Normopathie: Wie normal sind wir?

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„Die Normalität ist eine gepflasterte Straße; man kann gut darauf gehen – doch es wachsen keine Blumen auf ihr.“1 Víncent Van Gogh: Selbstportrait mit Bandage und Pfeife, 18889 – keine Gefahr für Normopathie

Was ist Normopathie?

Normopathie ist die Krankheit zu normal zu sein. Gewöhnlich spricht man von Krankheit  (egal ob körperlich oder psychisch), wenn man vom normalen (= gesunden ) Zustand zu weit abweicht. Man sagt dann: „Der ist ja nicht normal.“ oder „Sie ist krank.“ Oder „Er ist gestört.“ oder „Sie ist verrückt“ und das bedeutet immer Negatives. Dass es auch krank oder gestört sein kann, zu normal zu sein, ist für Viele neu. Schließlich bemühen wir uns doch oft, uns anzupassen, nicht aufzufallen, nicht abzuweichen, normal zu erscheinen. Aber dieses Bemühen, diese Anpassung kann krankhaft werden, wenn sie in gewisses Maß übersteigt.

Wann sind wir krankhaft normal?

Es ist nicht einfach, festzustellen, ab wann dieses Streben nach Anpassung, nach Konformität und (gesellschaftlicher) Akzeptanz pathologisch wird.2

Diese krankhafte Überangepasstheit an Normen der Gesellschaft, der Familie oder anderen Autoritäten steht im polaren Gegensatz zur Individualität3. Völlige Unangepasstheit an gesellschaftliche Normen wäre das andere Extrem.  Wir stehen also im Spannungsfeld zwischen Über- und Unter-Anpassung. Unsere Unterschiedlichkeit besteht auch darin, inwieweit die Wagschale sich mehr in die eine oder andere Richtung dieser beiden Extreme neigt. Geht diese Balance völlig verloren, so kann man diesen Zustand als krankhaft bezeichnen – als normopathisch. So viel Anpassung wie (zum Gelingen des gesellschaftlichen Zusammenlebens) nötig und soviel Individualität wie möglich, wäre aus meiner Sicht anzustreben.

Der Prozess, der zur Herausbildung der eigenen Individualität wird in der Analytischen Psychologie von C. G. Jung als  Individuation bezeichnet.4, 5.  die Entwicklung zur eigenen Individualität beinhaltet das Streben, die eigenen Anlagen, Potenziale, Begabungen, Archetypen usw. zu entwickeln und zum Ausdruck zu bringen.

Ist dieser Prozess gestoppt oder stark beeinträchtigt, so kann das als Hinweis auf einen pathologischen Zustand, den Zustand  der Normopathie, angesehen werden.

Arno Gruen bezeichnet die Normopathie als ‚Wahnsinn der Normalität‚ und weist darauf hin, dass durch die Unfähigkeit der Normopathen das eigene Innere, die eigenen Gefühle wahrzunehmen destruktive Tendenzen entstehen. Wenn die eignen Gefühle und Emotionen abhanden kommen, so tritt häufig an deren Stelle Selbsthass und die Fähigkeit zur Empathie und echtem Mitgefühl gehen verloren.6 Die Unfähigkeit, die inneren Impulse und Gefühle wahrzunehmen könnte also ein weiterer Indikator für die Normopathie sein.

Zusammengefasst sind die Kriterien für Normopathie

  • Wenn die Balance verloren geht und die Waagschale von Individualität auf der einen Seite und Anpassung auf der anderen Seite zugunsten letzterer ausschlägt
  • Wenn der Prozess der Individuation, zur Entwicklung zu einem einmaligen Wesen zum Stillstand kommt.
  • Wenn einer Person die eigenen Gefühle und Emotionen abhanden kommen.

Normopathie und Sozialisation. Oder:
Wie entsteht Normopathie?

Sozialisation als Anpassung an die (Trink-)Gewohnheiten der Gesellschaft. „Der erste Schluck“, Gemälde von Hugo Oehmichen, Düsseldorf, spätestens 1932

Individuation als Entwicklungsprozess zur eigenen Individualität steht im Einfluss und im Gegensatz zur Sozialisation und Konformität, zur Anpassung an die Normen eines sozialen Systems, an die Normen der Gesellschaft, einer Organisation, einer Gruppe oder einer Familie.

Von Sozialisation spricht man (in der Sozial- und Entwicklungs-Psychologie) in erster Linie im Zusammenhang mit der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen und meint damit die Anpassung dieser Personen an die ‚üblichen‘, ’normalen Werte und Normen aber auch Handlungs-Muster, Wahrnehmungs-, Denk- und Gefühls-Muster durch das Elternhaus, durch die Schule und anderer Institutionen. Es soll erreicht werden, dass (absichtlich, z. B. durch Erziehungs-Maßnahmen aber auch unabsichtlich in der sozialen Interaktion) die sozialen Normen internalisiert, d. h. verinnerlicht werden. Dadurch entsteht die Tendenz, die Realität so zu interpretieren / konstruieren, wie es üblich ist und sich entsprechend den Normen, Gewohnheiten und Werten der Gesellschaft bzw. des sozialen Systems zu verhalten und deren Werthaltungen zu teilen.  Man spricht dann auch von einem „gesellschaftlich handlungsfähigen Subjekt7  Sozialisations-Instanzen sind vor allem die Eltern und Autoritäten in Schulen, Sport- und Kultur-Institutionen.

Man kann die Normopathie als Ausdruck einer übermäßig starken, missglückten Sozialisation betrachten. Der Mensch hat sich nicht als autonome und in die Gesellschaft integrierte Persönlichkeit entwickelt sondern als ein an die Gesellschaft völlig angepasstes Wesen, das seine Individualität geopfert hat.

Erfolgreiche Erziehungs- und Entwicklungs-Prozesse erfordern aus meiner Sicht eine Balance von Individuation und Sozialisation . Wird eine Seite stark betont, so kommt es zu Störungen, ist die Betonung extrem, so kommt es zur pathologischen Zuständen, zur Soziopathie bzw. zur dissozialen / antisozialen (auch psychopathischen) Persönlichkeitsstörung8 auf der einen und zur Normopathie oder auch zur abhängigen / dependenten Persönlichkeits-Störung.9 auf der anderen Seite (völlige Anpassung an äußere Normen oder andere Menschen).

