Selbst-Liebe und Selbst-Akzeptanz

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Inhalt

  • Selbst-Liebe und Selbst-Akzeptanz
  • ein Exkurs an die Liebe / den Liebesbegriff
  • Hinweise und Bezüge zu
    • Selbstakzeptanz und Selbstwertschätzung,
    • Selbstbild und der Selbsterkenntnis

Überblick

Herz als Liebes-Symbol

Im Vordergrund der Überlegungen steht das Konzept der Selbstliebe. Dabei wird auf den Liebesbegriff bzw. die Formen der Liebe Bezug genommen. Selbstakzeptanz und Selbstwertschätzung ergänzen und konkretisieren den Begriff der Selbstliebe.

Diese Formen der Selbst-Liebe stehen in Bezug zu anderen Selbst-Qualitäten, manchmal auch Tugenden genannt, die sich zum Teil sehr ähneln und oft nur schwierig auseinander gehalten werden können, z. B.

  • Selbst-Bild
  • Selbst-(Er)Kenntnis
  • Selbst-Akzeptanz
  • Selbst-Wertschätzung
  • Selbst-Liebe
  • Selbst-Vertrauen

Selbstverliebt (Félicien Rops)

1

Selbstliebe

Selbstliebe ist der vielleicht komplexeste Begriff der Selbst-Qualitäten. Ähnlich wie der Begriff der Liebe wird er in verschiedenen Kontexten und Konnotationen2 verwendet und kann er nicht vollständig rational durchdrungen werden.

Selbstliebe ist …

  • eine starke positive emotionale Zuneigung und wertschätzenden Hinwendung zu sich selbst.
  • Es ist ein positives Gefühl und eine positive Haltung zu sich selbst, seiner physischen und psychischen Ganzheit und
  • hat als Voraussetzung sich selbst zu akzeptieren (Selbst-Akzeptanz)
  • und wertzuschätzen (Selbstwertschätzung) –
  • unabhängig von jeder Bedingtheit wie Verhalten und Leistung.

Ausprägungen der Liebe

Romeo und Julia, archetypische Liebhaber, von Francis Barnard Dicksee (1884)

Selbstliebe ist eine Form der Liebe – wie …

  • die Partnerliebe,
  • die familiäre Liebe (Vaterliebe, Mutterliebe, Kindesliebe),3
  • die Freundes-Liebe,
  • die Nächstenliebe (die Liebe zu den Bedürftigen, auch die ‚karitas‘ als sorgende Liebe um den Nächsten und die Philanthropie, als allgemeine Menschenliebe und Menschlichkeit),
  • die Objekt-Liebe und kontemplative Liebe (incl. Tier-Liebe, Vaterlands-Liebe, Liebe zur Natur, Freiheits-Liebe, …),
  • infantile versus reife Liebe (Ich liebe weil ich geliebt werde – Ich werde geliebt, weil ich liebe), Erich Fromm in Matthias Kaldenbch: Die Kunst des Liebens.

 

Weitere Formen der Liebe sind:

  • Gottes-Liebe4:

    Agape – Gottesliebe Agapefest: Bild in den Katakomben der Domitila in Rom

    Die erbarmende Liebe Gottes zu seinen Schöpfungen, vor allem zu den Menschen und die verehrende Liebe des Menschen zu Gott

  • die universale Liebe, objektlose Liebe, mystische Liebe (Liebe als Grundhaltung, Öffnung gegenüber der Schöpfung5
  • nicht zuletzt, die körperliche, erotische Liebe: Eros als Liebe dessen der nach der Vereinigung mit dem Ersehnten verlangt.

Weitere Formen der Liebe

Allegorie der Liebe (Ausschnitt), Angelo Bronzini (1540/45)

Liebe wurde auch in anderen Konzepten differenziert, z. B.

  • ‚ludus‘: die spielerisch-sexuelle Liebe (Liebe als Empfindung und Gefühl)
  • ‚mania‘: die besitzergreifende Liebe (Liebe als Haltung)
  • ‚pragma‘: die Liebe, die auf Vernunft-Gründen basiert (Liebe als Haltung)

Die antike Philosophie unterschied die sinnliche Liebe (Eros, auch Leidenschaft), Die Freundes-Liebe (Philia, auch Liebe auf Gegenseitigkeit) und die Nächstenliebe (Agape, hingebende Liebe, die das Wohl des anderen sucht, auch selbstlose Liebe, incl. Feindes-Liebe).

