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Der folgende Beitrag bringt in vereinfachter Form
einige Grundgedanken des Konstruktivismus
und begründet, warum es für uns alle,
besonders aber für Führungskräfte nützlich ist,
konstruktivistisch denken zu können.
Es sind nicht nur philosophische Gedanken,
sondern vor allem auch Tools der sozialen Kompetenz.

„We don’t see things as they are,
we see things as we are.“
Anais Nin1

Grundaussagen des Konstruktivismus

Der bekannte Reader von Paul Watzlawick zum Konstruktivismus.

Konstruktivismus ist eine Richtung der Philosophie (genauer: der Erkenntnistheorie), unter dem verschiedene Ansätze aus unterschiedlichen Wissenschafts-Disziplinen2 zusammengefasst werden. .

Ihnen allen liegt die Überzeugung zugrunde, dass wir die Welt nicht so wahrnehmen, wie sie ist, sondern dass wir sie nach unseren Vorstellungen ‚konstruieren‘. Wir erschaffen sie sozusagen. Was unser Verhalten und Erleben beeinflusst sind nicht die Dinge an sich, sondern die Art und Weise, wie wir die Dinge wahrnehmen, interpretieren, bewerten usw. („konstruieren“).

Damit wird die Grundüberzeugung des Konstruktivismus ausgedrückt,

“ … dass wir es nur mit Erfahrung zu tun haben und nie mit Dingen an sich. “ ,
eine Erkenntnis, die – so von Glasersfeld – bereits auf Xenophanes zurückgeht,
„nämlich, dass kein Mensch je etwas Genaues erfassen wird, denn, was man sieht, ist immer nur der Anschein.“ … und
„Auch wenn es einem gelänge, etwas so zu beschreiben, wie es ist, so könne er selbst doch nicht wissen, dass die Beschreibung richtig ist.“3

Das entspricht auch einem Spruch, den man noch immer bei uns in Österreich oft hört: „Nix Genaues weiß man nicht.“4

Selektive Wahrnehmung

„Wenn alle Menschen statt der Augen grüne Gläser hätten,
so würden sie urteilen müssen,
die Gegenstände, welche sie dadurch erblicken, sind grün –
und nie würden sie entscheiden können,
ob ihr Auge ihnen die Dinge zeigt, wie sie sind,
oder ob es nicht etwas zu ihnen hinzu tut,
was nicht ihnen, sondern dem Auge gehört.
So ist es mit dem Verstande.
Wir können nicht entscheiden, ob das, was wir Wahrheit nennen,
wahrhaftig Wahrheit ist
oder ob es uns nur so scheint“.
Heinrich von Kleist (Briefe 1964)
(Aus: Jürgen Beushausen: Einführung in den Konstruktivismus. S. 1.)

Wie wirklich ist die Wirklichkeit?

Es beginnt damit, dass unsere Sinnesorgane beschränkt sind. Wir können nur einen Teil der Farben sehen, andere nicht. Wir können nur einen Teil der Töne hören, nur einen Teil der Gerüche riechen usw.5

Von den für uns prinzipiell wahrnehmbaren Eindrücken nehmen wir nicht alles wahr. Wir nehmen war, worauf wir uns bewusst oder unbewusst konzentrieren. Das heißt, wir selektieren die Eindrücke („selektive Wahrnehmung“).

Gestalt

Diese Eindrücke formen wir (aktiv) zu einer Ganzheit.6 Diese Ganzheiten (Gestalten) benennen wir (z. B. „Das ist ein Sessel“, „das ist mein Freund“, „das ist ein Flüchtling“, „das ist Schokolade-Eis“ …). Die Ganzheiten werden nicht nur aus unseren Wahrnehmungen gebildet, sondern wir ergänzen sie auch aktiv. Ein Beispiel:

  • So ergänzen wir z. B. eine Ziffer, die aus einzelnen Punkten besteht. Wir sagen nicht: „Das sind 20 Punkte die in einer bestimmten Form angeordnet sind.“ sondern: „Das ist eine Fünf.“.
  • Dieses Beispiel ist vielleicht unproblematisch. Problematischer ist das in der sozialen Wahrnehmung, wenn ich z. B. meinem Chef, der meinem Vater ähnlich sieht mit allen Eigenschaften ergänze, die ich meinem Vater zuschreibe (psychologische Übertragung).

Bewertung, Map (kognitive Landkarte)

Man sieht, was man sieht
und man sieht nicht,
dass man nicht sieht,
was man nicht sieht.
Niklas Luhmann 1994 und 20067

Reader über Konstruktivismus mit klassischen Beiträgen

Die Ganzheiten, die wir aus den Wahrnehmungen gebildet haben, benennen wir nicht nur, wir bewerten sie auch.

Schon in der Benennung der Objekte schwingen oft Bewertungen mit (z. B. „Sessel“ eher neutral, „Freund“ positiv, „Schockolade-Eis“ unterschiedlich, „Flüchtling“ oft negativ.8 9. Man sagt dazu auch: Wir konnotieren sprachliche Ausdrücke positiv, neutral oder negativ.10

Aber auch wenn die Bezeichnung neutral ist, bewerten wir vieles.11 Diese Bewertungen bilden die Basis unseres Verhaltens, unserer Handlungen, unserer Entscheidungen und auch unseres Erlebens. Ob wir z. B. einem Schäferhund als „gefährliches Tier“ oder als „lieben Freund des Menschen“ bewerten12 beeinflusst unsere Begegnung mit diesem Tier, sowohl in unserem Erleben als auch in unserem Verhalten.

Wie wir die Ganzheiten / Gestalten aus unseren Wahrnehmung bilden und wie wir sie bewerten, hängt von unseren bisherigen Erfahrungen ab und von dem was wir in uns (unserem Gehirn bzw. unserer Psyche daraus gebildet haben (je nach psychologischen Ansätzen nennt man sie unterschiedlich, z. B. „Schema„, „kognitive Map„).13 14

Konstruktion

„Die Meinung, etwas zu wissen, ist die Pest des Menschen.“
Michel de Montaigne15 16 17

Zusammengefasst kann man sagen, dass wir die Realität nicht einfach in uns abbilden, sondern dass wir sie mit unseren kognitiven Schemata / Maps aktiv konstruieren. Wir erschaffen die Realität. Da jeder von uns unterschiedliche Vorerfahrungen, unterschiedliche Bedürfnisse, unterschiedliche Einstellungen und Vorurteile … hat, erschaffen wir unterschiedliche subjektive Realitäten. Dies gilt vor allem in sozialen Situationen und ganz besonders in Konflikten, wenn wir – oft gesteuert durch unterschiedliche Interessen – die Realität aus unterschiedliche Perspektivenwechsel – Wie gut kann ich das? wahrnehmen bzw. konstruieren.18

Der radikale Konstruktivismus und die Wahrheit

Reality is that which,
when you stop believing in it,
doesn’t go away.
Philip K. Dick19

Das Zitat ist die Antwort, die Philip K. Dick auf die Anfrage einer Studentin, Realität in einem Satz zu definieren. 20

Die ausgeprägteste Form des Konstruktivismus ist der radikale. Seine Position wird am deutlichsten klar, wenn man untersucht, was sie unter „Wahrheit“ verstehen, auch wenn sie das Wort gerne vermeiden. Ernst von Glasersfeld, einer der Begründer (der erkenntnistheoretischen Schule) des Konstruktivismus gibt dazu eine Liste von möglichen Bedeutungen für Wahrheit:

„Eine kurze Liste der Bedeutungen, die dem Wort „Wahrheit“ zugeschrieben werden:21

    • Realisten möchten etwas „wahr“ nennen, wenn es mit der Realität übereinstimmt
    • Pragmatisten, wenn es sich bewährt
    • Kohärenztheoretiker, wenn es mit der umfassenden Theorie vereinbar ist und
    •  Konstruktivisten sollten das Wort vermeiden,
      es sei denn in alltäglichen Kontexten,
      wo es nicht mehr und nicht weniger bedeutet,
      als dass etwas gestern Gesagtes heute ohne wesentliche Änderung wiederholt wird.“

Die Wirklichkeit eines Kindes.22 23
Das ist die Grundauffassung des radikalen Konstruktivismus aus: die radikale Infragestellung des Wahrheits-Begriffs der Realisten. Wir können die Realität nicht so wahrnehmen, „wie sie ist“, wir können nur über brauchbare (‚viable‘) Konstrukte durch Kommunikation vereinbaren. Diese Konstrukte dürfen wir nicht mit der Realität verwechseln: „The map is not the territory„.

Als Begründer des radikalen Konstruktivismus wird häufig Ernst von Glasersfeld angegeben, der seine Forschungen weitgehend auf den Erkenntnissen des Entwicklungs-Psychologen Jean Piaget aufbaut. Auch Heinz von Foerster ist oft genannter radikaler Konstruktivist. Auch er betont, dass es keine Beobachtungen und damit keine Realität ohne Beobachter gibt und pointiert dies in seiner berühmten Aussage, dass wir die Welt nicht wahrnehmen sondern erfinden:24

„Die Umwelt, die wir wahrnehmen, ist unsere Erfindung.“25 26

Akzeptiert man diese Position, dann ist auch Objektivität nur ein Schein:

Objektivität ist die Wahnvorstellung, Beobachtungen könnten ohne Beobachter gemacht werden.“27

Glasersfeld beschreibt, wodurch sich sein Ansatz radikal von anderen Ansätzen unterscheidet.28

„Der radikale Unterschied liegt in dem Verhältnis zwischen Wissen und Wirklichkeit. Während die traditionelle Auffassung in der Erkenntnislehre sowie in der kognitiven Psychologie dieses Verhältnis stets als eine mehr oder weniger bildhafte (ikonische) Übereinstimmung oder Korrespondenz betrachtet, sieht der radikale Konstruktivismus es als Anpassung im funktionellen Sinn.“  29

Die Beobachtung ist abhängig vom Beobachter. Bild: Das Brokengespenst – ein optisches Phänomen30 31 32
In der englischen Alltagssprache entspricht dies dem Unterschied zwischen  „match“ und „fit“ (stimmen und passen).

  • Wenn wir sagen, dass etwas stimmt, so meinen wir, dass dies der Wahrheit entspricht.
  • Sagen wir, dass etwas passt, so meinen wir nur, dass etwas seinen Dienst leistet, wie ein bestimmter Schlüssel zu einem bestimmten Schloss. Einbrecher wissen allerdings, dass auch ein ‚falscher‘ Schlüssel aufsperren kann.

Eine Kritik am radikalen Konstruktivismus äußert der Emotionsforscher Luc Ciompi, wenn er meint:

„Ebenso folgerichtig muss freilich ebenfalls der radikale Konstruktivismus selbst bloß als ein Konstrukt verstanden werden, das keiner ‚ontologischen Wahrheit‘ entspricht. Maturana und Varela geben dies auch ohne weiteres zu, wenn sie gestehen, dass sie … ihre Leser oder Hörer zur Annahme ihrer Konzepte nur ‚überreden‘ oder ‚verführen‘ wollen, ohne deren absolute Gültigkeit zu behaupten.“33

und er plädiert für einen ‚relativen Konstruktivismus‚, der zwar anerkennt,

„… dass unser Welterklärungen durch unsere eigenen Bedürfnisse und Strukturen determinierte Konstrukte sind, die sich an keinerlei externer ‚Realität an sich validieren lassen.
Zugleich aber hält er an der Hypothese fest, dass es eine solche Realität tatsächlich gibt, und dass gerade auch die genannten Bedürfnisse und Strukturen .. nichts als ein Teil dieser Realität sind…“34

Die biologische Perspektive des Konstruktivismus: Humberto R. Maturana

„Denk daran, die Welt erschließt sich uns nicht unmittelbar.
Dazwischen steht die Beschreibung der Welt.
Genaugenommen sind wir also steht’s einen Schritt weit von ihr entfernt,
und unsere Erfahrung der Welt ist steht’s eine Erinnerung an die Erfahrung.
Immerfort erinnern wir uns an den Augenblick,
der soeben geschehen und vorüber ist.“
Carlos Castaneda

Eine Wende des konstruktivistischen Denkens hat der chilenische Neurobiologe Humberto R. Maturana bewirkt. Sein Werk „Biology of cognition (1960) 35 ist quasi das Gründungsdokument des Konstruktivismus (ein Manifest, ein Programm, das die zentralen Elemente des Konstruktivismus enthält. 36    Sein Vorschlag: den Prozess des Erkennens nicht nur aus philosophischer / erkenntnistheoretischer sondern vor allem auch aus der (neuro-)biologischen Perspektive zu betrachten.

„Ziel ist es, den Erkennenden, den Beobachter, selbst ins Zentrum des Forschens zu rücken, ihn als Quelle allen Wissens sichtbar zu machen. Wer sich, so Humberto R. Maturana, aus der Sicht eines Biologen mit der Wahrheit des Wahrgenommenen befasst, dem wird unvermeidlich klar, dass er selbst zu den Objekten gehört, die er beschreiben will. Er ist ein lebendes System, das lebende Systeme verstehen möchte. Das Subjekt studiert ein Objekt, das es selbst sein könnte. Die Situation rutscht ins Zirkuläre, geht es doch stets darum, als Wahrnehmender die Prozesse der Wahrnehmung zu verstehen. Man fühlt sich an die mythologische Figur des Ouroboros erinnert: Die Schlange beißt sich in den Schwanz; ein Gehirn erklärt das Gehirn; ein Erkennender erkennt das Erkennen. Das Subjekt ist sich sein eigenes Objekt.“37

Maturana grenzt sich damit von der Sichtweise eines ‚naiven Realisten‚ ab, d. h., „er glaubt nicht an eine beobachterunabhängige Existenz der Objekte, die sich – ontologisch korrekt – im Bewusstsein eines Erkennenden spiegeln.“38 Daraus wird Maturanas zentraler Satz plausibel:

„Alles, was gesagt wird, wird von einem Beobachter gesagt.“
(Maturana 1998, S. 25)39

Ausgangspunkt des Konzepts von Maturana war die berühmte „Frosch-Studie“ (In the eye of the frog)40. Maturana und seine Kollegen untersuchten die visuelle Wahrnehmung der Frösche, die denkbar einfach ist und aus denen klar geworden ist, dass der Frosch ein völlig anderes Bild (Konstrukt) der Realität haben musste als wir es haben.

„Die Quintessenz des mittlerweile berühmten Aufsatzes: Die neuronalen Signale, aus denen das Tier sich seine Empfindungswelt zusammenbaut, sind denkbar einfach. Aus der Kombination von Lichtpunkten, Kontrasten und Bewegungen stellt der Frosch Informationen her, die er für sein Überleben braucht.