Der psychologische Hintergrund: Ursprung des Normopathie-Konzepts in der Psychoanalyse

Gemälde von Sebastian Osterhaus, zeitgenössischer Maler: „Die Kunst ist der natürliche Feind der Normalität“10
Mit der Normopathie hat sich ursprünglich die post-freudianische Psychoanlayse befasst: Den Begriff „Normopath“ hat Joyce McDougall11 eingeführt. Sie spricht von einer ‚Furcht vor Individualität12 und plädiert für eine gewisse (gesunde) Anormalität. „Die Autorin hält ein Plädoyer für die Freiheit des Subjekts, das nur dann Individualität entwickeln kann, wenn es sich von den anderen unterscheidet und gesellschaftliche Normen ein wenig verletzt. Es geht der Autorin nicht nur um die Toleranz gegenüber der Anormalität der anderen, sondern vor allem darum, mit den eigenen unreifen, infantilen, irrationalen und unbewußten Anteilen im eigenen Ich toleranter umzugehen.“13

Christopher Bollas hat später von einer „Normotic Illness“ gesprochen. 14, einem abnormen Bedürfnis, normal zu sein bzw. von einer „normotic person“ oder „normotic personality“ als einer Person, die abnormal normal ist.15 Im Gegensatz zur Psychose, bei der die Außenwelt ignoriert wird, wird bei der norotischen (normopathischen) Person die Innenwelt ignoriert. Nur die Außenwelt ist wichtig.16 Bollas weist darauf hin, wie viele Normopathen es derzeit gibt und spricht von einer ‚normopathischen Gesellschaft17 18 Auch Hans-Joachim Maaz spricht von einer normopathischen Gesellschaft und untersucht deren Ursachen und Folgen.19

Der Psychoanalytiker Christophe Dejours 20 betont in seiner Psychodynamik des Arbeitslebens die negativen Aspekte der Normopathie für die Gesellschaft („normopathische Gesellschaft“) und bringt sie in die Nähe der ‚Banalität des Bösen‚ einem sehr umstrittenen  Konzept von Hannah Arendt 21 22

Carlo Strenger spricht bei der Normopathie von „dem krankhaften Versuch, den Hochleistungsnormen unserer Gesellschaft gerecht zu werden.23 Diese gesellschaftskritische Dimension der Normopathie analyiert auch Theodor W. Adorno. in seinen Minima Moralia Er bezeichnet diese kranke Normalität als „Gesundheit zum Tode„.24

Die Normopathie ist auch  Teil eines psychodyanmischen Diagnose-Instrumentes des KAPP (Karolinska Psychodyanmikc Profile), der, wie der OPD (Operationalisierte Psychodyanmische Diagnostik) von psychoanaltytish und teifenpsychologische orientierten Psychotherapeuten verwendet wird.25

Hinweise zur Normopathie in weiteren psychologischen Ansätzen

Normopathie in der Logotherapie

In der Logotherapie sieht man die Normopathie in Zusammenhang mit Selbst-Entfremdung und dem Mitläufertum einerseits und im Gegensatz zum Finden des eigenen Sinns und der Lebensaufgabe andererseits. Normopathie entsteht in der Gesellschaft aus Selbst-Entfremdungen, wenn das Gestörte, das ‚Pathische‘ als normal gilt, weil es von ihr so wahrgenommen wird.  Die Mehrheit sieht das Krankhafte als normal und handelt danach. Andere wollen dazugehören („Mitläufer-Syndrom“) und passen sich an. 26 drückt das folgendermaßen aus: „Massenpsychologisch lassen spezifische Selbst-Entfremdungen eine
Normopathie entstehen. Das Gestörte („Pathische“) wird als „normal“
wahrgenommen, weil eine Mehrheit das so sieht, versteht und danach
handelt. Dabei ist das sog. Mitläufer-Syndrom hilfreich, d. h. das soziale
Grundbedürfnis, unbedingt dazugehören zu wollen, angenommen und
bestätigt zu werden und keinesfalls abgelehnt, diskriminiert und als
Außenseiter ausgegrenzt zu werden. Je größer die Selbst-
Entfremdungen sind, desto stärker ist der Mitläufer-Sog aus Unsicherheit
und ungestillter Bedürftigkeit.“ ]. Bei der Frage nach Möglichkeiten der Überwindung der Normopathie steht in der Logotherapie die Suche nach dem eigenen Lebens-Sinn und der Lebens-Aufgabe im Vordergrund.27

Normopathie in der Potenzialorientierte Psychotherapie

Wolf Büntig, ein bekannter deutscher Psychotherpeut der Potenzialorientierte Psychotherapie und Psychosomatiknennt Viktor von Weizsäcker, ein Begründer der psychosomatischen Medizin, als Begründer des Begriffs der Normopathie. Büntig definiert Normopathie als „das Leiden an der Gewohnheit, nach den Normen zu leben“28. Er nannt die Normopathen auch „konditionierten Persönlichkeit„, weil sie nicht gelernt haben, ihr eigenes Leben zu leben, das zu tun, was von ihr erwartet wird. Dieses Übermaß an Anpassung und Ausrichtung auf die äußere Welt und ihren Erwartungen führt in die mit der Normopathie einhergehend „normale Depression“. Büntig kritisiert besonders das häufige Praxis einer überstarken Affektkontrolle und Aggressionshemmung in der Erziehung, die dazu führt, dass wir unfähig werden in uns hineinzuspüren und zu -fühlen und damit auch zur Unfähigkeit, unser eigenes Leben zu führen. Wir werden entfremdet von der eigenen Natur – unter dem Gebot der Anpassung an die Normen. Gesteuert wird das häufig durch unser Bedürfnis nach Zugehörigkeit: Wir gehören nur dazu, wenn … (wir uns angepasst verhalten, leisten und konsumieren, …) 29

Normopathie ist für Büntig der polare Gegensatz zur Selbstverwirklichung, ein Leiden an der Stagnation der in der Normerfüllung Befangenen. Büntig nimmt als Beispiel eines Normopathen die Figur des Salieri im Film Amadeus von Milos Forman.

