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„We don’t see things as they are,
we see things as we are.“
Anais Nin1

Grundaussagen des Konstruktivismus

Der bekannte Reader von Paul Watzlawick zum Konstruktivismus.

Konstruktivismus ist eine Richtung in der Philosophie (genauer: der Erkenntnistheorie), unter der verschiedene Ansätze aus unterschiedlichen Wissenschafts-Disziplinen2 zusammengefasst werden. .

Ihnen allen liegt die Überzeugung zugrunde, dass wir die Welt nicht so wahrnehmen, wie sie ist, sondern dass wir sie nach unseren Vorstellungen ‚konstruieren‘ Wir erschaffen sie sozusagen. Was unser Verhalten und Erleben beeinflusst sind nicht die Dinge an sich, sondern die Art und Weise, wie wir die Dinge wahrnehmen, interpretieren, bewerten usw. („konstruieren“).

Damit wird die Grundüberzeugung des Konstruktivismus ausgedrückt,

“ … dass wir es nur mit Erfahrung zu tun haben und nie mit Dingen an sich. “ , eine Erkenntnis, die so von Glasersfeld bereits auf Xenophanes zurückgeht, „nämlich, dass kein Mensch je etwas Genaues erfassen wird, denn, was man sieht, ist immer nur der Anschein.“ … und „Auch wenn es einem gelänge, etwas so zu beschreiben, wie es ist, so könne er selbst doch nicht wissen, dass die Beschreibung richtig ist.“3

Das entspricht auch einem Spruch, den man noch immer bei uns in Österreich oft hört: „Nix Genaues weiß man nicht.“4

Selektive Wahrnehmung

Wie wirklich ist die Wirklichkeit?

Es beginnt damit, dass unsere Sinnesorgane beschränkt sind. Wir können nur einen Teil der Farben sehen, andere nicht. Wir können nur einen Teil der Töne hören, nur einen Teil der Gerüche riechen usw.

Von den für uns prinzipiell wahrnehmbaren Eindrücken nehmen wir nicht alles wahr. Wir nehmen war, worauf wir uns bewusst oder unbewusst konzentrieren. Das heißt, wir selektieren die Eindrücke („selektive Wahrnehmung“).

Gestalt

Diese Eindrücke formen wir (aktiv) zu einer Ganzheit.5 Diese Ganzheiten (Gestalten) benennen wir (z. B. „Das ist ein Sessel“, „das ist mein Freund“, „das ist ein Flüchtling“, „das ist Schokolade-Eis“ …). Die Ganzheiten werden nicht nur aus unseren Wahrnehmungen gebildet, sondern wir ergänzen sie auch aktiv. Ein Beispiel:

  • So ergänzen wir z. B. eine Ziffer, die aus einzelnen Punkten besteht. Wir sagen nicht: „Das sind 20 Punkte die in einer bestimmten Form angeordnet sind.“ sondern: „Das ist eine Fünf.“.
  • Dieses Beispiel ist vielleicht unproblematisch. Problematischer ist das in der sozialen Wahrnehmung, wenn ich z. B. meinem Chef, der meinem Vater ähnlich sieht mit allen Eigenschaften ergänze, die ich meinem Vater zuschreibe (psychologische Übertragung).

Bewertung, Map (kognitive Landkarte)

Die Ganzheiten, die wir aus den Wahrnehmungen gebildet haben, benennen wir nicht nur, wir bewerten sie auch.

Schon in der Benennung der Objekte schwingen oft Bewertungen mit (z. B. „Sessel“ eher neutral, „Freund“ positiv, „Schockolade-Eis“ unterschiedlich, „Flüchtling“ oft negativ.6 7. Man sagt dazu auch: Wir konnotieren sprachliche Ausdrücke positiv, neutral oder negativ.8

Aber auch wenn die Bezeichnung neutral ist, bewerten wir vieles.9 Diese Bewertungen bilden die Basis unseres Verhaltens, unserer Handlungen, unserer Entscheidungen und auch unseres Erlebens. Ob wir z. B. einem Schäferhund als „gefährliches Tier“ oder als „lieben Freund des Menschen“ bewerten10 beeinflusst unsere Begegnung mit diesem Tier, sowohl in unserem Erleben als auch in unserem Verhalten.