Negative und ambivalente Entsprechungen

Negative (bzw. antinome) Formen zur Selbstliebe sind die Selbstsucht / Egoismus und der Selbsthass.

Nächstenliebe: Der barmherzige Samariter Rembrandt von Rijn (1606 – 1669)

Selbst-Liebe wird oft mit Egoismus bzw. Selbstsucht verwechselt, ist aber das positive Pendant dazu. Man kann die Selbstliebe sogar als notwendige Voraussetzung zur Fähigkeit, Andere zu lieben sehen, besonders in ihrer Ausprägung als Nächstenliebe6 Das sagt auch das biblisches Gebot: „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“ 7.

Selbstlosigkeit8 oder Altruismus9 wird ambivalent gesehen – in ethisch-moralischen und religiösen Bezügen häufig sehr positiv, in psychologisch-therapeutischen Bezügen10 eher negativ, hin bis zur Persönlichkeitsstörung, z. B. in Form des Helfersyndroms11

Narziss, Ölgemälde von Caravaggio, 1594–1596, Galleria Nazionale d’Arte Antica, Rom

Auch Selbst-Verliebtheit wird ambivalent gesehen – wie bei der Liebe  als eine Phase des Liebes-Prozesses (noch unreife Form im Entwicklungs-Prozess der Liebe) bis zur negativen Form der Selbstbewunderung und des Narzissmus. Dies ist – alltagssprachlich gesehen – eine negative Form der Selbstliebe, die anderen wenig Beachtung schenkt und sich selbst für wertvoller und wichtiger nimmt als das die Menschen in ihrer Umgebung tun. Psychologisch bzw. psychiatrisch gesehen, stellt Narzissmus [vgl. Faust, Psychiatrie] eine Persönlichkeitsstörung, die bereits von Sigmund Freud12 beschrieben wurde, dar.13

Selbstliebe als psychologisches Konzept

Selbstliebe ist in mehreren psychologischen bzw. psychotherapeutischen  Schulen ein wichtiges Konzept, z. B. bei Erich Fromm14 15 oder in der Traumatherapie von Luise Reddemann. 16.

Selbstliebe kommt in anderen psychologischen Schulen auch in anderen Begriffen vor. So ist in der Analytischen Psychologie von C. G. Jung der Begriff „positiver Mutterkomplex“ sehr ähnlich. Er beinhaltet die Grundeinstellung: „Ich bin ein guter (liebevoller) Mensch in einer guten (liebevollen) Welt.“17 und ermöglicht uns eine entwicklungs-orientierte Herangehensweise an unsere Lebens-Themen und Lebens-Probleme.[vgl. Roland Mischke: Probleme sind Entwicklungsschritte]. und macht uns darauf aufmerksam, dass die Basis unserer Selbstliebe die frühen Beziehungen, vor allem zu unseren Eltern und Geschwistern darstellen.

Selbstakzeptanz und Selbstwertschätzung

Selbst-Akzeptanz (oder Selbst-Annahme) ist eine Selbst-Qualität, die der Selbst-Liebe sehr ähnlich ist, aber eher einer Haltung, einer Einstellung entspricht und nicht zwangsläufig (zusätzlich) die emotionalen Komponenten enthält. D. h., man kann sich selbst akzeptieren („ich akzeptiere mich so, wie ich bin“), ohne mich dabei emotional zu engagieren, d. h. ohne allzu große Selbstliebe. Umgekehrt geht das nicht: Wenn ich mich nicht selbst akzeptiere, kann ich mich nicht selbst lieben. Insofern ist Selbst-Liebe die stärkere Qualität.

Die polare Qualität zur Selbst-Akzeptanz ist  die Selbstkritik, das erkennen der kritischen Punkte der eignen Persönlichkeit, des Verhaltens, … Beide Qualitäten sollten in ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen: Dominiert die Selbstkritik, so schädigt das das eigene Selbstbewusstsein. Dominiert die Selbstakzeptanz, so besteht die Gefahr der eigenen Selbst-Überschätzung.

