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Kinoposter

Tom Hanks als Looser, als ‚Zeitenwendeverlierer‘, 1er quält sich durchs Leben, an dem er bisher gescheitert ist. Er ringt darum, seinen Job, in dem er einst erfolgreich Karriere gemacht hat, nicht zu verlieren. Ist er auch schwer krank? Ein hilfloser Blick lässt seinen inneren Zustand erahnen. Wird es ihm gelingen, einen Entwicklungs-Schritt zu setzen? Einen Schritt, der ihn aus der Krise herausführen wird?

Tom Hanks spielt Alan Clay, einen 54 jährigen Vertriebs-Manager eines Unternehmens, das holografische Telefonkonferenz-Systeme verkauft. 23

Alans Chef gibt ihm eine letzte Chance. Er soll so ein teures holografisches System an den Saudi Arabischen König verkaufen. Er war schon ganz auf dem Abstellgleis in dieser Firma. Den Auftrag bekommt er, weil er Beziehungen zu einem Neffen des Königs hat. Dieser soll Mitten in der Wüste eine Millionenstadt (Kings Metropolis of Economy and Trade) aufbauen. Alan sieht schwarz. Er weiß, dass seine Beziehungen zu diesem Neffen nicht so gut sind, wie sein Chef das darstellt und dass er sich in Saudi Arabien nicht auskennt. Aber er hat keine Wahl.

Tom Hanks am Set

Schließlich steht er vor den Scherben seines Lebens, vor einem Desaster:

  • Seine Ehe ist gescheitert. Seine Ex-Frau schildert deren gemeinsamen Tochter, dass er nichts als Baustellen in seinem Leben hat.
  • Die Finanzkrise hat ihn hart getroffen.
  • Sein Haus musste weit unter seinem Wert verkauft werden.
  • Seine Tochter braucht Geld von ihm, um ihren College-Besuch zu finanzieren.
  • Alan ist stark dem Alkohol zugeneigt.
  • Und im Laufe der Handlung entdeckt er eine große Zyste am Rücken, die ihm Sorge bereitet, da er nicht weiß ob sie gutmütig oder bösartig ist.

Das Desaster zeigt sich am Beginn des Films, wo dramatische Bilder gezeigt werden, die ihm im Schlaf im Flugzeug nach Saudi Arabien durch den Kopf gehen. Es handelt sich um Flashbacks traumatisierender Erlebnisse, die einer posttraumatischen Belastungs-Störung nahe kommen.4

Alan mit Jousef, seinem Fahrer, Begleiter und Freund

Alan kommt todmüde in der Nacht in Saudi Arabien an. Im Hotel legt er sich anzogen aufs Bett und wacht erst verspätet auf. Er hätte schon beim vereinbarten Termin beim König hätte erscheinen sollen. Doch er hat Glück, der König erscheint nicht zum vereinbarten Termin und so bleibt seine Verspätung ohne Konsequenzen. Er vereinbart einen neuen Termin, der auch wie viele weitere nicht vom König eingehalten werden.

Die Zeit vergeht, aber Alan und sein Team geben nicht auf. Sie finden sehr schlechte Bedingungen für die beabsichtigte holografische Präsentation vor. Doch die Probleme werden gelöst. In der Zwischenzeit hat sich Alan  mit seinem Fahrer Yousef angefreundet. Dieser bringt der ihn in einem alten Auto zu den verschiedenen vereinbarten Orten. Mit Yousef’s Hilfe lernt Alan die arabische Kultur, die arabischen Sitten und viele Menschen kennen. Er lässt sich auf die Begegnungen ein – und damit auch auf sich selbst. Der eigentliche Auftrag seiner Reise gerät zunehmend in den Hintergrund. Ohne Absicht gerät sie – wie viele großen Reisen – zur individuellen Sinnsuche.

Alan’s Ärztin und spätere Partnerin

Er entdeckt auf seinem Rücken an der Wirbelsäule eine große Zyste. Das beunruhigt ihn. Die schöne und geheimnisvoll exotische Ärztin Zarah betreut ihn und operiert ihn schließlich. Er hat Glück, das Geschwulst ist gutmütig, keine Lebensgefahr. Die Ärztin befindet sich auch gerade in Scheidungs-Verhandlungen mit ihrem Ehemann. Schließlich freundet sich Alan mit der Ärztin an, sie werden ein Paar und bleiben (vorläufig) in Arabien.

