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Abwertungen und Konflikte

Namaste – „Ich begrüße das Göttliche in Dir“, Beispiel für wertschätzende Kommunikation.

Abwertung ist eine der wichtigsten  Kommunikations-Sünden (-Fehler) und führt zur Verschlechterung von Beziehungen und zu Konflikten, sowohl in der betrieblichen als auch in der privaten  Kommunikation. Besonders häufig sind Abwertungen in emotional eskalierenden Gesprächen, wenn die Konflikt-Temperatur heiß wird und Ärger, Wut und Frustration ihren Ausdruck finden. Dann gilt nicht mehr „Ich habe einen Konflikt“, sondern „Der Konflikt hat mich“.1. In diesen heißen Konflikt-Phasen ‚passieren‘ Abwertungen. Sie können auch in ’normalen‘ Kommunikations-Situationen passieren. Doch sie sind unprofessionell und  auch unmoralisch, weil sie unerwünschte Folgen mit sich bringt und die andere Person verletzt.

Gänzlich abzulehnen, stärker wirksam und in  höherem Maße unmoralisch sind abwertende Bemerkungen in emotional kühlen Phasen, wenn zumindest oberflächlich Verstand und Intellekt die Oberhand in unseren Handlungen übernehmen. Dann gilt nicht mehr „Es passiert (mir)“ sondern „Ich mache es ganz bewusst.“ Manchmal entsteht diese bewusste Abwertung durch die Einstellung, dass Abwertung mit Stärke verbunden ist („Dem habe ich es jetzt aber gezeigt!“) Abwertungen in eigenem Verhalten sollten erkannt und vermieden werden. Das wird klar, wenn man bedenkt, dass Abwertungen auch Selbstbotschaften enthalten und insofern auch auf den Sender abwertend wirken. Abwertungen von Anderen sollten auch erkannt werden und man sollte ihnen konstruktiv, abr klar begegnen.

Formen der Abwertung

Abwertende Kommunikation zeigt sich in vielen Gesichtern, z. B.2

  • sowohl verbal (in Sprüchen) als auch nonverbal (in Gesten und Handlungen)
  • als feiner Sarkasmus oder Zynismus
    • „Der edle Herr ist sich ja  wieder einmal zu gut dafür.“
    • „Die edle Dame ist ja zu fein für jeden Handgriff.“
    • „Das hast Du ja prächtig angestellt.“
    • „Kannst du denn nichts richtig machen.“
  • Verhöhnung , lächerlich machen
    • „Du musst ja nicht gleich ausrasten.“
  • abschätziger Humor und Spott
    • „Kannst Du denn jetzt plötzlich logisch denken?“
  • Beschimpfungen, Respektlosigkeiten, Dreistigkeiten, Anmaßungen
    • „Dummkopf.“
  • Du-Botschaften
    • „Du bist vollkommen unfähig“
  • Doppelbotschaften
    • Gegensätzliches / Ausschließendes wird gleichzeitig über verschiedene Kanäle (z. B. verbal – nonverbal) mitgeteilt. (vgl. den Beitrag zur Ambiguitätstoleranz)
  • herablassendes Verhalten
    • „Ihr versteht gar nichts von der Materie“
  • schlecht reden über Andere (ohne Beisein der Anderen), Andere ‚ausrichten‘
    • „Der hat noch nie ein Projekt rechtzeitig zu Ende gebracht.“
  • jemanden vor Anderen kritisieren.
    • vgl. den Beitrag zur Kritik
  • ’scharfe‘ Fomulierungen in der ‚Wolfssprache
    • Marshall Rosenberg lehrt die Unterscheidung von aggressiver Wolfssprache (aggressive Formulierungen) und ‚gewaltfreier‘ Kommunikation in der ‚Giraffensprache‘. 3 4

Du-Botschaften werden verstärkt, wenn sie mit Verallgemeinerungen oder  Übertreibungen verbunden sind („Du machst nie etwas richtig.“). Du-Botschaften verbergen sich auch in Satzeinleitungen, die sich als Ich-Boschaft verkleiden: „Ich habe das Gefühl, du …“ („Ich habe das Gefühl, du lügst schon wieder.“) 5