Als potenzielle Nahrung wird etwa interpretiert, was klein ist und sich quer durch das Gesichtsfeld bewegt. Dass dabei die Welt nicht erschöpfend dargestellt wird, ist irrelevant. Was zählt, ist das Überleben. Und das tut der Frosch seit Jahrmillionen mit Erfolg.“27

Wahrheit und Viabilität

Was du siehst, bist du selbst. „Eye in the sky“. Collage aus Iris und Himmel.42
Akzeptiert man die Position des Konstruktivismus, so wird klar, dass der Begriff der Wahrheit darin obsolet ist. Wir dürfen das, was wir von unserer Umwelt wahrnehmen nicht mit Realität verwechseln. Wir können von der Wirklichkeit prinzipiell nie wissen, wie sie wirklich ist. Wenn wir nicht wissen können, ob unsere Wahrnehmung richtig oder falsch ist, darf uns das nicht handlungsunfähig machen, darf uns nicht in die Beliebigkeit eines reinen Subjektivismus zwingen.(1.  Vgl.  Jürgen Beushausen: Einführung in den Konstruktivismus. S. 8. ] Wir können danach fragen, ob sie brauchbar ist. Im Konstruktivismus wird der Wirklichkeitsbegriff ersetzt durch den Begriff der Viabilität. Viabilität kann als Angemessenheit oder Brauchbarkeit (viabel auch als passend, gangbar, funktional) bezeichnet werden und hat eine gewisse Nähe zum Begriff der Nützlichkeit aus dem Utilitarismus bzw. zu Zieldienlichkeit / Zweckdienlichkeit:

„Handlungen, Begriffe und begriffliche Operationen sind dann viabel, wenn sie zu den Zwecken oder Beschreibungen passen, für die wir sie benutzen.“43

Auch ein Zitat aus dem Nachlass von Ernst von Glasersfeld bringt das zum Ausdruck

„Ich verstehe unter “Wirklichkeit” ein Netzwerk von Begriffen, die sich in der bisherigen Erfahrung des Erlebenden als angemessen, brauchbar, oder “viabel” erwiesen haben, und zwar dadurch, dass sie wiederholt zur erfolgreichen Überwindung von Hindernissen oder zur begrifflichen “Assimiliation” von Erfahrungskomplexen gedient haben.“
44

Paul Watzlawick: Wie wirklich ist die Wirklichkeit?

Für Watzlawick ist Wirklichkeit ein Ergebnis der Kommunikation und nicht von objektiven Wahrheiten.45 Es gibt zahlreiche Wirklichkeits-Auffassungen, die alle nebeneinander existieren können, so Watzlawick. Kommunikations-Störungen, die absichtlichen Verweigerung von Information und Probleme bei der Anbahnung der Kommunikation machen den Austausch der Wirklichkeits-Auffassungen schwierig. Watzlawick warnt eindringlich, die eigene Wirklichkeit als die allgemein gültige anzusehen und zu verkaufen. Kommunikations-Störungen und Konflikte sind die Folge.46

Führungskräfte schaffen Wirklichkeit: Die gestaltete Welt des Managements

Führungskräfte gestalten ihren Führungsbereich, sie gestalten die Realität. Sie gestalten sie durch Entscheidungen, Gespräche, Kritik, Anerkennung usw. Sie gestalten die Wirklichkeit nicht nur durch das „Was“ sondern auch durch das „Wie“. Nicht nur was sie entscheiden, ändert die Realität, auch wie sie entscheiden – nicht nur was sie reden, auch wie sie reden usw. Das ist ihnen häufig nicht bewusst. Sie sind oft der Meinung, ihre Aufgabe ist es, aufgrund der objektiven Realität die ‚richtigen‘ Entscheidungen treffen. Diese objektive Realität gibt es nicht und das, was sie als Realität ansehen, haben sie mitgestaltet – durch ihre vorhergehenden Entscheidungen, ihren Handlungen, ihren Verhaltensweisen, … Und die Führungskräfte treffen nicht nur auf die von ihnen gestaltete, konstruierte Welt, sondern auch auf die von anderen konstruierte. Zum Beispiel auf die von vom Top Management gestaltete, z. B. durch Vorgaben, Rahmenbedingungen, Normen, Werte … Akzeptiert man den Switch von der objektiven zur konstruierten Realität, steigt die Verantwortung: Nicht mehr Reagieren auf die objektive Realität sondern verantwortungsvolles Handeln ist jetzt im Vordergrund, egal wie komplex, chaotisch, frustrierend sie sich für mich darstellt. Auch diese Bewertungen sind konstruiert und können anders ‚geframt‘ werden.47

Eine gute Zusammenfassung der „gestalteten Welt“ des Managements geben Helmut Kaspar und Wolfgang Mayrhofer:

„Management heißt Gestaltung – ja, aber nicht oder allenfalls nur zu einem kleinen Teil im klassischen Sinne des Machertums, sondern vielmehr im Sinne der Gestaltung und Rahmung von Wirklichkeit durch Herbeireden, Handeln, Entscheiden. In diesem Sinne erzeug Management die Wirklichkeit, die es nachher als die ihre behandelt. Zur Sicherheit: Nicht nur Management generell, sondern auch die als ‚hart‘, ‚eindeutig‘, ‚quantitativ‘ bezeichneten Spielarten der Betriebswirtschaftslehre, wie die eingangs genannten, tun das – über ihre Vorannahmen, ihre Quantifizierungen etc.

Mit einem solchen Schwenk von ‚objektiver Wirklichkeit‘ zu ‚konstruierter Wirklichkeit‘ tritt die Gestaltung der Welt im Sinne der Konstruktion von Wirklichkeit in den Vordergrund. Wirklich wird, was einflussreiche Akteurinnen und Akteure – individuelle wie einzelne Personen aus z. B. Wirtschaft, Politik, Religion, Wissenschaft oder Kunst, oder Kollektive wie z. B. Vorstand oder Aufsichtsrat – (als) wirklich sehen. Die Chance, diese Wirklichkeiten mitzugestalten, zu korrigieren und zu ändern, besteht in der Einsicht, das es keine von uns unabhängige Realität auch in Bezug auf harte Daten, Zahlen und Fakten gibt. Es bedarf ‚kritischer Beobachterinnen und Beobachter‘, die nicht alles im Sinn der objektiven Wirklichkeit zu beschreiben und zu interpretieren versuchen, sondern zur Kenntnis nehmen, dass es nicht eine Wirklichkeit gibt, sondern viele. Diese Wirklichkeiten werden von Einzelnen oder Gruppen definiert und sind dann für diese handlungsleitend. Oft geschieht es, dass sogar andere Wirklichkeiten wie z. B. ‚ die Märkte‘ nicht wahrgenommen werden können oder bewusst ausgeblendet bleiben. Der Ausweg: Kritisch beobachten und beschreiben, kritisch reflektieren und interpretieren und mit anderen einen interaktiven Austausch von Dissens zu pflegen und dabei die unvermeidlichen Konstruktionen von Wirklichkeiten akzeptieren. “ 48

Warum sollten Führungskräfte (und wir alle) konstruktivistisch denken?

Ich plädiere nicht für einen extrem radikalen Konstruktivismus, der die Realität in Frage stellt.