Weitere Hinweise

In der Analytischen Psychologie von C. G. Jung und dessen Nachfolger_innen30 bedient man sich einer Analogie in der griechischen Mythologie und spricht von einem Prokrustres-Bett-Phänomen, wenn sich die Persönlichkeit an die Erwartungen der Umwelt zu sehr anpasst, besonders wenn die Erwartungen ganz anders gestaltet sind als es der Persönlichkeit des Betreffenden entsprechen würde.31

In der Sozialpsychologie spricht man von Konformität und Konformismus, wenn es darum geht, das Phänomen der Anpassung an soziale Normen zu beschreiben und zu erklären. Dort gibt es zahlreiche Experimente, die dieses Phänomen untersuchen 32

Donald Winnicott hat ein Konzept des falschen Selbst entwickelt, um zu erklären wie und warum Eltern ihre Kinder zur Normopathie bzw. zur Anpassung an ihre eigenen unreflektierten Normen erziehen statt sie zu unterstützen, ihr wahres Selbst zu finden. 33

Lösungsansätze: Wie kommen wir aus der Normopathie-Falle heraus?

Selbst-Entwicklung

Was kann die Lösung für das Problem der Normopathie sein . Meines Erachtens führt der Weg über die aktive Auseinandersetzung mit sich selbst,  seinem eigenen Inneren, incl. seiner Vergangenheit und seinen verdrängten Inhalten. Vor allem gilt das auch für Führungskräfte und Unternehmer_innen, deren Handeln multiplikative Wirkung auf andere Mitarbeiter_innen hat. 34 Denn sie haben einen Multipliktor-Effekt und können damit viel Gutes ermöglichen, aber auch viel Leid anrichten.35

Hin zur Individualität

Betrachten wir Normalität und Individualität, so ist klar, dass mit Normalität wenig Geschäft zu machen ist. Wir brauchen  Individualität, um

  • um beruflich / geschäftlich Erfolg zu haben (in immer mehr Berufsfeldern)
  • um ein authentisches Leben führen zu können
  • um unsere persönliche Entwicklung fördern und uns zu dem zu entwickeln, der wir sind.

Ähnlich sieht das auch die ‚Gedankenwelt‘: „Unsere Individualität macht uns einzigartig und wertvoll, doch heute sind wir Zeugen – und in vielen Fällen Opfer – einer sehr ausgeprägten Normopathie. So macht uns dieses fast zwanghafte Bedürfnis, wie der Rest zu sein, zu Objekten innerhalb einer klar materiell orientierten Gesellschaft.“36

Think different

Ein Gegenkonzept zur Normopathie, das nicht aus der Psychologie stammt ist das von Apple propagierten“Think different„. Auch hier wird betont, dass nicht die Normalität sondern die Individualität den beruflichen und unternehmerischen Erfolg, aber auch Lebens-Erfolg ermöglicht.

Unsere Einzigartigkeit und (künstlerische) Kreativität führt uns dorthin. In den Worten eines Strategen:37

„Es ist eine künstlerische Form von Kreativität, die dafür sorgt, dass sich Kunden, auch wenn sie ‚Zuschauer‘ heißen, begeistern lassen. Es ist dieselbe Kreativität, die das Internet zum erfolgreichsten Massenmedium aller Zeiten macht – eine einzigartige Kombination aus Fantasie und Einfallsreichtum, die auch Disney World, Las Vegas und den Braodwas möglich gemacht hat. Und vielleicht sogar die Wall Street.  Ich spreche von der Fähigkeit, bewusst anders denken zu wollen und auch zu können. Von Querdenkern und Regelbrechern, die wir brauchen, wenn wir neue Strategien entwickeln.“

Der Text der Werbe-Kampagne von Apples lautet:38

THINK DIFFERENT
„An alle, die anders denken:
Die Rebellen,
die Idealisten,
die Visionäre,
die Querdenker,
die, die sich in kein Schema pressen lassen,
die, die Dinge anders sehen.
Sie beugen sich keinen Regeln,
und sie haben keinen Respekt vor dem Status Quo.
Wir können sie zitieren, ihnen widersprechen, sie bewundern oder ablehnen.
Das einzige, was wir nicht können, ist sie zu ignorieren,
weil sie Dinge verändern,
weil sie die Menschheit weiterbringen.
Und während einige sie für verrückt halten,
sehen wir in ihnen Genies.
Denn die, die verrückt genug sind zu denken,
sie könnten die Welt verändern,
sind die, die es tun.“

Lebensaufgabe, Sinn und Berufung

Meine persönliche Auffassung ist es,  unsere primäre Aufgabe, unser Inneres zum Ausdruck zu bringen, authentisch zu leben, uns authentisch zu verhalten, unser authentisches Leben zu führen und und unser wahres lebendiges Selbst zum Ausdruck zu bringen. In der Sprache der Logotherapie bedeutet das, Sinn in unserem Leben zu finden und zu unserer Lebensaufgabe zu kommen. Dies kommt auch auch im Menschenbild von Viktor Frankl zum Ausdruck:39

(Der Mensch) „… gedacht als einmalig, einzigartig, unwiederholbar; als körperlich-seelisch-geistige Einheit, ausgerichtet auf die Ent­deckung des Sinns der eigenen Existenz und auf die Verwirklichung der je eigenen Lebensaufgabe.“

An anderer Stelle beschreibt Viktor Frankl Sinn und Lebensaufgabe40

„Das Wissen um eine Lebensaufgabe hat einen eminent psychotherapeutischen und psychohygienischen Wert. Wer um einen Sinn seines Lebens weiß, dem verhilft dieses Bewusstsein mehr als alles andere dazu, äußere Schwierigkeiten und innere Beschwerden zu überwinden.“

