheim. Beltz. (Hinweise zu Konzepten der Entwicklungsaufgaben)

Tom Hormby: Think Different: The Ad Campaign that Restored Apple’s Reputation. 2013.08.10.  http://lowendmac.com/2013/think-different-ad-campaign-restored-apples-reputation (Think different – der Apple Slogan – historische Aufarbeitung)

 

„Gesundheit zum Tode“: Theodor W. Adorno

Theodor W. Adorno: Minma Moralia. Reflexionen aus dem beschädigten Leben. Suhrkamp 2001 (1. – 1951).
engl.: Minima Moralia. Reflections from damaged life. 11. Auflage 1999 (Volltext)
Besprechung in einem Blog-Beitrag von Thomas Trueten: Gesundheit zum Tode. https://www.trueten.de/permalink/Gesundheit-zum-Tode.html.

Mondrian Graf von Lüttichau: Gegen die Entfremdng. Pfadfindereien um menschengemäßt Wahrheit. 2009. https://autonomie-und-chaos.de/images/stories/pdf/auc-22-ge-gesamt.pdf – Kapitel „Wahnsinn der Normalität“, S. 256 ff., insbes. S. 260

 

Zusätzliche Literatur:

Idenifikation versus Autonomie (Arno Gruen)

Arno Gruen: Identität, speziell: „Jüdische Identität“. Aus hagalil.com, 23. 10. 2015. http://www.hagalil.com/2015/10/arno-gruen/.55

Arno Gruen: Warum sind wir so gerne gehorsam? (podcast zum Tod von Arno Gruen. Moderation: Britta Bürger) Aus: www.deutschlandfunkkultur.de. youtube

Arno Gruen: wider den Gehorsam. youtube.

Holger Baumann: Autonomie und Ambivalenz. Dissertation. Universität Zürich. Aus: zora.uzh.ch. 2012.  https://www.zora.uzh.ch/id/eprint/157539/1/157539.pdf.

 

Wertequadrat

Schulz von Thun: Das Werte- und Entwicklungsquadrat. Aus schulz-von-thun.de. https://www.schulz-von-thun.de/die-modelle/das-werte-und-entwicklungsquadrat.

Rudi Ballreich im Interview mit Friedemann Schulz von Thun: Die Wahrheit beginnt zu zweit! Aus: schulz-von-thun.de. https://www.schulz-von-thun.de/files/Inhalte/PDF-Dateien/Interview%20Die%20Wahrheit%20beginnt%20zu%20zweit.pdf.

Paul Helwig: Charakterologie.  Klett Verlag 1936. (2. Auflage. Freiburg: Herder. 1969)

Jürgen Heckel: Kommunizieren lernen. Anregungen zur Selbsthilfe. Friedrich Ebert Stiftung. o. J. Aus: library.fes.de. http://library.fes.de/pdf-files/akademie/bayern/07827.pdf. (Kap. 2: Das Werte- und Entwicklungsquadrat, S. 14ff.)