Wie wir die Ganzheiten / Gestalten aus unseren Wahrnehmung bilden und wie wir sie bewerten, hängt von unseren bisherigen Erfahrungen ab und von dem was wir in uns (unserem Gehirn bzw. unserer Psyche daraus gebildet haben (je nach psychologischen Ansätzen nennt man sie unterschiedlich, z. B. „Schema„, „kognitive Map„).11

Konstruktion

Zusammengefasst kann man sagen, dass wir die Realität nicht einfach in uns abbilden, sondern dass wir sie mit unseren kognitiven Schemata / Maps aktiv konstruieren. Wir erschaffen die Realität. Da jeder von uns unterschiedliche Vorerfahrungen,unterschiedliche Bedürfnisse, unterschiedliche Einstellungen und Vorurteile … hat, erschaffen wir unterschiedliche subjektive Realitäten. Dies gilt vor allem in sozialen Situationen und ganz besonders in Konflikten, wenn wir – oft gesteuert durch unterschiedliche Interessen – die Realität aus unterschiedliche Perspektiven wahrnehmen bzw. konstruieren.12

Der radikale Konstruktivismus

„Eine kurze Liste der Bedeutungen, die dem Wort „Wahrheit“ zugeschrieben werden:13

    • Realisten möchten etwas „wahr“ nennen, wenn es mit der Realität übereinstimmt
    • Pragmatisten, wenn es sich bewährt
    • Kohärenztheoretiker, wenn es mit der umfassenden Theorie vereinbar ist und
    •  Konstruktivisten sollten das Wort vermeiden,
      es sei denn in alltäglichen Kontexten,
      wo es nicht mehr und nicht weniger bedeutet,
      als dass etwas gestern Gesagtes heute ohne wesentliche Änderung wiederholt wird.“

Dieses Zitat drückt sehr deutlich die Grundauffassung des radikalen Konstruktivismus aus: die radikale Infragestellung des Wahrheits-Begriffs der Realisten. Wir können die Realität nicht so wahrnehmen, „wie sie ist“, wir können nur über brauchbare (‚viable‘) Konstrukte durch Kommunikation vereinbaren. Diese Konstrukte dürfen wir nicht mit der Realität verwechseln: „The map is not the territory„.

Als Begründer des radikalen Konstruktivismus wird häufig Ernst von Glasersfeld angegeben, der seine Erkenntnisse weitgehend dem Entwicklungs-Psychologen Jean Piaget verdankt. Auch Heinz von Foerster ist oft genannter radikaler Konstruktivist.

Glasersfeld beschreibt, wodurch sich sein Ansatz radikal von anderen Ansätzen unterscheidet.

„Der radikale Unterschied liegt in dem Verhältnis zwischen Wissen und Wirklichkeit. Während die traditionelle Auffassung in der Erkenntnislehre sowie in der kognitiven Psychologie dieses Verhältnis stets als eine mehr oder weniger bildhafte (ikonische) Übereinstimmung oder Korrespondenz betrachtet, sieht der radikale Konstruktivismus es als Anpassung im funktionellen Sinn. “  14

In der englischen Alltagssprache entspricht dies dem Unterschied zwischen  „match“und „fit“ (stimmen und passen). Wenn wir sagen, dass etwas stimmt, so meinen wir, dass dies der Wahrheit entspricht. Sagen wir, dass etwas passt, so meinen wir nur, dass etwas seinen Dienst leistet, wie ein bestimmter Schlüssel zu einem bestimmten Schloss. Einbrecher wissen allderdings, dass auch ein ‚falscher‘ Schlüssel aufsperren kann.

Die biologische Perspektive: Humberto R. Maturana

Eine Wende des konstruktivistischen Denkens hat der chilenische Neurobiologe Humberto R. Maturana bewirkt.15 Sein Vorschlag: den Prozess des Erkennens aus der (neuro-)biologischen Perspektive zu betrachten.