In seinem Kapitel „To find the meaning of life in a chaotic world“ / „Redirecting your life in acordance with your life values“ beschreibt Jo Jacobson den Prozess der Suche nach der Lebensaufgabe. Er bezieht sich dabei auf das von Viktor Frankl beschriebene existenzielle Vakuum, dem Gefühl der inneren Leere, dem Gefühl, das Leben hätte keinen Sinn und keine Bedeutung, es gibt nichts, was das Leben wirklich lebenswert macht. Ein Konzept, das helfen kann, dieses Gefühl der Leere zu überwinden ist,  ist Frankl’s Konzept der Lebensaufgabe, verbunden mit einem Wechsel der Sichtweise („rotation of viewpoint“). 41

„Every person is seen as having such a life task at any particular point in time, whether or not they are aware of it. With this concept, Frankl helps the other person to restructure their conscionsness. … This rotation of viewpoint consists in saying to one####s conversational partner: You cannot ask what the meaning of life is. For you, that is a poinless question, not to raise it.Life itself aks this question of your. Your task is to answer the question, not to raise it. You answer it by taking responsibility for your own life. And you do not answer it in words, but indeeds.“

Es gilt also nicht Fragen zu stellen, sondern Antworten zu liefern: Die richtigen Antworten auf die Herausforderungen des Lebens.42

Es ist  nicht unsere primäre Aufgabe, uns anzupassen: anzupassen an die Vorstellungen de Eltern, der (Ehe-)Partner, der Gesellschaft. Es ist nicht unsere Aufgabe, ein ’normales Leben zu führen. Es ist unsere Aufgabe, unsere authentische Persönlichkeit zu entwickeln43 und ein authentisches Leben zu führen und das heißt: Authentische Anworten auf unser Leben zu geben.

Schließlich werden wir am Ende des Lebens nicht gefragt und fragen uns auch nicht selbst:

  • „Warum bist du nicht ein großer Mann oder eine berühmte Frau gewesen?“ und
  • „Warum hast du nicht gehandelt wie andere berühmte Frauen und Männer? 

Die Frage lautet vielmehr:

  • „Warum bist du nicht du selbst gewesen?“ und
  • „Warum hast Du nicht die richtigen Antworten für die Herausforderungen Deines Lebens gegeben?“ 44,

Literatur und Links

Klassiker der Normopathie

Joyce McDougall, Plaidoyer pour une certaine anormalité, Revue française de psychanalyse, n°3,‎ ASPECTS PATHOLOGIQUES ET PATHOGÈNES DE LA « NORMALITÉ ». COLLOQUE DE LA SOCIÉTÉ PSYCHANALYTIQUE DE PARIS 

Joyce McDougal: Plea for a Measure of Abnormality. Psychology Press, 1992, New York : International Universities Press, 1980   (franz. Original: Plaidoyer pour une certaine anormalité.  dt.:  Plädoyer für eine gewisse Anormalität. Psychosozial-Verlag, 2001)

Joyce McDougall: Plädoyer für eine gewisse Anormalität. Aus: psychosozial-verlag

Christopher Bollas: Normotic Illness in: Christopher Bollas: The Christopher Bollas Reader, Routledge 2011, S. 22 – 36

Christopher Bollas, The Shadow of the Object: Psychoanalysis of the Unthought Known, Routledge, , Kap. 8: Normotic Illness

Christopher Bollas: Meaning and Melancholia: Life in the Age of Bewilderment. Routledge 2018, Kap. 8: Normopathy and the copound syndrome (dt: Bedeutung und Melancholie: Leben im Zeitalter der Verwunderung – noch nicht verfügbar)

 

Normopathie und Persönlichkeits-Störungen

Carlo Strenger: Superwomen und Normopathie. In: Abenteuer Freiheit. Ein Wegweiser für Unsichere Zeiten. edition suhrkamp

o. A.: Normopathie. In wikipedia-fr

o. A.: Normopathy. In wikipedia-en.

Peter Fiedler: Persönlichkeitsstörungen. Beltz. 5. Auflage

Arno Gruen: Der Wahnsinn der Normalität. Realismus als Krankheit: eine Theorie zur menschlichen Destruktivität. dtv, 1992 (Kösel 1987)

Arno Gruen: Der Fremde in uns. dtv 2001

o. A.: Normopathie: der ungesunde Wunsch, wie die anderen zu sein. Aus: Gedankenwelt, 9. 3. 1919

Hans-Joachim Maaz: Das falsche Leben. Ursachen und Folgen unserer normopathischen Gesellschaft. Beck 2017

David Ensikat: Interview mit Hans-Joachim Maaz: Wir Deutsche sind Größenwahnsinnige. youtube 2018

Olivier Karrer im Interview mit: Psychiater Maaz: die deutsche Elite leidet an Normopathie

Georgios Chatzoudis im Interview mit: Hans-Joachim Maaz: Anpassung an kranke gesellschaftliche Verhältnisse. Interview von . Aus L.I.S.A. – Gerda Henkel Stiftung

Yaakov Siegel: Practical Psychology: Normopathy. https://nefesh.org/drsiegel/normopathy/read

Edgar K. Geffroy: Das Ende der Geschäftsmodelle. Neue Strategien für eine disruptive Welt. Redline Verlag 2018

Laura Mlina Seiler: Angst vor Ablehnung überwinden. Aus: www-lauraseiler

Tibor Machan: The Fear of Individualism – Foundation for Economic Education. Aus: https://fee.org/articles/the-fear-of-individualism/

Kütemeyer M.: Normopathie − hypersoziale Traumaverarbeitung und somatoforme Dissoziation. In: Psychotherapie im Alter 4, 2007, 1, 39-53, zintiert in: biblio VvW – Viktor-von-Weizsäcker-Gesellschaft

 

Individualität und Individuation (C. G. Jung)

Gertrud Nunner-Winkler: Identität und Individualität. In: Soziale Welt, 36. Jahrg., H. 4 (1985), pp. 466-482

Tewes Wischmann:  Der Individuationsprozessin der analytischen Psychologie C. G. Jungs – eine Einführung. Aus: www.dr-wischmann