  1.   Zitat von Vincent Van Gogh
  2.   Die Psychotherapeutin Joyce McDougall hat versucht, dieses Phänomen – vor allem in Bezug auf weibliche Sexualität – zu beschreiben und zu messen. Vgl. Joyce McDougall: Plea for a Measure of Abnormality 
  3. Individualiät kann definiert werden als „eine Besonderheit der Eigenschaften eines Einzelwesens, unverwechselbare Züge,die es mit anderen nicht gemein hat.“ Die Person wird dann als „individuiert“ bezeichnet. Vgl. Gertrud Nunner-Winkler: Identität und Individualität, S. 466. Auf die derzeitige gesellschaftliche Tendenz, Individualität zu vermeiden, weist Vince Ebert hin. Er verweist dabei auf den Philosophen Eric Hoffer: „Wenn Leute machen können, was ihnen gefällt, ahmen sie einander nach.“ Vgl. Vince Ebert: Evolutionsbiologisch sind wir alle Holländer.   
  4.   Individuation beinhaltet die Entwicklung eigener Potenziale, Ressourcen, Anlagen, Meinungen, Einstellungen, …, um sich als einmaliges und einzigartiges menschliches Wesen (Individuum) zu erkennen und zu verwirklichen. C. G. Jung definiert Individuation: „Individuation bedeutet: zum Einzelwesen werden, und, insofern wir unter Individualität unsere innerste, letzte und unvergleichbare Einzigartigkeit verstehen, zum eigenen Selbst werden. Man könnte ‚Individuation‘ darum auch als ‚Verselbstung‘ oder als ‚Selbstverwirklichung‘ übersetzen.“  C. G. Jung: Gesammelte Werke. 7, § 266, 404
  5. Ein weitere Definition der Individuation von C. G. Jung, der den Bezug zur Normopathie herstellt:  Die Indivdiuation ist allgemein der Vorgang der Bildung und Besonderung von Einzelwesen, speziell die Entwicklung des psychologischen Individuums als eines vom Allgemeinen, von der Kollektivpsychologie unterschiedenen Wesens. Die Indivdiuation ist daher ein Differenzierungsprozess, der die Entwicklung der individuellen Persönlichkeit zum Ziele hat. Die Notwendigkeit der Individiuation ist insofern eine natürliche, als eine Verhinderung der Individuation durch überwiegende oder gar ausschließliche Normierung an Kollektivmaßstäben eine Beeinträchtigung der individuellen Lebenstätigkeit bedeutet. Die Individualität ist aber schon physisch und physiologisch gegeben und drückt sich dementsprechend auch psychologisch aus. Eine wesentliche Behinderung der Individualität bedeutet daher eine künstliche Verkrüppelung. C. G. Jung, zitiert aus:Tewes Wischmann:  Der Individuationsprozessin der analytischen Psychologie C. G. Jungs , S. 6 
  6.   Vgl. Arno Gruen: Der Wahnsinn der Normalität
  7.   Aus: Georg Psota, Michael Horowitz: Das weite Land der Seele.  Nachspiel von Michael Horowitz, S. 227  
  8.   Vgl. Georg Psota, Michael Horowitz: Das weite Land der Seele. Manfred Lütz: Irre!.  
  9. Georg Psota: Einführung: Von Ver-rückten und Normalen. In: Georg Psota, Michael Horowitz: Das weite Land der Seele.   
  10. Internalisierung heißt, dass sich Personen (vor allem in den frühen Phasen des Lebenslaufs – im Rahmen der Erziehung / Sozialisation) gesellschaftliche und soziale Normen, Werte, Sitten und soziale Rollen aneignen, sie verinnerlichen. Internalisation ist also ein psychischer Prozess, bei dem Außeres (soziale Normen) nach innen getragen werden (vgl. dazu auch den Prozess der Introjektion. )
    Beim polaren, komplementären Prozess der Externalisierung wird Inneres nach Außen getragen, z. B. im Rahmen des künstlerischen Ausdrucks, bei dem psychische Zustände in künstlerische Werke transformiert werden.(„Selbstojektivierung“ – vgl. z. B.  Doris Bischof-KöhlerSelbstobjektivierung und fremdbezogene Emotionen.
    Das Zusammenwirken von Internalisierung und Externalisierung ist wichtiger Teil der Entwicklung einer Person und Gegenstand der Entwicklungs-Psychologie. Vgl. z. B. Ulrike Lehmkuhl, Hellgard Rauh: Die Bedeutung entwicklungspsychologischer Modelle für die Kinder- und Jugendpsychiatrie.  
  11.   Die Art und Weise des Zusammenwirken von Intenalisierung und Externalisierung bildet auch Persönlichkeits-Typen heraus:

    „In der Persönlichkeitspsychologie und Entwicklungspsychologie sowie der Psychopathologie stellen sich immer wieder zwei unterschiedliche Persönlichkeitstypen heraus, die je nach theoretischem und methodischem Zugang als quasi Idealtypen, als Pole einer Persönlichkeitsdimension oder als markante Kombination aus Basisdimensionen der Persönlichkeit bzw. als charakteristische Verhaltensmuster in der Psychopathologie beschrieben werden. In der Kinder- und Jugendpsychiatrie wird von Externalisierung und Internalisierung gesprochen. Diese phänomenologischen Ähnlichkeiten sind bislang in Ansätzen auf ihre empirischen Zusammenhänge hin überprüft worden. Es gibt erste Versuche, die Persönlichkeitsdimensionen des Erwachsenenalters im frühen Jugendalter zu replizieren und mit Verhaltensauffälligkeiten in Beziehung zu bringen.“
    Ulrike Lehmkuhl, Hellgard Rauh: Die Bedeutung entwicklungspsychologischer Modelle für die Kinder- und Jugendpsychiatrie.