„Ziel ist es, den Erkennenden, den Beobachter, selbst ins Zentrum des Forschens zu rücken, ihn als Quelle allen Wissens sichtbar zu machen. Wer sich, so Humberto R. Maturana, aus der Sicht eines Biologen mit der Wahrheit des Wahrgenommenen befasst, dem wird unvermeidlich klar, dass er selbst zu den Objekten gehört, die er beschreiben will. Er ist ein lebendes System, das lebende Systeme verstehen möchte. Das Subjekt studiert ein Objekt, das es selbst sein könnte. Die Situation rutscht ins Zirkuläre, geht es doch stets darum, als Wahrnehmender die Prozesse der Wahrnehmung zu verstehen. Man fühlt sich an die mythologische Figur des Ouroboros erinnert: Die Schlange beißt sich in den Schwanz; ein Gehirn erklärt das Gehirn; ein Erkennender erkennt das Erkennen. Das Subjekt ist sich sein eigenes Objekt.“16

Maturana grenzt sich damit von der Sichtweise eines ’naiven Realisten‘ ab, d. h., „er glaubt nicht an eine beobachterunabhängige Existenz der Objekte, die sich – ontologisch korrekt – im Bewusstsein eines Erkennenden spiegeln.“17 Daraus wird Maturanas zentraler Satz plausibel:

„Alles, was gesagt wird, wird von einem Beobachter gesagt.“
(Maturana 1998: 25)17

Wahrheit und Viabilität

Akzeptiert man die Position des Konstruktivismus, so wird klar, dass der Begriff der Wahrheit darin obsolet ist. Er wird ersetzt durch einen Begriff der Viabilität. Viabilität kann als Angemessenheit oder Brauchbarkeit (viabel auch als passend, gangbar, funktional) bezeichnet werden und hat eine gewisse Nähe zum Begriff der Nützlichkeit aus dem Utilitarismus bzw. zu Zieldienlichkeit / Zweckdienlichkeit:

„Handlungen, Begriffe und begriffliche Operationen sind dann viabel, wenn sie zu den Zwecken oder Beschreibungen passen, für die wir sie benutzen.“19

Auch ein Zitat aus dem Nachlass von Ernst von Glasersfeld bringt das zum Ausdruck

„Ich verstehe unter “Wirklichkeit” ein Netzwerk von Begriffen, die sich in der bisherigen Erfahrung des Erlebenden als angemessen, brauchbar, oder “viabel” erwiesen haben, und zwar dadurch, dass sie wiederholt zur erfolgreichen Überwindung von Hindernissen oder zur begrifflichen “Assimiliation” von Erfahrungskomplexen gedient haben.“
20

Paul Watzlawick: Wie wirklich ist die Wirklichkeit?

Für Watzlawick ist Wirklichkeit ein Ergebnis der Kommunikation und nicht von objektiven Wahrheiten.21 Es gibt zahlreiche Wirklichkeits-Auffassungen, die alle nebeneinander existieren können, so Watzlawick. Kommunikations-Störungen, die absichtlichen Verweigerung von Information und Probleme bei der Anbahnung der Kommunikation machen den Austausch der Wirklichkeits-Auffassungen schwierig. Watzlawick warnt eindringlich, die eigene Wirklichkeit als die allgemein gültige anzusehen und zu verkaufen. Kommunikations-Störungen und Konflikte sind die Folge.22

Anhang: Ansätze des Konstruktivismus

Es gibt unterschiedliche Ansätze / Spielarten des Konstruktivismus. Bernhard Pörksen unterscheidet 5 Richtungen mit unterschiedlichen ‚Begründungsmodi‘23:

  • Der Philosophische Konstruktivismus wird oft mit Immanuel Kant in Zusammenhang gebracht, aber auch Wurzeln, die noch viel weiter – auf die altgriechischen Skeptiker (z. B. Sokrates) zurückgehen, die die prinzipiell die Möglichkeit einer Erkenntnis von Wirklichkeit und Wahrheit in Frage stellen.
  • Der psychologisch orientierte Konstruktivismus basiert vor allem auf den Werken von George Kelly und seiner ‚Theorie der persönlichen Konstrukte24: Der Mensch ist eine Art naiver Wissenschaftler, der die Welt durch seine spezifische Linsen betrachtet und durch den Vergleich von Ähnlichkeiten und Unterschieden seine persönliche Theorie (ein System von ‚Konstrukten‘) entwickelt, die ihm hilft, Ereignisse zu gestalten bzw. vorherzusehen.
    Auch die Schema-Theorie von Jean Piaget (und Hans Aebli) und die Arbeiten von Paul Watzlawick (und anderen Mitglieder der Palo-Alto-Schule, z. B. Don D. Jackson und deren ‚Altvater‘, dem Anthropologen Gregory Bateson) gehören zu dieser Richtung. Letztere hatten vor allem destruktive (Leid erzeugende) Kommunikationsmuster im Fokus.
  • Der kybernetische Konstruktivismus: Heinz von Foerster u. a. reformulierten die klassische Kybernetik, wobei sie den Dualismus von Beobachter und Beobachteten (Subjekt und Objekt) aus der ursprünglichen Kybernetik (Kybernetik erster Ordnung) aufgaben und eine Kybernetik zweiter Ordnung entwickelten („Kybernetik beobachtender Systeme“)

„… man beobachtet im vollen Bewusstsein, dass man selbst durch sich und andere zum Objekt von Beobachtungen werden könnte.“25

  • Der (neuro-)biologische Konstruktivismus (siehe oben) wurde bereits oben kurz skizziert. Heinz von Foerster hat darauf hingewiesen, dass unsere Sinnesorgane unspezifische Impulse zum Gehirn schicken („undifferenzierte Codierung von Reizen“). Unser Gehirn hat gelernt, daraus spezifische Hör-, Seh-, Riech-, Geschmacks- und Tast-Wahrnehmungen zu konstruieren.
    Humberto M. Maturana und Francisco J. Varela haben das Konzept der ‚Autopoiesis‚ (Selbsterschaffung) eingeführt. Autopoietische Systeme sind Systeme, die sich selbst (aus dem Netzwerks ihrer Elemente) erschaffen.26 und eine operative Geschlossenheit ihres Nervensystems aufweisen.
  • Der (wissens-)soziologische Konstruktivismus überträgt die konstruktivistische Sichtweise auf soziale Systeme. Peter L. Berger und Thomas Luckmann 27 haben die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit analysiert: Wie wird Wissen gewonnen, weitergegeben und gespeichert. „Wissen“ müsste dabei immer unter Anführungszeichen gesetzt werden.

Links und Literatur

Video- und Audio-Vorträge von Paul Watzlawick (Für Einsteiger besonders geeignet)

 

Konstruktivismus – Grundlagenwerke

Ernst von Glasersfeld: Radikaler Konstruktivismus. Frankfurt / Main. suhrkamp taschenbuch Wissenschaft 1997, S. 43

Ernst von Glasersfeld: Einführung in den radikalen Konstruktivismus. In: Paul Watzlawick (Hrsg.): Die erfundene Wirklichkeit. S. 16 – 38. Engl. Übersetzung: An Introduction to Radical Constructivism. In: Paul Watzlawick (Ed.): The Invented Reality. New York: Norton, 1984. Auch aus: cesipc.it. https://www.cesipc.it/wp-content/uploads/2014/02/vG1.html.

Ernst von Glasersfeld: Kleine Geschichte des Konstruktivismus. Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 8 (1): 9–17, 1997.      Aus: vonglasersfeld.com.  http://vonglasersfeld.com/200.

Ernst von Glasersfeld: Rezension von: S.J. Schmidt: Der unbehagliche Blick aufs Wissen. In: Soziologische Revue. 22(3), 1999, S. 287–292. Aus: http://vonglasersfeld.com. http://vonglasersfeld.com/224.

Feyerabend, P. (1987) Farewell to reason. London: Verso.

Foerster, H. von (1973) On constructing a reality. In F. E. Preiser (Hg.),
Environmental design reserach (35–46). Stroudsburg: Dowden, Hutchinson, &
Ross.

Kant, I. (1881) Kritik der reinen Vernunft. (Erste Auflage, Akademie Ausgabe, Bd.4). Berlin Walter de Gruyter, 1968.

Kant, I. (1887) Kritik der reinen Vernunft. (Erste Auflage, Akademie Ausgabe, Bd.3). Berlin Walter de Gruyter, 1968.