Dazwischen liegt die Selbst-Wertschätzung. Voraussetzung ist wiederum die Akzeptanz, zusätzlich kommt das Element der verstärkten positiven Bewertung hinzu. Wertschätzung ist stärker als bloße Akzeptanz. Das positive emotionale Element muss aber nicht unbedingt dabei sein. 18

Im Alltagsbewusstsein werden all diese Begriffe weitgehend synonym verwendet.

Selbstfürsorge

Selbstfürsorge heißt, für sich selbst gut zu sorgen, dafür zu sorgen, dass es mir gut geht, ich mich entwickeln und mein Leben leben kann.

Folgende Qualitäten sind damit verbunden19

  • einen liebevollen,
  • wertschätzenden,
  • achtsamen und
  • mitfühlenden Umgang mit mir selbst und
  • Ernstnehmen der eigenen Bedürfnisse

Selbstfürsorge hängt eng mit  Psycho-Hygiene und Burnout-Prophylaxe zusammen.20 Damit Psycho-Hygiene und Selbst-Fürsorge wirklich wirksam wird, ist folgendes notwendig: 21

  • entweder frühe Erfahrungen mit ausreichender Fürsorge
  • oder (wenn das fehlt) eine intensive Verarbeitung (Nachholen eines Trauerprozesses) von alten Verletzungen, Traumata usw.

Werden diese alten Knoten nicht gelöst, verhindern ‚Dämonen der Vergangenheit‘ ausreichende Selbstfürsorge, ja es kann sogar zu einer „sekundären Traumatisierung“ kommen. Das heißt: Wenn wir mit traumatisierten Menschen zu tun haben und in beratenden oder therapeutischen oder auch in persönlichen privaten Gesprächen auf diese Traumatas ‚treffen‘, können intensive Gefühlen von Angst, Zorn, Hilflosigkeit oder Ohnmacht aktiviert werden. 22  Die Bedeutung der (Selbst-)Fürsorge wird besonders von bekannten Sozialpsychologen Erich Fromm betont, indem er sie zu den Merkmalen eines „reifen Menschen“ zählt.23

Selbstbild und Selbst-(Er-)Kenntnis

Umgekehrt ist es mit den Qualitäten des Selbst-Bildes und der Selbst-Erkenntnis. Ein Selbstbild, ein Bild des eigenen Selbst24 25, die Vorstellungen und die Meinungen von sich selbst, hat jede Person, mehr oder weniger positiv oder negativ oder auch ambivalent, auch mehr oder weniger bewusst oder unbewusst. Als Selbst-Qualtität meint man jedoch in erster Linie ein bewusstes Selbstbild. Und eine Verbesserung der Qualität ist ein positives, bewusstes  (und realistisches) Selbstbild.  Man grenzt es zum einen vom Fremdbild ab, vom Bild, das andere von dieser Person haben. Oft gibt es jedoch mehr oder weniger unterschiedliche Fremdbilder. Und Ziel ist, die beiden Bilder global anzunähern, im Sinn eines kongruenten Selbstbilds.26 Zum anderen steht dieses Bild im Gegensatz zu einem idealisierten Wunschbild oder Idealbild (oder auch zu einem geschönten, idealisierten  bzw. verzerrten Selbstbild) der Person, das ist die Vorstellung, wie man sein möchte. Je nachdem, inwieweit Ist von Selbst-Wahrnehmung abweicht, kann man auch ein realistisches Selbstbild von einem verzerrten, oder geschönten, idealisierten Selbstbild sprechen.

Das Fremdbild enthält einerseits Merkmale meines ‚Selbst‘, meiner Persönlichkeit, meines Körpers, meines Verhaltens, meine Stärken und Schwächen27 … Zusätzlich zu diesen ‚digitalen‘, analytischen Merkmalen enthält das Selbst-Bild auch ein analoges Bild von der Ganzheit des Menschen. Dieses Bild beeinflusst weitgehend die Identität[1. Zur Entwicklung der Identität vgl. Erik Erikson, Identität und Lebenszyklus] eines Menschen, sein Denken28.

Carol Dweck erforschte auch die Dynamik des Selbstbildes. Es gab Belege dafür, dass Personen mit einem dynamischen Selbstbild („ich kann mich verändern“) sich realistischer einschätzen als Personen mit einem statischen Selbstbild („ich bin, wie ich bin, daran kann ich nichts ändern“).