Dass trotz einer erfolgreichen Präsentation seines Produkts gegen Ende des Films ein preisgünstigerer Konkurrent aus China das Rennen für sich entscheidet, ist dann schon fast Nebensache und beeinträchtigt Alan’s neuen Lebensentwurf nicht. Die Krise ist überstanden, er ist ein neue Situation eingetaucht, das ein gelingendes Leben verspricht.

am Ende ein Paar: Zarha und Alan

Einige Szenen

  • In einem (Königs-)Palast will Alan Karim Al-Ahmad, seinen Verbindungsmann treffen. Er hat einen Termin. Er wird jedoch von Maha, der Empfangsdame abgewimmelt.  Alan schwindelt sich in den Fahrstuhl und trifft in einem Großraumbüro Hanne, die für Karim arbeitet. Sie bittet ihn in einem luxuriösen Garten. Dort setzt sich Alan auf einen Stuhl, der mit ihm umfällt. Er setzt sich zu Hanne auf die Bank. Später reicht sie ihm eine Flasche (offensichtlich Alkohol / Schnaps). Danach geht er in ein großes, ziemlich marodes Zelt, wo die Prädsentation stattfinden soll. Dort trifft er sein Team, das die Präsentation vorbereiten will.
    Dann fährt er ins Hotel, schaut sich Familien-Bilder an, schreibt seiner Tochter ein Mail, in dem er sich für sein Versagen als Familien-Vater entschuldigt. Währenddessen betrinkt er  sich. (ca. 28.00) Dann schneidet sich seine Geschwülst mit einem spitzen Messer auf und sinkt voll betrunken ins Bett.
  • 38 Alan wird von Hanne zu einer ausgelassenen, ekstatischen Party eingeladen. Sie zieht ihn in einen Nebenraum , küsst und bezirzt ihn. Alan wehrt ab.
  • 42 Alan verschafft sich wieder gegen den Willen der Empfangsdame Zugang zum Palast und trifft Karim, seinen Ansprechpartner. Dieser muss aber gleich weg – zu einer Baustelle – und schlägt Alan vor, mitzukommen. Dieser willigt ein. Sie fahren in einem luxuriösen Porsche. Unterwegs sagt er ihm zu, die Probleme zu beseitigen: fehlendes WLAN, Klima-Anlage, Verpflegung. Karim hatte auch in den USA studiert und kannte das Fahrrad-Unternehmen, in dem Alan im Vorstand tätig war, bevor sie durch die chinesische Konkurrenz Pleite gegangen sind.
  • 0:52 Alan liegt betrunken im Hotel-Bett und erleidet eine Panik-Attacke. Zarah, die Ärztin kommt und gibt ihm eine Injektion. Er beruhigt sich und legt kurz seine Hand auf ihre – bis Yousef hereinkommt.  Zarah geht, Yousef macht Alan Vorwürfe.
    Yousef erzählt, er habe eine Beziehung zu einer verheirateten Frau, ihr Mann ist dahinter gekommen, er muss in sein Heimat-Dorf fliehen. Alan kommt mit. Unterwegs nehmen sie auch Jousef’s Neffen Sayed mit. Verbotenerweise fahren sie durch Mekka. Alan trägt dabei einen Kaftan.
  • 1:01 In Yousef’s Heimatdorf passieren Alan ein paar Missgeschicke. Er setzt sich auf eine Bank vor dem offenen Eingang einer Moschee. Die Bank bricht zusammen und unterbricht die Gebete der Gläubigen. Er fotografiert Kamele udn auf Nachfrage gibt er sich per Spaß als CIA-Agent aus. Das bringt ihn in Schwierigkeiten.
  • 106 Alan erfährt von einem Arzt, dass er operiert werden muss.
  • 108 Das Präsentations-Zelt wird luxuriös gestaltet, bereit für die Präsentation. Der König trifft mit einem Hubschrauber. Eine beeindruckende Präsentation beginnt, der König ist begeistert, apllaudiert. Nachher beglückwünscht ihn Hanne und will mit ihm feiern, er lehnt ab.
  • 111 Alan wird von einem OP-Team operiert, bevor sie beginnen, werden sie jedoch von Zarah abgelöst. Verärgert verlassen die Ärzte den OP-Raum. Währen der OP visulisiert Alan schöne Erlebnisse.
    Nacher mailen Alan und Zarah hin und her. Dabei kommen sie einander näher. Es kommt zu einem privaten Treffen. Sie holt ihm vom Hotel ab. Ihr Bruder steuert das Auto.
    Im Auto tauschen die beiden ihre private Situationen aus, (Ex-)Partner, Kinder, … Er hat eine Tochter, 21, aber Alan sagt, er sei nicht sicher, ob er hilfreich ist. Sie: „Ruft sie Sie manchmal ohne einen besonderen Grund an?“ Er (nach kurzem Zögern): „Ja“. Sie: „Dann ist alles gut“.
  • 1:19 Sie fahren zu einer kunstvoll und luxuriös eingerichtet Villa (ihres Bruders) am Meer. Dort kommt es im Wasser zu Liebes-Szenen. (Manche Kritier sehen darin einen kitischigen Abschluss).
  • 1:24 Alan erzählt (Flashback) von einem Überlebens-Training mit seinem Vater im Winter an einem einsamen See mit Wölfen und Bären.
  • 1:26 Alan schreibt seiner Tochter ein e-Mail: Den Auftrag hat er nicht erhalten. Er bleibt jedoch noch in Saudi Arabien. Er hat einen neuen, gut bezahlten Job im Palast bei Karim angenommen
  • 1:28 Der Film endet damit, dass Alan von der Arbeit nach Hause kommt und Zarah ihn an der Tür (Holzür mit Sonnen- und Mond-Symbol) erwartet.