Piaget, J. (1967) Biologie et connaissance. Paris: Gallimard.

Humberto R. Maturana: Zur Biologie der Kognition. Suhrkamp 1990.
Biology of cognition. Biological ComputerLaboratory. University of Illinois, 1970.

Peter L. Berger, Thomas Luckmann: Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit. Eine Theorie der Wissenssoziologie. Fischer-TB-Verlag, Frankfurt a. M. 1982 (1 – 1970).

George A. Kelly. Die Psychologie der persönlichen Konstrukte. Paderborn. Junfermann. 1986.

 

Wie wirklich ist die Wirklichkeit – Paul Watzlawick

Paul Watzlawick (Hrsg.): Die erfundene Wirklichkeit. Wie wissen wir, was wir zu wissen glauben?. Beiträge zum Konstruktivismus. Piper, 1997. (1 – 1981) (11 – 2018)

Paul Watzlawick: Wie wirklich ist die Wirklichkeit. Wahn, Täuschung, Verstehen. Piper, 2002. (Der Audio Verlag, 2019.

Michaela Heger: Paul Watzlawick. Wie wirklich ist die Wirklichkeit? In: Alfred Pritz (Hrsg.): Einhundert Meisterwerke der Psychotherapie. Springer, Wien. https://doi.org/10.1007/978-3-211-69499-2_94.

 

Konstruktivismus – diverse

Bernhard Pörksen (Hrsg.): Schlüsselwerke des Konstruktivismus. Springer Verlag. 2. Auflage 2014.  (1 – Springer 2011) (darin: Eine Einführung., S. 13 – 28)

Wolfram Karl KöckVon der Wahrheit zur Viabilität. Wolfram Karl Köck über Ernst von Glasersfelds Radikaler Konstruktivismus. In: Bernhard Pörksen (Hrsg.): Schlüsselwerke des Konstruktivismus. S. 377 – 396.

Werner Stangl: Viabilität. Aus: lexikon.stangl.eu. Linz 2019. https://lexikon.stangl.eu/8307/viabilitaet/.

Dirk Baecker: Autopoiesis. Aus: carl-auer.de. https://www.carl-auer.de/magazin/systemisches-lexikon/autopoiesis.

Werner Meinefeld: Realität und Konstruktion. Erkenntnistheoretische Grundlagen einer Methodologie der empirischen Sozialforschung. Springer Fachmedien. Wiesbaden 1995.

 

psychologischer Konstruktivismus

Hans Westmeyer: Konstruktivismus und Psychologie. In: Zeitschrift für Erziehungswissenschaft 2. Jg.  (1999) Heft 4, S. 507 – 525. Aus: pedocs.de.  https://www.pedocs.de/volltexte/2011/4533/pdf/ZfE_1999_04_Westmeyer_Konstruktivismus_Psychologie_D_A.pdf.

Christa Brezna: Die Theorie des Radikalen Konstruktivismus im Kommunikationsmodell des NLP. Diplomarbeit. Wien 2009. Aus: othes.univie.ac.at. http://othes.univie.ac.at/7008/1/2009-10-05_9002640.pdf.

Werner Stangl: Persönliche Konstrukte – George A. Kelly. Aus: arbeitsblaetter.stangl-taller.at. https://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/PSYCHOTHERAPIE/Persoenliche-Konstrukte-Kelly.shtml.

 

Konnotation, Denotation, Sprachwissenschaft

o. A.: Denotation und Konnotation. Aus: mediamanual.at.  https://www.mediamanual.at/mediamanual/workshop/kommunikation/bedeutung/denotation01.php.

Justo Fernández López: Konnotation. Aus: web.archive.org. https://web.archive.org/web/20100704043903/http://culturitalia.uibk.ac.at/hispanoteca/Lexikon%20der%20Linguistik/ko/KONNOTATION%20%20%20Connotaci%C3%B3n.htm.

Oliver Trenkamp: Ungerechte Grundschullehrer: Kevin ist kein Name, sondern eine Diagnose. In: Der Spiegel, 16. September 2009. https://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/ungerechte-grundschullehrer-kevin-ist-kein-name-sondern-eine-diagnose-a-649421.html.