Aber es ist nützlich davon auszugehen, dass das Wahrnehmen und Denken von Anderen  und deren Aussagen (und auch unsere) Konstruktionen sind;

  • … dass das, was Mitarbeiter und andere uns berichten und als Fakten darstellen, Konstruktionen sind;
  • dass das, was uns z. B. Mitarbeiter oder andere Personen berichten und unseren vermeintlichen Tatsachen widerspricht, nicht Lügen oder Ausreden sind (oder sein müssen), sondern nur andere Konstrukte aus deren Perspektive, konstruiert mit deren inneren Landkarten / ‚Maps‚;
  • … und diese Konstruktionen sind nicht zwangsweise weniger gültig („viabel“) als unsere
  • … und wir können davon ausgehen, dass in jedem Konflikt die Kontrahenten die soziale ‚Realität‘ unterschiedlich konstruieren
  • … und dass es nützlich ist (wenn wir Konflikte deeskalieren und Probleme lösen wollen), das zu erforschen, was im Kopf unseres Gegenübers vor sich geht, wie er oder sie die  bisherigen Ereignisse (re-)konstruiert
  • … und dass es nützlich sein kann, uns in Empathie und Perspektivenwechsel zu üben und zu versuchen, die Ereignisse aus deren Sicht zur rekonstruieren
  • … und so zu mehr Verständnis unseres Gegenübers zu kommen
  • … und so bessere Ergebnisse zur erreichen;
  • … und, … und…, und …

Dieses Denken hat einen weiteren persönlichen Vorteil, wie Ernst von Glasersfeld anmerkt.49

„Der Konstruktivismus macht das Leben schöner und einfacher, weil man den Drang verliert, recht zu haben.“

Robert Czepel folgerte daraus: („Donner sehen und Blitze hören“)

„Was von uns als bestimmte Sinnesempfindung interpretiert wird, hängt ausschließlich vom Ort der Verarbeitung im Gehirn ab: Würde man den Hör- und Sehnerv vertauschen, könnte man also den Donner sehen und Blitze hören.

Schluss der Konstruktivisten unter den Neurobiologen: Wir erfinden die Welt also gewissermaßen neu, wenn wir sie wahrnehmen.“49

Anhang: Unterschiedliche Ansätze des Konstruktivismus

Es gibt unterschiedliche Ansätze / Spielarten des Konstruktivismus. Bernhard Pörksen unterscheidet 5 Richtungen mit unterschiedlichen ‚Begründungsmodi‘51:

  • Der Philosophische Konstruktivismus wird oft mit Immanuel Kant in Zusammenhang gebracht52, aber auch Wurzeln, die noch viel weiter – auf die altgriechischen Skeptiker (z. B. Sokrates) zurückgehen, die die prinzipiell die Möglichkeit einer Erkenntnis von Wirklichkeit und Wahrheit in Frage stellen.

 

  • Der psychologisch orientierte Konstruktivismus basiert vor allem auf den Werken von George Kelly und seiner ‚Theorie der persönlichen Konstrukte53: Der Mensch ist eine Art naiver Wissenschaftler, der die Welt durch seine spezifische Linsen betrachtet und durch den Vergleich von Ähnlichkeiten und Unterschieden seine persönliche Theorie (ein System von ‚Konstrukten‘) entwickelt, die ihm hilft, Ereignisse zu gestalten bzw. vorherzusehen.
    Auch die Schema-Theorie von Jean Piaget (und Hans Aebli) und die Arbeiten von Paul Watzlawick (und anderen Mitglieder der Palo-Alto-Schule, z. B. Don D. Jackson und deren ‚Altvater‘, dem Anthropologen Gregory Bateson) gehören zu dieser Richtung. Letztere hatten vor allem destruktive (Leid erzeugende) Kommunikationsmuster im Fokus.

 

  • Der kybernetische Konstruktivismus: Heinz von Foerster u. a. reformulierten die klassische Kybernetik, wobei sie den Dualismus von Beobachter und Beobachteten (Subjekt und Objekt) aus der ursprünglichen Kybernetik (Kybernetik erster Ordnung) aufgaben und eine Kybernetik zweiter Ordnung entwickelten („Kybernetik beobachtender Systeme“)

„… man beobachtet im vollen Bewusstsein, dass man selbst durch sich und andere zum Objekt von Beobachtungen werden könnte.“54

 

  • Der (neuro-)biologische Konstruktivismus (siehe oben) wurde bereits oben kurz skizziert. Heinz von Foerster hat darauf hingewiesen, dass unsere Sinnesorgane unspezifische Impulse zum Gehirn schicken („undifferenzierte Codierung von Reizen“). Unser Gehirn hat gelernt, daraus spezifische Hör-, Seh-, Riech-, Geschmacks- und Tast-Wahrnehmungen zu konstruieren.
    Humberto M. Maturana und Francisco J. Varela haben das Konzept der ‚Autopoiesis‚ (Selbsterschaffung) eingeführt. Autopoietische Systeme sind Systeme, die sich selbst (aus dem Netzwerks ihrer Elemente) erschaffen.55 und eine operative Geschlossenheit ihres Nervensystems aufweisen.

 

  • Der (wissens-)soziologische Konstruktivismus überträgt die konstruktivistische Sichtweise auf soziale Systeme. Peter L. Berger und Thomas Luckmann 56 haben die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit analysiert: Wie wird Wissen gewonnen, weitergegeben und gespeichert. „Wissen“ müsste dabei immer unter Anführungszeichen gesetzt werden.

Querverweise

Links und Literatur

Video- und Audio-Vorträge von Paul Watzlawick (Für Einsteiger besonders geeignet)

 

Konstruktivismus – Grundlagenwerke

Ernst von Glasersfeld: Radikaler Konstruktivismus. Frankfurt / Main. suhrkamp taschenbuch Wissenschaft 1997, S. 43

Ernst von Glasersfeld: Einführung in den radikalen Konstruktivismus. In: Paul Watzlawick (Hrsg.): Die erfundene Wirklichkeit. S. 16 – 38. Engl. Übersetzung: An Introduction to Radical Constructivism. In: Paul Watzlawick (Ed.): The Invented Reality. New York: Norton, 1984. Auch aus: cesipc.it. https://www.cesipc.it/wp-content/uploads/2014/02/vG1.html.

Ernst von Glasersfeld: Kleine Geschichte des Konstruktivismus. Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 8 (1): 9–17, 1997.      Aus: vonglasersfeld.com.  http://vonglasersfeld.com/200.

Ernst von Glasersfeld: Rezension von: S.J. Schmidt: Der unbehagliche Blick aufs Wissen. In: Soziologische Revue. 22(3), 1999, S. 287–292. Aus: http://vonglasersfeld.com. http://vonglasersfeld.com/224.

Ernst von Glasersfeld: Konstruktion der Wirklichkeit  und des Begriffs der Objektivität. In: Heinz von Foerster u.a. (Hrsg.): Einführung in den Konstruktivismus. S. 9 – 40. (full text)

Feyerabend, P. (1987) Farewell to reason. London: Verso.

Kant, I. (1881) Kritik der reinen Vernunft. (Erste Auflage, Akademie Ausgabe, Bd.4). Berlin Walter de Gruyter, 1968.

Kant, I. (1887) Kritik der reinen Vernunft. (Erste Auflage, Akademie Ausgabe, Bd.3). Berlin Walter de Gruyter, 1968.