  12.   Im Pygmalion-Mythos (in den Metamorphosen des Ovid) wird dieses Zusammenspiel von Externalisierung und Internalisierung symbolisch dargestellt. (vgl. Stavros Mentzos: Neurotische Konfliktverarbeitung. )
    Pygmalion, ein griechischer Bildhauer wurde von Frauen enttäuscht. Er schafft eine wunderschöne Frauenstatue aus Elfenbein. Sie ist so liebreizend, dass er sich in diese Statue verliebt. Er bittet im Tempel der Venus die Göttin der Liebe um eine Frau wie diese Statue. Als er nach Hause kommt, wird diese Statue lebendig. Sie wird seine Frau und die beiden bekommen zwei Töchter.  Der Mythos ist Basis des Musicals ‚My fair lady
  13.   Vgl. Klaus-Jürgen Tillmann: Sozialisation – was ist das? was ist das? S. 33  
  14. auch die narzisstische Störung könnte dazu gezählt werden
  15.   vgl. Peter Fiedler: Persönlichkeitsstörungen
  16. Sebastian Osterhaus: „Die Art meiner künstlerischen Gestaltung gibt einen Einblick in die Welt, so wie ich sie wahrnehme: In ihrer Vielfalt so herausfordernd, dass etwa die Grenzen zwischen Mensch, Tier und Natur fließend ineinander übergehen.“
  17.   Joyce McDougall, Plaidoyer pour une certaine anormalité 
  18.   Bei der Normopathie ist auch die Furcht vor Ablehnung beteiligt. Vgl. dazu Laura Mlina Seiler: Angst vor Ablehnung überwinden
  19.   Zitat: Joyce McDougall: Plädoyer für eine gewisse Anormalität. Aus: psychosozial-verlag
  20. Christopher Bollas, The Shadow of the Object: Psychoanalysis of the Unthought Known, Routledge, … the numbing and eventual erasure of subjectivity, in favour of a self that is conceived as a material object among other man-made products in the object world.  (S. 135 f. 
  21. Joyce McDougall hatte  solche Personen“anitanalysand“ genannt, wie Bollas erwähnt.   Christopher Bollas, The Shadow of the Object, Kap. 8. „A normotic person is someone who ist abnormally normal. He is too stable, secure, comfortable, and socially extrovert. He is fundamentally disintgerested in subjective life an dhe is inclined to reflect on the thingness of objects, on their material reality, or on ‚data‘ that relat to material phenomena.“
  22.   Bollas nennt das einen ’normotic breakdown‘
  23.   Vgl. Christopher Bollas: Meaning and Melancholia 
  24. Vgl. dazu auch o. A.: Normopathie: der ungesunde Wunsch, wie die anderen zu sein.  
  25.   Vgl. Hans-Joachim Maaz: Das falsche Leben. Ursachen und Folgen unserer normopathischen Gesellschaft
  26.   Bekannt geworden sind vor allem die Studien Dejour’s über die Leiden der Arbeitnehmer in einem französischen Telekommunikations-Unternehmen – vgl. Christophe Dejours, Souffrance en France, vgl. auch Thomas Pany: Leiden an der Arbeit, Alexandra Rau: Suizid und neue Leiden am Arbeitsplatz.
  27.   vgl. Christophe Dejours, Souffrance en France, Seuil, Paris, 2000, S. 183. Christophe Dejours: Situations du travail. PUF 2016. Zum Konzept der Banalität des Bösen: Hannah Arendt: Eichmann in Jerusalem: Ein Bericht von der Banalität des Bösen. Piper Verlag 2013.  o. A.: Normopathie. In wikipedia-fr
  28.   Arendt analysierte den 1961 in Jerusalem geführten Prozess gegen den ehemaligen SS-Oberstrumbannführer Adolf Eichmann. Sie kennzeichnet Eichmann als Menschen, der nicht als extrem unmoralischen Menschen weder extrem antisemitsch noch Ungeheuer oder Dämon. Vielmehr beschreibt sie ihn als normalen (normopathischen) Menschen. Er erfüllte das, was er als seine Pflicht sah und gehorchte dem Willen des Gesetzgebers Adolf Hitler. Er war – wie andere normophatische Menschen – nicht mehr Herr über sich selbst, sah sich unfähig darin, etwas zu ändern, sah keine Wahlmöglichkeiten. Die „gute“ Gesellschaft mit den Spitzen der Politik und Verwaltung hatte ja auf der Wannseekonferenz der Endlösung zugestimmt. Damit hatte Eichmann hatte seine Moral und sein Gewissen an die (oberen) Autortäten abgegeben.    
  29. Carlo Strenger: Superwomen und Normopathie, FN 45 
  30.   Vgl. Theodor W. Adorno: Minma Moralia . Vgl. auch Mondrian Graf von Lüttichau: Gegen die Entfremdng,  S. 260 