Entwicklungs-Themen

  • Lebenskrise
  • Trauma
  • Looser, gescheitertes Leben
  • Selbstfindungs-Trip
  • Globalisierung
  • große Reise
  • Entwicklungs-Film
  • Liebe, Liebespaar, Heilung durch Liebe
  • Panik-Attacke
  • Alkohol-Sucht
  • Vater – Sohn

Cast

  • Romanze, Drama, (Tragi-)Komödie, D, USA 2016
  • Originaltitel: A hologram for the king
  • Romanverfilmung: gleichnamiger Roman von Dave Eggers
  • Regie / Drehbuch: Tom Tykwer
  • Tom Hanks: Alan Clay, Vertriebsmanager
  • Tom Skerritt: Ron Clay, Alan’s Vater
  • Ben Whishaw: Dave
  • Alexander Black: Yousef, Alans Fahrer und Begleiter, wird Alans Freund
  • Sarita Choudhury: Dr. Zahra Hakeem, schöne Ärztin, am Ende Alan’s Partnerin
  • Megan Maczko: Rachel,
  • Khalid Laith: Karim Al-Ahmad, Handlungsbevollmächtigter des Königs, Ansprechpartner für Alan
  • Sidse Babett Knudsen: Hanne, dänische Geschäftsfrau, Business-Angestellte des Königs bzw. von Karim Al-Ahmad, die Alan kennenlernt
  • Kit, Alan’s Tochter
  • Maha, Empfangsdame im königlichen Palast
  • Sayed, Jousef’s Neffe

Links

Film-Kritiken

A hologram for the king. IMDb

Ein Hologramm für den König. filmstarts.de  , Karsten Baumgart: Filmkritik

Tilman Spreckelsen: Die Wahrheit kennt nur der Taxifahrer. faz. 21016

Kritik zu: Ein Hologramm für den König in epd-film.de (Kritik zum Film)

Hanns-Georg Rodek: Ein Film, der die westlichen Werte nicht braucht. In: welt.de

Ein Hologramm für den König. In perlentaucher (Rezensionsnotizen)

Wolfgang Höbel: Not eines Handlungsreisenden in spiegel-online

Lars Weisbrod: Ein Planschbecken im Nichts. In Zeit-online 28. 4. 2016

 

Trauma

Beate Krol: Wie entsteht ein Trauma. SWR2 Wissen

Tereza Bora und Daniela Wiesler (Moderation): Wie Traumata über Generationen weiterwirken. Sendung im Deutschlandfunk (Hinweise zu vererbten Traumata)

  1.   Ein Hologramm für den König. filmstarts.de 
  2.   Outsourcing-Firma des Fahrradherstellers Schwinn.
  3.   IMDb-Plot: „A failed American sales rep looks to recoup his losses by traveling to Saudi Arabia and selling his company’s product to a wealthy monarch.“   
  4.   Rodek drückt da so aus:  Am Anfang charakterisiert Regisseur Tykwer die Lebenslage dieses Alan Clay mit einer der schönsten Filmeinführungen der letzten Zeit. Tom Hanks schreitet durch seine heile Welt und singt dazu „Once in a Lifetime“ von den Talking Heads: „And you may find yourself looking for your large automobile“ (puff, löst sich in einer rosa Wolke auf), „and you may find yourself without a beautiful house“ (große rosa Explosion), „and without a beautiful wife“ (noch ein rosa Wölkchen), „and you may ask yourself: How did I get there?“  Hanns-Georg Rodek: Ein Film, der die westlichen Werte nicht braucht.

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