Subtile Abwertung

Es gibt auch subtilere Formen der Abwertung in der Kommunkation, z. B. das ‚Reden von oben herab‘. Mit der Brille der Transaktionsanalyse  handelt es sich um das belehrende oder kommandierende Reden vom Eltern-Ich zum Kind-Ich des Kommunikations-Partners. Lässt sich dieser nicht auf das Kind degradieren, so spricht man von gekreuzter Kommunikation, die Konflikte produziert. Dieses belehrende oder kommandierende Verhalten kann den Anderen, wenn sich dieser im ‚Erwachsenen-Ich-Modus befindet auf die Palme bringen. Auch unpersönliche Kommunikation mit Killerphrasen bzw. mit Wörtern wie „man“, „wir“, „hier“, … statt „ich“, „du“ sind oft mit Abwertungen verbunden.6 („Hier müsste man wieder einmal aufräumen, das ist ein Saustall.“)

Zugewandte – gleichgültige – abwertende Kommunikation

Abwertende Kommunikation findet sich auch im Kommunikations-Modell von John Gottman, und bezieht sich auf partnerschaftliche Kommunikation. Gottman unterscheidet drei Formen der partnerschaftlichen Kommunikation7

 

  • Zugewandte Kommunikation: ist aufmerksam, hilfsbereit, kreativ, fürsorglich
  • Gleichgültige Kommunikation  ist vorwurfs-frei aber ohne emotionale Anteilnahme
  • Abwertende, abgewandte Kommunikation vorwurfsvoll, belehrend oder mit negativen Wertungen

Mehr dazu in  meinen Blog-Beitrag Das Beziehungs-Gift der vier apokalyptischen Reiter.

Selbstabwertung

Es gibt Menschen, die nicht (nur) Andere sondern (auch) sich selbst gerne abwerten, z. B. mit Wörter wie („Ich bin …“) „faul“, „langweilig“, „dumm“, „egoistisch „… „Oh bin ich dumm, warum habe ich nicht …“ ist z. B. ein Spruch den man häufig hört.. Obwohl es für viele bloß eine Sprach-Gewohnheit ist, eine „Facon de Parler„,  hat es doch Wirkung – das Unbewusste hört mit.   Mehr dazu in Sätze – Sätze – Sätze.

Gründe für Abwertungen

Bild: Narzissmus

Kleine Elemente der Abwertung in der (Alltags-)Kommunikation sind beinahe normal. 8, sollten trotzdem erkannt und vermieden werden, vor allem wenn man sich der schädlichen Wirkung bewusst ist. Sie belasten das ‚Beziehungskonto‚ (emotional bank account – John Gottman) zu Menschen, die uns wichtig sind und machen sie unzufrieden und unglücklich. 

Die Gründe der Abwertung liegen meist in der Persönlichkeit des Senders, des Abwerters. Die Abwertungen haben ihre Quelle in eigenen problematischen Persönlichkeits-Tendenzen bzw. Persönlichkeits-Stilen oder sogar Persönlichkeits-Störungen.9

Den extremen Formen oder ständigen Abwertungen liegen oft Persönlichkeits-Störungen oder  zugrunde, z. B.

  • Narzissmus:10 Narzissten wollen bewundert werden. Durch Abwertung Anderer erhöht man sich selbst.
  • passiv-aggressive Persönlickeits-Störungen: Abwertungen erfolgen in der (oft unbewussten) Absicht sich abzugrenzen, weil er Grenzverletzungen befürchtet 11
  • Borderline-Persönlichkeits-Störungen: Sie enthalten eine hohe Emotions-Regulations-Störung, die das Muster „Andere erhöhen / bewundern und Andere abwerten“ in oft schneller Abfolge beinhalten. Die Abwertung selbst gehört zum Störungsbild.
  • Selbstunsichere Persönlichkeits-Störungen: Der soziale Rückzug dieser Personen kann von Anderen als Abwertung empfunden werden.
  • antisoziale Persönlichkeits-Störungen: Die Missachtung und Verletzung der Rechte anderer, Lügen und Rücksichtslosigkeiten wirken abwertend.