Manfred Geier: Eine Revolution der Denkart. Immanuel Kants Kritik der reinen Vernunft. Aus: Bernhard Pörksen (Hrsg.): Schlüsselwerke des Konstruktivismus. S. 21 – 34. (full text). Auch aus: researchgate.net. https://www.researchgate.net/publication/251128214_Eine_Revolution_der_Denkart. Auch aus docplayer.org. http://docplayer.org/37989224-Eine-revolution-der-denkart.html.

Piaget, J. (1967) Biologie et connaissance. Paris: Gallimard.

J. Y. Lettvin, H. R. Maturana, W. S. McCulloch and W. H. Pitts: What the Frog’s Eye Tells the Frog’s Brain. In Proceedings of the IRE, vol. 47, no. 11, pp. 1940-1951, Nov. 1959, doi: 10.1109/JRPROC.1959.287207. https://ieeexplore.ieee.org/document/4065609. Auch aus: semanticscholar.org. https://www.semanticscholar.org/paper/What-the-Frog%27s-Eye-Tells-the-Frog%27s-Brain-Lettvin-Maturana/bc4e084831b9f987826b2cf184356e347ee155f8. (full text) – Frosch-Studie

Conor Myhrvold: In a Frog’s Eye. A poet at heart Jerome Lettvin changed our understanding of visual perception. https://www.technologyreview.com/2013/01/02/180819/in-a-frogs-eye/.

Humberto R. Maturana: Zur Biologie der Kognition. Suhrkamp 1990. Biology of cognition. Biological ComputerLaboratory. University of Illinois, 1970.

Humberto R. Maturana, Francisco J. Varela: Der Baum der Erkenntnis. die biologischen Wurzeln menschlichen Erkennens. Fischer-Taschenbuch-Verlag, 2009. (Goldmann 1987).
The Tree of Knowledge. The Biological Roots of Human Understanding. Shambala 1987.

Heinz von Foerster: On constructing a reality. In F. E. Preiser (Hg.): Environmental design reserach (35–46). Stroudsburg: Dowden, Hutchinson, & Ross.

Heinz von Foerster: Entdecken oder Erfinden. Wie lässt sich Verstehen verstehen? In: Einführung in den Konstruktivismus. Hsg.: GUMIN, HEINZ
und MEIER, HEINRICH. München 1992, 41 – 88. Aus: Heinz von Foerster u.a. (Hrsg.): Einführung in den Konstruktivismus.

Heinz von Foerster: „Es gibt keine Wahrheit – nur Verantwortung“. Interview mit W. MÖLLER-STREITBÖRGER. In: Psychologie Heute. März 1994, S. 64 – 68.
Heinz von Foerster: Wissen und Gewissen. Versuch einer Brücke. Suhrkamp. Frankfurt. 3. Aufl., 1996. (5-1993) (5-1993am) (2015)

Heinz von Foerster: Der Anfang von Himmel und Erde hat keinen Namen: Eine Selbsterschaffung in 7 Tagen. Hrsg.: MÜLLER, ALBRECHT u. MÜLLER, KARL. H., Wien 1997.

Heinz von Foerster: In jedem Augenblick kann ich entscheiden, wer ich bin…“ In: PÖRKSEN, BERNHARD: Abschied vom Absoluten. Gespräche
zum Konstruktivismus. Heidelberg 2001, 19 – 48.

Heinz von Foerster u.a. (Hrsg.): Einführung in den Konstruktivismus. Piper Verlag. München. 1997. (1992). (fachportal 1997). (Textproben).
(darin u.a.  enthalten: Ernst von Glasersfeld: Konstruktion der Wirklichkeit  und des Begriffs der Objektivität. Heinz von Foerster: Entdecken oder Erfinden. Paul Watzlawick: Wirklichkeitsanpassung oder angepasste ‚Wirklichkeit‘?. Peter M. Heijl: Konstruktion der sozialen Konstruktion.

Peter L. Berger, Thomas Luckmann: Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit. Eine Theorie der Wissenssoziologie. Fischer-TB-Verlag, Frankfurt a. M. 1982 (1 – 1970).

George A. Kelly. Die Psychologie der persönlichen Konstrukte. Paderborn. Junfermann. 1986.

Gregory Bateson: Geist und Natur. Eine notwendige Einheit. Frankfurt. 1982. (1-1982).

Gregory Bateson: Ökologie des Geistes. Anthropologische, psychologische, biologische und epistemologische Perspektiven. Frankfurt a. M 1985 (3 – 1990).

Luc Ciompi: Affektgesteuerte Wirklichkeitskonstruktion im Alltag. Wissenschaft und Psychopathologie. In: Hans-Rudi Fischer, Siegfried J. Schmidt (Hrsg.): Wirklichkeit und Welterzeugung. Heidelberg. Carl-Auer-Systeme. 2000, 207 – 216.

Luc CiompiDie emotionalen Grundlagen des Denkens. Entwurf einer fraktalen Affektlogik. Vandenhoeck & Ruprecht, 1997.

Peter M. Heijl: Konstruktion der sozialen Konstruktion. Grundlinien einer konstruktivistischen Sozialtheorie. Aus: Heinz von Foerster u.a. (Hrsg.): Einführung in den Konstruktivismus.

 

Wie wirklich ist die Wirklichkeit – Paul Watzlawick

Paul Watzlawick (Hrsg.): Die erfundene Wirklichkeit. Wie wissen wir, was wir zu wissen glauben?. Beiträge zum Konstruktivismus. Piper, 1997. (1 – 1981) (11 – 2018)

Paul Watzlawick: Wie wirklich ist die Wirklichkeit. Wahn, Täuschung, Verstehen. Piper, 2002. (Der Audio Verlag, 2019).

Paul Watzlawick: Wirklichkeitsanpassung oder angepasste ‚Wirklichkeit‘? Konstruktivismus und Psychotherapie. Aus: Heinz von Foerster u.a. (Hrsg.): Einführung in den Konstruktivismus.

Michaela Heger: Paul Watzlawick. Wie wirklich ist die Wirklichkeit? In: Alfred Pritz (Hrsg.): Einhundert Meisterwerke der Psychotherapie. Springer, Wien. https://doi.org/10.1007/978-3-211-69499-2_94.

 

Konstruktivismus – diverse

Bernhard Pörksen (Hrsg.): Schlüsselwerke des Konstruktivismus. Springer Verlag. 2. Auflage 2014.  (1 – Springer 2011).

Jürgen Beushausen: Einführung in den Konstruktivismus. (Text aus Dissertation (2002): „Die Konstruktion von Gesundheit und Familie im sozialen System Familie. Theorie und Empirie.“ ). Aus: systemagazin. https://systemagazin.de/bibliothek/texte/beushausen_konstruktivismus.pdf.

Wolfram Karl KöckVon der Wahrheit zur Viabilität. Wolfram Karl Köck über Ernst von Glasersfelds Radikaler Konstruktivismus. In: Bernhard Pörksen (Hrsg.): Schlüsselwerke des Konstruktivismus. S. 377 – 396.

Werner Stangl: Viabilität. Aus: lexikon.stangl.eu. Linz 2019. https://lexikon.stangl.eu/8307/viabilitaet/.

Dirk Baecker: Autopoiesis. Aus: carl-auer.de. https://www.carl-auer.de/magazin/systemisches-lexikon/autopoiesis.

Werner Meinefeld: Realität und Konstruktion. Erkenntnistheoretische Grundlagen einer Methodologie der empirischen Sozialforschung. Springer Fachmedien. Wiesbaden 1995.