Fragen  zur Dynamik des Selbstbildes.

  1. Ich habe bestimmte menschliche Eigenschaften und es gibt nicht viel, was ich daran ändern kann.
  2. Egal welche Eigenschaften ich jetzt habe, ich kann mich grundlegend verändern.
  3. Ich kann einige Dinge anders machen, doch meine grundlegenden Eigenschaften bleiben konstant.
  4. Ich kann selbst grundlegende Eigenschaften meiner Persönlichkeit verändern.
    Quelle: (Carol Dweck, Selbstbild, Piper Verlag, e-book Position 256)

Selbsterkenntnis ist eine vertiefte kognitive Qualität des Selbstbildes. „Ich kenne mich bei mir selbst aus.“, kenne meine Verhaltensweisen, meine Muster, mein inneres Erleben, meine Emotionen, meine Persönlichkeits-Struktur, … Die Erkenntnis des eigenen Selbst ist das Ergebnis vertiefter Selbst-Beobachtung, Selbst-Reflexion (Nachdenken über sich selbst) und Selbst-Kritik (kritisches Beurteilen und Hinterfragen der eigenen Standpunkte und Handlungen)

Das Hohelied der Liebe

Das Hohelied der Liebe im Neuen Testament

Die wahrscheinlich bekannteste Bibelstelle zur Liebe stammt von Paulus im Korinterbrief29

Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle.
Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, sodass ich Berge versetzen könnte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts.
Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und meinen Leib dahingäbe, mich zu rühmen, und hätte der Liebe nicht, so wäre mir’s nichts nütze.
Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf,sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu,sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit;
sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles.
Die Liebe höret nimmer auf, wo doch das prophetische Reden aufhören wird und das Zungenreden aufhören wird und die Erkenntnis aufhören wird.

Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.

Das Hohelied der Liebe im Alten Testament

Die Schriftrollen des Tanach, der hebräischen Bibel mit dem Text des Hohelieds Salomon.

Auch im Alten Testament findet sich ein Hoheslied der Liebe, auch Hohelied Salomos genannt.30 . Es ist eine Sammlung von zum Teil erotischen Liebesgedichten bzw. Liebesliedern aus der alten jüdischen Tradition, die von Martin Buber und Franz Rosenzweig neu übersetzt bzw. verdeutscht wurden.31 Hier der Beginn, Kapitel 1:32

1 Der Gesang der Gesänge, der Schlomos ist.

2 Er tränke mich mit den Küssen seines Mundes! – Ja, gut tut mehr als Wein deine Minne,

3 gut tut der Duft deiner Öle, als Öl hat sich dein Name ergossen, darum lieben dich die Mädchen.

4 Zieh mich dir nach, laufen wir! Brächte der König mich in seine Gemächer, jauchzen wollten wir und uns freuen an dir. Mehr als Wein rühmen wir deine Minne: geradeaus liebt man dich.

5 Schwarz bin und anmutig ich, Töchter Jerusalems, wie die Zelte von Kedar, wie die Behänge Schlomos.

6 Sehet nimmer mich an, daß ich eine Schwärzliche bin, drum daß mich die Sonne versengte! Die Söhne meiner Mutter sind entflammt wider mich. Sie setzten mich als Hüterin der Wingerte ein, aber meinen eignen Wingert habe ich nicht gehütet.

7 Melde mir doch, den meine Seele liebt, wo doch weidest du, wo doch lagerst du am Mittag, – denn warum soll ich wie eine Schmachtende sein an den Herden deiner Genossen!

8 – Wenns dir nicht zu wissen getan ist, Schönste unter den Weibern, zieh vor dich hin in den Spuren des Kleinviehs, und weide deine Zicklein um die Wohnstätten der Hirten!

9 Einer Stute in Pharaos Gefährt vergleiche, meine Freundin, ich dich,

10 Anmutig sind deine Wangen in Kettlein, dein Hals im Muschelngeschling, –

11 Goldkettlein machen wir dir, Silberklümplein daran.

12 – Solang der König an seiner Tafel ist, gibt meine Narde ihren Duft.

13 Ein Myrrhenbüschel ist mir mein Minner, es weilt mir zwischen den Brüsten,

14 eine Zypertraube ist mir mein Minner, in Engedis Wingertgeländ.

