Das Karriereentwicklungs-Modell von Edgar Schein

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„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.“ Hermann Hesse1

Was sind typische Linien der beruflichen Entwicklung?  Der Doyen der Karriere-Forschung, Edgar Schein, hat dazu ein Phasen-Model entwickelt.2 Die Basis dafür bildet der ‚Karriere-Kegel‘.

Zum Verständnis der Entwicklungslinien ist das Karriere-Entwicklungs-Modell von Edgar Schein hilfreich.

Das Karriere-Entwicklungsmodell von Edgar Schein

Vom 2-dimensionalen Organigramm zum dreidimensionalen Karriere-Kegel von Edgar Schein

Schein geht von den 2 möglichen Entwicklungswegen im klassischen Organigramm aus:

  • horozontale Karriere-Schritte, z. B. von einem Funktionsbereich (Produktion) zu einem anderen (Vertrieb)
  • vertikale Kariere-Schritte, von einer Hierarchie-Ebene in eine andere, meist in die nächste höhere  (z. B. vom Mitarbeiter zum Teamleiter, vom Teamleiter zum Abteilungsleiter, …)

Er fügt den 2 Dimensionen in den Entwicklungswegen eines Organigramms  eine dritte Dimension hinzu, die der Zentralität, er nennt die Bewegung zur oder von der Mitte „zentripetal“.

Die Bewegung (Dynamik) ist horizontal, wenn wir von einer Abteilung (z. B. Rechnungswesen) in eine andere (z. B. Controlling) wechseln.

Der Weg ist zentripetal, wenn wir dem Machtzentrum der Organisation näher rücken.

horizontale, vertikale und zentripetale Bewegungen im Karriere-Kegel nach Edgar Schein

Manche horizontale Schritte werden von zentripetalen begleitet, andere nicht. So ist der Wechsel von der Buchhaltung ins Controlling fast automatisch mit einem zentripetalen Schritt verbunden. Man ist durch die Auswertungen und Berichte der Geschäftsleitung näher verbunden. Ebenso ist der Verkaufsleiter in der Regel zentripetaler angesiedelt als z. B. der Lager-Leiter.

Familienbande sind in einem Familien-Unternehmen fast automatisch mit Zentralität verbunden. Heiratet z. B. der Leiter der Buchhaltung die Tochter des Unternehmers in einem Familien-Unternehmen so rückt er normalerweise dem Machtzentrum näher. Er wird vielleicht offiziell, zumindest jedoch inoffiziell in Gespräche über das Unternehmen eingebunden, zu denen er bisher keinen Zugang hatte. Er wird vielleicht Dinge mitbestimmen, von denen er bisher wenig Ahnung hatte.

Auch ein vertikaler Schritt ist fast automatisch mit einem zentripetalen verbunden. Die Leiterin der Finanzen ist in der Regel dem Machtzentrum (der Geschäftsführung) näher als die ihr unterstellte Leiterin der Buchhaltung. An der Spitze trifft sich die zentripetale und die vertikale Dimension, deshalb hat das grafische Modell eine Kegelform.

Literatur und Links

Edgar H. Schein: Career Dynamics. Matching individual and organizational needs. Addison-Wesley Publishing Company. 1978

Edgar H. Schein: Karriereanker: Die verborgenen Muster in Ihrer beruflichen Entwicklung. Lanzenberger Looss Stadelmann, 1998.

  1.   Aus dem Gedicht „Stufen“ von Hermann Hesse. Der Text des Gedichts und Hinweise dazu finden sich im Beitrag: „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ (Hermann Hesse) – Gedicht zur Selbstreflexion.   
  2. Vgl. den Beitrag: Phasen beruflicher Karriere-Entwicklung (Edgar Schein.  

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