Auch mehr oder weniger alltäglich Unzulänglichkeiten spielen eine Rolle.12

  • Projektionen. Eigene Schatten-Elemente, z. B. destruktive Gefühle werden auf den anderen projiziert, werden im anderen ‚erkannt‘.
  • Mangelnde Ich-Stärke: durch Abwertung anderer fühlt man sich (vermeintlich) stärker.
  • Fehlende Empathie: Man bemerkt gar nicht, dass man andere abwertet und verletzt.

Wie kann ich Abwertungen vermeiden?

Wir haben kein Recht, andere abzuwerten!

Die meisten Menschen suchen Wege, um Abwertungen Anderer abzuwehren. Mindestens genauso wichtig ist es, Bewusstsein für eigene Abwertungen zu entwickeln und sie zu vermeiden. Man sollte sich klar sein, welche negativen Wirkungen Abwertungen auslösen, vor allem bei abhängigen Personen und ganz besonders gegenüber Kindern.

Manche suchen eine Berechtigung für Abwertungen, z. B. „Ich muss ihm doch die Wahrheit sagen, ich will kein Schönreden.“ oder „Ich bin zwar hart aber herzlich.“ … Da ist etwas wahres dran, aber nur sehr beschränkt. Der wahre Teil ist, dass es wichtig ist, anderen auch Rückmeldung zu geben. Aber: Wir sollten lernen, auch kritische Rückmeldung wertschätzend zu geben – im Sinne des „Namaste“ (siehe unten). Die kritische Rückmeldung sollte Verhaltensweisen oder Ergebnisse ansprechen, niemals die Person. Wir dürfen (und sollen) sehr klar sagen, was wir wollen und was wir nicht wollen, was wir brauchen, was uns stört, was uns vielleicht sogar verletzt. Dies kann und sollte immer in einer wertschätzenden Form geschehen.

Es gibt z. B. viel empirische Evidenz dafür, dass Verhaltensstörungen von Kindern (z. B. selbstunsichere, ängstlich vermeidende, sozial gehemmt, sich unzulänglich fühlende Verhaltens-Muster) ihre Quellen in negativen, vor allem abwertenden Verhaltensweisen der Erwachsenen (Eltern, Lehrer, …) haben.13

Akzeptieren wir das Prinzip „kein Recht, andere abzuwerten“ könnten wir das noch verstärken und in eine „Pflicht zur Wertschätzung“ transformieren:

„Wir haben die Pflicht, uns zu bemühen, anderen wertschätzend zu begegnen!“

Voraussetzung dafür ist, eigene abwertende Tendenzen zu erkennen und zu vermeiden.

Viele psychologische und philosophische Ansätze und Modelle haben Bezug zu Abwertungen bzw. dem polaren Gegensatz, der Wertschätzung. Diese in die eigenen (Selbst-)Reflexionen einzubeziehen, fördert fördert das Bewusstsein für eigene Abwertungen und hilft, diese zu vermeiden. Einige Beispiele: 

Der kategorische Imperativ

Der kategorische Imperativ ist ein philophisches Prinzip. Es besagt „Behandle den Anderen so, wie du (und Andere) von Anderen behandelt werden willst.“14 Er gilt auch und vor allem in schwierigen und konfliktären Gesprächen. Jeden Menschen mit Würde zu behandeln und ihm als Person Wertschätzung entgegenzubringen, ist moralisches Gebot, selbst dann, wenn ich Verhaltensweisen und Handlungen dieser Person ablehne.

Namaste

Der Grundsatz, jeden Menschen mit Würde zu behandeln wird auch im Sanskrit-Spruch Namaste  ausgedrückt: Ich grüße das Göttliche in Dir.“15), entspricht dieser Wertschätzung.

Das (Zwischen-)Menschliche in der betrieblichen Kommunikation

Zur wertschätzenden Kommunikation gehört auch eine positive Beziehungs-Element am Beginn und Ende jedes Konfliktgesprächs:

  • zu Beginn: zumindest eine Begrüßung und nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen
  • am Ende zumindest ein „Danke für das Gespräch“. Auch wenn das Gespräch heftig und konfliktär war, hat sich mein Gegenüber immerhin Zeit für das Gespräch genommen.

