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Regeln für wirksames Führungsverhalten

„Einer der besten Wege
die Moral aufzubauen und
das Interesse an der Arbeit zu vergrößern,
ist das konsequente Delegieren von Verantwortung.“
Cyril Northcote Parkinson

Regeln: Die 10 Gebote. Rembrandt: „Moses zerschmettert die Gesetzestafeln. 1659. Gemäldegalerie Berlin.

Folgende Regeln, Grundsätze, Gebote für den Umgang der Führungskräfte (FK) mit Mitarbeiter_innen (MA) können einen nützlichen Beitrag zum Aufbau einer positiven Führungs-Kultur oder zur Entwicklung eines Führungs-Leitbilds geben.

Führen mit Zielen, Delegation, Qualifikation

  1. MA über Ziele, Vereinbarungen, Standards führen und nicht über autoritäres Anweisen und Kontrollieren („command & control“).
  2. Die Aufgaben fair und nach Stärken verteilen.
  3. Stärken, Kompetenzen und Erfahrungen der MA erkennen, anerkennen und nutzen. Ihre Meinungen berücksichtigen.
  4. Verantwortung abgeben, Aufgaben delegieren. Freiräume gewähren – vor allem auch den FK, Selbständigkeit fördern.
  5. Langfristige, strategisch übergreifende Ziele und / oder Visonen entwickeln und mitteilen: Wo soll die Reise hingehen?

Zusammenarbeit, Kooperation

  1. MA als Menschen behandeln, nicht bloß als Funktionserfüller.
  2. Wertschätzung der Person und der Arbeit. respektvoller und interessierter Umgang mit den MA. Ehrliches Interesse an den MA zeigen.
  3. Ein Mindestmaß an Höflichkeit im Umgang – nach dem Motto: „MA sind eine wichtige Ressource“
  4. Gerechtigkeit beim Umgang mit den MA zeigen: Gerechtigkeit bei der Aufgabenverteilung und der Arbeitsbelastung (workload), bei der Prämien-Verteilung, … Keine Erfolge der MA auf eigene Fahnen heften.
  5. Die Anliegen und Meinungen der MA ernst Balance von Anforderungen und Bedürfnissen suchen.
  6. Eine Kultur des Miteinanders schaffen, Gegeneinander und Nebeneinander vermeiden.

Information, Kommunikation, Beteiligung

„Man muss die Leute nur erst zu Wort kommen lassen
und dann auch machen lassen. “
Gerhard Cromme

  1. Für die MA regelmäßig ansprechbar / erreichbar sein.
  2. MA über alle wichtigen Belange informieren, sie auf dem Laufenden halten.
  3. Kommunikation fördern, mit MA regelmäßig (echte) Gespräche führen, Zeit für Gespräche nehmen. Keine Monologe.
  4. Miteinander, nicht übereinander reden. Nicht hinter dem Rücken schlecht reden.
  5. MA wenn möglich an Planungen, Vorbereitungen, Entscheidungen, Nachbereitungen, …mit einbeziehen / beteiligen.
  6. Auch die Hintergründe der Entscheidungen mitteilen. MA sollen sich auskennen. (Nachvollziehbarkeit).
  7. Bei schwierigen und wichtigen Punkten: Alle Beteiligten an einen Tisch setzen und miteinander reden.

Führen durch Leiten und Begleiten (Balance)

  1. Klarheit und Transparenz: Klar sagen was notwendig ist („Rahmen“) und was mir wichtig ist (Erwartungen) und warum es wichtig ist. Klarheit bei Arbeitsaufträgen: Umwege, sinnlose Aufgaben, Doppel-Arbeiten, … vermeiden.
  2. Entscheidungen rechtzeitig und klar treffen und kommunizieren.
  3. MA für ihre Aufgaben (laufend) qualifizieren und weiterbilden – fachlich und persönlich.
  4. MA begleiten, beraten, unterstützen, damit sie den Rahmen auch nutzen können. Die Fürsorgepflicht für MA wahrnehmen.
  5. Den eigenen FK echte Führung ermöglichen. Echte Führung fordern und fördern. Den FK nicht von oben hineinregieren, kein Overruling.

Feedback, Kritik, Anerkennung

  1. Zeitnahes Feedback zu MA-Leistungen und MA-Verhalten geben.
  2. Bewusst und ernst gemeint Anerkennung geben („loben“), ohne zu übertreiben. Für positive Rückmeldungen sorgen, damit positiv ‚motivieren‘.
  3. Abweichungen ansprechen, nichts einreißen lassen.
  4. Kritik wertschätzend geben (Leistungen, Verhaltensweisen, Fehler werden kritisiert, die Person wird geschätzt). Nicht vor Anderen kritisieren.
  5. Emotionen (Ärger, Freude, …) äußern – ohne emotional zu werden – in ruhigem, sachlichem Klima. Laut werden, anschreien ist unprofessionell.

Schwierige Situationen, unterschiedliche Anliegen, Umgang mit Fehlern und Konflikte

  1. Schwierige Situationen gelassen und professionell
  2. Konflikte zulassen, akzeptieren („ist normal“), rechtzeitig ansprechen, konstruktiv und professionell bearbeiten.
  3. Konflikte aushalten und managen, wenn sie sich nicht oder nicht sofort lösen lassen.
  4. Cliquen-Bildung vermeiden – fördert Konflikte.
  5. Klare Zuständigkeiten und Verantwortungen, auch bei Abwesenheit der Führungskraft (klare Stellvertretung) – als Konfliktprävention.

Team

  1. Teamdenken und Teamwork fördern.
  2. Team-Verhalten ist Arbeits-Verhalten.
  3. Team-Ziele sind wichtig, aber jeder übernimmt Verantwortung für die eigene Leistung.
  4. Es gibt Zeit für’s Team.

Die Führungskraft als Mensch

  1. Vorbildfunktion:  Was ich von Anderen fordere auch selbst leben.
  2. Authentisch führen: Eigene Werte und Persönlichkeit mit den Werten der Organisation (Firmen-Philosophie) in Einklang bringen (z. B. Gaming-Philosophie). Mit Werte-Differenzen konstruktiv und loyal umgehen.
  3. Integrität: Zusagen einhalten, Handschlagqualität zeigen.
  4. Eigene Fehler eingestehen (ist Stärke!).
  5. Balance zwischen Großzügigkeit und Perfektion finden.
  6. Humor nicht vergessen, spielerischer Ernst, Lachen als Qualität.
  7. Sich nicht von der Liebe der MA abhängig machen, aber nach guten Führer-Mitarbeiter-Beziehungen suchen.

Literatur und Links

Stephan von Oelhafen: Ratgeber Mitarbeiterführung: 15 Regeln für gutes Führungsverhalten. Aus: haustec.de. https://www.haustec.de/management/betriebsfuehrung/gute-zusammenarbeit-7-todsuenden-die-sie-als-chef-vermeiden-sollten

o. A.: Command and Control? Gibt’s das wirklich?  https://hr-pioneers.com/2018/11/command-and-control

Hermann Müller: Die 5 goldenen Regeln der Mitarbeiter-Führung. https://www.mplusco.de/die-5-goldenen-regeln-der-mitarbeiterfuehrung/

: Die zehn Gebote der Mitarbeiterführung. https://www.welt.de/print-welt/article584496/Die-zehn-Gebote-der-Mitarbeiterfuehrung.html

 

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