Was tun bei Überempfindlichkeit?

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Was tun bei Überempfindlichkeit

Mimose – als überempfindliche Blume charakterisiert

Julia Umek fasst Möglichkeiten, um Kränkungen zu vermeiden in 5 Punkten zusammen:1

„Kränkende Worte können sich wie Messer in die Seele bohren. Wer in seiner Kindheit Zurückweisung und abwertende Aussagen hinnehmen musste, sich durch Ungerechtigkeitsgefühle abgewiesen fühlte, wem keine Wertschätzung und Anerkennung gegeben wurde, wird empfindlich auf solche Verhaltensweisen reagieren und eine Kränkung empfinden, sobald sie/er sich daran erinnert wird.“

„Je mehr Herz an einer Angelegenheit, zum Beispiel einer Arbeit hängt, desto größer ist die Kränkung, wenn diese nicht geschätzt oder gar abgewertet wird. Es wird durch diese Herabsetzung die Selbstachtung umso stärker erschüttert, je höher die Erwartung eines Lobes über ein vermeintliches gelungenes Ergebnis abhängt.

Kränkungsgefühle wie Ohnmacht, Wut, Enttäuschung, Traurigkeit und Trotz bis hin zum inneren oder äußeren Beziehungsabbruch können die Folge sein. Diese können mitunter sehr lange anhalten und das Selbstbewusstsein schwächen.“

  1. Gefühle stammen aus der Kindheit: Es gilt, die eigenen wunden Punkte, die „Siegfried-Stellen“ zu erkennen: Bei welchen Themen, Angriffen etc. reagiere ich unangemessen emotional? Diese Themen kommen meist aus der Kindheit (z. B. Übergewicht).
  2. Liste liebenswerter Eigenschaften erstellen: Das hilft, soziale Kompetenz aufzubauen.
  3. Gespräche spenden Trost: Im Augenblick der Kränkung fällt es schwer, klare Gedanken zu fassen und zu argumentieren, sich zu verteidigen. Ein Gespräch mit Freunden, Coaches etc.können da gut helfen.
  4. Kummer nicht immer nachvollziehbar: Wenn für Andere unser Verletzung nicht nachvollziehbar ist, dann kann es nützlich sein, sich zu erinnern, dass man Andere auch oft nicht versteht.
  5. Zeit zum Nachdenken nehmen: Selbstreflexion gibt die Möglichkeit zur Umdeutung. Wenn man die Dinge aus einer anderen Perspektive sieht, kann man auch eigene Anteile erkennen und Schwierigkeiten als Chance erkennen.

Resilienz erlernen

Da Resilienz das Gegenteil von Vulnerabilität darstellt,  ist die Stärkung der Resilienz ein Mittel zur Verringerung der Verletzlichkeit. Die American Pschological Association hat eine Liste mit Tools zur Erhöhung der Resilienz herausgegeben, darunter auch:2

  • Sorge für dich selbst
  • Glaube an deine Kompetenz
  • Baue soziale Kontakte auf
  • Entwickle realistische Ziele
  • Verlasse die Opferrolle
  • Nimm eine Langzeitperspektive ein
  • Betrachte Krisen nicht als unüberwindbares Problem.

Querverweise

Wie gut funktioniert mein Team – Abschnitt: Vulnerabilität

Zusätzliche Literatur und Links

Vulnerabilität

Hans-Joachim Bürkner: Vulnerabilität und Resilienz. Forschungsstand und sozialwissenschaftliche Untersuchungsperspektiven, 2010.

Spektrum.de: Vulnerabilität im Lexikon der Psychologie.

Stangl, W. Vulnerabilität. Lexikon für Psychologie und Pädagogik.

o. A.: : Hochsensibilität, Vulnerabilität und Resilienz. Aus: www.zartbesaitet.net. https://www.zartbesaitet.net/informationen-fur-hsp/hochsensibilitat-vulnerabilitat-resilienz/. (Hochsensibilität als Wahrnehmungs-Begabung.)

Georg Parlow: Zart besaitet – Selbstverständnis, Selbstachtung und Selbsthilfe für hochsensible Menschen. 5. überarbeitete Auflage.

Arno Gruen: Der Verrat am Selbst. Die Angst vor Autonomie bei Mann und Frau. dtv 1996

Hans Krieger: Nur der verwundbare Mensch ist stark. (Rezension über Arno Gruen: Der Verrat am Selbst.).  www.spiegel.de. https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13514175.html.

Brené Brown: Daring Greatly, dt. Verletzlichkeit macht stark,    Zusammenfassung in Niklas Göke (Four Minute Books): Daring Greatly

Hans-Georg Bohle: Geographien von Verwundbarkeit. In: Geographische Rundschau. Band 59, Nr. 10, 2007, S. 20–25. Aus https://docs.modern-standard-arabic.com/Ordner%20Gertel%20-%20BA-Seminar/11%20-%20Bohle,%20Hans-Georg%20-%20Geographien%20von%20Verwundbarkeit.pdf. (full text)

o. A.: 6. KatNet Tagung zum Thema: Resilienz und Vulnerabilität. Welchen Nutzen haben die Konzepte für das Katastrophenmanagement? Bonn, 14.‐16. November 2012. Aus: web.archive.org. https://web.archive.org/web/20140821042829/http://www.katastrophennetz.de/index.php/resilienz2012. (Darin zahlreiche pdf-Links – Programm und Dokumentation)

Resilienz stärken

o.A.: Building your resilience. Aus: www.apa.org. 1. 2. 2020. https://www.zartbesaitet.net/informationen-fur-hsp/hochsensibilitat-vulnerabilitat-resilienz/.

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