Wertschätzung in Kommunikations-Modellen

Sehr viele Kommunikations-Modelle enthalten Elemente der Wertschätzung.16

  • Die Personen-zentrierten Ansatz von Carl Rogers enthält die Bedingungslose (emotional-) positive Wertschätzung
  • Das Kommunikations-Modell von Thomas Gorden (Win-Win-Kommunikation) baut auf dem Ansatz von Carl Rogers auf und betont die Bedeutung der Wertschätzung bzw. die Schädlichkeit der Abwertung.
  • Das Balance-Modell von Gottman zeigt, wie schädlich Abwertung / Entwertung für das Beziehungskonto ist und wie wichtig Wertschätzung für eine stabile Partnerschaft und andere Beziehungen ist.17

In der ‚How-to-Literatur‘ finden sich zahlreiche Hinweise zum Ausdruck von Wertschätzung, z. B. 18

  • Anerkennung, Lob ausdrücken.
  • Andere wahrnehmen und dies zum Ausdruck bringen. (Ansprechen, wenn jemand mit anderer Kleidung, mit neuer Frisur, … auftaucht. Erkennen, wenn es jemand nicht gut geht. …)
  • Im Unternehmen Mitarbeiter_innen und Kolleg_innen als Menschen ansprechen, nicht nur als Funktionsträger.
  • Sich für andere Zeit nehmen.
  • Sich beraten lassen, andere um Rat und Hilfe bitten.
  • Unterstützung anbieten.
  • Ausgleich von Geben und Nehmen, sich ‚revanchieren‘.
  • nonverbaler positiver Ausdruck. 

Wie kann ich mit Abwertungen anderer gut umgehen?

Zum Umgang mit Abwertungen gibt es zahlreiche Vorschläge19 Prinzipiell gibt es 3 Möglichkeiten, auf Abwertungen in der Kommunikation zu reagieren:

  • „Liegen lassen“
  • Abgrenzung
  • mit Schlagfertigkeit begegnen

Liegen lassen

Prinzipiell kann ich in der Kommunikation jederzeit entscheiden, was ich liegen lasse und was ich aufnehme, worauf ich reagiere. Es ist eines der Grundprinzipien des Beschwerde-Managements, bei Beschwerden das negativ Emotionale des Gegenübers liegen zu lassen oder sogar positiv darauf zu reagieren („Ich kann verstehen, dass sie verärgert sind.“) und das Sachliche, der sachliche Inhalt der Beschwerde aufzunehmen und damit weiter zu arbeiten. Es kann Gründe geben, die mich entscheiden lassen, warum ich Abwertungen liegen lasse, z. B. bei Kunden-Beschwerden, wenn ich professionell handeln will. Aber es gibt auch zahlreiche weitere Gründe, z. B. weil ich jetzt keinen Streit anfangen will, weil mir jetzt das Sachliche sehr wichtig ist, weil ich andere negative Konsequenzen befürchte, … Liegen lassen sollte allerdings eine bewusste Entscheidung sein und nicht ein persönliches Muster („Ich lasse alle Abwertungen liegen und reagiere nicht.“) Das würde meinen Selbstwert erheblich negativ beeinflussen.

Abgrenzung

Abgrenzung bei Abwertungen heißt, dem Anderen klar machen, dass ich diese Abwertung nicht akzeptiere, dass ich nicht so kommunizieren will, dass ich so nicht behandelt werden will. Manchmal ist es notwendig, die Abgrenzung sehr deutlich auszudrücken, damit es beim Anderen ankommt. Es braucht jedoch nicht ärgerlich oder sogar wütend erfolgen. Manchmal ist es wirkungsvoller, die Abgrenzung emotional neutral oder sogar wertschätzend durchzuführen: „Ich weiß, Du meinst es gut. Mein Anliegen ist es jedoch …“

Abgrenzung kann auch heißen: Aus dem Feld gehen. Wenn die Situation gefährlich wird oder Gewalt angedroht wird, ist es sinnvoll, sachlich zu bleiben, nicht emotional zu reagieren und das Feld so rasch wie möglich zu verlassen.