Steve Pauls: Maturana’s theory of biology of cognition. Aus: aimsedu.org. 13. 10. 2017. https://www.aimsedu.org/2017/10/13/maturanas-theory-of-biology-of-cognition/#:~:text=The%20analogy%20that%20can%20be,to%20our%20perceptual%2Fcognitive%20capacities.

Stefan Jensen: Erkenntnis – Konstruktivismus – Systemtheorie. Einführung in die Philosophie der konstruktivistischen Wissenschaft. Westdeutscher Verlag. Opladen / Wiesbaden 1999. (Leseproben).

Robert Czepel: Ernst v. Glasersfeld: Die Wirklichkeit als Konstruktion. Aus: sciencev1.orf.at. 13. 5. 2005. https://sciencev1.orf.at/news/135507.html.

Franz Lorenz: Nachhaltigkeit. Die sechste Disziplin. In: Katrin Keller, Franz Lorenz (Hrsg.): CSR im Gesundheitswesen. Dynamik im Spannungsfeld von individuellem und organisationalem Anspruch und deren Auswirkungen auf die Unternehmensstrategie. Springer, Gabler. 2018.

Norbert Schermann: Das Wesentliche Managen. ppt-Präsentation. Workshop zum ASOM-Symposion. 14. 1. 2020. Aus. asom.at. https://www.asom.at/media/willst_du_handeln_so_lerne_zu_sehen_schermann_2020_handouts.pdf.

 

psychologischer und pädagogischer Konstruktivismus

Hans Westermeyer, Hannelore Weber: Der Mensch als konstruierendes Wesen. George Kellys The Psychology of Personal Constructs. Aus: Bernhard Pörksen (Hrsg.): Schlüsselwerke des Konstruktivismus. S. 67 ff.

Hans Westmeyer: Konstruktivismus und Psychologie. In: Zeitschrift für Erziehungswissenschaft 2. Jg.  (1999) Heft 4, S. 507 – 525. Aus: pedocs.de.  https://www.pedocs.de/volltexte/2011/4533/pdf/ZfE_1999_04_Westmeyer_Konstruktivismus_Psychologie_D_A.pdf.

Christa Brezna: Die Theorie des Radikalen Konstruktivismus im Kommunikationsmodell des NLP. Diplomarbeit. Wien 2009. Aus: othes.univie.ac.at. http://othes.univie.ac.at/7008/1/2009-10-05_9002640.pdf.

Werner Stangl: Persönliche Konstrukte – George A. Kelly. Aus: arbeitsblaetter.stangl-taller.at. https://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/PSYCHOTHERAPIE/Persoenliche-Konstrukte-Kelly.shtml.

Werner Stangl: Die konstruktivistischen Lerntheorien. Aus: arbeitsblaetter.stangl-taller.at. https://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/LERNEN/LerntheorienKonstruktive.shtml.

Sebastian Höhne: Konstruktivismus. Aus: lernpsychologie.net. http://www.lernpsychologie.net/lerntheorien/konstruktivismus#:~:text=Definition,und%20der%20konkreten%20Lernsituation%20ab.

 

Konnotation, Denotation, Sprachwissenschaft

o. A.: Denotation und Konnotation. Aus: mediamanual.at.  https://www.mediamanual.at/mediamanual/workshop/kommunikation/bedeutung/denotation01.php.

Justo Fernández López: Konnotation. Aus: web.archive.org. https://web.archive.org/web/20100704043903/http://culturitalia.uibk.ac.at/hispanoteca/Lexikon%20der%20Linguistik/ko/KONNOTATION%20%20%20Connotaci%C3%B3n.htm.

Oliver Trenkamp: Ungerechte Grundschullehrer: Kevin ist kein Name, sondern eine Diagnose. In: Der Spiegel, 16. September 2009. https://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/ungerechte-grundschullehrer-kevin-ist-kein-name-sondern-eine-diagnose-a-649421.html.

 

Konstruktivismus und Management

Helmut Kasper und Wolfgang Mayrhofer: Prolog. Zur Herstellung von Wirklichkeiten in Wirtschaft und ihren Organisationen. In: Wolfgang Mayrhofer, Gerhard Furtmüller, Helmut Kasper: Personalmanagement – Führung – Organisation. S. 9 – 13. (Linde Verlag. 5. Auflage. 2015.) – zitiert aus der 4. Auflage 2009.

 

Diverse

Philip K. Dick: How To Build A Universe That Doesn’t Fall Apart Two Days Later. Aus: urbigenous.net. 1978https://urbigenous.net/library/how_to_build.html. (full text).

o. A.: Assimilation (Lernpsychologie). aus: de.wikipedia.org. https://de.wikipedia.org/wiki/Assimilation_(Lernpsychologie).

Wolfgang Röd: Der Weg der Philosophie. Band I. Altertum, Mittelalter. Renaissance. Verlag C. H. Beck. München. 2000.

Hans Rott: Meinen und Wissen. Aus: uni-regensburg.de. https://www.uni-regensburg.de/index.php?eID=dumpFile&t=f&f=26014&token=081629fb527fc663ef385c68f835fb85ce926f05.

  1.   Aus: quoteinvestigator: We don’t see“

  2.   Unter anderem Ansätze aus der Psychologie, der Pädagogik und Didaktik, der Biologie und Neurophysiologie, der Soziologie und der Kommunikations-Wissenschaft, …
  3.   Aus:  Ernst von Glasersfeld: Kleine Geschichte des Konstruktivismus. S. 1. 
  4.   Darauf weist auch von Glasersfeld hin.  Eine Spur davon findet sich in einem häufigen Spruch meiner Oma wieder, den sie als ‚Anhang‘ zu vielen ihrer Aussagen dazu gab: „Wann’s gwiß is.“
  5.   Noch komplexer wird es, wenn man bedenkt, dass die Messung bzw. Beobachtung eines Objekts das Objekt selbst beeinflusst, nicht nur psychologisch sondern auch physikalisch – (stark vereinfachte Aussage der Heisenbergschen Unschärferelation in der Quantenphysik.
  6.   Das hat vor allem die Gestalt-Psychologie erforscht.
  7.   zitiert aus: Franz Lorenz: Nachhaltigkeit. S. 43.

  8.   Wir sollten uns daher bemühen, abwertende Bezeichnungen durch neutrale zu ersetzen, z. B. „Farbiger“ statt „Neger“ („nigger“), „Migrant“ oder „Mann mit Migrationshintergrund“ statt „Flüchtling“.  Sonst besteht die Gefahr, in Vorurteile hineinzukippen und / oder andere zu verletzen
  9.   Eine bewusst beschönigende Bezeichnung einer Person, eines Sachverhalts usw. nennt man „Euphemismus“, eine bewusst negative, abwertende Bezeichnung nennt man „Dysphemismus„. 
  10.   Konnotationen sind die Nebenbedeutungen eines sprachlichen Ausdrucks, das was mit der Hauptbedeutung („Denotation“) noch emotional, affektiv oder stilistisch mitschwingt.  Sie sind z. T. individuell, zum andern über-individuell / gesellschaftlich fundiert. 
  11.   z. B. „Das ist ein schöner, alter Sessel“, „Das ist ein lieber Freund“, „Das ist köstliches Schokolade-Eis“ oder auch „Das ist ungesundes Schokolade-Eis“   
  12.   oder ob wir die Bewertung mit einem bestimmten Hund mit Ambiguitäts-Toleranz offen halten 
  13.   Vgl. dazu auch den Beitrag: The map is not the territory
  14.   Auch von Glasersfeld spricht von einer Landkarte:

    „Das Bild der Welt, das wir uns im Laufe der Erfahrung aufbauen, ist also – metaphorisch gesprochen – eine Landkarte, einerseits der Handlungen und mentalen Operationen, die wir bisher erfolgreich oder zumindest ungestraft ausführen konnten, und andererseits jener, die wir als verhängnisvoll betrachten. “ Ernst von Glasersfeld: Kleine Geschichte des Konstruktivismus. S. 5. 