15 – Da, schön bist du, meine Freundin, da, schön bist du, deine Augen sind Tauben.

16 – Da, schön bist du, mein Minner, gar hold, – frisch gar ist unser Bett,

17 das Gebälk unsres Hauses sind Zedern, unsre Sparren sind Wacholder.

Links zur (Selbst-) Liebe

Selbstliebe – Gedicht von Charlie Chaplin,
Aphrodite – wecke die Liebe in Dir
Da Herrgott liabt d Welt (Peter Rosegger) – polares Denken,
Därf ih’s Diandl liabn? (Peter Rosegger)
„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ von Hermann Hesse

Filme

Jenseits von Afrika
Filmtipp: „Manchester by the Sea“ – Ein Entwicklungsfilm ohne Entwicklung
 

Reflektion: Bildanregungen zu unterschiedlichen Formen der Liebe

Lasse die Bilder auf Dich wirken und reflektiere Deine Erfahrungen zu unterschiedlichen Formen der Liebe.

Altruismus  
Altruismus Bild des französischen Malers Jacques-Louis David (1748-1825) „Bettler, der um Almosen bittet“Altruismus gegenüber Kindern: Samuel Albrecht Anker: Die Kinderkrippe I (1890)Auch Misanthropen sind fähig zu altruistischem Handeln: Der Misanthrop (Gemälde von Pieter Brueghel dem Älteren, um 1568)
Agape, Nächstenliebe
Simone Martini Der hl. Martin teilt seinen MantelBarmherzigkeit El Greco Der hl. Martin und der Bettler 1597/99Nächstenliebe Der gute Samariter (ca. 1880 – 1890) Vincent Van Gogh
Verliebtheit
Amadeo Modigliani, Porträt der Jenne Hébuterne , 1918, Privatsammlung (Bild einer verliebten Frau)
Amedeo Modigliani ist auch bekannt für seine Akte, Köpfe und Figuren, die Liebe ausdrücken.
Dem verliebten Löwen werden die Krallen gestutzt: Camille Roqueplan: The Lion in Love (1836). Bezug zur Fabel: "Le lion amoureux" von Jean de La Fontaine (1621 - 1695)Das verliebte Paar:
Tristan und Isolde (Gemälde von Edmund Blair Leighton, 1902)
kontemplative Liebe
Kontamplation: Maria (links) und Martha von Bethanien , Sinnbilder der Kontemplation (Maria) und der Aktion (Martha), auf dem Gemälde Christus bei Maria und Martha von Jan Vermeer, um 1654/1655. National Gallery of Scotland, EdinburghGranatapfel im Hohen Lied Salomos: „Deine Lippen sind wie eine scharlachfarbene Schnur, und dein Mund ist lieblich. Deine Schläfen sind hinter deinem Schleier wie eine Scheibe vom Granatapfel.“ 4,3 – Der Granatapfel im Hohenlied Salomos 4,3.13; 6,7.11; 7,13—14; 8,2"Rose von Scharon im Hohenlied Salomos 2,1: „Ich bin eine Blume in Scharon und eine Lilie im Tal.“ (Trichternarzisse)
Liebe in der Arbeit
Mit Liebe gemalt: Carl Fröschl 1(879), ein Wiener Maler malt seine Ehefrau mit Liebe, mit hellem, leuchtendem Inkarnat
  1.   Weitere Selbst-Begriffe, denen Selbst-Qualitäten entsprechen, z. B. Selbst- / Fremd-Einschätzung, Selbstverständnis, Selbst-Wert, Selbst-Konzept, Selbst-Wahrnehmung, Selbst-Bewertung, Selbst-Steuerung, Selbst-Wirksamkeit, … werden hier nicht besprochen.
  2. Konnotationen sind emotionale und affektive Bezüge, die mit Begriffen verbunden sind – „das, was mitschwingt, mit-gedacht, mit-bewertet wird“, wörtlich: das was mit („lat. con“) notiert wird. Konnotationen können positiv, negativ, neutral sein. Das Gegenteil von Konnotation, die ‚Denotation‘ sieht vom emotionalen und wertenden Bezug ab. So haben z. B.  „Hund“ und „Köter“ die gleiche Denotaion, aber unterschiedliche Konnotationen.
  3.   Mutterliebe: Ich werde geliebt, weil ich bin. Vaterliebe: Ich werde geliebt, weil ich mich richtig verhalte
  4. vgl. Papst Beenedikt XVI., Botschaft 2007, der Agape und Eros gegenüberstellt