Schlagfertigkeit

Schlagfertigkeit Schlagfertig zu antworten ist eine weitere Handlungsmöglichkeit. Die schlagfertig Antwort sollte schnell, überraschend und sympathisch kommen, so nennt Valtentin Nowotnydie neue Schlagfertigkeit“ und nennt Obama, Merkel und Klitschko als typische Vertreter dieser Schlagfertigkeit.20. Nowotny nennt 7 Prinzipien, die diese neue Schlagfertigkeit ausmachen. Sie sind zum Einen21

  • auf der persönlichen Ebene: Integrität, Entschiedenheit, Selbst-Sicherheit, Leichtigkeit und zum Anderen
  • auf der Handlungs-Ebene: Wortwitz, Überraschung, Übertreibung, Eloquenz

Schlag-fertig antworten heißt eigentlich zurück-schlagen, ist also ein Gegenangriff. Im Ansatz von Nowotny wird aber versucht, den Schlag leicht, mit Humor und sympathisch durchzuführen.

„Schlagfertigkeit verbinden viele mit Plattmachen und Brüskieren – Gewinnen um jeden Preis eben. Das passiert oft, wenn viele Menschen zusammen sind, und es ist dann um so unangenehmer und destruktiver! Dabei lässt sich mit Humor und Sympathie meist viel mehr erreichen. Eine positive Grundhaltung, ein gesundes Maß an Biss und eine Portion Humor sind die Zutaten für die neue Schlagfertigkeit – ein Schlagabtausch ohne Verletzte in dem beide Seiten ihr Gesicht wahren. Wer das beherrscht, fühlt sich in Teamsituationen souveräner, sicherer und kann sympathisch überzeugen und seinen Standpunkt vertreten.“22

Leichtigkeit bewahren und ein Schuss Humor sind sicherlich zentrale Elemente der Schlagfertigkeit. Beispiel: „Bei dir sieht’s ja ziemlich chaotisch aus.“ „Ja, das fördert meine Kreativität.“ Oder mit der ‚Danke-Gleichfalls-Technik‘: „Du bist heute wieder unausstehlich.“ „Danke gleichfalls, oder glaubst du, du bist die Liebenswürdigkeit in Person.“23

Tit for Tat

Streit, Konflikt Abwertung ist ein direkter oder indirekter Angriff. Ich kann mit Gegenangriff antworten – auf unterschiedlichen Eskalationsebenen, von leichten Vorwürfen („Du ja auch …“) bis zu schweren Drohungen oder sogar Tätlichkeit. Angriffe sind im Normalfall nicht anzuraten, nicht professionell, nicht konstruktiv.

Es kann jedoch Fälle geben, bei denen ein ‚Gegenschlag‚ die einzige Möglichkeit ist, dem Gegner begreifbar zu machen, dass ich mir nicht alles gefallen lasse. „Es bewusst eskalieren lassen“ heißt es dann oft in der betrieblichen Kommunikation – z. B. um höhere Hierarchie-Ebenen auf einen Konflikt aufmerksam zu machen.

Im Konflikt-Management und in der Spieltheorie nennt man das „Tit for Tat„. „Wie du mir, so ich dir“, heißt ein ähnliches Prinzip in der Alltags-Kommunikation. 24 Es gibt Evidenz dafür, dass es Situationen gibt, bei denen ein gemäßigter Gegenangriff (z. B. 80% der Stärke des Angriffs) die wirksamste Strategie ist, um Eskalation abzuschwächen oder sogar den Anderen zu bewegen, zur Kooperation zu wechseln.