  15.   Aus: Wolfgang Röd: Der Weg der Philosophie. Band I.   Michel de Montaigne (1533-1592) war ein Vertreter des (philosophischen) Skeptizismus in der Zeit des Humanismus. Montaigne stellte sich als Skeptiker gegen den Anspruch der sicheren Erkenntnis – wegen der Abhängigkeit von der (unzuverlässigen) Sinneswahrnehmung. Insofern könnte man ihn (und andere Vertreter des Skeptizismus als Vorläufer des Konstruktivismus betrachten. Darauf weist auch Ernst von Glasersfeld (Konstruktion der Wirklichkeit  und des Begriffs der Objektivität. S. 9.) in seinem Einleitungskapitel über „Die Skeptische Tradition“ hin.
    Montaigne’s Skepsis richtete sich sowohl auf Wahrnehmung und Empfindungen als auch auf die Vernunft. Er betonte, dass die Fähigkeiten des Menschen, die ihn vom Tier unterscheiden, nämlich ‚die Fähigkeit des vernünftigen Urteilens‘ auch zu Lügen, Aberglauben und Unentschlossenheit und anderen Nachteilen des Menschenlebens führen. – Vgl. dazu Wolfgang Röd: Der Weg der Philosophie. Band I. Kap. III/3 „Der Skeptizismus in der Zeit des Humanismus“. S. 420 ff. 
  16. Französisches Original: „La peste de l’homme c’est l’opinion de savoir“ Aus: Jürgen Beushausen: Einführung in den Konstruktivismus. S. 1.   
  17.   In einer stärkeren Übersetzung / Interpretation könnte man sagen, dass die Überzeugung, etwas zu wissen, die Pest ist. „Meinung“ liegt im ‚Gewissheitsgrad‘ zwischen „Vermutung“ und „Überzeugung“ oder auch „Wissen“. Mittelstraß unterscheidet (ganz un-konstruktivistisch) zwischen „Meinen“ und „Wissen“ und spricht von einer neuen Dummheit, der „desorientierten Dummheit“, wenn man zwar mit Informationen überschwemmt wird, aber nicht weiß, wie man sie einschätzen soll. – Vgl. Hans Rott: Meinen und Wissen. All diese Termini gehören zum großen Cluster der Einstellungen
  18.   Mit anderen Worten: „wir setzen unterschiedliche Rahmen für unsere Wahrnehmungen, Wir ‚framen‚ unsere Wahrnehmung. So wird klar, dass wir sie auch ‚reframen‚ können. 
  19.   Aus: Philip K. Dick: How To Build A Universe That Doesn’t Fall Apart Two Days Later.

  20.   Der erweiterte Text des Zitats lautet:

    „It was always my hope, in writing novels and stories which asked the question “What is reality?”, to someday get an answer. This was the hope of most of my readers, too. Years passed. I wrote over thirty novels and over a hundred stories, and still I could not figure out what was real. One day a girl college student in Canada asked me to define reality for her, for a paper she was writing for her philosophy class. She wanted a one-sentence answer. I thought about it and finally said, “Reality is that which, when you stop believing in it, doesn’t go away.” That’s all I could come up with. That was back in 1972. Since then I haven’t been able to define reality any more lucidly.“ Aus: Philip K. Dick: How To Build A Universe That Doesn’t Fall Apart Two Days Later.

     

  21.    Aus: Ernst von Glasersfeld:  Der unbehagliche Blick aufs Wissen. S. 5 
  22.   „A child inside a soap bubble dpicting exploration methods of past and future, blows more bubbles“ Quelle: Voyager: Humanity’s Farthest Journey.
  23.   Vgl. dazu Leo Tolstoy in Anna Karenina:  „In infinite time, in infinite matter, in infinite space, is formed a bubble-organism, and that bubble lasts a while and bursts, and that bubble is Me.“
  24.   Ähnlich auch v. Foersters Aussage:

    „Das System ist etwas, was zusammensteht.
    Aber was zusammensteht, hängt davon ab, wer hinschaut.
    Es ist also vom Beobachter abhängig, was er als zusammenstehend definiert.“
    (Heinz von Foerster, 1997)
    zitiert aus: Norbert Schermann: Das Wesentliche Managen. S. 1

  25.   Heinz von Foerster: Wissen und Gewissen. S. 26.
  26.   Vgl. auch Jürgen Beushausen: Einführung in den Konstruktivismus. S. 1.
  27.   Robert Czepel: Ernst v. Glasersfeld: Die Wirklichkeit als Konstruktion
  28.   Auch Jürgen Beushausen fasst den radikalen Konstruktivismus gut zusammen:

    „Für den Radikalen Konstruktivismus (hier seien stellvertretend VON GLASERSFELD, WATZLAWICK und VON FOERSTER genannt) ist die Welt so, wie wir sie sehen, ein Konstrukt unserer Wahrnehmung, d.h. unseres Gehirns (G. ROTH 1994). Dabei geht der Radikale Konstruktivist davon aus, dass Wirklichkeit nicht entdeckt, sondern erfunden wird. Menschen „bauen“, bzw. „erfinden“ (VON FOERSTER) die Welt, in der sie leben.
    In der Konsequenz bedeutet dies, dass es keine objektiven Fakten, sondern nur subjektive Sichtweisen gibt. Wirklichkeit ist demnach nur das Ergebnis eines Kommunikationsprozesses, eines Übereinkommens darüber, was für wirklich gehalten wird.
    Das Fazit dieser Erkenntnistheorie ist:

    • Ob eine objektive Wirklichkeit existiert wissen wir nicht.
    • Wir existieren nur durch die Welt, die wir uns geschaffen haben.
    • Die Wirklichkeit rekonstruieren wir für uns. Wir legen uns die Welt so zurecht, wie wir sie gebrauchen können, sodass wir überleben können.
    • Für den „Radikalen Konstruktivismus“ ist die Welt, wie wir sie wahrnehmen, nicht Ursache unserer Wahrnehmung, sondern deren Resultat.
    • VON FOERSTER (1997) geht davon aus, dass die Sinnesorgane nicht ein Abbild der Wirklichkeit produzieren, sondern nur unspezifische Reize an das Gehirn weiterleiten. Aus diesen Erregungen wird die Wirklichkeit „errechnet“. Sozialität erscheint als eine wechselseitige Errechnung von Ich und Du (RUSTEMEYER 1999).
    • In letzter Konsequenz führt diese Sichtweise zur Auflösung des positivistischen Wissenschaftsbegriffs.
      Aus Jürgen Beushausen: Einführung in den Konstruktivismus. S. 9f.