 

Diverse

o. A.: Assimilation (Lernpsychologie). aus: de.wikipedia.org. https://de.wikipedia.org/wiki/Assimilation_(Lernpsychologie).

  1.   Aus: quoteinvestigator: We don’t see“
  2.   Unter anderem Ansätze aus der Psychologie, der Pädagogik und Didaktik, der Biologie und Neurophysiologie, der Soziologie und der Kommunikations-Wissenschaft, …
  3.   Aus:  Ernst von Glasersfeld: Kleine Geschichte des Konstruktivismus. S. 1.   
  4.   Darauf weist auch von Glasersfeld hin.  Eine Spur davon findet sich in einem häufigen Spruch meiner Oma wieder, den sie als ‚Anhang‘ zu ihren Aussagen dazu gab: „Wann’s gwiß is.“
  5.   Das hat vor allem die Gestalt-Psychologie erforscht.
  6.   Wir sollten uns daher bemühen, abwertende Bezeichnungen durch neutrale zu ersetzen, z. B. „Farbiger“ statt „Neger“ („nigger“), „Migrant“ oder „Mann mit Migrationshintergrund“ statt „Flüchtling“.  Sonst besteht die Gefahr, in Vorurteile hineinzukippen und / oder andere zu verletzen
  7.   Eine bewusst beschönigende Bezeichnung einer Person, eines Sachverhalts usw. nennt man „Euphemismus“, eine bewusst negative, abwertende Bezeichnung nennt man „Dysphemismus„. 
  8. Konnotationen sind die Nebenbedeutungen eines sprachlichen Ausdrucks, das was mit der Hauptbedeutung („Denotation“) noch emotional, affektiv oder stilistisch mitschwingt.  Sie sind z. T. individuell, zum andern über-individuell / gesellschaftlich fundiert. 
  9.   z. B. „Das ist ein schöner, alter Sessel“, „Das ist ein lieber Freund“, „Das ist köstliches Schokolade-Eis“ oder auch „Das ist ungesundes Schokolade-Eis“   
  10.   oder ob wir die Bewertung mit einem bestimmten Hund mit Ambiguitäts-Toleranz offen halten 
  11.   Auch von Glasersfeld spricht von einer Landkarte:

    „Das Bild der Welt, das wir uns im Laufe der Erfahrung aufbauen, ist also – metaphorisch gesprochen – eine Landkarte, einerseits der Handlungen und mentalen Operationen, die wir bisher erfolgreich oder zumindest ungestraft ausführen konnten, und andererseits jener, die wir als verhängnisvoll betrachten. “ Ernst von Glasersfeld: Kleine Geschichte des Konstruktivismus. S. 5. 

  12.   Mit anderen Worten: „wir setzen unterschiedliche Rahmen für unsere Wahrnehmungen, Wir ‚framen‘ unsere Wahrnehmung. So wird klar, dass wir sie auch ‚reframen‘ können. 
  13.    Aus: Ernst von Glasersfeld: Rezension von: S.J. Schmidt: Der unbehagliche Blick aufs Wissen. S. 5 
  14.   Aus: Ernst von Glasersfeld: Einführung in den radikalen Konstruktivismus. In: Paul Watzlawick (Hrsg.): Die erfundene Wirklichkeit. S. 19. 
  15.   Vgl. Humberto R. Maturana: Zur Biologie der Kognition.   
  16.   Aus: Bernhard PörksenEine Einführung, S. 13. 
  17.   Aus: Bernhard PörksenEine Einführung, S. 13.  
  18.   Aus: Bernhard PörksenEine Einführung, S. 13.  
  19.   Aus: Ernst von GlasersfeldRadikaler Konstruktivismus.  S. 43. 
  20.   In: Wege des Wissens. Konstruktivistische Erkundungen durch unser Denken. Hg. von Hans Rudi Fischer, 1997, p. 47., zitiert aus dem Nachlass in evg-archive.net. https://www.evg-archive.net/evg-quotes/Der Begriff „Assimilation“ bezieht sich auf die konstruktivistische Lerntheorie und sagt aus, dass sich ein (Wahrnehmungs-)Schema bewährt hat, dass es brauchbar war, dass damit eine Wahrnehmung verallgemeinert  und als bekannt eingestuft wird. Ein Beispiel aus o. A.: Assimilation (Lernpsychologie):
    Wauwau-Schema: Ein Kind sieht ein kleines, weißes, wuscheliges, bellendes Wesen und die Mutter sagt dazu „Wauwau“. Später sieht das Kind ein großes, braunes, glatthaariges, bellendes Wesen und die Mutter sagt dazu „Wauwau“. Durch weitere solche Erfahrungen entsteht ein Wauwau-Schema. Dieses enthält die für alle Hunde typischen Merkmale und schließt die untypischen aus.