 

Querverweise:

Die Beiträge im Cluster zu „Kommunikations-Fehler /-Sünden“

zusätzlich:

 

Zusätzliche Links und Literatur:

Abwertungen

Burkhard Heidenberger: Herablassendes Verhalten. Warum Menschen andere schlechtmachen – 10 Gründe. Aus: zeitblueten.com. https://www.zeitblueten.com/news/herablassendes-verhalten-menschen-schlechtmachen-runtermachen/.

o. A.: Tyrannen, Besserwisser, eitle Pfauen. Aus: focus.de. https://www.focus.de/wissen/mensch/psychologie/tid-16665/verhaltenspsychologie-tyrannen-besserwisser-eitle-pfauen_aid_465414.html.

o. A.: Selbstunsicher. Ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung, sozial gehemmt, gefühlt unzulänglich. Aus: therapie.de. https://www.therapie.de/psyche/info/index/diagnose/persoenlichkeitsstoerungen/selbstunsicherheit/

Ana Blom: Vier Gründe warum Narzissten ihre Partner abwerten. Aus: welt-der-spiritualität.de. http://www.welt-der-spiritualität.de/vier-gruende-warum-narzissten-ihre-partner-abwerten/.

Leo Mersch: Abwertendes Verhalten in der Partnerschaft: Aus: ratgeber-lifestile.de. https://www.ratgeber-lifestyle.de/beitraege/lifestyle/abwertendes-verhalten-in-der-partnerschaft.html.

Erin Brodwin: Wenn ihr dieses Verhalten an eurem Partner seht, wird eure Beziehung scheitern. Aus: businessinsider.de. https://www.businessinsider.de/wissenschaft/dieses-verhalten-zerstoert-laut-wissenschaftlern-die-liebe-2017-8/.

 

Wertschätzung

Evi Anderson-Krug, Stephan Landsiedel: Wertschätzung. Aus: landsiedel-seminare.de. https://www.landsiedel-seminare.de/coaching-welt/wissen/coaching-themen/wertschaetzung.html.

 

Konfliktmanagement

Friedrich Glasl: Konfliktmanagement. Ein Handbuch für Führungskräfte, Beraterinnen und Berater. Bern. 11. Auflage. 2017.

Friedrich Glasl: Selbsthilfe in Konflikten. Konzepte – Übungen – Praktische Methoden. Haupt Verlag, Verlag Freies Geistesleben, 2015.

Friedrich Glasl, Dudley Weeks: Die Kernkompetenzen für Mediation und Konfliktmanagement: Ein Praxisbuch mit Fallbeispielen auf DVD. Stuttgart: Concadora Verlag. 2008.

 

Kategorischer Imperativ

Immanuel Kant, Gesammelte Schriften. Bd. 23. , AA IV, S. 421. (Zeile 06-08). Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin. 1900 ff. o. A.: Kategorischer Imperativ. Aus: de.wikipedia.org. https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorischer_Imperativ#cite_note-5.

 

Persönlichkeits-Stile und -Störungen

Rainer Sachse: Persönlichkeitsstörungen. Hogrefe Verlag, 2019.

o. A.: Persönlichkeitsstörung. Ausgeprägte Persönlichkeitsmerkmale als störende Belastung . Aus: therapie.de. https://www.therapie.de/psyche/info/index/diagnose/persoenlichkeitsstoerungen/artikel/.

 

  1. Vgl. Friedrich Glasl: Konfliktmanagement, Friedrich Glasl: Selbsthilfe in Konflikten.  
  2.   Vgl. z. B.  o. A.: Tyrannen, Besserwisser, eitle Pfauen.  
  3.   Zur Wolfssprache zählen auch (scharfe) Analysen, (persönliche) Kritik, (abwertende) Interpretationen, all Abwertungen und Strafandrohungen, sich im Recht fühlen (kein Perspektiven-Wechsel)   
  4.   zur gewaltfreien Kommunikation vgl. auch die Hinweise im Beitrag zu Kommunikations-Sünden und Tugenden 
  5.   vgl. dazu o. A.: „Abwertungen, der Zündstoff im Konflikt-Gespräch“ 
  6.   vgl. dazu o. A.: „Abwertungen, der Zündstoff im Konflikt-Gespräch“ 
  7.   Vgl. zum Gottman-Modell meinen Blog-Beitrag Das Beziehungs-Gift der vier apokalyptischen Reiter John M. Gottman: Die 7 Geheimnisse der glücklichen Ehe, Eric Hegmann: Wenn der Partner nicht zuhört 
  8.   Vgl. Watzlawick, Störungen
  9. Die Übergänge von Persönlichkeits-Stil zur -Störung sind fließend.  Das Kontinuum geht vom ‚leichten‘ Stil bis zur schweren Störung. Die Stile beinhalten die Ecken und Kanten einer Persönlichkeit. Verstärken sich diese werden sie zu Störungen. 