  29.   Aus: Ernst von Glasersfeld: Einführung in den radikalen Konstruktivismus. In: Paul Watzlawick (Hrsg.): Die erfundene Wirklichkeit. S. 19. 
  30.   Das Brokengespenst ist ein optisches Phänomen, das auf dem Broken (Blocksberg im Harz) 1780 zuerst beobachtet wurde. 
  31.   Beschreibung des optischen Phänomens des Bockgespenstes: “ „Wenn der Schatten des Beobachters auf eine Nebel- oder Wolken-Schicht fällt, wird der Schatten nicht durch eine feste Fläche abgebildet, sondern durch jeden Wassertropfen des Dunstes einzeln. Dadurch kann das Gehirn den Schatten nicht stereoskopisch sehen und überschätzt die Größe deutlich. Durch Luftbewegungen bewegt sich der Schatten, selbst wenn der Beobachter still steht. Dieses scheinbar eigene Wesen kann zudem schweben, ohne sichtbaren Kontakt zum Boden zu haben. Die anderen physikalischen Bedingungen auf dem Berg, kühle und feuchte Luft, Stille, sowie die fehlende Orientierung durch mangelnden Weitblick und fehlende Nachbarberge, verstärken den subjektiven Eindruck der scheinbaren Existenz eines Gespenstes.“  zitiert aus: Brockengespenst.     
  32.   Dieses Bild wird auch mit John Lennon’s Imagine in Verbindung gebracht.  Vgl. Bono. Ebenso mit Achtsamkeit (awareness
  33.   Luc CiompiDie emotionalen Grundlagen des Denkens. S. 30. 
  34.   Luc CiompiDie emotionalen Grundlagen des Denkens. S. 31. 
  35.   deutsch: Humberto R. Maturana: Zur Biologie der Kognition
  36.    Vgl. Bernhard PörksenEine Einführung, S. 3. 
  37.   Aus: Bernhard PörksenEine Einführung, S. 13. 
  38.   Aus: Bernhard PörksenEine Einführung, S. 13.  
  39.   Aus: Bernhard PörksenEine Einführung, S. 13.  
  40.   J. Y. Lettvin, H. R. Maturana, W. S. McCulloch and W. H. Pitts: What the Frog’s Eye Tells the Frog’s Brain.  
  41.   Robert Czepel: Ernst v. Glasersfeld: Die Wirklichkeit als Konstruktion
  42.   Collage von C. Löser 
  43.   Aus: Ernst von GlasersfeldRadikaler Konstruktivismus.  S. 43. 
  44.   In: Wege des Wissens. Konstruktivistische Erkundungen durch unser Denken. Hg. von Hans Rudi Fischer, 1997, p. 47., zitiert aus dem Nachlass in evg-archive.net. https://www.evg-archive.net/evg-quotes/Der Begriff „Assimilation“ bezieht sich auf die konstruktivistische Lerntheorie und sagt aus, dass sich ein (Wahrnehmungs-)Schema bewährt hat, dass es brauchbar war, dass damit eine Wahrnehmung verallgemeinert  und als bekannt eingestuft wird. Ein Beispiel aus o. A.: Assimilation (Lernpsychologie):
    Wauwau-Schema: Ein Kind sieht ein kleines, weißes, wuscheliges, bellendes Wesen und die Mutter sagt dazu „Wauwau“. Später sieht das Kind ein großes, braunes, glatthaariges, bellendes Wesen und die Mutter sagt dazu „Wauwau“. Durch weitere solche Erfahrungen entsteht ein Wauwau-Schema. Dieses enthält die für alle Hunde typischen Merkmale und schließt die untypischen aus.

    Ein solches Schema erlaubt dem Kind:

    • auch Hunde, die es noch nie gesehen hat, als Wauwau einzuordnen,
    • später das Wauwau-Schema für den Begriff Hund zu verwenden,
    • später den Begriff Hund als Oberbegriff für verschiedene Hunderassen zu verwenden.“

  45.   Paul Watzlawick: Wie wirklich ist die Wirklichkeit.  
  46. Aus einer Buch-Rezension von Michaela Heger: Paul Watzlawick. Wie wirklich ist die Wirklichkeit?

    Wie wirklich ist die Wirklichkeit? – eine spannende Frage.
    Wie viel trage ich selbst zu meiner Wirklichkeit bei, wie viel die anderen?
    Wie viel Streit und Verwirrung in der menschlichen Kommunikation ist auf sogenannte Übersetzungsfehler zurückzuführen?
    Was meint der eine, was versteht der andere?
    Alle diese Überlegungen betreffen uns alle jeden Tag und machen unser Leben komplizierter, da ja die Kommunikation nicht reibungslos abläuft.

    Watzlawick beschreibt auf sehr erheiternde Art und Weise, was die sogenannte Wirklichkeit wirklich ist und räumt mit dem Irrtum auf, dass es eine einzige und objektive Wirklichkeit gibt.
    Sie ist nur das Konglomerat aus vielen menschlichen Wirklichkeiten und der zwischenmenschlichen  Kommunikation.
    Das Buch ist voll mit Geschichten und Beispielen, die sehr anschaulich und erheiternd sind.
    So sind alle Theorien, die Watzlawick aufwirft, sofort auf das reale menschliche Erleben übertragbar.

    Es warnt aber auch den Leser, sich einer Wirklichkeit hinzugeben, seine eigene Wirklichkeit als absolute anzusehen, die sich schnell in eine Wahnidee umwandeln kann. Die Bestrebung ist erkennbar, allen, die diese Idee verfolgen, die Ausübung dieser zu erschweren.
    Für mich zählt dieses Buch deshalb zu den 100 Meisterwerken, da es all die Schwindler enttarnt, die für jede Gelegenheit objektive Erklärungen parat haben und sie als allgemein gültige Weisheiten verkaufen möchten.
    Es gibt einem den Anstoß zu einer reflektierteren Kommunikation und einer feineren, durch mehr Abstand entstandenen Betrachtungsweise.“ 

  47.   Zum Reframing vgl. den Beitrag zu Lösungen
  48.   Aus:  Helmut Kasper und Wolfgang Mayrhofer: Prolog. S. 12 f. 
  49.   Robert Czepel: Ernst v. Glasersfeld: Die Wirklichkeit als Konstruktion.  
  50.   Robert Czepel: Ernst v. Glasersfeld: Die Wirklichkeit als Konstruktion.  
  51.   Vgl. Bernhard Pörksen: Eine Einführung, S. 6 ff.  
  52.   Vgl. Manfred Geier: Eine Revolution der Denkart.  
  53.   Vgl. George A. Kelly. Die Psychologie der persönlichen Konstrukte.   
  54.   Aus Bernhard PörksenEine Einführung, S. 6 ff.  
  55.   Autopoietische Systeme
    »Wir behaupten, dass es Systeme gibt, deren Einheit als Netzwerk der Produktion von Komponenten definiert ist, die
    (1) rekursiv, das heißt durch ihre Interaktionen .., das Netzwerk generieren und realisieren, das sie produziert, und
    (2) im Raum, in dem sie existieren, die Grenzen dieses Netzwerks als Komponenten konstituieren, die an der Realisierung des Netzwerks teilnehmen.
    Solche Systeme haben wir autopoietische Systeme genannt und die Organisation, die sie als Einheit im Raum ihrer Komponenten definiert, autopoietische Organisation« (Maturana 1981, p. 21f. ..) Aus: Dirk Baecker: Autopoiesis.   
  56.   Peter L. Berger, Thomas Luckmann: Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit.  

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