Martin Schmidt, Ursula Schmid, Wolfgang Sierwald: Systemische Familienrekonstruktion und Individuation bei Erwachsenen.  In: Sabine Walper, Reinhard Pekrun (Hrsg.): Familie und Entwicklung : aktuelle Perspektiven der Familienpsychologie. Hogrefe, Göttingen  2001

Peter Noller, Gerd Paul: Selbstbilder und Lebensentwürfe jugendlicher Computerfans In: Lutz, B. (Hrsg.). (1989). Technik in Alltag und Arbeit: Beiträge der Tagung des Verbunds Sozialwissenschaftliche Technikforschung (Bonn, 29./30.5.1989). Berlin: Ed. Sigma. https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:0168-ssoar-100492, S. 19 -37

Vince Ebert: Evolutionsbiologisch sind wir alle Holländer. Aus: www.tagesspiegel.de

Eva Pasternak: Analyse von Erich Fromms „Furcht vor der Freiheit“, Hausarbeit 2008

Hans-Peter Erb: Einzig oder artig? Wie Individualität unser Leben bestimmt – und worauf kluge Unernehmer deshalb achten. www.salesforce.com

 

Psychodynamik des Arbeitslebens – Banalität des Bösen – normopathische Gesellschaft

Christophe Dejours, Souffrance en France, Seuil, Paris, 2000 (Entreprise moderne d’édition, 1985)

Christophe Dejours: Situations du travail. PUF 2016

Homepage des Institut de Psychodynamique du Travail von Christophe Dejours

Christophe Dejours et al. (Hrsg.) Psychopathlogien der Arbeit: Klinische Fallstudien. Brandes & Aspel, 2012 (besprochen von Jos Schnurer in socialnet, von Tilmann Moser in tilmannmoser und im aezteblatt  45)

Hannah Arendt: Eichmann in Jerusalem: Ein Bericht von der Banalität des Bösen. Piper Verlag 2013

Klaus-Dietmar Henke: Das Böse – nur banal? Aus: spiegel-online

Thomas Pany: Leiden an der Arbeit. Aus www.heise.de

Alexandra Rau: Suizid und neue Leiden am Arbeitsplatz.

 

Psychodynamische Diagnostik

Robert M. Weinryb, Robert J. Rössel, Henning Schenburg: Eine deutsche Version des „Karolinska Psychodynamic Profile – KAPP“ aus deepdyve

Karolinska psychodynamic profile aus wikiwand (fr.)

R.M. Weinryb & R.J. Rössel: Karolinska Psychodynamic Profile. KAPP In:  Acta Psychiatrica Scandinavica Suppl. 1991, S. 363, 1-23.

B. Haver, P. Svanborg & S. Lindberg: Improving the usefulness of the Karolinska Psychodynamic Profile in research: proposals from a reliability study In:  Acta Psychiatrica Scandinavica 1995, 92(2), S. 132-137.

Cord Benecke: Die Operationalisierte Psychodyanmische Diagnostik (OPD) aus www.opd-online

 

Sozialisation, Konformität, soziale Normen und Stereotype in der Sozialpsychologie

Klaus-Jürgen Tillmann: Sozialisationstheorien – eine Einführung in den Zusammenhang von Gesellschaft, Institution und Subjektwerdung, Reinbek 2000 (10. Aufl.), überarbeiteter Text von Kap. 1 in: Sozialisation – was ist das? was ist das?

o. A. Stanford Prison Experiment. The Story

Ben Blum: The lifespan of a lie. (Kritik am Standford Prison Experiment)

Stefanie Kara: Böse! Böse? in zeit-online

Stanley Milgram: Das Milgram-Experiment. Zur Gehorsamsbereitschaft gegenüber Autorität. Rowohlt, Reinbek 1982

o. A. Life-Modell in wikipedia

Monika Birkner: Die Angst vor Sichtbarkeit. Aus: https://monikabirknerfreedombusiness.de/keine-angst-vor-ablehnung-unternehmer/ (Birkner weist auf die Ängste von Soloprenuren & KMU hin. Mit Hintergrund-Studien)

 

Konformitäts-Studien

Salomon E. Asch: Effects of group pressure upon the modification and distortion of judgment. In H. Guetzkow (ed.) Groups, leadership and men. Pittsburgh, PA: Carnegie Press, 1951

Salomon E. Asch:. Studies of independence and conformity: I. A minority of one against a unanimous majority. Psychological Monographs, 70(9), 1956, S.  1–70.

The Asch Experiment, youtube 2008

Mustafar Sherif: A study of some social factors in perception. Archives of Psychology, 27, 1935 (187).

Saul McLeod: What is Conformity? simplypsychology.org/conformity.html, updated 2016

Stefan Klein: Wie entsteht Ideologie? In: Zeit-Magazin. 23. Mai 2018, abgerufen am 15. Juni 2018.

 

Soziale Ängste

DSM-IV: 6 Angststörungen , 6.1.2 Soziale Phobien. Aus www.beltz.de (Auszug aus Neale und Hautzinger: Klinische Psychologie. 8. Auflage. Beltz Verlag, Weinheim, Basel 2016)

Rolf Merkle: Woher kommt die Angst vor Ablehnung. Aus: https://www.angst-panik-hilfe.de/angst-vor-ablehnung-ursachen.html

Dieter Bischop, Randolph Moreno Sommer: Angst überwinden und auflösen. Aus: https://www.hanseatisches-institut.de/angst-ueberwinden-und-aufloesen/

MSS Research: Individuality and Social Conformity. What is the driving force behind this phenomenon of social conformity? Aus: https://www.mssresearch.org/?q=node/628

Martina M. Cartwright: The Suppression of Individual Liberty. How restrictions contribute to anxiety and unhappiness. Aus: https://www.psychologytoday.com/us/blog/food-thought/201605/the-suppression-individual-liberty

 

Das falsche Selbst – Winicott

Donald Woods Winnicott: Ichverzerrung in Form des wahren und des falschen Selbst. In: Donald Woods Winnicott: Reifungsprozesse und fördernde Umwelt. Psychosozial Verlag 2006 (S. 182-199 – Kap. 12: Ich-Verzerrung in Form des wahren und des falschen Selbst.)