    „Personen mit einem leichten Stil weisen Charakteristika einer psychologischen Einheit in leichter Ausprägung auf und Personen mit einer schweren Störung weisen diese Charakteristika in einer massiven Ausprägung auf.“ (Rainer Sachse: Persönlichkeitsstörungen. Kap. 1.3 „Stil und Störung)     

  10.   : Vier Gründe warum Narzissten ihre Partner abwerten
  11.   Vgl. Rainer Sachse: Persönlichkeitsstörungen.  Kap 11.2.1 
  12.   Heidenberger nennt 10 Gründe (im Alltags-Verständnis), warum Menschen andere schlechtmachen. (Vgl. Burkhard Heidenberger: Herablassendes Verhalten.  )

    • Minderwertigkeitsgefühl
    • Mangelnde Selbstsicherheit, Selbstbewusstsein
    • So wie mir geschehen soll es dir ergehen.
    • Neid
    • Antipathie
    • Fehlende Empathie
    • Die eigenen negativen Gefühlen an anderen auslassen.
    • Jemand ist schuld, nur nicht ich selbst!
    • Gruppendruck
    • Andere kleinmachen bzw. kleinhalten. 

  13. Vgl. o. A.: Selbstunsicher.   
  14.   Die Formulierung ist eine abgewandelte Alltags-Formulierng. Der kategorische Imperativ stammt vom  deutschen Philosophen der Aufklärung Immanuel Kant (1724 – 1804). Dieses grundlegende Prinzip des ethischen Handelns gibt es in mehreren Versionen („Formeln“), abgehandelt in der ‚Kritik der reinen Vernuft‘.    Einer seiner Grundformen lautet:

    „Der kategorische Imperativ ist also nur ein einziger und zwar dieser: Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ Immanuel Kant, Gesammelte Schriften. Bd. 23. , AA IV, S. 421. o. A.: Kategorischer Imperativ.

  15.   Oder auch: „Das Göttliche in mir grüßt das Göttliche in Dir.“ – vgl. z. B.Nitin Kumar: Namaste – The Yogic Greeting – Exotic India Art 
  16. Weitere Hinweise zur Wertschätzung finden sich in: Evi Anderson-Krug, Stephan Landsiedel: Wertschätzung.    
  17.   Vgl. auch Erin Brodwin: Wenn ihr dieses Verhalten an eurem Partner seht, wird eure Beziehung scheitern.  
  18.   z. B.: Evi Anderson-Krug, Stephan Landsiedel: Wertschätzung.    
  19.   vgl. z. B. Werner Stangl: Umgang mit Killerphrasen 
  20.   Valentin Nowotny: Die neue Schlagfertigkeit.  Göttingen, Business Village, 3. Auflage 2012, Lesprobe in newconcpt und auf amazon, Rezension in  Andreas Matz: Die neue Schlagfertigkeit  
  21.   Zur Integrität in Zusammenhang mit Abwertung bzw. schwierigen Menschen vgl. Nowotny: Integrität bewahren  
  22.   Nowotny: Agile Teams brauchen Schlagfertigkeit mit Humor und Sympathie 
  23.   Vgl.  o. A.: Tyrannen, Besserwisser, eitle Pfauen.  
  24.   Das Prinzip Tit-for-Tat wurde ausgiebig in der Spieltheorie und dort vor allem von Anatol Rapoport, einem Mathematiker und Systemwissenschaftler untersucht. Das Prinzip hat sich vor allem in Situationen vom Typ ‚Gefangenen-Dilemma‚ (Gewinn für beide bei Kooperation, hoher Gewinn, wenn nur einer der beiden Parteien kooperiert – für den, der nicht kooperiert.) bewährt und am meisten zur Kooperation beigetragen.  Vgl. den Nachruf zu Anatol Rapoport 

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