    Ein solches Schema erlaubt dem Kind:

    • auch Hunde, die es noch nie gesehen hat, als Wauwau einzuordnen,
    • später das Wauwau-Schema für den Begriff Hund zu verwenden,
    • später den Begriff Hund als Oberbegriff für verschiedene Hunderassen zu verwenden.“

  21.   Paul Watzlawick: Wie wirklich ist die Wirklichkeit.  
  22. Aus einer Buch-Rezension von Michaela Heger: Paul Watzlawick. Wie wirklich ist die Wirklichkeit?

    Wie wirklich ist die Wirklichkeit? – eine spannende Frage.
    Wie viel trage ich selbst zu meiner Wirklichkeit bei, wie viel die anderen?
    Wie viel Streit und Verwirrung in der menschlichen Kommunikation ist auf sogenannte Übersetzungsfehler zurückzuführen?
    Was meint der eine, was versteht der andere?
    Alle diese Überlegungen betreffen uns alle jeden Tag und machen unser Leben komplizierter, da ja die Kommunikation nicht reibungslos abläuft.

    Watzlawick beschreibt auf sehr erheiternde Art und Weise, was die sogenannte Wirklichkeit wirklich ist und räumt mit dem Irrtum auf, dass es eine einzige und objektive Wirklichkeit gibt.
    Sie ist nur das Konglomerat aus vielen menschlichen Wirklichkeiten und der zwischenmenschlichen  Kommunikation.
    Das Buch ist voll mit Geschichten und Beispielen, die sehr anschaulich und erheiternd sind.
    So sind alle Theorien, die Watzlawick aufwirft, sofort auf das reale menschliche Erleben übertragbar.

    Es warnt aber auch den Leser, sich einer Wirklichkeit hinzugeben, seine eigene Wirklichkeit als absolute anzusehen, die sich schnell in eine Wahnidee umwandeln kann. Die Bestrebung ist erkennbar, allen, die diese Idee verfolgen, die Ausübung dieser zu erschweren.
    Für mich zählt dieses Buch deshalb zu den 100 Meisterwerken, da es all die Schwindler enttarnt, die für jede Gelegenheit objektive Erklärungen parat haben und sie als allgemein gültige Weisheiten verkaufen möchten.
    Es gibt einem den Anstoß zu einer reflektierteren Kommunikation und einer feineren, durch mehr Abstand entstandenen Betrachtungsweise.“ 

  23.   Vgl. Bernhard PörksenEine Einführung, S. 6 ff.  
  24.   Vgl. George A. Kelly. Die Psychologie der persönlichen Konstrukte. Paderborn. Junfermann. 1986.
  25.   Aus Bernhard PörksenEine Einführung, S. 6 ff.  
  26.   Autopoietische Systeme
    »Wir behaupten, dass es Systeme gibt, deren Einheit als Netzwerk der Produktion von Komponenten definiert ist, die
    (1) rekursiv, das heißt durch ihre Interaktionen .., das Netzwerk generieren und realisieren, das sie produziert, und
    (2) im Raum, in dem sie existieren, die Grenzen dieses Netzwerks als Komponenten konstituieren, die an der Realisierung des Netzwerks teilnehmen.
    Solche Systeme haben wir autopoietische Systeme genannt und die Organisation, die sie als Einheit im Raum ihrer Komponenten definiert, autopoietische Organisation« (Maturana 1981, p. 21f. ..) Aus: Dirk Baecker: Autopoiesis.   
  27.   Peter L. Berger, Thomas Luckmann: Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit.  

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