  31.   Vgl. Robert M. Weinryb, Robert J. Rössel, Henning Schenburg: Eine deutsche Version des „Karolinska Psychodynamic Profile – KAPP“. Karolinska psychodynamic profile aus wikiwand. Cord Benecke: Die Operationalisierte Psychodyanmische Diagnostik (OPD) aus www.opd-online. Der KAPP wird vor allem im französischen Sprachraum verwendet, der OPD im deutschsprachigen. 
  32.   Vgl. Hans-Joachim Maaz: Hoffnung im falschen Leben. S. 2 ff.   
  33.   Hans-Joachim Maaz: Hoffnung im falschen Leben. S. 1 . 
  34.   Hans-Joachim Maaz: Hoffnung im falschen Leben. S. 2 ff.  
  35.   Vgl. z. B. Süddeutsches Institut für Logotherapie & Existenzanlayse: Essenz der Logotherapie und Existenzanalyse.  
  36.   Vgl.  Wolf Büntig: Normopathie und Autonomie . Ähnliche Definition: „Den polaren Gegensatz zur Bewegung der Selbstverwirklichung nenne ich (wie vor mir Viktor von Weizsäcker) Normopathie, das Leiden an der Stagnation der in der Normerfüllung Befangenen.“ Wolf Büntig: Die Seinsdimension in der Potentialorientierten Psychotherapie
  37.    Vgl. KenFM: Wolf Büntig über menschliche Entfremdung und eine Normopathie-gesteuerte Gesellschaft. youtube
  38.   Vgl. Jean Shinoda Bolen: Göttinnen in jeder Frau 
  39. Vgl. meinen Blog-Beitrag: über das Prokrutstres-Bett-Phänomen  
  40. Vgl. meinen Blog-Beitrag über Konformität und Konformismus 
  41. Vgl. dazu meinen Beitrag über das falsche und das wahre Selbst.
  42.   Vgl. dazu Schulz von Thun: Das Werte- und Entwicklungsquadrat, Rudi Ballreich im Interview mit Friedemann Schulz von Thun: Die Wahrheit beginnt zu zweit!.  Paul Helwig: Charakterologie
  43. Ebenso gilt dies natürlich auch für alle sozialen Berufe. 
  44.   Zum Multiplikator-Effekt der Führung vgl. meinen Blog-Beitrag zum Multiplikator-Effekt der Führung
  45.   o. A.: Normopathie: der ungesunde Wunsch, wie die anderen zu sein. Aus: Gedankenwelt 
  46.   Edgar K. Geffroy: Das Ende der Geschäftsmodelle. Neue Strategien für eine disruptive Welt. Redline Verlag 2018
  47.   Tom Hormby: Think Different  , Übersetzung in wikipedia: Think Different, Original-Text:
    Think Different
    Here’s to the crazy ones.
    The misfits.
    The rebels.
    The troublemakers.
    The round pegs in the square holes.
    The ones who see things differently.
    They’re not fond of rules.
    And they have no respect for the status quo.
    You can quote them, disagree with them, glorify or vilify them.
    But the only thing you can’t do is ignore them.
    Because they change things.
    They push the human race forward.
    And while some may see them as the crazy ones,
    We see genius.
    Because the people who are crazy enough to think
    they can change the world,
    Are the ones who do.
  48. Viktor Frankl zitiert aus: Süddeutsches Institut für Logotherapie & Existenzanlayse: Essenz der Logotherapie und Existenzanalyse.  
  49. Viktor Frankl, zitiert aus Dieter Jenz: Das Wissen um eine Lebensaufgabe
  50.   Vgl. Bo Jacobsen: Invitation to existential psychology.  S. 145 
  51. Die Suche nach der eigenen Lebensaufgabe ist nicht nur Aufgabe der Logotherpie sondern auch zahlreicher spiritueller und mystischer Ansätze, z. B. der Numerologie, die sich aus der Zahlensymbolik Hinweise auf die eigene Lebensaufgabe erhofft. Vgl. z. B. Gophiel: Heilung deiner Lebensaufgabe.
  52.   Konzepte für persönliche Entwicklungsaufgaben – mit Schwerpunkt im Jugendalter – stammen z. B. von Robert J. Havighurst,  Klaus Hurrelmann. Vgl. z. B. Wolfgang Schneider, Ulman Lindenberger. Entwicklungspsychologie 
  53.   Vgl dazu meinen Blog-Beitrag: Warum bist Du nicht  Susja gewesen?  
  54.   Wichtige Erkenntnis darin: “ Psychiater und Psychotherapeuten sind kaum ausgebildet, um subtile oder grobe Schädigungen durch bedrückende Arbeitsverhältnisse wahrzunehmen. Die Versuchung ist noch immer groß, seelische Erkrankungen der individuellen Vorschädigung zuzuschreiben.“
  55.   „Vielleicht sollten wir den Unterschied zwischen Identität und Identifikation deutlich machen, indem wir erkennen, dass Identifikation nicht die Basis für eine eigene Identität bildet. Dass Identifikation und Identität einen Widerspruch in sich bergen, weil Identifikation eben nicht zur Entwicklung einer autonomen, originären Identität führt“ 

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