Dunja Voos: Falsches Selbst. aus www.mediin-im text.de

kritischeperspektive: „Liebe“ und Narzissmus II

Ralph Butzer: Selbst, falsches. Aus Friederich Karl Georg Dorsch (Hrsg.). Lexikon der Psychologie

Eckhard Frick: Der Kampf um die Anerkennung des ‚falschen‘ Selbst und die Suche nach der authentischen psychotherapeutischen Beziehung (ppt-Präsentation an der Hochschule für Phliosophie, München)

Steffi Eberle: Analyse zu „Alice Miller: Das Drama des begabten Kindes“

Tillmann Moser: Suche nach dem verlorenen Selbst. Aus: www.spiegel.de

 

Prokrustres-Mythos

Heinrich Wilhelm StollDamastes. In: Wilhelm Heinrich Roscher (Hrsg.): Ausführliches Lexikon der griechischen und römischen Mythologie. Band 1,1, Leipzig 1886, Sp. 942–942 (Digitalisat).

Johannes IlbergPolypemon. In: Wilhelm Heinrich Roscher (Hrsg.): Ausführliches Lexikon der griechischen und römischen Mythologie. Band 3,2, Leipzig 1909, Sp. 2683–2683 (Digitalisat).

Otto HöferPolypemonides. In: Wilhelm Heinrich Roscher (Hrsg.): Ausführliches Lexikon der griechischen und römischen Mythologie. Band 3,2, Leipzig 1909, Sp. 2683–2689 (Digitalisat)

Sylvia Seelert: Theseus. Die Wanderung nach Athen. In: http://www.mythentor.de/griechen/theseus2.htm

 

Zu Archetypen und Stereotypen

Jean Shinoda Bolen: Göttinnen in jeder Frau: Psychologie einer neuen Weiblichkeit. Ullstein, 2004. Engl.: Goddesses in Everywoman HarperCollins, 2008

Jean Shinoda Bolen: Götter in jedem Mann: besser verstehen, wie Männer leben und lieben. Heyne, 1998. Engl.: Gods in Everyman: Archetypes That Shape Men’s Lives. Harper Collins, 2009.

Jean Shinoda Bolen: Das Tao der Psychologie: Sinnvolle Zufälle- Heyne, 1998.

Jean Shinoda Bolen: Artemis: The Indomitable Spirit in Everywoman. Conari Press, 2014.

Jean Shinoda Bolen: Goddesses in Older Women: The Third Phase of Women’s Lives. Harper Collins, 2009

 

Normopathie in der Potenzialorientierte Psychotherapie und Psychosomatik

Wolf Büntig: Die Seinsdimension in der Potentialorientierten Psychotherapie. zist, 2007. https://www.zist.de/de/veroeffentlichung/die-seinsdimension-der-potentialorientierten-psychotherapie

Wolf Büntig: Normopathie und Autonomie – Potentialorientierte Psychotherapie und Psychosomatik Audio-CD, Auditorium-Netzwerk, 2001

KenFM: Wolf Büntig über menschliche Entfremdung und eine Normopathie-gesteuerte Gesellschaft. youtube, 2017

KenFM: KenFM im Gespräch mit: Wolf Büntig. youtube 2017 aus: https://www.zist.de/de/veroeffentlichung/die-seinsdimension-der-potentialorientierten-psychotherapie

 

Logotherapie und Existenzanalyse, Lebens-Sinn, Lebens-Aufgabe, Berufung

Hans-Joachim Maaz: Hoffnung im falschen Leben. Vortrag Kongress HOFFNUNG des Tiroler Instituts für Logotherapie. 30. September 2017. Aus: https://www.logotherapie-tirol.at/download/

Süddeutsches Institut für Logotherapie & Existenzanlayse: Essenz der Logotherapie und Existenzanalyse. https://logotherapie.de/essenz-logotherapie.html

Dieter Jenz: Das Wissen um eine Lebensaufgabe. 23. 10.2018. https://dieter-jenz.de/lc/das-wissen-um-eine-lebensaufgabe-frankl/

Gophiel: Heilung deiner Lebensaufgabe. https://www.gophiel.eu/veranstaltungen/workshops/lebensaufgabe/

Bo Jacobsen: Invitation to existential psychology. A psychology for the unique human being and its applications in therapy. John Wiley 2007.

Ralf Feix (u. a.); Berufung? Was ist das? https://www.berufe-der-kirche-speyer.de/berufung/

 

Weitere Links

Film Amadeus von Milos Forman. Aus Imdb: https://www.imdb.com/title/tt0086879/ (Authentisches Leben – normopathisches Leben)

Wolfgang Schneider, Ulman Lindenberger. Entwicklungspsychologie: Vormals Oerter & Montada. Mit Online-Materialien. Weinheim. Beltz. (Hinweise zu Konzepten der Entwicklungsaufgaben)

Tom Hormby: Think Different: The Ad Campaign that Restored Apple’s Reputation. 2013.08.10.  http://lowendmac.com/2013/think-different-ad-campaign-restored-apples-reputation (Think different – der Apple Slogan – historische Aufarbeitung)

 

„Gesundheit zum Tode“: Theodor W. Adorno

Theodor W. Adorno: Minma Moralia. Reflexionen aus dem beschädigten Leben. Suhrkamp 2001 (1. – 1951).
engl.: Minima Moralia. Reflections from damaged life. 11. Auflage 1999 (Volltext)
Besprechung in einem Blog-Beitrag von Thomas Trueten: Gesundheit zum Tode. https://www.trueten.de/permalink/Gesundheit-zum-Tode.html.