  5. Wie sie beispielsweise der mittelalterliche Mystiker Meister Eckhart (ca. 1260 – 1328) gefordert und gelehrt hat
  6. Die Nächstenliebe war bereits in der Ethik der Antike ein Grundwert – neben der Gerechtigkeit und wurde im Judentum,  Christentum  und Islam übernommen. Formen der Nächstenliebe und des Mitleids wurden sogar im Tierreich analysiert. Vgl. Rolf Degen: Wilde Samariter, Stirn: Selbstlosigkeit.
  7. Neues Testament, Lukas 10,27
  8. Eine besondere Form der Selbstosigkeit beschreibt Oscar Wilde in ‚Der Sozialismus und die Seele des Menschen: „Selbstlosigkeit bedeutet, die anderen Menschen ihr Leben leben zu lassen und sie nicht zu stören.“
  9. Der Begriff „Altruismus“ wurde durch den Philosophen und Begründer des Positivismus Auguste Comte geprägt, der damit den egoistischen Individualismus überwinden wollte.
  10. vgl. Rolf Merkle, Altruismus
  11. Vgl. Schmidbauer, Die hilflosen Helfer, vgl. auch Interview mit Thea Bauriedl: Brennpunkte der Ohnmacht
  12. Vgl. Freud, Zur Einführung des Narzissmus
  13.   Zu möglichen negativen Aspekten der Selbstliebe vgl. Raphael Bonelli: ‚Nur das kranke Auge sieht sich selbst‚ 
  14. Erich Fromm: Die Kunst des Liebens. (1956) 60. Auflage, Frankfurt am Main 2003 Vgl. dazu auch eine kurze Zusammenfassung mit Originalzitaten in Matthias Kaldenbch: Die Kunst des Liebens.  
  15. Erich Fromm unterscheidet folgende Arten / Objekte der Liebe: Nächsten-Liebe, Mütterliche Liebe (bzw. Liebe zwischen Eltern und Kind), Erotische Liebe, Selbstliebe, Liebe zu Gott: ( Die Kunst des Liebens
  16. Website zu Luise Reddemann
  17. Vgl. Verena Kast: Vatertöchter, Muttersöhne
  18. „Selbstwert, auch Sebstwertschätzung genannt, ist die Bewertung des Bildes von sich selbst (Selbstkonzept) und damit eine grundlegende Einstellung gegenüber der eigenen Person. Obwohl es sich nicht um ein Gefühl im eigentlichen Sinne handelt, spricht man im Alltag oft von Selbstwertgefühl.“ Astrid Schütz, Selbstwert, in hogrefe, portal
  19. Vgl. Luise Reddemann: Einige Überlegungen zu Psychohygiene und Burnout-Prophylaxe von TraumatherapeutInnen. Erfahrungen und Hypothesen, S. 82
  20.   Vgl. Luise Reddemann: Einige Überlegungen zu Psychohygiene und Burnout-Prophylaxe von TraumatherapeutInnen. Erfahrungen und Hypothesen.
  21.   Vgl. Luise Reddemann: Einige Überlegungen zu Psychohygiene und Burnout-Prophylaxe von TraumatherapeutInnen. Erfahrungen und Hypothesen, S. 82 ff.
  22.    Luise Reddemann führt dies am Beispiel der Psychohygiene und Burnout-Prophylaxe von TraumatherapeutInnen aus (Einige Überlegungen zu Psychohygiene und Burnout-Prophylaxe von TraumatherapeutInnen. Erfahrungen und Hypothesen, S. 82): „Psychohygiene und damit Selbstfürsorge bedürfen entweder einer frühen Erfahrung mit ausreichender Fürsorge oder, wenn sie nicht erfahren werden konnte, eines Trauerprozesses mit anschließender Veränderung im Umgang mit sich selbst. Wenn man sich das oben Ausgeführte ins Bewusstsein ruft, kann man dann sicher sein, dass diese Trauerprozesse auf allen Ebenen von Psychotherapeuten geleistet werden konnten? Wenn nicht, schleichen sich die Dämonen der Vergangenheit auf die eine oder andere Weise wieder an und ein. Aber selbst wenn sie geleistet worden sind, braucht es anschließend neues Handeln, Einsicht allein genügt nicht. Diese eigenen unaufgelösten „Knoten“ vermengen sich dann mit Phänomenen der sekundären Traumatisierung (…) Bei der Beschäftigung mit traumatischem Geschehen kommt es vor, dass wir selbst in so massive Gefühle von Ohnmacht und Hilflosigkeit hineingeraten, dass sich dies auf das Ich traumatisierend auswirken kann. (…) Häufiger sind Gefühle von Lustlosigkeit gegenüber der Arbeit, also Burnout Erscheinungen, oft von Fragen nach dem Sinn der Arbeit und dem Sinn des Lebens begleitet. Häufig ist auch, dass TherapeutInnen ihre PatientInnen und deren Geschichten „mit nach Hause nehmen“ und ihre Beziehungen davon belastet werden. (..) (Sie) werden ihren PartnerInnen gegenüber misstrauisch, verlieren die Freude an ihrer Sexualität und überhaupt die Freude am Leben.“ (Hervorhebungen des Autors) Was für (Trauma-)Therapeut_innen verstärkt zutrifft, gilt grundsätzlich, wenn auch in anderem Ausmaß für uns alle zu.
  23. Fürsorge, Verantwortungsgefühl, Achtung und Erkenntnis stehen miteinander in engem Zusammenhang. Sie bilden ein Syndrom von Einstellungen, die beim reifen Menschen zu finden sind, das heißt bei einem Menschen, der seine eigenen Kräfte produktiv entwickelt hat, der nur das haben will, was er sich selbst erarbeitet hat, der seine narzisstischen Träume von Allwissenheit und Allmacht aufgegeben und die Demut erworben hat, die auf einer inneren Stärke beruht, wie sie nur echtes produktives Tätigsein geben kann.“
  24. Das Selbst wird in unterschiedlichen psychologischen Systemen sehr unterschiedlich gesehen und definiert. von einem kognitiven, semantischen System in der kognitiven Psychologie bis zur transzendenten ,Mitte‘ der Persönlichkeit     in der Analytischen Psychologie von C. G. Jung
  25. „das Selbst besteht aus einem semantischen System, das alle selbstbezogenen Wissens- und Gedächtnisrepräsentationen in hochstrukturierter Form (Selbstkonzept) sowie deren Bewertungen durch die Person (Selbstwert) beinhaltet.“, Dorsch, Lexikon der Psychologie, Beitrag „Selbst“
  26. Der Begriff der Kongruenz in der Psychologie stammt von Virgina Satir
  27. Zu den Dimensionen des Selbstbildes vgl. Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik, Beitrag ‚Selbstbild
  28. und bestimmt auch nach Carol S. Dweck (Self-Theories: Their role in motivation, personality and development. Philadelphia: Taylor and Francis/Psychology Press. 1999. deutsch: Selbstbild. Wie unser Denken Erfolge und Niederlagen bewirkt. Vgl. auch Self-Theories: The Mindset of a Champion, auch: What Promotes Adaptive Motivation, sowie ein kurzer Fragebogen / questionnaire zur Rolle der Intelligenz zum Selbstbild des Menschen) unsere Denkweisen, vor allem unsere Glaubenssätze, unsere Selbstwertschätzung (self-esteem, vgl.  Self-Theories, Goals, and Meaning) und damit auch Erfolg und Misserfolg.
  29. 1. Kor 13, 1-13, hier ein Auszug daraus in der Luther-Version
  30. Es ist ein Buch des Tanach (Tenach)
  31. vgl. Martin Buber und Franz Rosenzweig: „Die Schrift„, die Übersetzung bzw. Verdeutschung des Tanachs, der hebräischen Bibel. Es ist eine konkordante Übersetzung, d. h. die Übersetzer haben versucht, den sprachlichen Gehalt des Urtextes ins Deutsche zu übertragen. (zur konkordanten Methodik vgl. o.A.: Erläuterungen der konkordanten Methodik.)     Die Geschichte dieser Übersetzung findet sich in BibelCenter: Buber / Rosenzweig . Zentrale Textauszüge finden sich in Martin Buber: Abschnitte 
  32. Text aus Buber-Rosenzweig-Übersetzung (1929)
 

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