Mondrian Graf von Lüttichau: Gegen die Entfremdng. Pfadfindereien um menschengemäßt Wahrheit. 2009. https://autonomie-und-chaos.de/images/stories/pdf/auc-22-ge-gesamt.pdf – Kapitel „Wahnsinn der Normalität“, S. 256 ff., insbes. S. 260

 

Querverweise

  1.   Zitat von Vincent Van Gogh
  2.   Die Psychotherapeutin Joyce McDougall hat versucht, dieses Phänomen – vor allem in Bezug auf weibliche Sexualität – zu beschreiben und zu messen. Vgl. Joyce McDougall: Plea for a Measure of Abnormality 
  3. Individualiät kann definiert werden als „eine Besonderheit der Eigenschaften eines Einzelwesens, unverwechselbare Züge,die es mit anderen nicht gemein hat.“ Die Person wird dann als „individuiert“ bezeichnet. Vgl. Gertrud Nunner-Winkler: Identität und Individualität, S. 466. Auf die derzeitige gesellschaftliche Tendenz, Individualität zu vermeiden, weist Vince Ebert hin. Er verweist dabei auf den Philosophen Eric Hoffer: „Wenn Leute machen können, was ihnen gefällt, ahmen sie einander nach.“ Vgl. Vince Ebert: Evolutionsbiologisch sind wir alle Holländer  
  4.   Individuation beinhaltet die Entwicklung eigener Potenziale, Ressourcen, Anlagen, Meinungen, Einstellungen, …, um sich als einmaliges und einzigartiges menschliches Wesen (Individuum) zu erkennen und zu verwirklichen. C. G. Jung definiert Individuation: „Individuation bedeutet: zum Einzelwesen werden, und, insofern wir unter Individualität unsere innerste, letzte und unvergleichbare Einzigartigkeit verstehen, zum eigenen Selbst werden. Man könnte ‚Individuation‘ darum auch als ‚Verselbstung‘ oder als ‚Selbstverwirklichung‘ übersetzen.“  C. G. Jung: Gesammelte Werke. 7, § 266, 404 
  5. Ein weitere Definition der Individuation von C. G. Jung, der den Bezug zur Normopathie herstellt:  Die Indivdiuation ist allgemein der Vorgang der Bildung und Besonderung von Einzelwesen, speziell die Entwicklung des psychologischen Individuums als eines vom Allgemeinen, von der Kollektivpsychologie unterschiedenen Wesens. Die Indivdiuation ist daher ein Differenzierungsprozess, der die Entwicklung der individuellen Persönlichkeit zum Ziele hat. Die Notwendigkeit der Individiuation ist insofern eine natürliche, als eine Verhinderung der Individuation durch überwiegende oder gar ausschließliche Normierung an Kollektivmaßstäben eine Beeinträchtigung der individuellen Lebenstätigkeit bedeutet. Die Individualität ist aber schon physisch und physiologisch gegeben und drückt sich dementsprechend auch psychologisch aus. Eine wesentliche Behinderung der Individualität bedeutet daher eine künstliche Verkrüppelung. C. G. Jung, zitiert aus: Tewes Wischmann:  Der Individuationsprozessin der analytischen Psychologie C. G. Jungs, S. 6 
  6.   Vgl. Arno Gruen: Der Wahnsinn der Normalität
  7.   Vgl. Klaus-Jürgen Tillmann: Sozialisation – was ist das? was ist das? S. 33  
  8. auch die narzisstische Störung könnte dazu gezählt werden
  9.   vgl. Peter Fiedler: Persönlichkeitsstörungen
  10. Sebastian Osterhaus: „Die Art meiner künstlerischen Gestaltung gibt einen Einblick in die Welt, so wie ich sie wahrnehme: In ihrer Vielfalt so herausfordernd, dass etwa die Grenzen zwischen Mensch, Tier und Natur fließend ineinander übergehen.“
  11.   Joyce McDougall, Plaidoyer pour une certaine anormalité 
  12.   Bei der Normopathie ist auch die Furcht vor Ablehnung beteiligt. Vgl. dazu Laura Mlina Seiler: Angst vor Ablehnung überwinden
  13.   Zitat: Joyce McDougall: Plädoyer für eine gewisse Anormalität. Aus: psychosozial-verlag
  14. Christopher Bollas, The Shadow of the Object: Psychoanalysis of the Unthought Known, Routledge, … the numbing and eventual erasure of subjectivity, in favour of a self that is conceived as a material object among other man-made products in the object world.  (S. 135 f. 
  15. Joyce McDougall hatte  solche Personen“anitanalysand“ genannt, wie Bollas erwähnt.   Christopher Bollas, The Shadow of the Object, Kap. 8. „A normotic person is someone who ist abnormally normal. He is too stable, secure, comfortable, and socially extrovert. He is fundamentally disintgerested in subjective life an dhe is inclined to reflect on the thingness of objects, on their material reality, or on ‚data‘ that relat to material phenomena.“
  16.   Bollas nennt das einen ’normotic breakdown‘
  17.   Vgl. Christopher Bollas: Meaning and Melancholia 
  18. Vgl. dazu auch o. A.: Normopathie: der ungesunde Wunsch, wie die anderen zu sein.  
  19.   Vgl. Hans-Joachim Maaz: Das falsche Leben. Ursachen und Folgen unserer normopathischen Gesellschaft
  20.   Bekannt geworden sind vor allem die Studien Dejour’s über die Leiden der Arbeitnehmer in einem französischen Telekommunikations-Unternehmen – vgl. Christophe Dejours, Souffrance en France, vgl. auch Thomas Pany: Leiden an der Arbeit, Alexandra Rau: Suizid und neue Leiden am Arbeitsplatz.
  21.   vgl. Christophe Dejours, Souffrance en France, Seuil, Paris, 2000, S. 183. Christophe Dejours: Situations du travail. PUF 2016. Zum Konzept der Banalität des Bösen: Hannah Arendt: Eichmann in Jerusalem: Ein Bericht von der Banalität des Bösen. Piper Verlag 2013.  o. A.: Normopathie. In wikipedia-fr
  22.   Arendt analysierte den 1961 in Jerusalem geführten Prozess gegen den ehemaligen SS-Oberstrumbannführer Adolf Eichmann. Sie kennzeichnet Eichmann als Menschen, der nicht als extrem unmoralischen Menschen weder extrem antisemitsch noch Ungeheuer oder Dämon. Vielmehr beschreibt sie ihn als normalen (normopathischen) Menschen. Er erfüllte das, was er als seine Pflicht sah und gehorchte dem Willen des Gesetzgebers Adolf Hitler. Er war – wie andere normophatische Menschen – nicht mehr Herr über sich selbst, sah sich unfähig darin, etwas zu ändern, sah keine Wahlmöglichkeiten. Die „gute“ Gesellschaft mit den Spitzen der Politik und Verwaltung hatte ja auf der Wannseekonferenz der Endlösung zugestimmt. Damit hatte Eichmann hatte seine Moral und sein Gewissen an die (oberen) Autortäten abgegeben.    
  23. Carlo Strenger: Superwomen und Normopathie, FN 45 
  24.   Vgl. Theodor W. Adorno: Minma Moralia . Vgl. auch Mondrian Graf von Lüttichau: Gegen die Entfremdng,  S. 260 
  25.   Vgl. Robert M. Weinryb, Robert J. Rössel, Henning Schenburg: Eine deutsche Version des „Karolinska Psychodynamic Profile – KAPP“. Karolinska psychodynamic profile aus wikiwand. Cord Benecke: Die Operationalisierte Psychodyanmische Diagnostik (OPD) aus www.opd-online. Der KAPP wird vor allem im franzöischen Sprachraum verwendet, der OPD im deutschsprachigen. 
  26.   Der Psychoanalytiker Hans-Joachim Maaz:[1.  Vgl. Hans-Joachim Maaz: Hoffnung im falschen Leben.  Aus: https://www.logotherapie-tirol.at/download/ 
  27.   Vgl. z. B. Süddeutsches Institut für Logotherapie & Existenzanlayse: Essenz der Logotherapie und Existenzanalyse.  
  28.   Vgl.  Wolf Büntig: Normopathie und Autonomie . Ähnliche Definition: „Den polaren Gegensatz zur Bewegung der Selbstverwirklichung nenne ich (wie vor mir Viktor von Weizsäcker) Normopathie, das Leiden an der Stagnation der in der Normerfüllung Befangenen.“ Wolf Büntig: Die Seinsdimension in der Potentialorientierten Psychotherapie
  29.    Vgl. KenFM: Wolf Büntig über menschliche Entfremdung und eine Normopathie-gesteuerte Gesellschaft. youtube
  30.   Vgl. Jean Shinoda Bolen: Göttinnen in jeder Frau 
  31. Vgl. meinen Blog-Beitrag: „Das Prokrutstres-Bett-Phänomen“  
  32. Vgl. meinen Blog-Beitrag: „Konformität und Konformismus“ 
  33. Vgl. dazu meinen Beitrag: Leben Sie Ihr wahres Selbst? 
  34. Ebenso gilt dies natürlich auch für alle sozialen Berufe. 
  35.   Zum Multiplikator-Effekt der Führung vgl. meinen Blog-Beitrag: Der Multiplikator-Effekt der Führung
  36.   o. A.: Normopathie: der ungesunde Wunsch, wie die anderen zu sein. Aus: Gedankenwelt 
  37.   Edgar K. Geffroy: Das Ende der Geschäftsmodelle. Neue Strategien für eine disruptive Welt. Redline Verlag 2018
  38.   Tom Hormby: Think Different  , Übersetzung in wikipedia: Think Different, Original-Text:

    Think Different
    Here’s to the crazy ones.
    The misfits.
    The rebels.
    The troublemakers.
    The round pegs in the square holes.
    The ones who see things differently.
    They’re not fond of rules.
    And they have no respect for the status quo.
    You can quote them, disagree with them, glorify or vilify them.
    But the only thing you can’t do is ignore them.
    Because they change things.
    They push the human race forward.
    And while some may see them as the crazy ones,
    We see genius.
    Because the people who are crazy enough to think
    they can change the world,
    Are the ones who do.
  39. Viktor Frankl zitiert aus: Süddeutsches Institut für Logotherapie & Existenzanlayse: Essenz der Logotherapie und Existenzanalyse.  
  40. Viktor Frankl, zitiert aus Dieter Jenz: Das Wissen um eine Lebensaufgabe
  41.   Vgl. Bo Jacobsen: Invitation to existential psychology.  S. 145 
  42. Die Suche nach der eigenen Lebensaufgabe ist nicht nur Aufgabe der Logotherpie sondern auch zahlreicher spiritueller und mystischer Ansätze, z. B. der Numerologie, die sich aus der Zahlensymbolik Hinweise auf die eigene Lebensaufgabe erhofft. Vgl. z. B. Gophiel: Heilung deiner Lebensaufgabe.
  43.   Konzepte für persönliche Entwicklungsaufgaben – mit Schwerpunkt im Jugendalter – stammen z. B. von Robert J. Havighurst,  Klaus Hurrelmann. Vgl. z. B. Wolfgang Schneider, Ulman Lindenberger. Entwicklungspsychologie 
  44.   Vgl dazu meinen Blog-Beitrag: Warum bist Du nicht  Susja gewesen?  
  45.   Wichtige Erkenntnis darin: “ Psychiater und Psychotherapeuten sind kaum ausgebildet, um subtile oder grobe Schädigungen durch bedrückende Arbeitsverhältnisse wahrzunehmen. Die Versuchung ist noch immer groß, seelische Erkrankungen der individuellen Vorschädigung zuzuschreiben.“
  46. Gruppenzwang (peer pressure) zur Erklärung des Raucherverhaltens: „… Hierbei kommt es zu einer Angleichung des individuellen Verhlatens an das durchschnittliche Verhalten innerhalb eine klar definierten sozialen Gruppe (z. B. Schulklasse oder Jugendgang). Neben individuellen Persönlichkeitsmerkmalen (fehlendes Selbstvertrauen) sind dafür vor allem normative Einflüsse (Gruppenmitglieder verhalen sich konform, um nich tausgeschlossen zu werden), informative Einflüsse (z. B. unvollständige Information über den Suchtcharakter des Zigarettenrauchens) und Eigenschaften der Gruppe (bei Randgruppen ist das Solidaritätsgefühl sehr ausgeprägt, was wiederum den Konromaitätsdruck erhöht) verantwortlich. Thomas Wimmer: Rauchen, ein ganz normales Konsumverhalten? S. 56. 

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